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	<title>weinkunst &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://wordpress.com/tag/weinkunst/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "weinkunst"</description>
	<pubDate>Wed, 08 Oct 2008 08:52:18 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Blaufränkisch - eine große Rebsorte]]></title>
<link>http://pivu.wordpress.com/?p=351</link>
<pubDate>Wed, 11 Jun 2008 16:00:23 +0000</pubDate>
<dc:creator>pivu</dc:creator>
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<description><![CDATA[Als vor ca. 5 Jahren Roland Velich mir gegenüber selbstbewusst von Blaufränkisch als große Rebsor]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Als vor ca. 5 Jahren <strong>Roland Velich</strong> mir gegenüber selbstbewusst von Blaufränkisch als große Rebsorte sprach, schob ich das noch einem übertriebenen Patriotismus zu, ähnlich dem der alpenländischen Hoffnungen auf einen Erfolg  bei der gerade stattfindenden EM. Seine <a href="http://www.moric.at/">Moric</a>-Weine freilich überzeugten mich von Beginn an,  vielleicht mit Ausnahme des schwierigen Jahrgangs 2005. Ähnlich argumentierte kein Geringerer als <strong>Dirk van der Niepoort</strong>, der vor knapp 2 Jahren Blaufränkisch mit Pinot Noir verglich, und ich danach die <a href="http://pivu.wordpress.com/2006/08/26/von-der-leichtigkeit-des-blaufrankisch/">Leichtigkeit des Blaufränkisch'</a> entdeckte. Diese Stilistik fand in den letzten Jahren immer mehr Nachahmer und  seinen vorläufigen Höhepunkt in einer gemeinsamen Präsentation herkunftsbezogener Weine vor knapp zwei Wochen in der Wiener Hofburg: 17 Weingüter stellten 17 verschiedene Blaufränkisch-Lagen vor, wobei jeweils Fassproben aus 2007 gezeigt wurden.</p>
<p><!--more-->Geradezu bezeichnend ist es, dass in dieser Gruppierung nur 3 Betriebe aus dem Mittelburgenland alias "Blaufränkisch-Land" dabei sind, andererseits viele Weine von den mineralischen Böden im Norden und Westen des Neusiedlersees abstammen. Das ist nicht weiter verwunderlich, waren die vorgestellten  Exemplare  mehrheitlich diskret und seriös statt vordergründig beeindruckend, zeitgeistige Fruchtmonster, von der heimischen Presse lange genug hochgejubelt, die meist zu beliebigen und uniformen Weinen führten, sucht man vergeblich. Dazu passt, dass <a href="http://www.moric.at/VieVinum_2008/BF_Vievinum_08_17.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-356 alignright" style="float:right;" src="http://pivu.wordpress.com/files/2008/06/bf-vievinum.jpg?w=300" alt="" width="300" height="199" /></a>ausgerechnet einer aus <a href="http://www.erobertparker.com/">Robert Parker</a>s Team, sonst eher voluminösen und konzentrierten Weinen zugetan, nämlich David Schildknecht einige einführende Worte sprach.</p>
<p>Es wäre nicht fair, die Weine einzeln zu bewerten, schon gar nicht in deren unfertigem Stadium. Es war eine Veranstaltung auf höchstem Niveau, wo 17 ähnlich vorbildhaft im Weingarten und Keller arbeitende Betriebe ihre ganz persönliche Interpretation von Blaufränkisch als Terroirwein präsentieren konnten. Die für mich schönsten Weine müssen nicht die größten  sein, es sind diejenigen, die sehr präzise einen hohen Wiedererkennungswert schaffen, wo Wert auf die Herkunft und nicht auf Fruchtkonzentration gelegt wird, die auffordern, sich damit zu beschäftigen, den Winzer zu hinterfragen.</p>
<p>Ich will versuchen, die präsentierten Gewächse in Gruppen einzuteilen. Da gab's ausgesprochen burgundische Vertreter, wie den puristischen, kristallklaren '<strong>Jagini</strong>' aus einer neuen Kooperation von <strong>Hannes Schuster &#38; Roland Velich</strong>, den '<strong>Neckenmarkter</strong>' von <strong><a href="http://www.moric.at/">Moric</a></strong>, der von allem etwas mehr bot, oder <strong>Dorli Muhrs</strong> zurückhaltenden '<strong>Spitzerberg</strong>' mit seinen floralen, herbwürzigen Noten. Ähnlich floral und bekannt eigenständig ist auch der neue Jahrgang von <strong>Uwe </strong><a href="http://www.weinbau-schiefer.at/"><strong>Schiefer</strong></a>, dessen "einfacher" und trotzdem hochmineralischer '<strong>Eisenberg</strong>' sich in diesem Saal nicht verstecken musste. 2007 scheint überhaupt ein großes Blaufränkischjahr zu sein, perfekt ausgereifte Trauben mit deutlicher Säure führten zu finessenreichen Weinen. Eher puristisch mit präziser Mineralität zeigte sich der einzige ungarische Vertreter, der '<strong>Spern Steiner</strong>' von <strong><a href="http://www.weninger.com/sopronbalf/d/?cont=neues">Weninger-Pincèszet</a></strong>, ein Blaufränkisch von Schieferböden.</p>
<p>Im positiven Sinne schön mit hohem Trinkspaß, harmonisch, fruchtbetont ohne üppig zu wirken, zeigten sich der mittelburgenländische '<strong>hochberc</strong>' von <strong>Albert </strong><a href="http://www.gesellmann.at/"><strong>Gesellmann</strong></a> und eine Fassprobe - ich weiß nicht genau, um welchen Wein es sich handelte - von <strong>Reinhold </strong><a href="http://www.krutzler.at/"><strong>Krutzler</strong></a> aus dem Südburgenland.</p>
<p>Eigenes Profil zeichnet die Vertreter der südlichen Ausläufer des Leithagebirges aus, allesamt  sehr straight und transparent mit klarer Frucht, die jedoch vom Boden dominiert wird, Chapeau <strong>Silvia </strong><a href="http://www.prieler.at/"><strong>Prieler</strong></a>, <strong>Thomas </strong><a href="http://www.klosteramspitz.at/"><strong>Schwarz</strong></a> ('<strong>Purbacher Eisner</strong>') und <strong>Michael Wenzel</strong> ('<strong>Ruster Bandkräften</strong>'). Der vielleicht eigenständigste Blaufränkisch im Saal war der '<strong>Windener Altenberg</strong>' aus einer neu zugekauften Lage von   <strong>Gernot </strong><a href="http://www.heinrich.at/"><strong>Heinrich</strong></a> (!), als wär's ein Mix aus sizilianischem Nero und einer der großen Cuvées aus Südfrankreich mit seiner geballten mediterranen Aromatik.</p>
<p>Stilistisch weniger anfreunden kann ich mich mit dem (Breitenbrunner) '<strong>Leithaberg</strong>' von<strong> John </strong><a href="http://www.nittnaus.at/"><strong>Nittnaus</strong></a>, dessen parfümierte Nase gepaart mit einem männlich-herbwürzigem Abgang mir nicht zusagt oder auch dem kraftvollen und zugleich samtigen '<strong>Joiser Kirschgarten</strong>' von <strong>Pepi </strong><a href="http://www.umathum.at/"><strong>Umathum</strong></a>, sicher einer der größten Weine im Saal, wo aber (noch) kein Trinkspaß aufkommen will. Da ist mir der kompromisslose und trotzdem erstaunlich zugängliche '<strong>Weidener Buehl</strong>' von <strong>Claus </strong><a href="http://www.clauspreisinger.at/"><strong>Preisinger</strong></a> bedeutend lieber.</p>
<p>Auch <strong>Paul </strong><a href="http://www.paul-achs.at/"><strong>Achs</strong></a> ist auf gutem Weg, seinen an sich grandiosen  '<strong>Ungerberg</strong>' endlich nicht mehr mit zuviel Holznoten zu maskieren, ähnlich wie  <strong>Franz </strong><a href="http://www.weninger.com/burgenland/d/?cont=neues"><strong>Weninger</strong></a> mit seinem seinen Paradewein '<strong>Dürrau</strong>', wo die seit 3 Jahren praktizierte Anwendung biodynamischer Prinzipien im Weingarten zu schmeckbar harmonischeren und vor allem trinkigeren Weinen führt. Beide Weine erwarte ich  in den kommenden Jahrgängen noch präziser und balancierter. Wohin diese Arbeitsweise in letzter Konsequenz führt, zeigt  der für mich  schönste Wein im Saal, der '<strong>Schönberger Rot</strong>' von <strong>Günther </strong><a href="http://www.weingut-schoenberger.com/"><strong>Schönberger</strong></a>, der die konzentrierte Fruchtfülle in der Nase im Mund perfekt mit erdig-mineralischen Noten einfängt. Ein großer, heute schon komplexer und   vor allem mehrheitsfähiger Blaufränkisch,  der niemals seine Eigenständigkeit aufgibt.</p>
<p>Bildquelle: <a href="http://ikonodule.de/">Andreas Durst</a></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Riesling von der Loire]]></title>
<link>http://pivu.wordpress.com/?p=329</link>
<pubDate>Thu, 10 Apr 2008 16:00:57 +0000</pubDate>
<dc:creator>pivu</dc:creator>
<guid>http://pivu.de.wordpress.com/2008/04/10/riesling-von-der-loire/</guid>
