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	<title>unispiegel &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://wordpress.com/tag/unispiegel/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "unispiegel"</description>
	<pubDate>Thu, 21 Aug 2008 03:37:02 +0000</pubDate>

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<item>
<title><![CDATA[Segler oder Selbstdarsteller? Die große Professorentypologie]]></title>
<link>http://christophkoch.wordpress.com/?p=196</link>
<pubDate>Tue, 13 May 2008 07:00:09 +0000</pubDate>
<dc:creator>christophkoch</dc:creator>
<guid>http://christophkoch.wordpress.com/?p=196</guid>
<description><![CDATA[Jedes Semester treffen Studenten auf Dozenten, deren Namen sie zum ersten Mal hören. Wie der neue P]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jedes Semester treffen Studenten auf Dozenten, deren Namen sie zum ersten Mal hören. Wie der neue Prof tickt? Das ist im Grunde ganz simpel: Er lässt sich wahrscheinlich einem von sieben Typen zuordnen.<br />
</strong></p>
<p><strong>Der Gockel</strong></p>
<p>Die Uni ist die Bühne, auf der ein Stück gegeben wird, in dem er stets den Hauptdarsteller spielt: tadelloser Anzug, randlose Brille, perfektes, glänzendes Haar. Seine Vorlesungen eröffnet er gern mit einem berühmten Zitat. Dabei wedelt er in großen Gesten mit seinen Armen. Und marschiert während eineinhalb Stunden rund fünf Kilometer hin und her durch den Hörsaal.</p>
<p>Exakte Wissenschaft? Methodik? Firlefanz! Was zählt ist, wie man sich verkauft. Er liebt es, First Class zu großen, internationalen Kongressen zu fliegen. Seine Entourage aus karrierefreudigen Doktoranden fährt derweil mit dem Zug hinterher. Dort feilt sie an seinen Vorträgen. Schließlich ist ihr Chef gütig, außer man stellt ihn durch mangelnde Perfektion bloß. Wenn sich ein Fehler auf seiner Powerpoint-Folie eingeschlichen hat, spannt sich seine Gesichtsmuskulatur zu einem gequälten Lächeln. Jetzt wissen die Untertanen: Die Rache wird fürchterlich und persönlich verletzend sein.</p>
<p>Das Wochenende verbringt der Gockel in seinem kleinen Landhaus. Dorthin lädt er Freunde aus der Wirtschaft ein, oder er schreibt einen "längst überfälligen" Leserbrief an eine überregionale Zeitung. Erscheint dieser, am besten noch mit Foto, spendiert er eine Runde billigen Prosecco am Lehrstuhl. In das Klatschen seiner Doktoranden für so viel Edelmut ruft er hinein: "Vielen Dank. Der Applaus ist schließlich der Lohn des Künstlers!"</p>
<p><em>So gehst du mit ihm um: Setze deine WG-Kollegen kurz vor der Prüfung auf ihn an. Sie sollen ihn darauf ansprechen, ob er der Professor ist, den man aus der Zeitung kennt und von dem ihr Mitbewohner immer so schwärmt.<br />
</em></p>
<p><!--more--></p>
<p><strong>Die Karrieristin<br />
</strong><br />
Im Lebenslauf der Karrieristin ist die Hochschule nur eine Zwischenstation, ein Sprungbrett - auch wenn sie das natürlich vehement bestreitet. Zu sehr ist sie damit beschäftigt, die "offene Kommunikationsatmosphäre" und die "engagierten und wissbegierigen Studenten" zu loben, wo auch immer sie ein Reportermikrofon sieht. Gleichzeitig lässt sie keine Gelegenheit aus, den "Elfenbeinturm Wissenschaft" anzuprangern und mit Modernisierungsvorschlägen auf sich aufmerksam zu machen.</p>
<p>Diese hat sie zwar allesamt von dem US-College abgeschaut, an dem sie zwei Semester studiert hat, im verschlafenen Deutschland kommt sie damit dennoch als wagemutige Reformerin in die Presse. Dass die Karrieristin in ihren Seminaren ständig prominente Gastredner "aus der Praxis" begrüßt, festigt nicht nur ihren Ruf als Macherin - sondern vor allem ihre eigenen Verbindungen zu Wirtschaft und Politik.</p>
