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	<title>virtualitat &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://wordpress.com/tag/virtualitat/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "virtualitat"</description>
	<pubDate>Sat, 06 Sep 2008 20:25:53 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

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<title><![CDATA[Was ist schon wirklich? GTA IV - First Impressions]]></title>
<link>http://milaloops.wordpress.com/?p=24</link>
<pubDate>Tue, 29 Apr 2008 10:57:46 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mila Loops</dc:creator>
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<description><![CDATA[Wow, die schöne neue Welt kündigt sich pompös an: Nachdem ich und mein Postbote diverse Formulare]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal">Wow, die schöne neue Welt kündigt sich pompös an: Nachdem ich und mein Postbote diverse Formulare ausgefüllt haben, um zu bestätigen, dass ich nicht nur mindestens 18 Jahre alt bin, sondern dass ich auch wirklich ich bin (da fängt es schon an mit der Realitätskonstruktion), liegt jetzt vor mir neben Grand Theft Auto IV tatsächlich ein Stadtplan und ein Reiseführer.</p>
<p class="MsoNormal">(Die Hersteller haben schon im Vorfeld versprochen, dass der neueste Teil der Computerspielserie echter als echt wird. Der Spieler ist nicht mehr an eine Storyline gebunden, sondern kann sich frei bewegen und frei entscheiden, was er wann warum auch immer tut)</p>
<p class="MsoNormal">Also willkommen in „Liberty City“, dem Ort des Geschehens!</p>
<p class="MsoNormal">Wie real die virtuelle Welt von Grand Theft Auto IV dann tatsächlich ist, wird sich sicherlich in den nächsten Tagen herausstellen. Doch die Zusatzutensilien sind viel versprechend: Die Karte von Liberty City lässt sich schon mal genauso blöd falten, wie ein echter Stadtplan. Sie verweist darüber hinaus auf Sehenswürdigkeiten, Resaturants, Shopping-Möglichkeiten sowie Unterhaltung und Nachtleben. Auch Notfall-Einrichtungen wie Polizei, Krankenhaus und Feuerwehr sind gelistet. Dreht man die Karte um, hat man einen Plan des U-Bahnnetzes vor sich liegen.</p>
<p class="MsoNormal">(Ich dachte ja, in GTA fährt man tendenziell eher mit dem Auto, aber auch hier belehrt mich die Karte eines besseren: Taxi, UBahn, Chauffeurservice, Auto, Motorrad, Boot und Helikopter! stehen neben meinen eigenen Füßen als Transportmittel zur Verfügung)</p>
<p class="MsoNormal">Der Reiseführer gibt mir neben Tipps zur Freizeitgestaltung auch „überlebenswichtige Informationen“: „Die Bewohner von Liberty City sind bekannt dafür, dass sie keinen Spaß verstehen. Sie passen sich am besten an, indem Sie schnell gehen und einen zornigen Blick aufsetzen“.</p>
<p class="MsoNormal">Klingt ja fast wie die echte Welt – Jean Baudrillard wäre sicherlich entzückt!</p>
<p class="MsoNormal">Ok, dann packe ich jetzt mal mein Handy ein („Mit dem Handy haben Sie Zugriff auf Ihre Kontakte und einige wichtige Einrichtungen in Liberty City. Außerdem können Sie damit wunderbar um vier Uhr morgens sturzbetrunken Ihre/n Ex-Freund/in anrufen“), stelle meinen Kragen hoch, ziehe mir die Mütze tief ins Gesicht und blicke zornig in meine virtuelle Zukunft.</p>
<p class="MsoNormal">Also auf, nach Liberty City.</p>
]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Internet: Umwälzung durch Zentralisierung]]></title>
<link>http://mlhoefer.wordpress.com/?p=45</link>
<pubDate>Sat, 26 Apr 2008 12:54:48 +0000</pubDate>
<dc:creator>Ludwig</dc:creator>
<guid>http://mlhoefer.wordpress.com/?p=45</guid>
<description><![CDATA[Auf netwertig.com stieß ich auf ein spannendes kritisches Interview in zwei Teilen mit Nicholas Car]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Auf netwertig.com stieß ich auf ein spannendes kritisches <a href="http://netzwertig.com/2008/04/23/interview-mit-nick-carr-teil-1-gefangen-im-netz/">Interview in zwei Teilen mit Nicholas Carr</a>. Bezug nehmend auf sein Buch "The Big Switch" äußert er sich zur fundamentalen Veränderung durch den Wandel zugunsten zentraler Strukturen und webbasierten Anwendungen.</p>