<description><![CDATA[&#8220;Chenin blanc - zwischen Kult und Massenwein&#8221; lautet das Thema der diesmal von originalv]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>"<a href="http://www.originalverkorkt.de/2008/04/weinrallye-10-chenin-blanc/">Chenin blanc - zwischen Kult und Massenwein</a>" lautet das Thema der diesmal von <a href="http://www.originalverkorkt.de/">originalverkorkt</a> veranstalteten Weinrallye. Chenin ist <img src="http://pivu.files.wordpress.com/2007/12/weinralley.jpg" border="0" alt="Weinrallye" width="200" height="75" align="left" />die veilleicht zickigste aller weißen Rebsorten überhaupt, die bei entsprechendem Engagement im Weingarten große, ja Kultweine liefert, leider aber auch sehr viel nichtssagende Massenware, teils unter anderem Namen wie Steen in Südafrika bekannt. Mir geht's aber um klassische Chenins von der Loire, die ich immer gerne mit Rieslingen vergleiche: beide Sorten sind ausgesprochen säurelastig, vertragen eine gute Portion Restzucker, ergeben mitunter grandiose Süßweine, reifen hervorragend und sind für mit ihrer oft puristisch-mineralischen Note die weißen Terroirweine schlechthin.</p>
<p><!--more-->Ganz interessant waren auch meine ersten ernstzunehmenden Begegnungen mit Chenin: als Sauvignon-blanc-Freund und (damals) regelmäßiger Biarritz-Urlauber war ein ausgedehnter Zwischenstop an der Loire natürlich Pflicht, die A10 zwischen Paris und Bordeaux führt bei Tours über die Loire, nicht unweit von Kultstätten wie Vouvray oder Montlouis vis-à-vis. Nur gab's dort keinen Sauvignon sondern Chenin, und nach ersten Besuchen auf der <a href="http://www.huet-echansonne.com/">Domaine Huet</a> und bei <a href="http://www.jackyblot.fr/La%20Taille%20Aux%20Loups/La%20Taille%20Aux%20Loups.php">Jacky Blot</a> hatte ich auch kein Verlangen mehr nach Sancerre oder Pouilly-Fumé flußaufwärts, im Gegenteil, ich erkundete die Landschaft flußabwärts auf der Suche nach weiteren originellen und spannenden Chenins.</p>
<p>Zwei Chenins waren es, die mir im letzten Monat untergekommen sind und die es mir besonders angetan haben. Zum einen waren es die glasklaren, geschliffenen Crémants von <a href="http://www.latourgrise.com/"><strong>Château Tour Grise</strong></a>, die ich im Rahmen einer Biodynamie-Verkostung in Düsseldorf kennenlernen konnte. Dummerweise hab' ich damals meinen Verkostungsblock liegengelassen, sodass ich nicht im Detail darauf eingehen kann. Das ist vielleicht auch der wesentliche Unterschied zum Riesling, der sich, deutscher Winzersekt hin oder her, weniger gut zur Versektung eignet. Oder ist's nur die größere Erfahrung?</p>
<p>Und dann war es der 01er <strong>Saumur blanc 'Brézé'</strong> von <strong>Clos Rougeard</strong>, der <img class="alignright" style="float:right;" src="http://pivu.wordpress.com/files/2008/04/breze.jpg" alt="Brézé" width="250" height="211" />mich letzten Samstag in einer legendären <a href="http://www.langenbahn.com/phpbb2/viewtopic.php?p=5589#5589">Verkostung von neun Naturweinen</a>, über die hier noch gesondert berichtet wird,  als einer von nur drei Vertretern mit ihrer mitunter avangardistischen Machart überzeugen konnte. Von Beginn an klar und transparent mit einem viel zu selten erlebten Mouthfeeling. Ich nutze ausnahmsweise Auszüge aus der treffenden Beschreibung meines Sitznachbarn und gleichzeitig <a href="http://www.ku-weine.com/">Organisators</a> dieses richtungweisenden Flights, die es auf den Punkt bringt und der nichts mehr hinzuzufügen ist:</p>
<blockquote><p><em>"Knochentrocken, dicht, seidig und kompakt und in höchstem Maße komplex. [...] Weißwein für erfahrene Rotweintrinker. Grenzüberschreitend und Horizonte erweiternd. Chenin Blanc in seiner ganzen Bandbreite. [...] Gelbe Gewürze, Safran, Kardamom, Curry, reife Äpfel und Birnen, Lindenblüten, morbide Herbstfeuer und verblühendes Leben. Wein, mit dem man sprechen kann und der zu einem spricht. Erfahrung, Erlebnis, Erleben. Naturwein in rarer Perfektion für besondere Stunden und Sentimente."</em></p></blockquote>
<p>In dieser Ausprägung ist Chenin definitiv rarer Kultwein für Intellektuelle    fernab jeglicher Massenware.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Entdeckung aus dem Piemont]]></title>
<link>http://pivu.wordpress.com/?p=319</link>
<pubDate>Thu, 21 Feb 2008 18:18:43 +0000</pubDate>
<dc:creator>pivu</dc:creator>
<guid>http://pivu.de.wordpress.com/2008/02/21/entdeckung-aus-dem-piemont/</guid>
<description><![CDATA[Es ist die Zeit der Weinpräsentationen, zuletzt waren die &#8220;Spitzenweine des Piemont zu Gast i]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist die Zeit der Weinpräsentationen, zuletzt waren die "<a href="http://www.pst-pr.de/css/Presseraum/Barolo%20stuttgart.html">Spitzenweine des <img src="http://pivu.files.wordpress.com/2008/02/consorziologo.gif" alt="Consorzio Logo" align="right" border="0" height="97" width="168" />Piemont zu Gast in Wiesbaden</a>". Auch wenn die ganz großen Namen wie Giacosa oder Gaja fehlten, versprachen bekannte Größen  wie z.B. Fratelli Alessandria, Attilia Ghisolfi oder Punset viel Interessantes. Meine persönliche Entdeckungen waren hingegen 2 noch weniger bekannte Betriebe.</p>
<p><!--more-->Das sind zum einen die Weine der Brüder <a href="http://www.adrianovini.it/">Marco und Vittorio <b>Adriano</b></a>, die ich gleich zu Beginn versuchte und die bis zuletzt den Maßstab darstellten. Insbesondere der Vergleich der beiden Barbaresci aus dem großen Jahr 2004 (ähnlich 1999) war hochspannend und bestätigte den Triumph  der Herkunft vor dem Betriebsstil eindrucksvoll. Schon <img src="http://pivu.files.wordpress.com/2008/02/adriano-due-barbaresci.jpg" alt="Adriano - Due Barbaresci" align="left" border="0" height="243" width="324" />das transparente Granatrot mit orangen Aufhellungen am Rand des <b>Barbaresco DOCG</b> deutet auf eine vorbildhaft traditionelle Machart hin. Sehr floral-würzig in der Aromatik, im Mund verspielt, fast sexy, besticht dieser Nebbiolo bis zum Abgang durch große Harmonie und verbreitet anspruchsvollen Trinkspaß. Ganz anders der (in meinem Lieblingsglas abgebildete) <b>Barbaresco DOCG 'Basarin'</b> aus jungen Reben einer 40%-steilen Einzellage. Wesentlich dichter in der Farbe, zeigt die sehr fokussierte und kühle Nase anfangs rote Beeren und steinige Noten, die mit aufkommender Würze bereichert werden. Am Gaumen  erfrischend mineralisch und präzise, elegant und muskulös zugleich, eine  geballte Tanninladung verspricht großes Potenzial.</p>
<p>Zum anderen sind es die Gewächse von <b><a href="http://www.castellodiverduno.com/">Castello di Verduno</a></b> aus dem Barolo    und Barbaresco, die es mir angetan haben. Vor allem, wenn man ihnen genügend Luft und Zeit gönnt, um den betriebstypischen <img src="http://pivu.files.wordpress.com/2008/02/monvigliero.jpg" align="right" border="0" height="192" width="288" />Stinker abzulegen. So war auch der für mich beindruckendste Wein im ganzen Saal der <b>Barolo DOCG 'Monvigliero'</b> aus <b>2001</b>, einer Einzellage in Verduno mit über 30-jährigen Reben. Im Glas klassisches Rubinrot mit bräunlichem Einschlag, sehr komplexe Nase nach Waldbeeren und Herbstlaub, am Gaumen ausgesprochen dicht, kraftvoll und salzig. Ein hervorragend strukturierter, vibrierender und lange anhaltender Barolo mit großem Charakter.</p>
<p>Die genannten Weine sind hierzulande noch kaum präsent und zu Ab-Hof-Preisen von teilweise deutlich weniger als 20,- € echte Trouvaillen.  Beide Betriebe überzeugen auch mit stimmigen Einstiegsweinen aus autochthonen Rebsorten, die nachhaltig beweisen, dass Italiens prestigeträchtigste Weinbauregion mehr als Nebbiolo und Barbera zu bieten hat.  Sowohl der kristallklare, an einen Gebirgsbach erinnernde floral-pfeffrige <b>Verduno Pelaverga DOC 'Basadone'</b> als auch Adrianos fruchtig eleganter <b>Dolcetto d'Alba</b> aus aktuellem Jahrgang zeigen Charakter und brauchen sich nirgendwo zu verstecken.</p>
<p>Bildquellen: <a href="http://www.langhevini.it/it/consorzio.asp">Consorzio Tutela Barolo Barbaresco Alba Langhe e Roero</a>, <a href="http://www.castellodiverduno.com/cgi-bin/gallerycantina/vista%20dalla%20vigna%20monvigliero.JPG">Castello di Verduno</a></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Festtagssprudel]]></title>