<p>Und so ist es kein Wunder, dass das Dozenten-Wunderkind eines Tages genauso schnell wieder verschwindet, wie es gekommen ist: Jetzt sitzt sie auf einem gutbezahlten Vorstandsposten.</p>
<p><em>So gehst du mit ihr um: Biete ihr an, statt deiner Abschlussarbeit die Erstellung einer Homepage für den Alumni-Verein zu übernehmen, den sie gerade gegründet hat. Das bringt dir ihre ewige Dankbarkeit und kostet dich etwa ein Zwanzigstel der Zeit.<br />
</em></p>
<p><strong>Der Kumpel<br />
</strong><br />
"Nicht altern wollend, distanzgemindert, aufdringlich" - so beschreiben ihn seine Studenten. "Locker und jung geblieben - und das mit fast 50 Jahren", so sieht er sich hingegen selbst. "Das Blockseminar können wir gern bei mir zu Hause veranstalten, ich koch dann etwas Eurasisches für uns", ist eine seiner Ankündigungen, vor der jeder Kurs zittert.</p>
<p>In den neuesten Turnschuhmodellen steht er dann mit seinem japanischen Fischmesser vor seinem freistehenden Herdblock. Gegen den Lärm der Dunstabzugshaube brüllt er an: "Ich bin jetzt auch bei StudiVZ."</p>
<p>Dass er seine Studenten in peinliche Situationen bringt, wenn er sie in seinen Social Networks als Kontakte einlädt und dass niemand die Fotos sehen will, auf denen er zum "Clubclosing" auf Ibiza "raved", kann er nicht nachvollziehen. Stattdessen schlägt er vor, bei der nächsten Fachbereichsparty "auch mal ein Stündchen aufzulegen". Zur Vorlesung kommt er mit dem Tretroller. Und unterbricht dort gern einmal seinen Vortrag über Medientheorie, um Studenten zu fragen, woher genau sie eigentlich ihre Jeans beziehen.</p>
<p><em>So gehst du mit ihm um: Gratuliere ihm jährlich immer wieder zum 37. Geburtstag. Dass du ihn nicht als Kontakt bei StudiVZ angenommen hast, wird er augenblicklich verzeihen.<br />
</em></p>
<p><strong>Der schamlos Faule<br />
</strong><br />
"Veranstaltungsbeginn: Dritte Vorlesungswoche" - am notorisch verspäteten Seminareinstieg kann man den schamlos Faulen ebensogut erkennen wie an seiner durchgängigen Bräune, die er sich auf seinem Segelboot erwirbt. Auf die verwunderte Frage, wie es denn möglich sei, dass sein Wohnort rund 800 Kilometer von der Uni-Stadt entfernt liegt, in der er doziert, antwortet der schamlos Faule lächelnd, Astronauten würden schließlich auch nicht auf dem Mond leben, obwohl sie dort arbeiten.</p>
<p>Im Sommersemester legt er sein komplettes Seminarangebot auf den Donnerstag - im Wissen, dass auf diesen Tag die meisten Feiertage fallen. Ansonsten reißt er die Kursangebote, zu denen ihn sein Beamtenstatus verpflichtet, bevorzugt als Wochenendseminare ab. "Familiäre Verpflichtungen" zwingen ihn dabei zwar meist zu einer verspäteten An- und verfrühten Abreise, aber Fragen nach seiner Anwesenheit bleiben erfolglos: "Stechuhrmentalität", schimpft der schamlos Faule dann nur - und "Wenn Sie wüssten, wie viel ich pro Woche arbeite!" Gut für ihn, dass die Studenten sich weniger für seine Arbeitszeit interessieren als für ihre eigene - und deshalb selbst so viele Donnerstagskurse belegen wie möglich.</p>
<p><em>So gehst du mit ihm um: Finde heraus, auf welchem Golfplatz er die Tage verbringt, an denen seine Seminare "aufgrund von Krankheit" ausfallen. Dort zwinkerst du ihm an der Bar des Clubhauses verschwörerisch zu: "Sport und frische Luft sind manchmal die beste Medizin."</em><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Der Privatdozent<br />
</strong><br />