<p>Für ihn lässt sich die Situation vergleichen mit der Zeit bis zum frühen 20. Jhd, als die Erfindung der Wechselstromnetze zentrale Energieversorgung ermöglichte, und die bis dahin private "Hinterhof"-Kraftwerke unnötig machte. Gleichermaßen würden zurzeit lokale Rechenzentren, starke PCs sowie lokal installierte Software schnell an Bedeutung verlieren. Stattdessen steige die Bedeutung von zentralen Anbietern wie Google oder <a href="http://netzwertig.com/2008/02/20/warum-amazoncom-wichtiger-ist-als-google-ebay-facebook-und-und-itunes/">Amazon (Cloud Computing)</a>.</p>
<p>Zitat: "<em>Das so genannte Utility Netz hat drei Bestandteile. Einmal kann ich es als einen Riesenrechner benutzen, um meine eigenen Programme laufen zu lassen. Das ist der oft zitierte Computer “in the cloud”, der wie eine Wolke unsichtbar über uns schwebt. Zweitens kann ich Speicherkapazität kaufen - heute einer der größten Kostenfaktoren für Firmen, die e-Mail, Datenbanken und Multimedia aufbewahren müssen. Anbieter wie Amazon lassen jedermann Speicherplatz mieten, der elastisch ist wie ein Gummiband - ich zahle nur für den Platz, den ich wirklich benötige. Die dritte und letzte Ebene sind eigentliche Programme aus der Steckdose, also Software zur Miete. Und alle drei Elemente lassen sich nach Belieben kombinieren. Google Apps etwa, was über kurz oder lang mit Microsoft Office konkurrieren wird, bietet alle drei:...</em>"</p>
<p>Im <a href="http://netzwertig.com/2008/04/24/interview-mit-nick-carr-teil-2-gefangen-im-netz/">zweiten Teil des Interviews</a> spricht er hauptsächlich von den Auswirkungen auf Arbeitsmarkt. Lesenswert.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[wider den generalverdacht]]></title>
<link>http://schreibschrift.wordpress.com/?p=22</link>
<pubDate>Thu, 20 Mar 2008 12:12:21 +0000</pubDate>
<dc:creator>christof</dc:creator>
<guid>http://schreibschrift.wordpress.com/?p=22</guid>
<description><![CDATA[gestern entschied das bundesverfassungsgericht, dass der umgang mit den daten der vorratsdatenspeich]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>gestern entschied das bundesverfassungsgericht, dass der umgang mit den daten der vorratsdatenspeicherung pfleglicher sein sollte, als es bisher von der bundesregierung geplant war. deshalb schränkte es die verwendung der daten stark ein. erst einmal dürfen die für ein halbes jahr gespeicherten verbindungsdaten aller bundesbürger, die sich in der virtuellen welt bewegen, nur bei der verfolgung schwerer straftaten genutzt werden. das ist noch keine aufhebung der vorratsdatenspeicherung, aber immerhin eine einstweilige anordnung, um den sinn der datenerfassung zu überprüfen. <br> <br> zutage tritt in diesem moment die krux des web 2.0. mag es ein angenehmes gefühl sein, moderne medien zu nutzen, um soziale gruppen zu bilden, die die gleichen interessen verfolgen, wie man selber, wird dieses gefühl getrübt durch die beständige erfassung der daten. ob werbewirtschaft oder staat, das interesse an bewegungsbildern und verknüpfungen ist enorm. und ein gewisses misstrauen, weshalb wären sonst datenschutzbeauftragte notwendig, kann nicht schaden. <br> <br> der widerspruch zwischen der forderung dem arbeitsleben immer mehr privatheit zur verfügung zu stellen, und der konsequenz, dass dies gegen einen verwendet werden kann, wird sich sicherlich in den nächsten jahren noch verschärfen und nicht abmildern. neu ist es aber nicht, dass erst einmal jeder verdächtig ist, der sich öffentlich äußert. das konnten schon die preussischen kaiser nicht ab, könnte doch die stellungnahme eine kritik erhalten. schwieriger wird es heute dadurch, dass die virtualität eine lücke zwischen verfassen und veröffentlichen bildet, die für den verfasser nicht einsehbar ist. es ist beinahe unmöglich die datenströme als normalsterblicher zu verfolgen. <br> <br> übrigens, die bei den kommentaren zu diesem blog hinterlassenen mailadressen werden nicht dazu führen, dass einem waschmaschinenangebote zugesandt werden ;-) .</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[die schwierigkeiten der virtuellen welt]]></title>