<link>http://pivu.wordpress.com/2007/12/18/festtagssprudel/</link>
<pubDate>Tue, 18 Dec 2007 21:23:44 +0000</pubDate>
<dc:creator>pivu</dc:creator>
<guid>http://pivu.de.wordpress.com/2007/12/18/festtagssprudel/</guid>
<description><![CDATA[&#8220;Alle Jahre wieder &#8230;&#8221; - es ist die Zeit der Besinnung, aber auch der Freude, und ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><em>"Alle Jahre wieder ..."</em> - es ist die Zeit der Besinnung, aber auch der Freude, und zu feiern gibt es auch genug. In meinem Fall nicht nur zu <img WIDTH="200" HEIGHT="75" BORDER="0" ALIGN="left" ALT="Weinrallye" SRC="http://pivu.files.wordpress.com/2007/12/weinralley.jpg" />Weihnachten und Neujahr, sondern gleich danach ohne Erholungspause die Geburtstage meiner beiden Töchter am 1. und 3. Januar. Da trifft es sich gut, dass Lars Breidenbach alias <a HREF="http://schreiberswein.twoday.net/">schreiberswein</a> als Ausrichter der 6. Weinrallye zur <a HREF="http://schreiberswein.twoday.net/stories/4460416/">Schaumweinrallye</a> ruft und folgende Frage beantwortet haben möchte: <em>"Mit welchem Schaumwein feiert ihr ins neue Jahr?"</em></p>
<p><!--more-->Sorry Lars, aber die Frage kann ich nur teilweise beantworten, da ich ab Sonntag fortwährend mit Schaumweinen konfrontiert sein werde. Dieses Jahr kommt mit dem Geburtstag der derzeitigen Flamme meines Sohnes  noch ein weiterer "Feiertag" hinzu. Aber ganz unpraktisch bei den drohenden Magenattacken von Gans, Fondue &#38; Co ist das nicht, ist Champagner doch appetit- und verdauungsanregend zugleich. Damit ist die erste Eingrenzung gemacht: Schaumwein heißt für mich   Champagner, da kommt keine   guter Winzersekt, Crémant, Cava oder Spumante heran, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, die aber  um nichts günstiger sind. Neben Jahrhunderten an Tradition und Erfahrung sind es  die einmaligen, kreidehaltigen Böden, die sonst nur noch in Bandol und Südengland zu finden sind, die die Klasse eines Champagners ausmachen.</p>
<p>Nun ist Champagner nicht gleich Champagner, ich meine nicht die kultigen Prestigemarken von der <a HREF="http://www.veuve-clicquot.com/">Witwe</a> bis zum <a HREF="http://www.domperignon.com/">Mönch</a>, die ausgelassene Grand-Prix-Sieger aus der Impériale über das jubelnde Volk vergießen, sondern  <img ALIGN="right" HEIGHT="197" WIDTH="320" BORDER="0" ALT="Vertus im Winter" SRC="http://pivu.files.wordpress.com/2007/12/vertus-mont-de-vroyes.jpg" />authentische Winzerchampagner. Schon seit Jahren ist jeder Trip nach Paris oder in Richtung Atlantik mit einem Umweg in die Champagne verbunden, um auch die letzte  Lücke im meist übervollen Kofferraum mit der einen oder anderen Kiste meines Favoriten zu stopfen und neue Geheimtipps zu entdecken. Einer dieser Geheimtipps, den ich auch einem <a HREF="http://www.champagner-genuss.de/html/uber_uns.html">Geschäfts- und Weinfreund</a> verdanke, waren für mich die Champagner des sympathischen Winzerpaars <strong>Sophie und Pierre Larmandier</strong> in Vertus, die zweite Eingrenzung für Silvester. Diese übrigens nach biodynamischen Richtlinien hergestellten Weine werden vermehrt   auch von anderen entdeckt  und sind seit neuestem im deutschen Weinhandel <a HREF="http://www.ku-weine.com/">prominent</a> vertreten, was leider zu einem deutlichen (ca. 30%) Anziehen der immer noch günstigen Ab-Hof-Preise führte.</p>
<p>Die Cote des Blancs im Süden der Champagne ist Chardonnay-Land, aktuell liegen fast 3 Kisten der 4 weißen Champagne <strong><a HREF="http://www.larmandier.com/">Larmandier-Bernier</a></strong> in meinem Keller, das sollte für die kommenden 2 Wochen reichen. Der Einstiegswein ist der <strong>'Tradition'</strong>, der ideale Champagner, um Etikettentrinker abzuholen und diese von der individuellen Klasse aber auch von jahrgangsbedingten Typizitäten zu überzeugen. Dieser beschwingte und enorm belebende Referenz-Champagner mit Suchtpotenzial ist eine Cuvée mit 80% Chardonnay und 20% Pinot noir, zu 2 Drittel aus einem Jahrgang (aktuell 2005).  Einmal an den Stil des Hauses gewöhnt, schätzt man den <strong>'Blancs de Blancs'</strong> als klassischen und anspruchsvollen Aperitif. Dieser reinsortige Chardonnay ist eine Spur nerviger, mineralischer und fordernder als der 'Tradition'. Beide sind tiefstapelnd <img SRC="http://pivu.files.wordpress.com/2007/12/larmandier-dunkel.jpg" ALT="Bescherung (4 Fl. Larmandier)" BORDER="0" WIDTH="307" HEIGHT="230" ALIGN="left" />als "Brut" deklariert, dabei erfüllen sie mit nur 5 bzw 4 Gramm Dosage die Anforderungen eines "Extra-Brut", auch ein Resultat der hohen Qualität des Leseguts.</p>
<p>Gänzlich ohne Dosage kommen die beiden Jahrgangs-Champagner aus, die noch in großen Holzfässern vergären und reifen. Der<strong> '</strong>(Né d'une) <strong>Terre de Vertus'</strong> ist ein kompromissloser Single-Cru, sehr puristisch, an der Grenze zur Dekadenz, und trotzdem seidig und anschmiegsam aufgrund des langen Hefelagers. Ein Wein mit eigenem Profil, der sich dennoch jedem großen Essen unterordnen kann. Aus sehr alten, als Grand-Cru klassierten Rebanlagen (48  - 70 Jahre) im etwas weiter nördlichen Cramant stammt der rarste und spannendste Champagner von Larmandier-Bernier‚ der <strong>'Vieille Vigne de Cramant'</strong>. Bei aller <em>richesse</em> und Dichte lebt dieser Wein vom Terroir, wie man es von den besten weißen Burgundern kennt, das die Zitrus- und floralen Aromen in den Hintergrund drängt. Entsprechend eigenwillig und charaktervoll  präsentiert sich dieser Stoff, sehr fokussiert, weniger breit dafür enorm lang. Ein Wein, der seinesgleichen sucht und selten findet, schon gar nicht außerhalb seiner Appellation.</p>
<p>Welcher wird es werden am 1.1.2008, 0:00 Uhr? Ich weiß es nicht, sogar der schlanke 'Blanc de Blancs' als Aperitif zur Gulaschsuppe ist eine Option.</p>
<p>Bildquelle: <a HREF="http://www.larmandier.com/">Champagne Larmandier-Bernier</a></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Verschlusssache Wein - mehr als nur Kork]]></title>
<link>http://pivu.wordpress.com/2007/12/14/verschlusssache-wein-mehr-als-nur-kork/</link>
<pubDate>Fri, 14 Dec 2007 18:22:27 +0000</pubDate>
<dc:creator>pivu</dc:creator>
<guid>http://pivu.de.wordpress.com/2007/12/14/verschlusssache-wein-mehr-als-nur-kork/</guid>
<description><![CDATA[Keine Angst, jetzt folgt nicht die x-te Korkdiskussion, wer mag, kann sich hier auf &#8220;talk abou]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Keine Angst, jetzt folgt nicht die x-te Korkdiskussion, wer mag, kann sich <a href="http://www.talk-about-wine.de/topic.asp?TOPIC_ID=1188">hier</a> auf "talk about wine" einklinken, <a href="http://www.talk-about-wine.de/topic.asp?TOPIC_ID=1188&#38;whichpage=14#91203">aktuell</a> geht's  wieder hoch her, auch aufgrund des einen oder anderen spitzen Kommentars meines Alter Egos, oder bei <a href="http://www.verschlusssache-wein.de/Home.118.0.html">wein-plus</a> zwar leicht gefärbte aber nicht uninteressante Fakten abholen. Fakt ist, um das leidige Thema "Kork" hier gleich abzuwürgen, dass ein, wenn auch kleiner Prozentsatz verkorkter Flaschen immer fehlerhaft sein wird, und auch der Schraubverschluss (Stelvin oder Stelvin+) als vernünftigste Alternative  keine 100%-ige Fehlerfreiheitsgarantie bieten muss. Im Vergleich zu Korkfehlern ohne jegliche Vorwarnung sind die Risiken beim Alternativverschluss jedoch meist beherrschbar.</p>
<p>Zumindest für das Gros aller weltweit erzeugten Weine, die jung getrunken werden (müssen), hat der gute alte Naturkork keinerlei Berechtigung. Warum zögern trotzdem so viele Spitzenwinzer bei ihren besten Weinen mit der Umstellung oder setzen ganz bewusst weiter auf Kork?</p>
