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	<title>wissenschaftstheorie &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://wordpress.com/tag/wissenschaftstheorie/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "wissenschaftstheorie"</description>
	<pubDate>Thu, 21 Aug 2008 05:11:01 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

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<title><![CDATA[Vom Wissen und vom Glauben]]></title>
<link>http://efeder.wordpress.com/?p=541</link>
<pubDate>Thu, 31 Jul 2008 14:56:53 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mcp</dc:creator>
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<description><![CDATA[Das Wissen und Glauben feindliche Brüder wären, ist eine Legende, auf der vor allem die Atheistenm]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Das Wissen und Glauben feindliche Brüder wären, ist eine Legende, auf der vor allem die Atheistenmafia Attacken gegen die Christenheit reitet. Wollen wir sehen, ob wir die Ungläubigen ein wenig ärgern können und erzählen, bevor wir wissenschaftlich werden, zunächst eine eigene, kleine Moritat:</p>
<p>Es war einmal ein Mann, der seit Jahren, tagaus und tagein, den immer gleichen Weg zu seiner Arbeit ging. Er kannte jeden Stein, jedes Schlagloch, jeden Strauch und jeden Baum, der den Wegrand säumte. Er hätte den Weg mit geschlossenen Augen gehen können und wäre sicher zum Ziel gekommen, so vertraut war ihm sein Pfad. Der Weg führte über eine Kreuzung, an der vier Hauptstrassen aufeinander stießen und an der ein Gewirr von Ampeln den Fluss des Verkehrs ordnete. Sie folgten einem immer gleichen Takt, einem Rhythmus den unser Mann so sehr aufgesogen hatte, dass er blind wusste, welche Farbe seine Ampel zeigte, wenn der Verkehr auf den Kreuzungen in einem bestimmten Muster rauschte.</p>
<p>Jener Morgen war nass und kalt. Das Sonnenlicht hatte es schwer sich seinen Weg zur Erde zu bahnen. Aus tiefhängenden, dunklen Wolken nieselte ein feiner Regen herab und als unser Mann die Strasse betrat, da schlug er seinen Mantelkragen hoch, zog den Nacken fröstelnd zusammen und seinen Hut tief ins Gesicht. Leicht nach vorn gebeugt, dem peitschenden Wind trotzend, ging er los. Blind, mechanisch.</p>
<p>Er blickte nicht einmal auf, als er die Kreuzung betrat, denn am Rauschen der Reifen erkannte er die Farbe, welche seine Ampel zeigte.</p>
<p>„Wieso …?“ waren die letzten Gedanken, bevor ihn ein Achttonner, der auf pitschnasser Fahrbahn mit quietschenden Bremsen herandonnerte, erfasste. Unser Mann war sofort tot. Seine Ampel strahlte im tiefen rot, wo sie doch hätte grün leuchten müssen. So wie sie immer getan hatte, seit vielen, sehr vielen Jahren.</p>
<p>Das „Ampelamt“ hatte in den Nacht den Rhythmus der Schaltungen geändert, um ihn den veränderten Verkehrsfluss anzupassen.</p>
<p>Und? Die Wissenschaft?</p>
<p>Die Geschichte behandelt den Unterschied vom Wissen und vom Glauben. Hätte unser Mann an diesem Tage aufgeschaut, hätte er gewusst, welche Farbe die Ampel wirklich zeigte, dass es nicht die war, an die er glaubte.</p>
<p>Er starb, weil er ein Problem der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnistheorie" target="_blank">Erkenntnistheorie</a> unterschätze, es vielleicht nicht einmal kannte. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/David_Hume" target="_blank">David Hume</a> formulierte im Jahre 1740 das so genannte „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Induktionsproblem" target="_blank">Induktionsproblem</a>“, die schlichte Festestellung, dass man aus einer einzelnen oder vielen reproduzierbaren Beobachtung nicht auf ein allgemeines Gesetz schließen kann. Die Induktion, eine Methode der mathematischen Logik, ist als wissenschaftliche Arbeitsweise zur Wahrheitsfindung, obwohl heute immer noch Königsweg aller empirischen Wissenschaft, mithin unbrauchbar. Wem Hume zu „unmodern“ ist, der kann sich auch bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Popper" target="_blank">Karl Popper</a> und seiner <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftstheorie" target="_blank">Wissenschaftstheorie </a> Bestätigung für dieser Behauptung einholen.</p>