Er hatte die besten Noten im Diplom. Er schrieb die aufwendigste Doktorarbeit. Für seine methodisch perfekte Habilitationsschrift ließ er sich Jahre Zeit. Alles umsonst! Vergebens! Denn während er sich der reinen Wissenschaft widmete, fuhren seine Kollegen zu internationalen Kongressen. Dort feierten sie und knüpften engmaschige Netzwerke - zusammengehalten durch kleine giftige Indiskretionen. Und dann wurden diese Konkurrenten auf die Lehrstühle befördert, auf die der Privatdozent immer spekulierte.</p>
<p>In einem alten Sakko sitzt er nun, mittlerweile jenseits der 40, nahezu unkündbar, aber ohne Aussicht auf eine Karriere als Professor, in seinem engen Büro. Meist murmelt er von Mobbing und Verschwörung und nimmt seine selbstgewählte Aufseherfunktion wahr: der Stachel im Fleisch der "verlogenen Professorenschaft" zu sein und zu verhindern, dass jemand die Ungerechtigkeiten, die ihm widerfahren sind, vergisst. Missmutig und staubtrocken hält er daher seine Vorlesungen - in der Hoffnung, dass endlich einmal ein Student fragt, warum es ihm eigentlich so schlechtgeht.</p>
<p>Wünscht ihm jemand einen schönen Tag, antwortet er "Schön wär's". Dass er mittlerweile als Freak gilt? Und dass sich seine Stimmung Jahr für Jahr verschlechtert? Gut so! Je größer sein Leid, umso deutlicher der Beweis für die Schwere der Tat der anderen!</p>
<p><em>So gehst du mit ihm um: Frage ihn vor der Prüfung, ob er als Vorbereitung auch seine Promotionsschrift aus dem Jahr 1988 empfiehlt - schließlich sei sie ja das "eigentliche Grundlagenwerk".</em><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Der Linke<br />
</strong><br />
Der Linke ist selbstverständlich vorwiegend in Fächern wie Soziologie und Politikwissenschaft zu finden und trägt jeden Tag ein Exemplar des schwarzen Anzugs, den er zehnmal im Schrank hängen hat - um sich nicht "dem Stahlbad der Mode- und Kulturindustrie" ausliefern zu müssen. An der Tür seines Büros hängt ein großes Bild von Karl Marx, auf dem Studenten Nachrichten hinterlassen haben ("Sie waren in Ihrer Sprechstunde nicht da - bitte rufen Sie mich dringend wegen meiner Hausarbeit an!"), die mitunter von 1996 datieren.</p>
<p>Anwesenheitslisten findet der Linke "faschistoid", jeder, der an seinen Seminaren teilnimmt, bekommt grundsätzlich eine Zwei. "Dafür haben wir schließlich in den Sechzigern gekämpft", sagt er mit verklärtem Blick, als ein paar übereifrige Studenten ihren Einserschnitt durch diese Praxis gefährdet sehen. Als dieselbe Gruppe ihr Referat mit einer Powerpoint-Präsentation untermalt, ist der Linke kurzzeitig versucht, ihnen für diese "von turbokapitalistischer Hochglanzoptik eingenordete Corporate Gehirnwäsche" die erste Drei seiner Dozentenkarriere zu geben. Stattdessen beruhigt er sich, in dem er über sein aktuelles Forschungsthema spricht: "Auf den Untätigen stürzt das Weltall ein: Wie der Windows-Bildschirmschoner uns zu modernen Sklaven erzieht."</p>
<p><em>So gehst du mit ihm um: Erkläre ihm, dass du die Seminararbeit deshalb nicht rechtzeitig fertigstellen konntest, weil du gegen den G-8-Gipfel demonstriert hast - oder aus anderen Gründen in "politischer U-Haft" festhingst.</em><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Die Engagierte<br />
</strong><br />
Du hast Schwierigkeiten, einen Erasmus-Platz in Barcelona zu ergattern? Kein Problem, die Engagierte mailt mal eben ihrer spanischen Kollegin und kümmert sich um die Formalitäten. Das wichtige Buch, auf das du die Ergebnisdiskussion deiner Diplomarbeit aufbauen wolltest, ist seit Wochen vergriffen? Macht nichts, auch vier Stunden vor Heiligabend kannst du es bei ihr zu Hause noch kurzfristig leihen.</p>
<p>"Wer nichts tut, tut nichts Gutes", ist ihr Motto. Zur Uni kommt sie selbstredend mit dem Fahrrad. In ihren Seminaren erscheinen regelmäßig externe Experten. Sprechstunde ist immer, wenn Studenten etwas von ihr wollen. Und wenn die Diskussionen in der Vorlesung spannend sind, redet sie gern in der Mensa weiter.</p>