<p><!--more-->Betrachten  wir das Thema Verschluss mal aus einem anderen Blickwinkel.  Kork ist nichts anderes als Holz und damit das Naturprodukt, das oft jahrelang mit dem Naturprodukt Wein in Kontakt steht. (Esoterisch veranlagte Winzer würden sagen, Kork ist das Medium, mit dem der Wein mit seiner Umwelt kommuniziert.) Und bevor der Kork seinen Dienst antritt, liegt der Wein, falls  er nicht im Edelstahl ausgebaut wird, meist im Holzfass unterschiedlicher Größe, Toastung und Belegung. Gerade für Spitzenweine rot wie weiß wird zunehmend gebrauchtes und damit geschmacksneutraleres Holz verwendet, das diese nicht mehr maskiert, dies geht mit Chips oder Staves wesentlich kostengünstiger und genauso effektiv. Manche beginnen auch hier zu experimentieren und lassen ihren Wein wie zur Römerzeit in in die Erde eingegrabenen georgischen Amphoren reifen. Es muss also gute Gründe geben, bessere Weine nicht (ausschließlich) im sterilen Edelstanktank auszubauen. Dass dabei nicht jedes Fass gleich schmecken muss, ist bekannt und wird akzeptiert, beim nachträglichen Verschluss nicht. Zumindest nicht von den vielen Korkgegnern. Nun gibt es aber Winzer, die eine Reifung ihrer Weine über das Fasslager hinaus in der Flasche erwarten, die weder linear noch wie beim vorangegangenen Fasslager identisch sein muss. Flaschenvarianzen nicht fehlerhafter Weine sind also durchaus möglich.</p>
<p>Es waren vor allem 2 Aha-Erlebnisse in der letzten Zeit, die mich nachdenklich gemacht haben. Zum einen ein trockener Riesling, der ca. 14 (!) Jahre im Holzfass reifen durfte, um einmal abgefüllt mit unglaublicher Frische bei mit einem Altwein vergleichbarer Komplexität zu überraschen. Es handelt sich um den <strong>Riesling 'Vinothek'</strong> <strong>1990</strong> vom <a href="http://www.nikolaihof.at/"><strong>Nikolaihof</strong></a>. <img src="http://pivu.files.wordpress.com/2007/12/flaschen.jpg" border="0" alt="2 Flaschen und eine Fassprobe" width="295" height="221" align="right" />Dann lud mich  <strong><a href="http://www.weingutmuster.com/">Sepp Muster</a></strong>, ein anderer sehr geschätzter Winzer, zu folgendem Versuch ein: von einem maischevergorenen (2 Tage später gelesenen)  <strong>Morillon 'Graf' 2005</strong> wurde vorzeitig je eine Flasche, eine herkömmliche Glas- und eine Amphorenflasche, abgefüllt und weiter aufbewahrt. Das Verkostungserlebnis einige Monate später sprach Bände: die Amphorenflasche verleihte dem Wein zusätzliche Komplexität und war wesentlich spannender als die ohnehin schon großartige Fassprobe. Der in die Glasflasche abgefüllte identische Wein konnte da nicht mithalten.</p>
<p>Nun war dieses Experiment nur eine Momentaufnahme und ist in keinster Weise repräsentativ, trotzdem sollte die Entwicklung des gleichen Weins, der Flaschenreife verträgt und benötigt, in unterschiedlichen Behältnissen (und mit unterschiedlichen Flaschenverschlüssen) weiter verfolgt werden. Auch eine aus kommerzieller und logistischer Sicht problematische Ausdehnung des Fasslagers führt zu nachweislich besseren Weinen. Gibt es ähnlich wie bei der Korkdiskussion Alternativen zur (sterilen) Glasflasche, die wirtschaftlich und hygienisch vertretbar sind? Die dem abgefüllten Wein weiteres Leben einhauchen und diesen nicht nur via Naturkork "atmen" lassen? Hier könnte erhebliches Geschmackspotenzial schlummern. Und auch der Flaschenverschluss, auch wenn seine Kontaktfläche zum Wein deutlich geringer ist, kann zur Genusssteigerung beitragen.</p>
<p>Bildquelle: <a href="http://www.langenbahn.com/pixlie/pixlie.php?action=showgallery&#38;pfad=Forumtreffen+Steiermark+2007">Aus Freude am Genuss</a></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Runder Jahrgang]]></title>
<link>http://pivu.wordpress.com/2007/10/22/runder-jahrgang/</link>
<pubDate>Mon, 22 Oct 2007 06:33:21 +0000</pubDate>
<dc:creator>pivu</dc:creator>
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<description><![CDATA[Einen runden Geburtstag feiert man gern mit guten Freunden und einem gleichaltrigen Wein. Was aber t]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://pivu.files.wordpress.com/2007/10/etikett-pv-50.JPG" alt="Etikett Nussberg Ried Preussen 2006" align="left" border="0" height="196" width="273" />Einen runden Geburtstag feiert man gern mit guten Freunden und einem gleichaltrigen Wein. Was aber tun, wenn ausgerechnet dieser Jahrgang als Totalausfall für gute und haltbare Weine gilt, und zwar weltweit? Vielleicht mit Ausnahme  von  manchem Port oder Tokaji, die   freilich nicht  das Wahre für jemanden, der nicht   als eingefleischter Fan von Süßweinen gilt, sind. Man liest an diesem Jubeltag seinen eigenen Wein, gewachsen auf heimatlichem Boden!</p>
<p><!--more-->So geschehen  vor genau einem Jahr in einer der Paradelagen Wiens bei wunderschönem Wetter und deutlich über 20°. Sogar der <a href="http://www.meteomedia.ch/de/"><strike>Kachelmann</strike></a> Wettergott hat an mich gedacht. Der herrliche Blick auf  Donau und Stephansdom lässt mich über das allgegenwärtige AKH großzügig hinwegsehen, das ja schon ein anderer, heute nicht mehr unter uns weilender Wiener  als Fehlkonstruktion entlarvte. (Frage an die Leserschaft: wer war es und wo stand er?) Zum Wein: es handelt <img src="http://pivu.files.wordpress.com/2007/10/herbst-2006.JPG" alt="Herbst Ried Preussen" align="right" border="0" height="191" width="255" />sich um einen <strong>Riesling</strong> vom <strong>Nussberg</strong> aus der <strong>Ried Preussen</strong> von <strong><a href="http://www.jutta-ambrositsch.at/">Jutta Ambrositsch</a></strong>. Die Renaissance und Qualitätsoffensive in dieser Grand Cru Lage ging bezeichnender Weise nicht von dem einen oder anderen Platzhirschen, also von in unmittelbarer Nähe ansässigen Heurigenbetrieben mit Busparkplatz aus, sondern durch "Zuagraste", also Winzer aus anderen Teilen Wiens, wie z.B. <a href="http://www.wieninger.at/">Fritz Wieninger</a> aus Stammersdorf oder <a href="http://www.zahel.at/">Richard Zahel</a> aus Mauer. (Über deren 'Gemischter Satz' aus gleicher Lage wurde <a href="http://pivu.wordpress.com/2007/01/11/wiener-melange/">hier</a> schon berichtet.) Aber auch das Engagement engagierter Neowinzer wie das  der Südburgenländerin Jutta Ambrositsch   trägt zum stetig steigenden Renommée des Nussbergs bei.</p>
<p>Mein "Geburtstagswein" ist also alles andere als  ein beliebiger Riesling oder gar ein besserer Ausschankwein vom Heurigen <img src="http://pivu.files.wordpress.com/2007/10/reihe-2-u-3.JPG" alt="Reihe 2 &#38; 3" align="left" border="0" height="340" width="255" />um die Ecke. Die einmalige Qualität vor allem im Jahrgang 2006 hatte ihren Ursprung wie meist im Weingarten. Es sind zwar nur 4 Reihen mit insgesamt 400 Stöcken, die Jutta in der Ried Preussen bewirtschaftet, aber dies erfolgt streng nach biodynamischen Prinzipien, statt klassischer Spritzmittel kommen Essenzen, Tees und Ansätze zum Zug. Im Keller (bei Fritz Wieninger) wird mit Maischestandzeiten und ausschließlich Spontangärung ohne größere Eingriffe gearbeitet. Dazu kommt ein gewisses Alter der Rebstöcke (25 Jahre), das ebenso mitverantwortlich für die Portierung des einmaligen Terroirs in den fertigen Wein ist.</p>
<p>Wie schmeckt nun dieser Wein? Ich  zitiere dafür ausnahmsweise Österreichs Weinpapst Peter Moser, für den dieser Riesling zu den besten 3  aus ganz Wien zählt:</p>
<blockquote><p><strong>Riesling 'Nussberg  Ried Preussen' 2006<br />
<a href="http://www.jutta-ambrositsch.at/">Weinbau Jutta Ambrositsch</a></strong><br />
14,3%, S 6,3, RZ 9,5, DV, halbtrocken</p></blockquote>
<blockquote><p><em>"Mittleres Grüngelb. In der Nase mineralisch-rauchige Terroirwürze, feine Weingartenpfirsichfrucht, nach Walderdbeeren und Zitruszesten. Am Gaumen sehr präzise und klar, feine gelbe Frucht nach Ananas, lebendige Säurestruktur, von einer brillanten Säure gepuffert, extraktsüß und anhaltend im Finish, sehr vielversprechend, gutes Lagerpotenzial. (92)"</em></p></blockquote>
<blockquote><p>Gestern zeigte der 'Preussen' anfangs Aromen von Pfirsichschalen und Zwetschgen, gepaart mit sommerlich-floralen Noten, alles sehr dezent, die sich zunehmend zu einer sehr feinen und präzisen Frucht nach Orangenzeste wandeln. Im Mund gelbe Früchte, zwar zupackend, saftig und fleischig, kräftig, aber niemals breit, wunderbar ausbalanciert, Alkohol, Säure und Restzucker sind hervorragend eingebunden, etwas braune, sehr feinkörnige Erde mit grünen Würzaromen, schöne Länge.</p></blockquote>