<p>Unser „Wissen“ ist auf den unmittelbaren Augenblick, auf ein bestimmtes Ereignis beschränkt, bei dem wir uns vergewissern, ob wir das, was wir erwarten - an was wir glauben - auch tatsächlich eintritt. Im  Augenblick des Ereignisses wissen wir um die Wahrheit, aber schon im Nächsten sind wir wieder auf unseren Glauben angewiesen, sowohl bei dem was wird, als auch bei dem was war. Denn so wie Zukunft noch nicht vorhanden ist, so <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Entropie" target="_blank">entropiert</a> die Vergangenheit ins Nichts. Es gibt keinen Informationserhaltungssatz. Unser Glaube ist nichts anderes als die Summe unserer erfahrenen Gewissheiten. Der Glaube, nicht das Wissen, ist die Grundlage jeder Wissenschaft.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wissen heute]]></title>
<link>http://anouphagos.wordpress.com/?p=542</link>
<pubDate>Tue, 17 Jun 2008 19:00:31 +0000</pubDate>
<dc:creator>anouphagos</dc:creator>
<guid>http://anouphagos.wordpress.com/?p=542</guid>
<description><![CDATA[Was ist Wissenschaft?, fragt ein Artikel der TP, ein anderer diskutiert die aktuell wohl meistgenutz]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27747/1.html">Was ist Wissenschaft?</a>, fragt ein Artikel der TP, ein anderer <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28010/1.html">diskutiert</a> die aktuell wohl meistgenutzte digitale Wissensquelle, die Wikipedia.</p>
<p>Die Wiki-Pedia ist eine "schnelle Lehre"; die Enzyklo-Pädie eine kreisförmige (tautologische? reflexive? gründliche?). Was folgt daraus, insbesondere in Hinblick auf Wissen und Macht in der (Post-)Moderne? Fragen über Fragen. Warum habe ich gestern nur das PS Wissenssoziologie geschwänzt...?</p>
<p><strong>Edit</strong>: Fraglich ist freilich bei der Frage nach dem Wesen der WIssenschaft, wieweit man den Veröffentlichungen der Forscher trauen kann. Denn hier wird <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28138/1.html">reichlich getürkt</a>.</p>
<blockquote><p>Diese Ausreden, fassen die Studienautoren zusammen, haben eines gemeinsam: Dass es ihnen an einer Kultur der Integrität fehlt. Eine ORI-Studie aus dem Jahr 2000 ergab zum Beispiel, dass nur 29 Prozent aller Institutionen ihre Mitglieder explizit auffordern, wissenschaftliches Fehlverhalten zu melden. Das müsse sich unbedingt ändern - und gleichzeitig gelte es, die Whistleblower zu schützen, so dass diese keine Angst um ihre eigene Karriere haben müssten. Es müsse klar sein, wer an wen in welcher Form zu berichten habe - und schließlich müssten die Institute auch alternative Wege suchen, die Integrität ihrer Forschung zu schützen, indem sie wirksame Untersuchungsprozesse installieren.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Korrelation != Kausalität]]></title>
<link>http://anouphagos.wordpress.com/?p=448</link>
<pubDate>Fri, 25 Apr 2008 09:31:26 +0000</pubDate>
<dc:creator>anouphagos</dc:creator>
<guid>http://anouphagos.wordpress.com/?p=448</guid>
<description><![CDATA[&#8220;Reichtum schützt vor Herzinfarkt&#8221; - so titelt die Telepolis in einem Beitrag von Flori]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>"Reichtum schützt vor Herzinfarkt" - so titelt die <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/3/106995">Telepolis</a> in einem Beitrag von Florian Rötzer. Richtiger wäre, was die Wissenschaftler selber haben verlautbaren lassen:</p>
<blockquote><p>Die Folgerung aus dem Ergebnis, dass sich das Risiko nach dem Alter von 65 Jahren für reiche und arme Frauen und Männer wieder angleicht, erklären sich die Wissenschaftler schlicht durch Selektion. Wer aus den ärmeren Schichten bis zu dem Alter überlebt hat, gehört einfach zu den Gesünderen.</p></blockquote>
<p>Damit ist es eben umgekehrt - der Reichtum schützt nicht vorm Herzinfarkt, sondern er indiziert Gesundheit, ist also Folge bzw. Indikator, nicht Ursache.</p>
<p>Soviel zur Wissenschaftstheorie. Schönes Wochenende!</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Nicht nur erhellend, sondern geradezu befreiend]]></title>
<link>http://naturalismuskritik.wordpress.com/?p=41</link>
<pubDate>Thu, 20 Mar 2008 11:34:04 +0000</pubDate>
<dc:creator>BK</dc:creator>
<guid>http://naturalismuskritik.wordpress.com/?p=41</guid>