<link>http://schreibschrift.wordpress.com/?p=12</link>
<pubDate>Tue, 18 Mar 2008 01:33:12 +0000</pubDate>
<dc:creator>christof</dc:creator>
<guid>http://schreibschrift.wordpress.com/?p=12</guid>
<description><![CDATA[schon beim einrichten dieses blogs ergaben sich wissenslücken. die virtuelle welt, und im spezielle]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>schon beim einrichten dieses blogs ergaben sich wissenslücken. die virtuelle welt, und im speziellen das web 2.0 erscheinen einfach, wenn man sie von außen betrachtet. doch bis es soweit ist, muss man sich durch diverse einstellungen ackern, sie auch noch verstehen und umsetzen. das erschwert manchem, der sich gerne an den diskussionen beteiligen würde, den zugang. <br> <br> so begeben sich zwar immer mehr menschen in das internet, es erstellen auch immer mehr blogs, doch gleichzeitig scheitern auch noch viele an den hohen hürden der digitalen technik. es wäre zu wünschen, dass die schulen schon früh genug, allen schülern den zugang zum internet erklären und ermöglichen. so manche(r) hätte bestimmt für andere relevantes mitzuteilen.<!--more--> <br> <br> doch nicht genug damit. begibt sich jemand an die öffentlichkeit, reagiert die öffentlichkeit gerne sofort. indem sie spam verschickt. es ist eine versteckte öffentlichkeit, also eine halböffentlichkeit, die sich berufen fühlt, anderen auf die pelle zu rücken. fair wäre es auf das geschriebene einzugehen. aber es interessiert eine halböffentlichkeit nicht, ob die restliche öffentlichkeit sich dadurch gestört fühlt oder nicht. spam erinnert an das "klingelputzen", das kinder gerne spielen. man klingelt bei den nachbarn, und versteckt sich dann in den büschen. der nachbar schaut, sieht aber niemanden realen, hört höchstens ein kichern im grünzeug. und weiß meist nicht, wer da kichert. <br> <br> schade um die verbrauchte zeit für kindereien. doch die virtualität erlaubt, viele büsche zu pflanzen. hier zeigt sich die krux der beinahe-echtzeit.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Fulminante Enthüllung: Nudelsalat auf dem Autodach. Eine wahre Geschichte.]]></title>
<link>http://annanuehm.wordpress.com/2007/10/15/fulminante-enthullung-nudelsalat-auf-dem-autodach-eine-wahre-geschichte/</link>
<pubDate>Mon, 15 Oct 2007 11:36:22 +0000</pubDate>
<dc:creator>Anna Nuehm</dc:creator>
<guid>http://annanuehm.wordpress.com/2007/10/15/fulminante-enthullung-nudelsalat-auf-dem-autodach-eine-wahre-geschichte/</guid>
<description><![CDATA[Wer bisher gedacht hat, dass „Nudelsalat auf dem Autodach“ eine weitere von Frau Nuehms skurrile]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Wer bisher gedacht hat, dass „Nudelsalat auf dem Autodach“ eine weitere von Frau Nuehms skurrilen und bahnbrechenden Mentalentgleisungen ist und von A bis Z erstunken und erlogen, der wird hier eines Besseren belehrt, denn diese Titelstory, schauen Sie nach oben in den Blogtitel, ist hundertprozentig wahr, wenn nicht sogar tausend. Aber so was von. Und zwar ging das so:</p>
<p>Manchmal bekommt Frau Nuehm Besuch von einem kleinen Kind. Nein, es kommt sehr gerne, bevor Sie jetzt fragen „Muss das denn sein? Hat Frau Nuehm da nicht einen mehr als schädlichen Einfluss auf das kleine Kind?“. Nein. Das ist nicht der Fall, behaupte ich mal und Gegenaussagen sind schwer zu bekommen, denn das kleine Kind kann zum Glück noch nicht so richtig sprechen. Es möchte aus Datenschutzgründen lieber anonym bleiben, mir soll’s Recht sein.<br />
Das Kind ist zwei Jahre alt und ein niedlicher, kleiner Haustyrann, wodurch es Frau Nuehms Herz im Sturm erobert hat, denn da liegt sie mit dem Kind auf einer Wellenlänge. Außerdem ist es so anarchisch wie sie selbst, wenn sie das auch immer nur für Sekundenbruchteile zugelassen hat, die dann aber Frau Nuehms Leben dermaßen, grundlegend und schon häufiger geschrottet haben, als sie ihr Auto, was kaum vorstellbar ist. Aber es ist so.<br />