<p>Von der legistischen Bezeichnung halbtrocken darf man sich nicht abschrecken lassen, der Wein präsentiert sich aufgrund seiner Kraft und seines Extraktreichtums immer sensorisch trocken.   Das <em>Lagerpotenzial</em> <img src="http://pivu.files.wordpress.com/2007/10/trauben-2006.JPG" alt="Trauben Preussen 2006" align="right" border="0" height="191" width="255" />werde ich versuchen, auszuloten und zu gegebener Zeit an dieser Stelle zu dokumentieren. Es waren zwar nur knapp 400 Kilo traumhaft schöner, fast völlig gesunder Trauben, aus denen 280 Liter <em>"pulsierender Ausnahme-Riesling"</em> gekeltert wurde, aber noch befinden sich genügend Flaschen in meinem Keller, um den Wein über einen langen Zeitraum beobachten zu können. Vielleicht reicht's ja bis zum ganzen Jahrhundert.</p>
<p>Für all diejenigen, die jetzt neugierig geworden sind, heuer wird's vom gleichen Wein etwas mehr geben, und das nicht nur, weil meine Charge diesmal kleiner sein wird. Die Trauben waren ähnlich reif und gesund wie im vergangenen Jahr und damit in wesentlich besserem Zustand als beispielsweise in der Wachau. Und der 'Preussen' hat auch einen "Bruder" in unmittelbarer Nachbarschaft bekommen, beginnend mit dem Jahrgang 2007 wird es einen weiteren Riesling aus dem Zentrum des Nussbergs, dem 'Rosengartl', geben, dessen Trauben übrigens gestern gelesen wurden. Man darf auf den Vergleich gespannt sein.</p>
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</item>
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<title><![CDATA[Klasse und Charakter zum Schnäppchenpreis]]></title>
<link>http://pivu.wordpress.com/2007/08/14/klasse-und-charakter-zum-schnappchenpreis/</link>
<pubDate>Tue, 14 Aug 2007 07:35:09 +0000</pubDate>
<dc:creator>pivu</dc:creator>
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<description><![CDATA[&#8220;MustTaste Weiß unter 10 Euro&#8221; lautet also das Motto der 2. Etappe der Weinrallye, dere]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><a HREF="http://weinverkostungen.de/weinrally-2-musttaste-weiss-unter-10-euro/">"MustTaste Weiß unter 10 Euro"</a> lautet also das Motto der <a HREF="http://weinverkostungen.de/weinrally-20/">2. Etappe</a> der Weinrallye, deren Organisation diesmal Thomas Günthers <a HREF="http://weinverkostungen.de/">weinverkostungen.de</a> übernommen hat. Auch <img SRC="http://pivu.files.wordpress.com/2007/07/weinralley.jpg" ALT="Weinrallye" ALIGN="left" BORDER="0" HEIGHT="75" WIDTH="200" />wenn 10 Euro also Obergrenze für manchen Weinfreund eher wenig erscheint, soll nicht vergessen werden, dass 90 und mehr Prozent aller hier verkauften Weine  nicht einmal  die Hälfte kosten, Aldi &#38; Co sei Dank. Man darf, ja muss also auch in diesem Segment Weine erwarten, die sich vom Supermarktramsch positiv abheben, die im Idealfall Herkunft, Winzer und Jahrgang, manche nennen es Terroir, widerspiegeln.</p>
<p><!--more-->Mein Favorit ist, für die meisten nicht <img ALIGN="right" HEIGHT="83" WIDTH="128" BORDER="0" ALT="Wagram" SRC="http://pivu.files.wordpress.com/2007/08/wagram_loess.thumbnail.jpg" /> überraschend, ein Wein aus Österreich, und zwar vom Wagram, einer Region, die viele Jahre als solche kaum wahrgenommen und  von  manch arrogantem Winzer  einige Kilometer weiter westlich despektierlich als "Wackelboden" bezeichnet wurde.  Auch im österreichischen Weingesetz war der Wagram bis zuletzt nur eine Subregion der  legistischen Kunstgeburt Donauland, bis vor einigen Wochen der dortigen Dynamik und    dem eigenen Profil endlich Rechnung getragen und <a HREF="http://www.weinausoesterreich.at/aktuell/info_wagram.html">Wagram als eigenes Weinbaugebiet</a> verankert wurde. Es ist ein <strong>Grüner Veltliner</strong>, und zwar der  <strong>'Hengstberg'</strong>  von <strong><a HREF="http://www.weingut-soellner.at/ger/news.html" TITLE="Weingut Söllner">Toni Söllner</a></strong>, der mich Jahr für Jahr aufs Neue überzeugt. Der aktuelle Jahrgang 2006, den ich erst letzte Woche gemeinsam mit dem sympathischen Winzerpaar Daniela Vigne und Toni  Söllner in deren Gutshof verkosten durfte, zeichnet sich durch noch mehr Dichte und Reife als die ohnehin schon gelungenen Vorgänger aus, benötigt aber noch einige Monate Flaschenreife.</p>
<p>Auch die <a HREF="http://www.weingut-soellner.at/ger/hengstberg.html">Beschreibung des Winzers</a> lässt erahnen, dass es hier um einen Wein geht, der nicht alltäglich und vielleicht auch erklärungsbedürftig ist:   <em>"... auch bei dieser Sorte gibt es unterschiedliche Spielarten. Dieser Wein stammt von <img ALIGN="left" HEIGHT="247" WIDTH="185" BORDER="0" ALT="Steinzeugs" SRC="http://pivu.files.wordpress.com/2007/08/steinzeug-tanks.gif" />unseren am höchsten gelegenen, südlich exponierten Weingärten am Hengstberg - mit 371 m Seehöhe der weithin höchste 'Berg' am Wagram. Gekeltert von den früher bei uns üblichen, alten Spielarten des Grünen Veltliners, wo fast jeder Stock ein bisschen anders aussieht. Diese Verschmelzung ergibt einen leichteren und bekömmlichen aber trotzdem tiefgründigen und charaktervollen Wein. Es vollzieht sich eine händische Selektion der schönen, vollreifen Trauben. Der gewonnene Most vergärt langsam in unseren neuen, alten Steinzeug-Behältern wo auch der Ausbau bis zur Füllung im März vonstatten geht."</em> Damit nicht genug: die Bewirtschaftung im Weingarten erfolgt schon seit 1996 nach biodynamischen Prinzipien, die Vergärung mit eigenen Hefen und der Ausbau seit 3 Jahren in 1000 Liter-Porzellan-Tanks. Geht's noch individueller?</p>
<p>Im Glas befindet sich dann ein sehr spezieller Veltliner, der so gar nicht in das allgemein bekannte Bild des Wagrams passt, stammt er doch weniger vom Löss als vom Muschelkalk und auch vulkanischen Gestein. Keine breite Frucht, kein übertriebener Pfeffer- oder gar Sämlingston beherrschen das Geschmacksbild, allein die getrockneten erdigen Noten, die sich zart im Hintergrund zurückhalten und dem ohnehin sehr feingliedrigen Veltliner weitere Struktur und Typizität verleihen, lassen den Wagram als Herkunft vermuten.</p>
<blockquote><p><img SRC="http://pivu.files.wordpress.com/2007/08/hengstberg05.jpg" BORDER="0" WIDTH="104" HEIGHT="331" ALIGN="right" />In der Nase ist der<strong> 'Hengstberg'</strong> ausgesprochen fein,weniger karg  als  noch vor 2 Jahren, grüne Äpfel und Limetten vermengen sich mit dem Geschmack von Heu und trockener Erde, dazu ein Schuss pfeffrige Würze, im Mund mittelkräftig mit sandig-filigraner Mineralität. Ausgesprochen bekömmlich, animierend und ein hervorragender Essensbegleiter. Aber auch ein Wein, der zu polarisieren vermag, so kamen nicht wenige Bekannte erst nach dem 3. Glas auf den Geschmack und untersuchten interessiert die Flasche, andere gaben nach dem 1. Glas auf.</p></blockquote>
<p>Ein feiner Burgundertyp vom Wagram also, der die meisten Wachauer Federspiele mühelos hinter sich lässt und Lust auf ein weiteres Glas macht, ohne es am nächsten Tag bereuen zu müssen. Für 7,- € ab Hof ganz viel Wein, wer braucht da noch <a HREF="http://www.weinvierteldac.at/">DAC</a> oder Binogridscho!</p>
<p>Und there is more to come: demnächst feiert ein <strong>Roter Veltliner</strong> der neu ausgesetzten Lage <strong>'Berg Eisenhut'</strong> seine Premiere, dessen Fassprobe mich vor 5 Tagen sprachlos machte. Noch nie hatte ich einen derartigen Roten Veltliner im Glas, ein Wein, der an allerbeste nordostitalienische, slowenische und kroatische Weißweine ohne übertriebenen Maischekontakt erinnert und diese Ursorte des Wagrams neu definiert. Aber das ist ein anderes Thema.</p>
<p>Bildquellen: <a HREF="http://www.weinausoesterreich.at/">ÖWM</a>, <a HREF="http://www.weingut-soellner.at/ger/news.html">Weingut Söllner</a></p>
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<title><![CDATA[Männlicher Wein]]></title>
<link>http://pivu.wordpress.com/2007/03/20/mannlicher-wein/</link>
<pubDate>Tue, 20 Mar 2007 20:05:53 +0000</pubDate>
<dc:creator>pivu</dc:creator>
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<description><![CDATA[Ich verwende schon mal die Attribute männlich und weiblich beim Wein. Auch die alten Franzosen spra]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Ich verwende schon mal die Attribute männlich und weiblich beim Wein. Auch die alten Franzosen sprachen beim  Bordeaux von<em> "masculin"</em> und beim Bourgogne von <em>"féminin"</em>. Nun, spätestens  seit Parker &#38; Co gilt diese Schubladisierung nicht mehr. Woran aber macht man einen <em>männlichen </em>Wein fest?</p>