<description><![CDATA[Eines der besten Bücher zur Evolutionsdebatte ist immer noch das erstmals 1993 erschienene Buch von]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Eines der besten Bücher zur Evolutionsdebatte ist immer noch das erstmals 1993 erschienene Buch von Phillip Johnson, <i>Darwin in Kreuzverhör</i>. Auf Deutsch ist es zwar nur in einem kleinen christlichen Verlag erschienen. Gleichwohl richtet es sich keineswegs nur an Christen, womöglich Kreationisten, die den biblischen Schöpfungsmythos mit einer wissenschaftlichen Aussage über die Welt verwechseln. Sondern der Jurist Johnson argumentiert streng säkular und nimmt die darwinistischen Argumentationsstrukturen auseinander, ohne sich auf die Bibel zu beziehen. Dadurch gelingt es ihm, ihre Schwächen um so deutlicher aufzuzeigen. Indem er seinen Glauben weitgehend außen vor lässt, ist Johnsons Kritik auch für Agnostiker und alle Menschen guten Willens nachvollziehbar.</p>
<p>Dass Johnson ein engagierter Vertreter des „Intelligent Design“-Ansatzes ist, braucht die Leser, die ihm auf diesem Weg nicht folgen möchten, nicht zu interessieren, denn das Buch ist so ertragreich, dass es von jedem mit Gewinn gelesen werden kann, der dem naturalistischen Paradigma nicht mehr folgen will. Argumente gegen den Anspruch mancher Naturwissenschaftler, die Deutungshoheit über die Frage nach der Entstehung der Welt zu besitzen, liefert Johnson in großer Zahl.</p>
<p>Das Inhaltsverzeichnis macht deutlich, dass Johnson nichts auslässt, dass er jede Schwachstelle des darwinistischen „Schlachtschiffs auf dem Ozean der Realität“ mit den „dicken, panzerbewehrten Wänden philosophischer Annahmen“ (S. 208) kennt: 1. Der juristische Rahmen. 2. Natürliche Selektion. 3. Große und kleine Mutationen. 4. Das Problem der Fossilien. 5. Die Tatsache der Evolution. 6. Die Reihe der Wirbeltiere. 7. Der molekulare Beweis. 8. Präbiotische Evolution. 9. Die Spielregeln der Wissenschaft. 10. Darwinistische Religion. 11. Bildung im darwinistischen Sinne. 12. Wissenschaft und Pseudowissenschaft. Nachwort: Das Buch und seine Kritiker.</p>
<blockquote><p>Ein freches Unterfangen</p></blockquote>
<p>Johnson ist kein Kreationist. Er hält lediglich seine theistische Sicht auf die Welt der naturalistischen entgegen, er wehrt sich gegen die anmaßende Annahme von Darwinisten, die Deutungshoheit über die Welt zu besitzen und aus dem Studium der Natur Aussagen über die menschliche Existenz als Ganzer machen zu dürfen. Johnsons Buch ist eine kraftvolle Ermutigung, sich nicht von wissenschaftlichem Pfauengehabe beeindrucken zu lassen, sondern immer wieder Zweifel gegen vermeintlich gesichertes Wissen anzumelden und die Verkünder desselben in ihre Schranken zu weisen. „Sie (diejenigen, die die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/William_Paley">These vom Blinden Uhrmacher</a> für falsch halten – B.K.) müssen ebenso ein positives Verständnis für eine theistische Sicht der Realität entwickeln – eine Sicht, die der Naturwissenschaft den richtigen Platz zuweist, derzufolge sie ein bedeutsamer, aber nicht der entscheidende Teil des Geisteslebens ist.“ (S. 208)</p>
<p>Johnsons Unterfangen ist im Grunde subversiv, frech und keck. Aufklärerisch ist es allemal, denn der Umschlag rationaler Naturbeherrschung in magisches Denken ist bei vielen Vertretern der Evolutionslehre nicht zu übersehen. Aufklärung über die Aufklärung ist deshalb angezeigt, eine wichtige Aufgabe, dessen politische Dimension Johnson sehr klar erkannt hat. Der Streit um die Evolutionstheorie ist ja weniger ein Streit um naturwissenschaftliche Erkenntnisse, sondern in erster Linie ein weltanschaulicher, der letztlich um die Frage kreist, ob Gott existiert. Theisten bietet Johnson ein gutes Rüstzeug für diese Auseinandersetzung. Es geht um viel: „Wer die Macht hat, ‚faktische Wirklichkeit’ zu definieren, ist imstande, das Denken zu beherrschen und somit Religion in einen Käfig naturalistischer Erklärungen zu zwängen.“ (S. 197)</p>
<p>Wer „Darwin im Kreuzverhör“ gelesen hat, wird für die subtilen darwinistischen Einflüsterungen nicht mehr so empfänglich sein wie vorher. Wird merken, wie korrumpiert das eigene Denken geworden war. Denn Hand aufs Herz: Wer konnte sich der – durchaus faszinierenden – Idee vom gemeinsamen Ursprung aller Arten entziehen? Bei wem löste die Nennung des Namens Darwin nicht die immergleiche Assoziationskette aus, die bei der „Erkenntnis“ endete, dass wir irgendwie ja doch alle Affen sind? Und wer hatte den Mut, seine Zweifel gegen die geballte Meinungsmacht der Medien zu äußern, die die offizielle Lehre getreulich popularisieren? Mit der Lektüre von <i>Darwin im Kreuzverhör</i> gehört das alles der Vergangenheit an: Sie ist nicht nur erhellend, sondern geradezu befreiend.</p>