Innerhalb weniger Minuten verwandelt das kleine, niedliche Kind das Wohnzimmer in ein nachapokalyptisches Trümmerfeld. Es verbündet sich mit dem gefräßigen Hund zwecks Kekse und Wurstscheiben in die Sofaritzen stecken, auf dass sie dort entweder in einem wochenlangen Fäulnisprozess vor sich hingammeln und giftige Botulismusbakterien verströmen, die dann abends, wenn Frau Nuehm nichtsahnend auf dem Sofa liegt und diese einatmet, zu Verbalentgleisungen in ihrem Blog anstacheln oder zu Bruce Lee-Spielchen, oder zu geistiger Vollumnachtung, was meistens aber nicht weiter auffällt, da Frau Nuehm dann nicht anders ist, als sonst auch. Oder den Hund dazu bewegen, allabendlich das schöne Sofa vollzusabbern. Was auch nicht sehr angenehm ist. Vor allem nicht, wenn man darauf liegt.<br />
Aber ansonsten ist das Kind sehr nett und Frau Nuehm liebt besonders seine kleinen Patschehändchen, in denen gerade mal drei Gummibärchen Platz finden. Frau Nuehm ist ehrlich gesagt, dem Kind total verfallen und amüsiert sich königlich, wenn es da ist. Sie kriecht auf dem Boden und bellt wie ein Hund und tut so insgesamt alles, damit das Kind zufrieden ist und nicht in eine seiner unmotivierten Heulattacken ausbricht, was es schon mal tut, wenn es gerade einen Rappel hat oder einen Anfall von Psychoterror.</p>
<p>Abends ist Frau Nuehm dann nervlich schon etwas zerrüttet, den ganzen Tag hin- und hergelaufen, das Kind vorm Hund beschützt oder umgekehrt. Wurst verteilt, eingesammelt, wieder verteilt, ein sinnloser Nahrungskreislauf, an dessen Ende sehr oft der Hund steht, manchmal das Kind, aber viel öfter noch das Sofa, Frau Nuehms Schuhe oder ihre Geldbörse. Was sie dann leider erst beim Bezahlen feststellt, wenn sie anstatt eines 50 Euro Scheines einen grauhaarigen, klebrigen Klumpen in der Hand hält und zu der angeekelten Verkäuferin sagen muss: „Äh, ich lauf dann mal schnell zum Geldautomaten, bitte verbrennen Sie diesen Schein, damit keine Seuchen ausbrechen, danke.“<br />
Aber solange es dem Kind Spaß macht!? Und das ist ja auch alles so lustig. Und Herr Ikea will ja auch von etwas leben. Also vom Inhalt der Sofaritze könnte er sich bestimmt zwei Jahre lang ernähren und alle seine Verwandten auch.</p>
<p>Außerdem, und jetzt kommen die Auswüchse der virtuellen Welt ins Spiel, befindet sich Frau Nuehm in einem Stadium zwischen manischem Größenwahn und grandioser Selbstüberschätzung. „Frau Nuehm, Sie schreiben so schön“, „Wir gründen einen Fanclub“, all das verhallt nicht ungehört in Nuehms stolzen Ohren. Haha, sie ist berühmt, ein Fanclub von mindestens drei Mitgliedern, also wenn Nuehm nicht demnächst in einem Ferrari durch die Straßen der verlotterten Stadt fährt, in der sie lebt, genau genommen, in der sie dann nicht mehr leben wird, denn sie wohnt dann wahlweise in St. Moritz, Sylt, Havanna oder ÄL Äyi, dann weiß ich es auch nicht. Beziehungsweise Sie. Oder ich? Oder wir beide. Na, egal.</p>
<p>Und Vorsicht, jetzt wird es spannend. Halten Sie sich fest und den Atem an. Es folgt der Höhepunkt der Geschichte!<br />
In diesem seelischen Ausnahmezustand zwischen Erschöpfung und Höhenflug bringt Frau Nuehm abends das Kind ins Auto, stellt flugs eine Schüssel mit Nudelsalat auf dem Autodach ab, denn sie hat schon mal so fiese Einfälle, wie andere Menschen mit ihrem selbsthergestellten Essen zu<del dateTime="2007-10-15T11:27:26+00:00"> vergiften bedrohen </del>erfreuen. Und sie braucht zwei freie Hände, für das, was jetzt folgt: Das Anschnallen des Kindes im Auto. Was sie auch tut, um dann wie ein Berserker in 0,3 Sekunden um das Auto herumzurasen, was sie aufgrund ihrer wahnwitzigen Sportlichkeit auch locker schafft.<br />
Warum? Das Kind ist nicht nur ein notorischer Chaosverbreiter, sondern überraschenderweise auch hypersensibel und steckt noch in dieser Phase, in der es das Alleinsein, und dauert das auch nur Sekundenbruchteile, überhaupt nicht verkraften kann!<br />
Es denkt dann nämlich, die ganze Welt wäre leer, oder so etwas in der Art. Und das macht ihm begreiflicherweise Angst. Würde man aber nie darauf kommen, dass es so empfindsam ist, wenn man zuschaut, wie es Frau Nuehms Wohnzimmertisch mit einigen beherzten Schlägen zertrümmert. Aber so kann man sich täuschen!<br />