<p>Ich <img WIDTH="306" HEIGHT="204" ALIGN="left" ALT="Zidarich View" SRC="http://pivu.files.wordpress.com/2007/03/zidarich-view.jpg" />orientiere mich da am ehesten an der Landschaft, ist diese rauh, mit schroffen Felsen und unwirtlichen Stürmen, oder eher lieblich, mit üppiger Vegetation und sanften Hügelzügen. Gar nicht selten findet man beides nebeneinander, auch im gleichen Betrieb. Apropos, die Schlußfolgerung weibliche Winzer erzeugen ebensolche Weine, ist falsch und irreführend, eher das Gegenteil ist der Fall, vielleicht, um gerade gegen dieses Vorurteil anzukämpfen.</p>
<p>Nun aber zu einem Prototyp eines männlichen Weins, <!--more-->ich hab's ja <a HREF="http://pivu.wordpress.com/2006/08/06/hollentrip/#comment-284">hier</a> versprochen, aus einer auf den ersten Blick unwirtlichen, dafür umso reizvolleren Gegend, dem italienischen Karst, einem schmalen, kargen Landstrich oberhalb von Triest an der Grenze zu Slowenien. (Ich geb's zu, ich bin voreingenommen.) Es ist ein <strong>Vitovska</strong> [Vito<strong>u</strong>ska, slow. v = u], ein Wein aus einer wiederentdeckten, autochthonen Rebsorte, der komplett auf der Maische vergoren wird, um danach ohne Beifügung von Schwefel (vorher und nachher) 1 1/2 Jahre im großen Holzfass zu reifen und ohne zu filtern abgefüllt zu werden. Einer dieser Naturweine neuer Generation also, der Winzer <strong><a HREF="http://www.zidarich.it/">Benjamin Zidarich</a></strong> ist auch Mitglied der Gruppe <a HREF="http://www.viniveri.net/">vini veri</a>.</p>
<blockquote><p><strong>Vitovska 2004<br />
Az. Agr. Zidarich, Prepotto, Friaul, Italien</strong><br />
Leicht trüb und goldgelb im Glas, riecht der Wein erst nach sehr wenig, vielleicht nach Öl, und zwar Motoröl, rein optisch passt's jedenfalls. Wir sind in Italien, also Agip für einen 12-Zylinder-Ferrarimotor. <img WIDTH="213" HEIGHT="320" ALIGN="right" ALT="Zidarich" SRC="http://pivu.wordpress.com/files/2007/03/zidarich.jpg" />Dazu gesellen sich leicht rauchige und salzige Noten sowie etwas Mandeln, ähnlich einem Manzanilla oder Fino. Wie Motorölwechsel mit Salzmandeln in der Tapasbar in Jerez, nicht unmännlich also. Den Winzer selbst erinnert der <strike>Gestank</strike> Duft an den Karst im Frühling, wenn sich die Winde der Alpen und des Meeres mit der Sonne treffen. Würze und Schroffheit treffen auf Salz und ungezügelte Kraft, Kälte auf Wärme, ein schöner Vergleich und wesentlich poetischer.</p>
<p>Im Mund dann die erste Überraschung, hinter der rauhen Schale steckt ein weicher Kern (der Wein war einige Stunden in der Karaffe), sanft und zärtlich aber bestimmt schmiegt sich der entfernt an getrocknete Marillen erinnernde Stoff auch bis an den letzten Mundwinkel. Nicht kraftvoll oder vordergründig tut er dies, sondern sehnig und ausdauernd verwöhnt er unseren Gaumen, genauso wie es die Damen mögen, das zumindest wird immer behauptet.</p>
<p>Was bleibt ist pure Mineralität, die manche Chenins an der Loire auszeichnet, nur noch puristischer, ich notiere getrocknetes Heu auf heissem Stein. Das Zeugs muss erobert werden, schmeckt sicher erst ab dem 2. oder 3. Glas, dann aber umso mehr. Noch besser freilich zu Schinken (Pršut) oder Speck.</p></blockquote>
<p>Bezeichnend auch, dass dieser Vitovska der erklärte Lieblingswein von Nevenka, der charmanten Winzersgattin ist. Schätzen gerade Damen eher männliche Weine? Ich z.B. mag sehr gerne weibliche Weine, doch dazu später. Jetzt herrscht Damenwahl.</p>
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<title><![CDATA[Von der Leichtigkeit des Blaufränkisch]]></title>
<link>http://pivu.wordpress.com/2006/08/26/von-der-leichtigkeit-des-blaufrankisch/</link>
<pubDate>Sat, 26 Aug 2006 13:45:40 +0000</pubDate>
<dc:creator>pivu</dc:creator>
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<description><![CDATA[Blaufränkisch ein Leichtwein? Nein, leicht trinkbar, authentisch, vielschichtig, typisch eben, nich]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p ALIGN="left">Blaufränkisch ein Leichtwein? Nein, leicht trinkbar, authentisch, vielschichtig, typisch eben, nicht mehr, aber auch nicht weniger, auch nicht von Milan <img WIDTH="230" HEIGHT="173" ALIGN="right" ALT="Blaufränkisch am Eisenberg" SRC="http://pivu.wordpress.com/files/2006/08/blaufrankisch.jpg" /> Kundera, sonst wär' er ja <em>"unerträglich"</em>, soll er sein, wie er es früher einmal war. Vor Österreichs sogenanntem Rotweinwunder. Dieses ist hinlänglich bekannt, Namen wie 'Salzberg', 'Mariental' oder 'Dürrau' sind unter Weinkennern längst ein Begriff. Eine, manchmal auch eigenfinanzierte Vergleichsprobe mit renommierten Gewächsen jagte die andere, die Roten aus Österreich schafften es zu internationaler Anerkennung und in nie für möglich gehaltene prominente Preissegmente.</p>
<p><!--more-->Jedoch entpuppen sich bei genauerem Hinschauen und Schmecken selbst in der Spitze meist nur 2 Weintypen: Kraftprotze aus großem Ausgangsmaterial, das regelmäßig vom Holz maskiert wird (und bleibt) einerseits, oder gut gemachte, auf internationalen Publikumsgeschmack getrimmte Softies andererseits. Das ganze wird dann vielfach als typisch österreichische Eleganz (!) oder noch frecher als spezifisches Terroir promoted. Der Fachpresse gefällt's, und entsprechend dem hörigen Konsumenten. Kein Wunder, liegt doch das Hauptaugenmerk vieler Winzer zunehmend in deren Selbstdarstellung und im gegenseitigen Übertreffen imposanter Kellerneubauten. Der angeblich beste Rotwein des Landes wurde von einem Fleischhauer gemacht, mit hyperdynamischen Jungwinzern und ihren Alkohol- und Holzexzessen, der "Konzentriermaschin'" sei Dank, im Schlepptau. Aber es geht auch anders.</p>
<p>So sagte mir Blaufränkisch-Fan Dirk Niepoort gestern anlässlich der Spitzerberg Renaissance: <em>"</em><strong><em>Blaufränkisch</em></strong><em>, und nicht etwa Nebbiolo, ist die weltweit am ehesten mit<strong> Pinot Noir</strong> vergleichbare Sorte!"</em>. Wenn man sie richtig anfasst. Seit wenigen Jahren ist eine begrüßenswerte, noch sehr nukleare Gegenbewegung aktiv. Die steht für enorme Filigranität,  Länge und Tiefe statt Power und Alkohol, messerscharfe Präzision statt überbordende Frucht,  Mut zu grünen Aromen statt makellosen Übersee-Tuttifrutti, anhaltenden Trinkspaß statt beeindruckenden Verkostungsschluck, kurz gesagt Herkunft statt Parker und Mainstream. Größere und gebrauchte Gebinde statt neuer Barriques kommen zum Einsatz,  und als äußeres Erkennungsmerkmal erfolgt die Abfüllung in Burgunder- statt Bordeauxflaschen.</p>
<p>Nachzuprobieren bei <a HREF="http://www.weinbau-schiefer.at/"><strong>Uwe Schiefer</strong></a> am Eisenberg (<strong>'Szapary'</strong>,<strong> 'Reihburg'</strong>), <strong>Roland Velich</strong> mit seinen <strong><a HREF="http://www.moric.at/">MORIC</a></strong>-Weinen aus dem als Blaufränkischland bekannten Mittelburgenland (<strong>'Alte Reben Neckenmarkt'</strong> und  <strong>'Alte Reben Lutzmannsburg'</strong>) oder dem neuen Projekt von  <strong>Dorli Muhr </strong>und <strong>Dirk van der Niepoort</strong> (<strong>'Spitzerberg'</strong>, erst ab 2004, die beiden Vorgängerjahrgänge waren jeweils ein Opfer des Jahrgangs und lieferten nicht die gewünschte Qualität). Als Geheimtipp sei noch  <strong><a HREF="http://www.trapl.com/">Johannes Trapl</a></strong> genannt, der zunehmend authentischere Blaufränkische vom  Spitzerberg aus 35-jährigen Reben erzeugt, vor allem, wenn er den Holzeinsatz in den nächsten Jahren zurücknimmt. Oder heute abend, wenn Dirk Niepoort im Rahmen der <a HREF="http://www.wine-partners.at/pdf/carnuntumex_s2.pdf"> Carnuntum Experience</a> ausgesuchte Blaufränkische großen Namen wie DRC, Armand Rousseau oder Dugat Py gegenüberstellt.</p>
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</item>
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<title><![CDATA[Spitze aus dem Spitzer Graben]]></title>
<link>http://pivu.wordpress.com/2006/07/22/spitze-aus-dem-spitzer-graben/</link>