<blockquote><p>Worum es geht</p></blockquote>
<p>Niemand hat bisher besser ausdrücken können, worum es geht, als Johnsons selbst: „Ob diese Behauptung die beste verfügbare naturalistische Spekulation ist, interessiert mich weniger. Ich will vielmehr wissen, ob sie wahr ist. Zweifellos sind Evolutionsbiologen treue Anhänger der Theorie, die ihr Fachgebiet bestimmt, wobei außer Frage steht, dass wissenschaftliche Naturalisten das Konzept naturalistischer Erklärungen als überwältigend erfolgreich ansehen. Wer ihre a priori-Entscheidung für den Naturalismus nicht teilt, kann trotzdem in der Annahme recht gehen, dass die allgemein anerkannte Theorie nicht nur unvollständig, sondern auch mit dem Beweismaterial weithin unvereinbar ist.</p>
<p>Diese Fragen kann man nicht allein der Entscheidung eines Kreises von Experten überlassen, weil wichtige religiöse, philosophische und kulturell bedingte Fragen auf dem Spiel stehen. Die naturalistische Evolution beinhaltet nicht nur eine wissenschaftliche Theorie, sondern vielmehr die offizielle Weltentstehungslehre unserer modernen Kultur. Die wissenschaftliche Priesterschaft, die berechtigt ist, die offizielle Weltentstehungstheorie zu interpretieren, gewinnt dadurch ungeheuren kulturellen Einfluss, den sie verlieren könnte, wenn diese Theorie in Frage gestellt wird. Die Experten haben daher ein ureigenes Interesse daran, die Theorie zu schützen und Argumentationsregeln durchzusetzen, die sie unangreifbar machen. Wenn Kritiker fragen: ‚Ist Ihre Theorie wirklich wahr?’, sollten wir uns nicht damit zufrieden geben, dass die Antwort lautet: ‚Die Theorie ist gute Wissenschaft, so wie wir Wissenschaft definieren.’“ (S. 194)</p>
<p>Phillip E. Johnson: Darwin im Kreuzverhör, <a href="http://clv.de/">Christliche Literatur-Verbreitung</a>, Bielefeld 2003. ISBN 3-89397-952-2. 285 Seiten. Preis: 8,90 Euro zuzügl. Versandkosten.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Tausendmal studiert, tausendmal doch nichts kapiert]]></title>
<link>http://erichsieht.wordpress.com/?p=453</link>
<pubDate>Sat, 08 Mar 2008 22:56:23 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sven Türpe</dc:creator>
<guid>http://erichsieht.wordpress.com/?p=453</guid>
<description><![CDATA[[Dieser Eintrag sollte eigentlich ein weiterer Kommentar zur Helmdiskussion hinterm Mond werden. Wie]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><i>[Dieser Eintrag sollte eigentlich ein weiterer Kommentar zur <a href="http://www.scienceblogs.de/planeten/2008/02/fahrradhelmdiskussion-2.php">Helmdiskussion hinterm Mond</a> werden. Wie mir erst hinterher auffiel, hat mich die gestrenge Hausherrin dort wegen <a href="/2008/02/25/kritischer-rationalismus-eristische-dialektik-und-cargo-kult-warum-wissenschaftsglaube-auch-blod-ist/">ungebührlicher Rhetorik</a> nun offenbar <a href="http://www.scienceblogs.de/planeten/2008/02/ist-wissenschaft-ein-glaubenssystem.php#comment2473">endgültig verb<strike>r</strike>annt</a> und damit im Vorbeigehen gleich noch ihre selbstgestellte Frage beantwortet, ob Wissenschaft ein Glaubenssystem sei: ja natürlich, in der dort betriebenen Form schon, davon zeugt unter anderem der unbedingte Wille, die vermeintliche <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%A4resie">Gotteslästerung</a> mit szenetypischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Exkommunikation">Mitteln</a> zu bekämpfen. Q.e.d. Mit ein wenig Abstand geht ja vielleicht auch den anderen Beteiligten auf, dass diese Diskussion in vielem selbstbezüglich ist.]</i></p>
<p>Was ich bei Ihnen vermisse, Frau Carone, ist die Bereitschaft, Vermutungen, Erkenntnisse, Beobachtungen und anderes zu Schlussketten zu ordnen und diese dann insgesamt zu bewerten. Ihnen genügt es, dass Studien existieren und Sie verlassen sich darauf, dass die dann schon etwas bedeuten werden, und dass dieses Etwas auch Ihren Vermutungen entspricht. Ich versuche seit geraumer Zeit, mit Ihnen darüber zu diskutieren, ob das Tragen eines Styroporhutes beim Radfahren Ihre Chancen auf Weitergabe Ihrer Gene nennenswert erhöht. Sie sind es, die jede vernünftige Diskussion über die relevante Frage verweigert, sich statt dessen auf zweifelhaftes Stückwerk stützt und keinen Zweifel zulässt.<!--more--></p>