Als offizieller Leibsklave des Kindes tut Frau Nuehm natürlich alles, damit es sich nicht einsam und verlassen fühlt. Deshalb die Eile. Schon diese 0,3 Sekunden Alleinsein reichen aber aus, dass das Kind Frau Nuehm mit Schmollmund und tränenverhangenem, bösem Blick empfängt.<br />
Sie lacht dann zu Ablenkung sehr laut, fast hysterisch, macht blöde Witzchen und sich komplett zum Affen, puh, geschafft, es heult zumindest nicht. Das ging ja gerade noch mal gut.</p>
<p>Und ganz relaxed gibt sich Frau Nuehm weiter Ihren Höhenflügen hin und fährt los. „Anna Nuehm, Sie sind toll, toller Text und so..“, denkt sie gerade und fährt lässig am Nachbarn vorbei. Dieser schaut Frau Nuehm ganz komisch an und sie sinniert „Haha, er weiß bestimmt, dass ich Anna Nuehm bin, noch ein neuer Fan, hoho“. Sie grüßt ihn mit überlegenem Grinsen, lässig, aber nonchalant, wie es Tokio Hotel nicht besser vormachen könnten, bleibt aber durchaus freundlich und jovial, wie es sich gehört, wenn man berühmt ist, aber dennoch bescheiden, denn man ist ja immer noch mit den Füßen auf dem Boden geblieben und dankt auch seinen Eltern, den Lehrern, der Academy, seinem Agenten und allen Freunden, die man so hat und gerade als man den Oscar in Empfang nehmen möchte und sich schon sieht, wie man ihn jubelnd hochreckt, da erkennt man die fuchtelnden Gesten des Nachbars, sein Winken und Rudern mit den Armen. Er zeigt auch wild auf das Autodach und all dies lässt Frau Nuehm urplötzlich, siedendheiß und schamhaft erkennen:<br />
Nudelsalat auf dem Autodach!<br />
Uh, uh. Oh, oh. Mit hochrotem Kopfe, unter den hämisch feixenden Blicken der <del dateTime="2007-10-15T11:44:48+00:00">geifernden Meute</del> versammelten Nachbarschaft steigt Frau Nuehm aus, murmelt ein erklärendes, entschuldigendes und die Situation entkrampfendes „Das ist nur Nudelsalat..“, was das Ganze aber nur noch verschlimmert und <del dateTime="2007-10-15T11:27:26+00:00">das hämische Gesindel</del> die netten Nachbarn erst Recht zu lautem, sinnlosem, wieherndem und total übertriebenem, fast schon hysterischem Lachen führt.<br />
Das ist ja schon nicht mehr normal, wie die lachen!! Wie die Tiere! Ja, Tiere würden sich schämen, so zu lachen! Tiere kennen so etwas wie Contenance, aber diese Menschen da nicht, diese Unmenschen, mit ihrer diabolischen Lache!</p>
<p>Frau Nuehm, Vorname Anna, rettet sich und die unschuldige, kleine, zu Unrecht verspottete Schüssel mit Nudelsalat hochroten Kopfes ins Auto hinein und bildet sie sich das nur ein, oder umspielt ein kleines, maliziöses Lächeln den Mund des Besuchskindes?<br />
Auch du, <del dateTime="2007-10-15T11:27:26+00:00">mein Sohn Brutus </del>Verräter? Auch du???<br />
Frau Nuehm greift sich an ihr kleines Bloggerherz und muss erkennen:<br />
Na ja, selber Schuld.<br />
Das kommt davon, wenn sich die Grenzen zwischen Realität und Virtualität verwischen und man sich auch im wahren Leben so fühlt wie Anna Nuehm, die man de facto aber nicht ist.<br />
Die man de facto aber nicht ist!<br />
Aber so was von nicht!<br />
Oder doch? Warum eigentlich nicht?<br />
Wenn nicht ich, wer sonst?? Wer denn sonst so? Wer?<br />
Also ich. Doch.<br />
Ja, doch.<br />
Amen. Oder so.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Machen Killerspiele gewalttätig?]]></title>
<link>http://torstenmayer.wordpress.com/2006/12/11/machen-killerspiele-gewalttatig/</link>
<pubDate>Mon, 11 Dec 2006 12:26:38 +0000</pubDate>
<dc:creator>Torsten Mayer</dc:creator>
<guid>http://torstenmayer.wordpress.com/2006/12/11/machen-killerspiele-gewalttatig/</guid>
<description><![CDATA[Machen Killerspiele gewalttätig? Diese aktuell diskutierte Frage gibt die Anwort in gewisser Weise ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Machen Killerspiele gewalttätig? Diese aktuell diskutierte Frage gibt die Anwort in gewisser Weise vor. Gefragt wird: Gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen Computerspielen und der Gewaltausübung? Längst haben sich jedoch Kommentatoren zu Wort gemeldet, die diese Herangehensweise kritisieren: Nicht modular sollen wir denken, sondern ganzheitlich. Nicht: »Führt A zu B und sollten wir darum A verbieten?«, sondern »Warum gibt es A, warum gibt es B und wie sind sie verknüpft?«. Das Prinzip Pille, die nur ein Symptom unterdrückt, die Krankheit jedoch unangetastet lässt.</p>