<pubDate>Sat, 22 Jul 2006 13:21:51 +0000</pubDate>
<dc:creator>pivu</dc:creator>
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<description><![CDATA[In der Wachau wachsen die besten Weißweine der Welt. Davon ist man zumindest in Österreich felsenf]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>In der Wachau wachsen die besten Weißweine der Welt. Davon ist man zumindest in Österreich felsenfest überzeugt. Seit Jahren und Jahrzehnten - sind's gar schon Jahrhunderte? - werden <img WIDTH="292" HEIGHT="197" ALIGN="right" ALT="Spitzer Graben, Ried Bruck mit Blick auf Viessling" SRC="http://pivu.wordpress.com/files/2006/07/spitzer-graben.jpg" /> die in der Heimat längst zu Volkshelden aufgestiegenen Granden, die die Verantwortung freilich schon an die nächste Generation übergeben haben, in steter Regelmäßigkeit mit kritiklosem Lob überhäuft. Dabei wird vieles nicht besser, sondern schlechter, langweiliger, alkoholischer, teurer und austauschbarer. So gibt ein prominentes Vorstandsmitglied der <a HREF="http://www.vinea-wachau.at/">Vinea Wachau</a>, dessen Weine sich einst durch große Harmonie und moderaten Alkoholgehalt auszeichneten, auch unverblümt zu, dass den Markterfordernissen und Verlangen nach immer mehr Alkohol Rechnung getragen werden muss. Ob das dann alles noch mit Terroir zu tun hat?</p>
<p>Aber auch in der erzkonservativen Wachauer Winzerszene gibt es spannde Entdeckungen, hungrige Aufsteiger mit dem Trieb und Durchhaltevermögen, es den Arrivierten zeigen zu wollen. Einer dieser Außenseiter ist <strong><a HREF="http://www.josef-gritsch.net/">Josef Gritsch</a></strong>, auch bekannt als "Graben-Gritsch" <!--more-->, aus Vießling bei Spitz im äußersten und kühlen Westen der Wachau und nicht zu verwechseln mit den Spitzer Namensvettern <a HREF="http://www.weingut-gritsch-wachau.at/">Rupert</a> alias "Himalaya-Gritsch" (leider viel zu selten ausgesteckter Heuriger mit phantastischem<img WIDTH="353" HEIGHT="238" ALIGN="left" ALT="Setzberg" SRC="http://pivu.wordpress.com/files/2006/07/setzberg.jpg" /> Ausblick), <a HREF="http://www.mauritiushof.at/">Franz-Josef</a> vom Mauritiushof mit seinem  genialen Kalmuck-Marketingcoup oder  <a HREF="http://www.weingut-gritsch.at/"> Karl Gritsch</a>. War ich schon die letzten Jahre mehr als begeistert von der Qualität einzelner Weine (Riesling Smaragd 'Setzberg' 2003, Grüner Veltliner Federspiel 'von der Schön' 2004, oder dem wahrscheinlich besten jemals in Österreich gekelterten trockenen Muskateller Gelber Muskateller Smaragd 'Setzberg' 2004), sind es zwei Weine der diesjährigen Serie, die es mir besonders angetan haben. Bezeichnenderweise diejenigen, die mit eigenen Hefen sehr langsam vergoren und ausgebaut wurden.</p>
<blockquote><p><strong>Riesling </strong><strong>Smaragd </strong><strong>'vom Setzberg'  2005</strong><br />
Goldgelb, schon in der Farbe hochreifes Lesegut versprechend; ölig, opulentes Bukett nach reifen Marillen, dazu Mango- und Honignoten, Spur Botrytis. Im Mund sehr ausladend, saftig, fleischig, aber dennoch hochmineralisch und vielschichtig, perfekt ausbalanciert, spannend bis zum letzten Schluck, lang anhaltend, großes Suchtpotenzial. 93.</p></blockquote>
<p>Da gibt's keine faulen Ausreden wie <em>"der braucht noch"</em> oder <em>"Wahnsinnspotenzial, muss reifen"</em>, das Zeugs schmeckt hier und jetzt genauso wie noch in 10 Jahren, und zwar saugut.</p>
<p>Ein großer, authentischer Wachauer Riesling, der aufgrund seiner 7g Restzucker und dem durchlaufenen BSA in Österreichs auf Antisüße und Primärfrucht ausgerichteter Jubelpresse polarisieren wird. Stilistisch eher mit den neuen Qualitäten aus Deutschland als mit anderen Wachauer Smaragden vergleichbar sehe ich ihn irgendwo zwischen <a HREF="http://www.heymann-loewenstein.com/">Reinhard Löwenstein</a> und <a HREF="http://www.leitz-wein.de/"> Josi Leitz</a>. Der Winzer selbst meint zum Wein: <em>"Er ist halt so passiert."</em> Gut so!</p>
<blockquote><p><strong>Grüner Veltliner </strong><strong>Federspiel </strong><strong>'von der Schön'  2005</strong><br />
Mittleres <img WIDTH="247" HEIGHT="282" ALIGN="right" ALT="Ried Schön" SRC="http://pivu.wordpress.com/files/2006/07/ried-schon.jpg" />Gelb;  sortentypische Nase mit mehr Würze als  Frucht (reife Zwetschgen, dazu Mandarinen und ein Touch Limette), brotig, sehr dicht; im Mund wiederum der schon betriebstypische Schmelz, dabei erstaunlich leichtfüßig, guter Biss, reife Orangen, ordentliche Länge. Seriöser, präziser und kraftvoller als der "geile" und fast schon dekadente Jahrgangsvorgänger. 87.</p></blockquote>
<p ALIGN="left">Dieser Wein karikiert und degradiert die meisten anderen Federspiele, ganz zu schweigen von den als Heilsbringer gefeierten <a HREF="http://www.weinvierteldac.at/">DAC</a>-Veltlinern alias Pinot Grigio made im Weinviertel.</p>
<p>Und wer noch immer meint, die Wachau wäre teuer, hier die (Ab-Hof-)Preise für derart singuläre Qualitäten: 6,- € für das Federspiel bzw. 14,- € für den Smaragd.</p>
<p>Bildquellen: <a HREF="http://members.chello.at/viessling-wachau/index.htm">Vießling-Page</a> (Blick auf Vießling); <a HREF="http://www.mauritiushof.at/lagen.html">Mauritiushof</a> (Setzberg); <a HREF="http://www.weingut-hoegl.at/de/rieden/schoen.php">Weingut Högl</a> (Ried 'Schön')</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[just in time (2)]]></title>
<link>http://pivu.wordpress.com/2006/04/02/just-in-time-2/</link>
<pubDate>Sat, 01 Apr 2006 22:02:35 +0000</pubDate>
<dc:creator>pivu</dc:creator>
<guid>http://pivu.de.wordpress.com/2006/04/02/just-in-time-2/</guid>
<description><![CDATA[Ganz anders als der Vorgenannte agiert da eines der wirklichen Deutschen Winzer-Urgesteine, dessen W]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Ganz anders als der <a HREF="http://pivu.wordpress.com/2006/03/21/just-in-time-1/">Vorgenannte</a> agiert da eines der wirklichen Deutschen Winzer-Urgesteine, dessen Weine meist erst nach einigen Jahren der Reife Trinkfreude bereiten und dessen größte Weine erst 6 (!) Jahre nach der Ernte freigegeben werden. Die Rede ist vom umtriebigen <strong>Bernd Philippi</strong>, Inhaber des Weinguts <strong>Koehler-Ruprecht</strong> in der Pfalz.</p>
<p><!--more-->So lag selbst ein "einfacher" <strong>Riesling Kabinett</strong> aus der Spitzenlage <strong>'Kallstadter Saumagen'</strong> aus dem Jahr 2001 statt nur weniger Wochen oder Monate immerhin 1 1/2 Jahre im großen Holzfass, trotzdem ist der Wein immer noch billiger als der einfache Gutsriesling mit dem himmelblauen Etikett aus dem Rheingau, der aus gleichem Jahrgang bestenfalls noch als Essig zu gebrauchen ist. Philippis Wein hingegen überzeugt nach 5 Jahren mit floralen Noten gepaart mit Honig und Frische in der Nase und einer gesunden Kernigkeit im Mund. Irgendwie altbacken, aber individuell und charakterstark. Die parallel verkosteten 04er Kabinetts, Spät- und Auslesen wirkten auch allesamt noch unfertig mit einer zwar kreidigen Mineralität aber noch ohne jeglichen Fruchtcharme. <em>"Junge Weine machen mich nervös"</em> bestätigt Bernd Philippi sein Credo, und das sagt ausgerechnet einer der bekanntesten "flying winemaker" aus Deutschland. (Bernd Philippi begleitet Projekte in Südafrika, Südfrankreich und neuerdings Mallorca und ist selbst Miteigentümer eines Weinguts in Portugal.) Moderne Technik oder Edelstahl sucht man im Keller vergeblich, die Weine entstehen dort wie vor 50 Jahren auf natürlichste Weise ohne Rücksichtnahme auf Zeitgeist oder gerade angesagte Geschmacksmuster.</p>
<p>Ganze 2.500 Flaschen wird es vom Flaggschiff des Hauses, der <strong>'Kallstadter Saumagen Riesling Auslese trocken "R" '</strong> aus 2001 geben, die erst nächstes Jahr in den Verkauf gerät. Heute noch immer ein unruhiger Kraftprotz, besitzt er jedoch alle Anlagen eines großen Weines. Das Potenzial des 'R' zeigt am besten der 11 Jahre ältere Bruder aus 1990 aus damals nur 6-Jahre alten Rebstöcken auf, der sich als harmonisches Gesamtkunstwerk voller Blütenhonig, harziger Noten, stahliger Mineralität, innerer Dichte und immenser Länge präsentiert, und der mit Luftzufuhr und Essensbegleitung weiter gewinnen wird. Dass die Klasse und das Potenzial dieser Riesling-Unikate nicht immer geschätzt und erkannt wird, zeigt das Beispiel des erst- und letztmals auf der Mariannenaue als Fassprobe präsentierten 96er 'R', das prompt zu einer Rückstufung durch die allmächtigen <a HREF="http://www.weinguide.de/dw/">Herren Diel und Payne</a> führte.</p>