<p>Also noch einmal ganz klar: ich behaupte, dass das Tragen eines typischen Radlerhelmchens beim Radfahren keinen nennenswerten Einfluss auf Ihr Risiko eines vorzeitigen, unnatürlichen Ablebens hat. Ich beschränke mich mal auf das Todesrisiko, um Sie nicht zu überfordern; wir können aber gerne auch das gesamte Spektrum der Verletzungen und sonstigen Unfallfolgen durchdiskutieren. Meine Hypothese ist plausibel, dass heißt sie lässt sich nicht einfach mit Schuldwissen vom Tisch wischen. Bereits die Einordnung des Radfahrens ins Gesamtrisiko -- ich habe dazu genügend verifizierbare Zahlen geliefert -- spricht gegen einen nennenswerten Effekt: auf jeden toten Radfahrer kommen gut 60 aus anderen Gründen Gestorbene, wenn man allein <a href="http://antiterror.blog.de/2007/09/24/statistik_der_todesursachen~3030387">Verletzungen, Vergiftungen etc.</a> berücksichtigt. Selbst wenn man allein den Straßenverkehr betrachtet, kommen auf jeden toten Radfahrer noch zehn andere Tote. Die ganzen Spitzfindigkeiten über Helmwirkung und Unfallverläufe können wir uns also eigentlich sparen: bereits mit dieser naheliegenden Abschätzung haben wir uns eine obere Schranke für mögliche Helmwirkungen verschafft. Selbst ein hypothetischer Zauberhelm, der seinen Träger unverwundbar machte (Styroporhüte sind davon weit entfertnt), könnte, beim Radfahren getragen, nur weniger als 2% Ihres gesamten Risikos überhaupt abdecken. Eine Studie, die darauf nicht eingeht, hat sich jedenfalls nicht mit Risikoreduktion beschäftigt, sondern mit irgend etwas anderem; wenn dabei wundersame Zahlen herauskommen, dann sind Sie in der Pflicht, die Bedeutung dieser Zahlen für unsere Frage zu erläutern.</p>
<p>Wie wichtig solche eine Auseinandersetzung mit der Sachfrage ist, hätte Ihnen bereits anlässlich meiner <a href="/2008/03/02/erich-experimentiert-der-freie-fall/">Experimentierstunde</a> vom vergangenen Wochenende auffallen können. Was ich Ihnen dort zu vermitteln versuchte, war die <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_cognitive_biases" title="Wikipedia(en): List of cognitive biases">Tatsache</a>, dass wir an wissenschaftliche wie an Alltagsbeobachtungen mit denselben kritischen Fragen herangehen müssen. Die Wissenschaft mag das erleichtern, indem sie sich bemüht, Annahmen und Randbedingungen zu dokumentieren. Aber denken müssen wir schon selbst und eine Beobachtung ist nicht alleine deshalb nichts wert, weil sie nicht von einem amtlich anerkannten Wissenschaftler gemacht wurde. [Das Prinzip, Beobachtungen von Laien ernst zu nehmen und ihnen nachzugehen, liegt übrigens <a href="http://cenap.alien.de/">CENAP</a> zugrunde. Da hat jemand den Unterschied zwischen Wissenschaft und Studienwerferei verstanden; dort im Blog anscheinend noch nicht. Die gestrenge Hausherrin hinterm Mond hätte einfach eine UFO-Statistik hervorgezaubert und das Thema für erledigt erklärt.]</p>
<p>Was Ihren Studien völlig fehlt, sind außerdem brauchbare Hypothesen, die auf Theorien über Wirkzusammenhänge beruhen. Das macht sie bereits in sich zu äußerst schwachen Argumenten, ganz gleich, wie gut sie an die eigentliche Frage angeknüpft sind. Den Versuch, allein mit Statistik die Welt zu ergründen, halte ich für äußerst verwegen. Bleiben wir doch einfach bei der Gravitation und wagen ein Gedankenexperiment. Stellen Sie sich vor, Sie werden <a href="http://maps.google.com/maps?f=q&#38;hl=en&#38;geocode=&#38;q=frankfurt,+germany&#38;ie=UTF8&#38;ll=50.039398,8.596876&#38;spn=0.000577,0.001194&#38;t=h&#38;z=20">hier</a> in unsere Welt geworfen und beginnen damit, die Bewegung und Eigenschaften von Objekten in Ihrer Umgebung zu erfassen. Sie tun das mit aller gebotenen Sorgfalt und werten Ihre Daten hernach statistisch aus. Welche Zusammenhänge müssen Ihnen zwingend auffallen? Ich hätte ein paar Vorschläge:</p>
<ol>
<li>Objekte, deren Masse kleiner als 40 Tonnen ist, bewegen sich vorwiegend ungefähr in Nord-Süd/Süd-Nord-Richtung. Objekte mit größerer Masse bewegen sich vorwiegend ungefähr in Ost-West/West-Ost-Richtung.</li>