<p>Leidenschaft! Einsatz! Fordern, aber nicht überfordern, das sind ihre Leitsätze. Schade nur, dass die meisten ihrer Kollegen und etliche Studenten sich in ihrer Gegenwart stets oberflächlich und schlecht fühlen - schließlich lässt ihr Engagement kaum noch eine Ausrede für eigene Faulheit offen. Am meisten fürchten sie daher ihre Lieblingsfrage: "Sagen sie, kann ich Sie irgendwie unterstützen?"</p>
<p>So gehst du mit ihr um: Lade sie zur Prüfungsvorbereitung in deine WG ein. Beim Anblick der verwahrlosten Wohnung wird sie nicht nur Mitleid bei der Notenvergabe haben, sondern auch augenblicklich anfangen zu putzen.</p>
<p><em>Text: Mathias Irle &#38; Christoph Koch<br />
Erschienen in: UniSpiegel</em></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Kurz und doch lang]]></title>
<link>http://sinnen.wordpress.com/?p=11</link>
<pubDate>Sun, 03 Feb 2008 15:09:24 +0000</pubDate>
<dc:creator>sinnen</dc:creator>
<guid>http://sinnen.wordpress.com/?p=11</guid>
<description><![CDATA[Da mein letzter Beitrag leider verschwunden ist, da die Internetverbindung gerade beim Speichern des]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Da mein letzter Beitrag leider verschwunden ist, da die Internetverbindung gerade beim Speichern des Artikels nicht so wollte wie ich, hier ein kurzer Hinweis, bis wieder ein neuer von mir kommt:</p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,532070,00.html" title="Spiegel Online - Unispiegel">Mein digitaler Selbstmord (extern: spiegel.de)<br />
</a></p>
<p>Sehr lesenswert und ist es in Wahrheit nicht wirklich schöner sich mit der Realität auseinander zu setzen statt immer vorm Rechner zu sitzen? Denkt mal drüber nach.</p>
<p>-sinnen</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Studentenbriefe: Post in die Heimat]]></title>
<link>http://christophkoch.wordpress.com/2007/12/16/studentenbriefe-post-in-die-heimat/</link>
<pubDate>Sun, 16 Dec 2007 19:34:22 +0000</pubDate>
<dc:creator>christophkoch</dc:creator>
<guid>http://christophkoch.wordpress.com/2007/12/16/studentenbriefe-post-in-die-heimat/</guid>
<description><![CDATA[
Nachdem Studenten und Berufsanfänger das heimische Nest verlassen haben, melden sie sich nach Mein]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><!--StartFragment-->
<p class="MsoNormal"><span class="Apple-style-span" style="font-weight:bold;">Nachdem Studenten und Berufsanfänger das heimische Nest verlassen haben, melden sie sich nach Meinung der Eltern nur noch viel zu selten - per Brief, E-Mail oder Telefon. Das liegt daran, dass die meisten einfach nicht wissen, wie Sie – gerade in kritischen Momenten – ihre Anliegen so formulieren sollen, dass Mutter &#38; Vater sie verstehen. Der UniSpiegel-Sprachkurs hilft bei diesem Dilemma.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span class="Apple-style-span" style="font-weight:bold;"></span></p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span class="Apple-style-span" style="font-weight:bold;">Lektion 1 – Die Reise</span><span class="Apple-style-span" style="font-weight:bold;"></span></p>
<p class="MsoNormal"><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;">Die Situation: </span></p>
<p class="MsoNormal">Sie wollen mit einer Handvoll Unifreunden eine wilde Wochenendreise unternehmen – leider fehlt Ihnen dazu das nötig Kleingeld</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;">Aufgabe:</span><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;"></span></p>