<p>Doch auch die überlegtere Herangehensweise kratzt nurmehr an der Oberfläche des eigentlichen Problems: Eine menschliche Gesellschaft, welche Individuen hervorbringt, die den Bezug zur sinnlichen Realität verloren haben.</p>
<blockquote><p><em>Bemerkung: Der nachfolgende Text ist zeitmangelbedingt noch nicht in seiner endgültigen Form. Er wird von mir überarbeitet. In ihn sind zahlreiche assoziierte Themen eingeflossen, die dem Leser zuliebe einer separaten Abhandlung unter einer eigenen Überschrift bedürften.</em></p></blockquote>
<p><strong><br />
Gewaltfantasien und tatsächliche Gewaltausübung</strong></p>
<p>In der Individualentwicklung ist es unerlässlich, dass der Mensch seine Grenzen erfährt: Bis hierher und nicht weiter, andernfalls droht das Scheitern. Auch und besonders in moralischen Fragen gilt dies, wiewohl hier stärker der Charakter gefragt ist, als in gesetzlich geregelten Bereichen. Der Staat wird sanktionierend tätig erst ab einer bestimmten Schadwirkung, die von allgemein unmoralischen Handlungen ausgehen. Dass unter diesen Voraussetzungen die Mehrzahl der die Lebensqualität verschlechternden Probleme nicht berührt wird, sollte jedem klar werden: Mit einer einheitlichen Gesetzgebung und einer starken öffentlichen Hand, ist zunächst nur der Rahmen gegeben, innerhalb dessen eine freie Gesellschaft ein menschenwürdiges Gemeinschaftsleben ausprägen kann. Tägliches Mobbing am Arbeitsplatz kann massive Verschlechterung der Lebenssituation begünstigen oder gar auslösen, doch es ist weit davon entfernt, als illegal eingestuft zu werden. Weitere Beispiele für  Fälle, in denen die Verantwortung beim Individuum liegt: Unzufriedenheit in der Beziehung führt verstärkt zu Trennung und Bindungsangst. Stress durch hohes Arbeitsaufkommen schlägt sich oft nieder in Form von Spannungen im Privatleben und der Dauerkonsum medialer Angebote bedeutet Entsinnlichung und Entfremdung und, wie ich im Folgenden auszuführen versuche, kann eine Inkompetenz zur Realitätsbewältigung nach sich ziehen.</p>
<p>Inwieweit die vorhandenen Möglichkeiten also genutzt oder gar ausgeschöpft werden, hängt von der moralischen Verfasstheit der Individuen (innere Haltung, Ethos) und von tiefer liegenden kulturellen Unterströmungen ab (Unterströmungen im Unterschied zum Mainstream, der sich prinzipiell jenseits von Moral bewegt, indem er ganz an der herkonstruierten Marktlogik ausgerichtet ist.).</p>
<p>Gelingt einem Individuum im Laufe seiner Persönlichkeitsentwicklung die Ausprägung eigener moralischer Standards, die sich gegen Mainstreameinflüsse behaupten können, kann von virtueller Gewalt keine Gefahr für die psychische Integrität ausgehen.  Computerspiele sind und bleiben dann auf dem Level von (Gewalt-)Fantasien, welche unzweifelhaft Berechtigung haben (Stichwort Probehandeln) angesiedelt.</p>
<blockquote><p><strong>Wer sich feste moralische Grenzen erworben hat, ist gegen Realitätsverlust durch virtuelle Verfremdung gefeit. Denn feste moralische Grenzen sind nichts anderes, als ein Wissen um ganzheitliche Zusammenhänge, ein Wissen, das keine Flucht in die Verantwortungslosigkeit zulässt, und nichts anderes ist die Regression hin zu archaischer Mordlust. </strong></p></blockquote>
<p><strong><br />
Virtualität oder Realität?</strong></p>
<p>Doch wie hängt dies mit der Diagnose zusammen, dass wir den Bezug zur sinnlichen Realität verlieren, woraus letztendlich die zu beklagenden irrationale Gewalttaten erwachsen?<br />
Moralischer Standards sind keine Kopfgeburten, keine entkoppelten Konstruktionen, sondern sie sind abgestimmt auf eine vorhandene materielle und soziale Wirklichkeit. Diese gilt es zunächst auf möglichst viele Arten zu erfahren und zu durchdenken. Zu diesem Erfahrungsprozess müssen auch die medialen Angebote ihren Teil beitragen. Nimmt aber der Anteil an medial vermittelten Erfahrungen überhand, stimmt der Mensch seine moralischen Standards nicht mit der eigentlichen Realität ab, sondern mit einem überaus künstlichen Ausschnitt derselben: Er wird inkompetent zu moralischen Urteilen, die auf wirklichen, im Unterschied zu virtuellen, Sachverhalten beruhen. Wirkliche Sachverhalte haben den virtuellen Sachverhalten voraus, dass sie gekoppelt sind an die Substanzen der Dinge. Substantialität aber ist der rote Faden, mit dessen Hilfe Menschen die Welt erkennen und beherrschen können.</p>