<li>Objekte, die sich ungefähr in Nord-Süd/Süd-Nord-Richtung bewegen, tun dies am Boden. Objekte, die sich in ungefähr in Ost-West/West-Ost-Richtung bewegen, tun dies in geringer Höhe über Grund.</li>
<li>Objekte, die sich gen Osten bewegen, gewinnen langsam an Höhe. Objekte, die sich in Richtung Westen bewegen, verlieren langsam an Höhe und berühren alsbald den Boden.</li>
<li>Breite Objekte bewegen sich in der Luft in Ost-West/West-Ost-Richtung, schmale am Boden in Nord-Süd/Süd-Nord-Richtung.</li>
</ol>
<p>Das ließe sich beliebig fortsetzen, und zwar äußerst wissenschaftlich und mit ernster Miene. Aber was nützen Ihnen die so gewonnenen Aussagen? Nichts, solange Sie über keine Theorie verfügen, die Ihnen die Konzepte <i>Flughafen</i>, <i>Flugzeug</i>, <i>Autobahn</i>, <i>Fahrzeug</i> und noch einige andere wenigstens postuliert. Ohne diesen Unterbau haben Sie nur mit großem Aufwand und in sich zweifellos sauber und unangreifbar etwas untersucht, das Sie nicht sinnvoll in die reale Welt übertragen können. Es steht Ihnen frei, aus den hier skizzierten Beobachtungen zu folgern, man solle Helme tragen, wenn sich in der Nähe Objekte ungefähr in Ost-West/West-Ost-Richtung bewegen. Wundern Sie sich aber nicht, wenn man Ihnen ein paar Kilometer weiter an <a href="http://maps.google.com/maps?f=q&#38;hl=en&#38;geocode=&#38;q=frankfurt,+germany&#38;ie=UTF8&#38;ll=49.983848,8.526592&#38;spn=0.036977,0.076389&#38;t=h&#38;z=14">dieser Stelle</a> einen Vogel zeigt, weil doch jedes Kind weiß, dass Maschinen stets von Nord nach Süd fliegen, während sich Fahrzeuge von Ost nach West bewegen.</p>
<p>Merke: Jede Studie ist höchstens so gut wie die Frage, die sie zu beantworten versucht. Ob Helmpropagandaseiten wie <i>helmets.org</i> eine gute Quelle für gute Fragen sind, lasse ich mal offen. Falls Sie das Thema Helm emotional zu sehr mitnimmt, können Sie auch über die Frage meditieren, warum es eigentlich eine theoretische Physik gibt und man nicht einfach Horden von Exerimentalphysikern Statistiken anfertigen lässt.</p>
<p>Ihr Gerede vom TÜV und Ihren hinfabulierten "Kontrollinstanzen" und "Bürgerpflichten" verstehe ich nicht, deshalb will ich hier nicht ausführlich darauf eingehen. So leicht lasse ich mich nicht durch Ihr ganz persönliches Weltbild schubsen. Sie meinen ja nur, wie Sie selbst zugeben, und Sie meinen auch hier völlig an mir vorbei. Keineswegs unterstelle ich dem TÜV Betrug oder unsaubere Arbeit, wie Sie hier zu suggerieren versuchen, wohl weil Sie so einen Strohmann dringend nötig haben. Sondern ich behaupte erstens, dass es bei technischen Zertifizierungen und Prüfsiegeln systematische Einschränlungen der Menge praktisch möglicher AUssagen gibt. Niemand wird Ihnen zum Beispiel bescheinigen, dass ein bestimmter Gegenstand Ihnen das Leben rettet, und sei es auch nur unter bestimmten Randbedingungen. Daraus folgt zweitens, dass man an Prüfsiegel aller Art denselben kritischen Maßstab anlegen muss wie an wissenschaftliche Studien und an Alltagsbeobachtungen: man muss sich wenigstens mal überlegen, worin die Aussage eigentlich besteht. Dankenswerterweise haben Sie oben bereits auf eine <a href="http://www.tuev-sued.de/uploads/images/1134987062143448272238/1_117.PDF">TÜV-Broschüre</a> verwiesen. (Dass der Aufdruck "TÜV SÜD Auto Service" nicht zwingend Neutralität gegenüber dem Thema Radfahren impliziert, ist Ihnen sicher bereits in den Sinn gekommen, oder?) Das dort abgebildete GS-Zeichen ist tatsächlich fast schon Irreführung, denn dieses Siegel beruht auf dem Produktsicherheitsgesetz und besagt, vereinfacht ausgedrückt, dass Ihr schöner, geprüfter Helm keine scharfen Kanten hat und dass alle stromführenden Teile ordentlich isoliert sind. So etwas lässt sich gut prüfen (formale Kriterien gehen am besten), ist aber für die angestrebte Helmwirkung irrelevant, soweit diese Wirkung über das Ausbleiben zusätzlicher Schäden hinausgehen soll. Hinweise auf helmspezifische Standards liefert die Broschüre nicht. Ich <a href="/2007/05/19/die-ideale-erganzung-zum-klapprad/">helfe gerne aus</a>. Mindestens eine Norm erlaubt Helme, die aus mehreren Einzelteilen bestehen; offen ist noch, ob nicht auch ein Helm aus Holz die Prüfprozedur bestehen würde. Dafür könnte dann der TÜV überhaupt nichts, das Ergebnis der Prüfung wäre dennoch Mumpitz. Praxisbeispiel aus einer anderen Ecke: der Hamburger Wahlstift, <a href="http://www.ccc.de/updates/2007/wahlstift-hack?language=de">sicherheitszertifiziert aber trozdem gehackt</a>.</p>