<p class="MsoNormal">Verfassen Sie eine E-Mail, mit der Sie sich das nötige Reisebudget bei Ihren Eltern besorgen.</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;">Das wollen Sie schreiben:</span><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;"></span></p>
<p class="MsoNormal">„Ich brauche leider mal wieder mehr Geld, weil ich mit ein paar Freunden übers Wochenende nach Amsterdam fahren will – und leider immer noch keinen Job gefunden habe. Es wäre super, wenn Ihr mir bis allerspätestens Donnerstag so um die 500 Euro überweisen könntet, denn am Freitag wollen wir mit Oschis VW-Bus schon früh los – nachmittags sind die Coffeeshops noch nicht so voll. Wir pennen zwar auf dem Campinglatz, aber der Eintritt für den Club, in dem Leute live auf der Bühne Sex haben, kostet allein 60 Euro. Aber keine Angst, dafür sind aber auch schon eine Menge Freigetränke drin, es ist also wirklich kein zum Fenster rausgeworfenes Geld. Und überhaupt, was soll denn der ganze Stress – Ihr wart doch schließlich auch mal jung.“</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;">Das sollten Sie schreiben:</span><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;"></span></p>
<p class="MsoNormal">„Wie ich Euch sicher schon einmal erzählt habe, lässt es mein Stundenplan derzeit nicht zu, dass ich mich nach einem Nebenerwerb umsehe. Deshalb befinde ich mich ausgerechnet jetzt in einer finanziell angespannten Lage, wo der Ausflug unseres Orientierungskurses ansteht. Dort soll für den Schwerpunkt „Großstadtsoziologie“ das Phänomen der Gentrifizierung in der Innenstadt von Amsterdam analysiert werden. Es wäre nicht nur für mich, sondern auch für meine Kommilitonen sehr schade, wenn ich aus finanziellen Gründen auf diese Exkursion müsste. Der Professor hat die Teilnahme zwar nicht zur Bedingung gemacht, aber ich bin sicher, dass es sich negativ auf meine Endnote auswirken wird, wenn ich nicht mitfahren kann.“</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p><!--more-->
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span class="Apple-style-span" style="font-weight:bold;">Lektion 2 – Die Verbindung</span></p>
<p class="MsoNormal"><span class="Apple-style-span" style="font-weight:bold;"></span></p>
<p class="MsoNormal"><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;">Die Situation:</span></p>
<p class="MsoNormal">Ihre Eltern bezeichnen sich gerne als Alt-68iger. Sie hingegen sind gerade einer studentischen Verbindung beigetreten.</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;">Aufgabe: </span></p>
<p class="MsoNormal">Übermitteln sie per Post die Nachricht von ihrer neuen Mitgliedschaft ihren Eltern.</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;">Das wollen Sie sagen:</span><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;"></span></p>
<p class="MsoNormal">„Seit gestern bin ich Mitglied einer studentischen Verbindung. Ja, ich weiß, welche Vorurteile euch jetzt sofort durch eurer engstirniges APO-Gehirn gehen: „Da sind doch chauvinistische Sexisten und Rassisten, ewig Gestrige, aufgepustete Männer, die Angst vor Frauen haben, weil sie sich ihnen im tiefen Innern unterlegen fühlen.“ Aber hey: Sie bieten die geilsten Altbauwohnungen der Stadt für kleines Geld. Wenn es hart auf hart kommt, findet man dort immer jemanden, der einem die Jura-Hausarbeit schreibt. Sie können sich gut anziehen. Tanzen gut. Und zu ihren Feten kommen die schönsten Frauen der Stadt. Diese Oberflächlichkeit macht Dich wahnsinnig wütend, Papa? Du, vielleicht solltest Du dann einmal an Dir und Deinen Aggressionen arbeiten. Um heraus zu finden, dass Du dich tief im Inneren doch nach Oberflächlichkeit sehnst.“</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;">Das sollten Sie sagen:</span><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;"></span></p>