<p align="center"><img src="http://www.photocase.com/de/upload/09/8vry0wie/photocase278231893.jpg" alt="Gunman" height="340" width="227" /><br />
Foto: www.photocase.com</p>
<p>Dies bedarf einer näheren Erläuterung. Als virtuell müssen weit mehr Sachverhalte gelten, als Computer generierte Repräsentationen. Virtuell ist die Werbetafel am Straßenrand oder an der Bushaltestelle, sind die nachgestellten sozialen Realitäten in Telenovelas und Seifenoper. Auch Reality-Shows bilden keine Wirklichkeit ab, sondern erzeugen eine virtuelle soziale Realität. Da sie aber übergreifen auf die soziale Wirklichkeit außerhalb der Medien, etwa indem sie den Geschmack prägen, Trends setzen, ist auch die soziale Realität virtuell zu nennen. Und dies umso mehr, je weiter der Einfluss der kulturellen Unterströmung verdrängt wird vom Mainstream. Zugespitzt formuliert lässt sich sagen: Der Mainstream ist virtuell, während die kulturelle Unterströmung an die gegenständliche, sinnlich erfahrbare Realität gebunden ist. Und weiter: Indem der Mainstream Informationen in starkem Maße filtert, manches überbetont, manches ignoriert, ist er verlogen. Indem die Unterströmung dies zwar auch tut (verengter Horizont durch die Konzentration auf bestimmte Denkmuster, Selektion durch ästhetische Vorlieben, persönliche Stileigenheiten, etc.), aber motiviert ist von dem realen Bedürfnis des Individuums, ist diese als entschieden wahrhaftiger zu bezeichnen.</p>
<blockquote><p><strong>Wahrhaftigkeit beim Erschließen der Realität hilft, Leid zu vermeiden und zu mindern. Verklärung durch Virtualisierung erzeugt und reproduziert Leid und sorgt im Interesse der Machthaber dafür, die Ursachen von Leid unentdeckt zu lassen.</strong></p></blockquote>
<p>Sich an der diffusen Unterströmung zu orientieren und das Geschehen im Mainstream von dieser Warte aus kritisch zu bewerten, ist eine Bürgerpflicht! Aufgeklärte, mündige, streitbare, ihre Sache vertretende Staatsbürger sind das Ideal. Ein vom Marktgesetz korrumpierter Mainstream ist nichts, woran mensch sich orientieren sollte, wenn er sich nicht verlieren will.</p>
<p><strong>Substantialität in gering virtualisierter Umwelt</strong></p>
<p>Durch die physische Bedrohung, die vom repressiven Spitzel-Apparat in der DDR ausging, war die Sphäre der Realität in der DDR-Gesellschaft der Sphäre der Virtualität übergeordnet. Seit dem Fall des eisernen Vorhanges  verbreitet sich die Virtuelle Realität, welche gefügig macht, gegenüber den Zumutungen, gleichgültig gegenüber den Verbrechen. Die Markideologen selbst wissen nicht, was sie tun, sind hypnotisiert vom Zauber, vom Rausch der Möglichkeiten, von dem Glanz des Goldenen Käfigs. Das Leben wird zur Achterbahnfahrt, weil entzückte Kindmenschen es frei gestalten dürfen. Neben dem Zwang des Kapitals gelten keine Verbindlichkeiten, im kulturellen Raum führt eine zunehmend verspielte Fantasie das Zepter. Leistete vormals die Bindung an die Substanzen der Dinge eine natürliche unfehlbare Intuition von Richtig und Falsch, Gut und Böse, müssen wir uns heute gegenseitig erzählen, woran wir uns zu halten haben. Erspüren können wir die Notwendigkeit diesen oder jenen moralischen Verhaltens jedoch kaum mehr.</p>
<p>DDR-Schriftsteller beklagten nach der 1989er Wende das Unverbindlichkeits-Phänomen: Was man damals nicht schreiben durfte, interessiert heute niemanden mehr. Doch nicht etwa, weil die Menschen zu dumm wären, ein Gedicht zu verstehen, oder zu faul einen Roman zu lesen, sondern weil sie verführt wurden von den Angeboten des virtuell gewordenen Marktes. Dieser saugt die Lebenswirklichkeit, die Kultur, die Tradition ein wie ein schwarzes Loch, assimiliert, transformiert unaufhörlich. Tägliche Einflüsterung: dass alle Kunst, die sich der Substantialität, der Realität, der Wahrhaftigkeit, dem »grauen Alltag« verpflichtet fühlt, öde, ewig gestrig, schlecht angezogen, versponnen – und realitätsfern (! ) sei.<br />