<p>Die versprochene lange Erklärung zum Thema Prüfsiegel liefere ich irgendwann nach, im Moment fehlt mir dafür einfach die Zeit. Bis dahin können Sie ja den Artikel "Die Wissenschaft hat festgestellt" von Jens Bergmann in der aktuellen <i>brand eins</i> lesen. Da tauchen sogar Ihre 80% wieder auf, nur ohne Helm und als Bullshit.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Fortsetzung: Heidegger Realist?]]></title>
<link>http://picodella.wordpress.com/2007/11/24/fortsetzung-heidegger-realist/</link>
<pubDate>Sat, 24 Nov 2007 13:36:05 +0000</pubDate>
<dc:creator>picodella</dc:creator>
<guid>http://picodella.wordpress.com/2007/11/24/fortsetzung-heidegger-realist/</guid>
<description><![CDATA[Hubert Dreyfus versucht Heidegger einen wissenschaftstheoretischen Realismus unterzuschieben. Dass d]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hubert Dreyfus versucht Heidegger einen wissenschaftstheoretischen Realismus unterzuschieben. Dass das Sein vom Verstehen des Daseins abhängig, das Seiende aber von ihm unabhängig ist, legt er dahingehend aus, dass die reine, entweltlichte Vorhandenheit der von den Naturwissenschaften entdeckten Dinge (Dreyfus nennt hier immer Elektronen als Exemplum) nicht vom Sein des Daseins abhängig ist: Wenn es kein Dasein gäbe, gäbe es trotzdem die von den Naturwissenschaften entdeckten Tatsachen, eben das Spiel der Atome und Elektronen etc. Darin liegt ein Rückfall in ein vulgäres Verständnis von "Sein", in die scheinbare Selbstverständlichkeit, dass Sein einfach Vorhandensein bedeutet; denn in welchem Sinne ist das Seiende vom Dasein unabhängig? Natürlich nur im Sinne des Vorhandenseins: als Vorhandenes. Nun ist aber das Vorhandensein selbst, d.h. der Entwurf von Vorhandenheit, stets vom Sein des Daseins abhängig: Die Natur selbst entwirft sich nicht als eine Summe von bloß Vorhandenem, es ist der Mensch der Wissenschaften, der sie daraufhin entwirft.  Gerade darum macht sich Heidegger in einer Nebenbemerkung klar, dass das Sein der Natur sich weder auf Vorhandenheit noch auf Zuhandenheit und das Sein des Daseins reduzieren lässt, d.h. die Frage nach der <span style="font-style:italic;" class="Apple-style-span">physis</span> wird in <span style="font-style:italic;" class="Apple-style-span">Sein und Zeit</span> als eine offene, zukünftig zu bearbeitende, angetippt. Nichts wäre verfehlter, als den Naturwissenschaften die Natur (ihren Sinn von Sein) zu überlassen!Ein - gewissermaßen kantisches - Gedankenexperiment hierzu: Man nehme an, es gäbe einen Schöpfergott, der die Dinge der Natur hervorgebracht hat, und frage sich dann, ob für diesen hypothetischen Schöpfer diese Dinge wirklich in der Form der physikalischen Wirklichkeit von Atomen und Elektronen erscheinen müssten. Kantisch: Erscheinen die Dinge für den <span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;">intuitus originarius</span>, für den <span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;">intellectus archetypus</span>, der die Dinge in ihrem An-sich hervorbringt, als Atome und Elektronen, sind die Dinge in ihrem "Entstand" Atome und Elektronen? Tatsächlich scheint Dreyfus (wie jeder wissenschaftsgläubige Naturalist, nur dass er zusätzlich eine Welt der genuinen Intelligbilität des menschlichen Daseins annimmt, die aber letztlich für ihn keinen fundamentalontologischen Wert zu haben scheint) anzunehmen, dass das naturwissenschaftliche Wissen ein quasi-göttliches Wissen vom An-sich der Dinge ist, mit dem Unterschied, dass für uns dieses Wissen nur technisch praktikabel, aber nicht intelligibel ist (so interpretiert er Heideggers Bemerkung zur prinzipiellen Unverständlichkeit der naturwissenschaftlichen Tatsachen, die aber eigentlich nicht mit diesem unerkennbaren An-sich-sein, sondern nur mit der vorausgegangenen Entweltlichung etwas zu tun hat). Der Fehlschluss von Dreyfus verläuft ungefähr folgendermaßen: "Sein" ist nichts anderes als eine bestimmte Intelligbilität des vorhandenen Seienden, eine bestimmte, bloß subjektive Zugänglichkeit zum an sich Vorhandenen, die das Subjekt aus seiner