<p>Aber auch der als Tafelwein vermarktete <strong>Pinot Noir</strong> verdient Beachtung. So verwechselte in einer Vergleichsprobe mit großen Burgundern selbst Kultwinzer Jean Nicolas Méo (Domaine <strong><a HREF="http://www.meo-camuzet.com/">Méo-Camuzet</a></strong>) den 92er mit einem seiner eigenen Premiers oder Grand Crus von der Côte d'Or. Groß ist der 99er <strong>'RR'</strong>, wobei "RR" gleichermaßen für "Reserve", "rar" und "Rolls Royce" steht. Doppelt <em>"rar"</em> ist er jedenfalls, insgesamt gab es nur 900 Flaschen davon, und die auch nur, weil Bernd Philippi widerstand, sie zur Gänze gewinnbringendst an einen Frankfurter Geschäftsmann und Weinfreund zu verkaufen. Spannend ist auch der Vergleich der beiden 'R' der Jahrgänge 2001 und 2002, hier der feminine, weiche und cremige 02er, da der markante, kräftige und herbe 01er. Sehr gut sind beide. Am burgundischesten ist freilich der unterschätzte, jetzt trinkreife 98er mit seiner verspielten, fast schon maroden Art.</p>
<p>Besonders erfreulich ist auch, dass Bernd Philippi in den letzten Jahren gegen den allgemeinen Trend ein verstärktes Interesse für seine zeitlosen Weine feststellen konnte. Alles andere als selbstverständlich in Zeiten des weltweiten Parker-Punkte-Hypes und der nationalen Aldi-Lidl-Hochblüte.</p>
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<title><![CDATA[Etikettenschwindel auf Spanisch (2)]]></title>
<link>http://pivu.wordpress.com/2006/02/21/etikettenschwindel-auf-spanisch-ii/</link>
<pubDate>Tue, 21 Feb 2006 17:03:39 +0000</pubDate>
<dc:creator>pivu</dc:creator>
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<description><![CDATA[Es geht auch anders, manchmal verbirgt sich die Kunst hinter den Etiketten. Derartiges Understatemen]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><img SRC="https://pivu.wordpress.com/files/2006/10/ampelos.JPG" ALT="Bodega Ampelos" ALIGN="left" WIDTH="221" HEIGHT="148" />Es geht auch anders, manchmal verbirgt sich die Kunst hinter den Etiketten. Derartiges Understatement leistet sich die relativ junge <strong>Bodegas Ampelos</strong>, im Hinterland von Valencia in the middle of nowhere (D.O. Almansa) gelegen. Kein Wunder, die Besitzer (Max Egolf und Martina Pfister) sind auch keine Spanier, sondern Schweizer, die keine spanischen Weine mögen. Also erzeugen sie unter Mithilfe des bekannten Tessiner Merlotstars Christian Zündel französische Weine, die nach Spanien schmecken. Alles klar?</p>
<p><!--more-->Das ganze geschieht übrigens sehr vorbildhaft, d.h. ökologische Bewirtschaftung, keine künstliche Bewässerung, bedachter Lesezeitpunkt ohne Überreife zu forcieren, anschließende Weinbereitung mit Spontanhefen mit langer Mazeration und schonender Ausbau im großen Holzfass (3.000 und 10.000 l), keine oder kaum Schönung und Filtration. Abgefüllt wird in Burgunderflaschen mit vergleichsweise biederen Etiketten, kein Wunder also, dass hierzulande kaum jemand diese Weine kennt.</p>
<p>Zu den Weinen, es gibt derer zwei, beide aus 2002: den mehrheitsfähigeren <strong>'Camino del Angel'</strong> (CS/M) und den etwas verschlosseneren <strong>'Tierras del Mediodia'</strong> (GSM). Also einmal klassisch Bordeaux, einmal klassisch Südfrankreich. Stilistisch sind beide Weine sehr ähnlich und überzeugen wie so oft bei jungen Stöcken (1998 gepflanzt!) mit präziser Sortentypizität, kristalliner Mineralität, Mut zum Tannin und Trinkspaß auf hohem Niveau. Punktemäßig sehe ich beide im Bereich von 88, 89 Punkten.</p>
<blockquote><p>Beim <strong>'Camino del Angel’</strong> vereinen sich Cassis und Brombeeren mit minziger Würze, beinahe ein ganzer Nadelwald wird inhaliert, der den Gaumen kitzelt, gleichzeitig wird dieser mit viel Schmelz austapeziert, deutliches aber hochwertiges Tannin deuten sowohl erste Trinkreife als auch weiteres Potenzial an. Sehr lang.</p></blockquote>
<blockquote><p>Der <strong>'Tierras del Mediodia’</strong> gibt erst langsam sein charmantes, rotfruchtiges Aromenspektrum der Grenache und die dunkelfruchtige Rustikalität der Mourvèdre frei. Dazu gesellen sich würzige Noten mit einem ganz leichten Anflug von Speck der Syrah, nur woher kommt der Vanilleton beim Einsatz des großen Fuders? Insgesamt sehr edel, am Gaumen hervorragend strukturiert mit deutlichen Tanninen, weicher und wärmer als der Vorgänger mit mehr Potenzial.</p></blockquote>
<p>Und jetzt kommen doch wieder die Etiketten ins Spiel, deren Farbgebung Aufschluss über den Wein geben soll. Den kühleren Bordeaux-Blend schmückt ein verwaschenes Blau, die molligere GSM-Cuvée ein sonniges Gelb. Cool!</p>
]]></content:encoded>
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<title><![CDATA[Back to the Roots am Ätna]]></title>
<link>http://pivu.wordpress.com/2006/02/18/back-to-the-roots-am-atna/</link>
<pubDate>Sat, 18 Feb 2006 09:23:50 +0000</pubDate>
<dc:creator>pivu</dc:creator>
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<description><![CDATA[Frank Cornelissen ist Belgier, Aussteiger und lebt mit seiner japanischen Partnerin Yoko Sano am Ät]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a HREF="http://www.frankcornelissen.it/">Frank Cornelissen</a></strong> ist Belgier, Aussteiger und lebt mit seiner japanischen Partnerin Yoko Sano am Ätna in Sizilien. An den Nordhängen in 650 - 980 Metern Höhe betreut er 5,5 ha Land, darunter etwas mehr als die Hälfte, die mit Wein (keine Monokultur) mit zum Teil wurzelechten autochthonen Reben (v.a. Nerello mascalese) bepflanzt sind. Das geschieht nach strengsten Prinzipien, die über die Biodynamik hinausgehen. Frank orientiert sich an Masanobu Fukuokas Permakultur, die ein Selbst-Management der Natur ohne menschliche Eingriffe zum Ziel hat. Gefühl für die Natur zu entwickeln und diese zu verstehen wie Tiere es tun ist ein hohes Gut und sicher nicht verkehrt an den Lavahängen des größten aktiven Vulkans in Europa. Die Weine selbst werden nach alten Traditionen in Tonamphoren vergoren und ausgebaut und danach weder geschönt noch geschwefelt.</p>
<p>Einer dieser Weine, der <strong>'Mongibello 1'</strong> (Jahrgangsverschnitt aus '01 und '02), wird derzeit heftig diskutiert in Deutschland. Da ihn die wenigsten kennen, bewegt sich der sehr dogmatisch geführte Schlagabtausch mehr im Meta-Bereich. Ich hab' den Wein jetzt zweimal getrunken, nicht nur verkostet, hier meine Eindrücke:</p>
<blockquote><p><!--more-->Transparentes Braunrot mit orangen Aufhellungen. In der Nase spannender Mix aus kräftiger Gemüsebrühe, Erdbeeren, Ketchup und steiniger, nasser Erde (Lava?). Definitiv singulär, am ehesten an Burgund oder Piemont erinnernd, alles passt zusammen, ich merke keine fehlerhaften Töne. Im Mund etwas wild, aber ausgesprochen vielschichtig, sehr gute Struktur, leicht bitter am Ende, sehr lang. Auch ganz leicht oxidativ aber stabil über einen Zeitraum von 3 Stunden. Irgendwie fehlt mir aber der letzte Schliff, um vom Wein gepackt zu werden, die Sinnlichkeit, die sich aus der beim Riechen andeutenden Süße und Harmonie ergibt. Vielleicht kommt das ja noch, noch dominieren Strenge und Mineralität. Sicher ein hervorragender Essensbegleiter z.B. zu Geschmorten.</p></blockquote>
<p>Entsprechend schwer ist der 'Mongibello' in ein absolutes Werteschema zu pressen, bei mir sind's gefühlte 91 Punkte mit Potenzial nach oben. Man muss diesen (wie jeden anderen) Wein nicht mögen, keinesfalls darf man aber seine Befürworter als Ahnungslose hinstellen. Denn wie resümiert Stephan Reinhardt in seinem Essay <a HREF="http://landwein.wordpress.com/2006/02/11/die-neue-sachlichkeit/">"Die neue Sachlichkeit"</a> ganz richtig:<em> "Es geht beim Wein eben nicht um das Beste, das Exzessive. Wichtig ist das Andere, das Distinktive. Und das äußert sich auf elegante, maßvolle und ausgewogene Art."</em> Auch im Wortgefecht.</p>
]]></content:encoded>
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