Die soziale Wirklichkeit in der DDR war – selbstverständlich ist dies in erster Linie der Planwirtschaft geschuldet – stärker von <em>substantiell-existentiellen und natürlichen</em> anstatt von medial gefilterten Realitätsbezügen geprägt, war durch und dank staatlicher Repression und medialer 'Rückständigkeit' sehr viel näher an der reinen Lebenswirklickeit, als es die virtuelle Realität des<em> 'allmächtigen' Marktes</em> heute ist.</p>
<p>Der Einzelne war und lebte wahrhaftiger. Das Leben und seine Prioritäten waren gewisser und verbindlicher. – Nichts, was sich nicht durch bewussten Konsum und durch Verzicht auf Verzichtbares heute wieder erreichen ließe! Wir müssen allerdings generell unseren Skeptizismus in Bezug auf das Wahre und Gute ablegen, sondern akzeptieren, dass diese Werte durch die Liebe unhintergehbar in der Welt gegeben sind und dass sie uns, die Akteure in die Pflicht nehmen und dass jene Denkmuster, die uns aus der Pflicht entlassen, falsch und verwerflich sind.</p>
<p><strong>Orientierungsverlust durch übergreifende Virtualisierung</strong></p>
<p>Auf zwei Grundsätze stützt sich meine Überlegung: a) Zur Reife des Menschen bedarf es eines organischen Wachstums, und dazu bedarf es der unverbauten Möglichkeiten des Kontaktes mit den Dingen. b) Nicht modular will die Wirklichkeit verstanden sein, sondern ganzheitlich.<br />
Viele der Erfahrungen, die uns das Leben in der technisierten Zivilisation erleichtert oder erspart, sind unerlässlich für den Reifeprozess. Spätestens in der Beziehungskrise lernt der Egoist, dass es nicht nur seine Wünsche und Ziele gibt, sondern auch die des Partners. Die virtuelle Welt bietet mannigfache Möglichkeiten, sich seiner Verantwortung zu entziehen. Zu ihr stand der Wunsch Pate, dass es eine Befreiung von der 'banalen Existenz' gäbe. Bereits die Alten Griechen und auch das Mittelalter kannten die Idee einer zweiten Kunstwelt, neben der Realität.</p>
<p>Stichwort Realitätsflucht. Ein berechtigter Vorwurf. Die Kunst soll der Verdeutlicheung und Deutung, der Verzauberung, Überhöhung, Verehrung und der Feier der Realität dienen, zu der jedoch stets zurückgeführt werden muss. Die Realität ist Ausgangs- und Endpunkt wahrhaftiger Kunst.</p>
<p>Die Virtualität ist der Überschlag der Kunst in die Realitätsflucht. Ist unser Wesen aber in der Realität gegründet, können uns die Angebote der Virtualität nicht psychisch deformieren. Wir verfügen über die Macht der Interpretation dieser Angebote. Wir verstehen sie, gebrauchen sie, ohne uns von ihnen einspinnen zu lassen.</p>
<p><strong>Verelendung</strong></p>
<p>Bei aller effektiv gefühlter Erhöhung des Selbst durch die mediale Verfremdung der Wirklichkeit geht das Gefühl für die realen Missstände beim Individuum offenbar nicht verloren, sondern wird allenfalls zugedeckt. Wie die veröffentlichten Tagebucheinträge des im Wald aufgefundenen Selbstmörders und mutmaßlichen Amokläufers zeigen, überhöhte sich dieser stilistisch, jedoch aus einer realen Elendssituation heraus. Alle Beziehungen werden aufgekündigt. Alle Brücken abgerissen. Was war, ist kaum etwas wert. Nihilismus, Fatalismus, Einsatz des eigenen Lebens für die Realwerdung der Allmachtsfantasie, der einmalige Gipfel der Lebensintensität. Die virtuell verfälschte Bilanz schreibt deutliche Zahlen: Ein wertloses Leben gegen den Glanz der überragenden Stellung in der Virtualität.</p>
<p>So geht die Verlagerung des Orientierungsmittelpunktes von der materiellen, »rohen«, ursprünglichen Wirklichkeit,   in die mehrfach überformte Kultursphäre und Künstlichkeit einher mit einer Abwertung des ursprünglich Sinnlichen. Wir verlernen die Lust am bloßen Leben und indem das ursprünglich Reale schwindet, wird aus dem Spiel existentieller Ernst. Allerdings bleibt der 'Spieler' selbst in seiner Verklärung befangen: Die Entscheidung zum Amoklauf geht einher mit dem Abbruch aller Beziehungen zur substantiellen Realität.</p>
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