Welt der Praxis gewinnt; der Wert dieses Seins geht ganz im "Für-uns" auf; darüber hinaus gibt es aber noch ein Sein an sich, das sich genau darin bekundet, dass das Subjekt in seinem Verstehen auf etwas Nicht-Intelligibles, Unverständliches trifft, und dies sind die naturwissenschaftlichen Tatsachen. Die Absurdität einer solchen Interpretation von <span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;">Sein und Zeit</span> besteht darin, dass sie naiv ein Sein an sich ansetzt, natürlich im Sinne des bloßen Vorhandenseins, ein Sein, das nun plötzlich nicht mehr als bloße Intelligibilität des Seienden, Zugänglichkeit zum Seienden verstanden wird, sondern als der Basissinn der an sich bestehenden Wirklichkeit selbst, unabhängig von den subjektiven Projektionen des Menschen (wobei man hier nebenbei zu sehen beginnt, wie problematisch die einfache Identifikation von Dasein und Mensch ist, die Dreyfus überall voraussetzt). Das Projekt von <span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;">Sein und Zeit</span> muss man aber doch so verstehen, dass es dieses naive Verständnis vom Sinn des Seins in Frage stellt: Es geht Heidegger nicht um irgendeinen subjektiven Sinn des Seins, oder um die ontische Abhängigkeit vom Dasein des Menschen,; es geht ihm immer und von Beginn an um den ontologischen Sinn des Seins, um das An-sich des Seins selbst (nicht der Dinge, denn dies wäre keine ontologische Frage) als der Grundlegung jeder Form von positiven Wissenschaft des Seienden. Die phänomenologische Methode Husserls hatte diese Möglichkeit, nach dem Sinn des Seins schlechthin zu fragen, ohne in die komische epistemologische Aporie der Subjektivierung dieser Frage (und die angebliche Bescheidung durch die Differenzierung zwischen erkennbarem Für-uns und unerkennbarem An-sich) zu verfallen, eröffnet. In der Streichung eines An-sich bleibt Heidegger treuer Schüler Husserls, ein Phänomenologe eben, der sich an das hält, was ihm die Erfahrung im weitesten Sinne (d.h. nicht die wissenschaftlich domestizierte Erfahrung, sondern die durch die phänomenologische Reduktion zu sich selbst befreite Erfahrung!) darbietet. Ein ganz anderes Kapitel eröffnet sich allerdings durch die kantische Frage, ob es nicht einen solchen architektonischen Grenzbegriff ("Ding an sich") braucht, um die spezifische Endlichkeit des menschlichen Daseins herausstellen zu können.   </p>
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<title><![CDATA[Analytische Philosophie des Geistes]]></title>
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<pubDate>Sat, 06 Oct 2007 15:12:22 +0000</pubDate>
<dc:creator>picodella</dc:creator>
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<description><![CDATA[Ein allgemeines Problem der analytischen Philosophie des Geistes ist, dass sie selbst in ihren aufge]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Ein allgemeines Problem der analytischen Philosophie des Geistes ist, dass sie selbst in ihren aufgeschlossensten Vertretern (man nehme John Searle als Beispiel) von Voraussetzungen ausgeht, die zwar einem vulgären common sense entsprechen mögen, aber keineswegs selbstverständlich sind. Durch diese geteilten Voraussetzungen gibt es zwar dann ein gemeinsames Problem- und Forschungsfeld, durch das sich wunderbar eine scientific community konstituieren kann, aber diese im Detail oft scharfsinnige (niemals tiefsinnige) Forschung schwebt philosophisch im Leeren. John Searle zum Beispiel ist in Bezug auf das Bewusstsein explizit ein ontologischer Anti-Reduktionist, und trotzdem stellt sich für ihn die Frage nach dem Zusammenhang von Körper und Bewusstsein auf eine schiefe, eigentlich komische Weise: Das Bewusstsein muss irgendwie eine Eigenschaft der Materiestücke im Gehirn sein, eine Systemeigenschaft des Gehirns. Die natürliche Voraussetzung ist dabei eine vulgär-realistische Auffassung der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse: Basal gibt es nur Materiestücke, weil Sein ist nichts anderes als Vorhandensein. Um diesen Vorurteilen entgegenzuwirken bräuchte es eine Art von philosophisch unabhängiger Wissenschaftstheorie, die die Wirklichkeit nicht von der Wissenschaft, sondern die Wissenschaft von der Wirklichkeit her versteht.</p>
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