<p class="MsoNormal">„Du Papa, Mama, ihr liebt doch Günther Wallraff. Und ihr wisst, dass ich bewundere, wie er sich aufgeopfert und in andere Identitäten schlüpft nur um die Missstände in unserer Gesellschaft aufzudecken. Ich habe beschlossen, es ihm gleich zu tun. Gestern habe ich mich daher von einer studentischen Verbindung anwerben lassen. Ja, genau, diese Ansammlungen von chauvinistische Sexisten und Rassisten, ewig Gestrige, aufgepustete Männer, die Angst vor Frauen haben, weil sie sich im tiefen Innern ihnen unterlegen fühlen. Diese Rattenfänger! Ich möchte bis ganz in ihre Mitte vordringen, auf ihre Feste gehen, in ihren Wohnungen wohnen, quasi in ihre Schuhe schlüpfen um ihr von elitärer Vetternwirtschaft geprägtes Weltbild öffentlich zu machen. Glaubt mir, auch für mich ist das nicht leicht, mitten in der Höhle des Löwen. Aber wie habt ihr damals 68 noch immer gesagt: Die Revolution gibt es nicht geschenkt!“</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span class="Apple-style-span" style="font-weight:bold;">Lektion 3 – Weihnachten ohne Eltern</span><span class="Apple-style-span" style="font-weight:bold;"></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-style:italic;" class="Apple-style-span">Die Situation:</span></p>
<p class="MsoNormal">Sie haben sich entschlossen zum ersten Mal das Weihnachtsfest nicht unter dem elterlichen Christbaum, sondern in ihrer WG zu verbringen.</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-style:italic;" class="Apple-style-span">Aufgabe: </span></p>
<p class="MsoNormal">Setzen Sie Ihre Eltern bei einem Telefonat von diesem Vorhaben in Kenntnis – und lassen Sie sich nicht davon abbringen.</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-style:italic;" class="Apple-style-span">Das wollen Sie sagen:</span></p>
<p class="MsoNormal">„Ich habe Euch doch letztes Mal schon gesagt, dass ich keinen Bock mehr habe auf die immergleiche Leier: Mama ist gestresst und schreit rum, Papa schließt sich im Hobbykeller ein und Onkel Heinz schwärmt vom Dritten Reich. Und am Schluss sind alle besoffen und<span>  </span>wollen, dass ich mein Akkordeon raushole und Weihnachtslieder spiele ... Nein, das ist nicht total unfair, das ist die Wahrheit. Ich habe da schon letztes Jahr in meinem Blog drüber geschrieben, wie es bei uns immer zugeht. Außerdem fährt meine/e Freund/in auch schon seit zwei Jahren nicht mehr Weihnachten nach Hause und wir haben endlich mal die WG für uns alleine ... Ach, auf Eure Geschenke pfeife ich, Ihr schenkt mir doch eh immer nur hässliche Klamotten, die ich nicht umtauschen kann, weil sie reduziert waren und später nicht mal im Second-Hand-Laden losbekomme. “</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-style:italic;" class="Apple-style-span">Das sollten Sie sagen:</span></p>
<p class="MsoNormal">„Ich würde so gerne kommen, denn wir haben ja nur so wenig Zeit, die wir miteinander verbringen können. Deshalb tut es mir selbst am meisten leid, dass es dieses Jahr nicht klappt ... Es ist wegen der Uni, da habe ich mich für ein Zusatzmodul angemeldet, mit dem man deutlich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat. Dafür müssen wir über die Weihnachtstage eine Recherche durchführen, die ich nur hier an der Unibibliothek machen kann ... Der zweite Grund – das wollte ich Euch eigentlich gar nicht sagen, damit ihr Euch keine Sorgen macht – aber ich muss ich um meine Mitbewohnerin kümmern. Die fährt Weihnachten schon seit Jahren nicht mehr nach Hause, weil sie leider keine so tolle Familie hat wie ich. Deshalb bekommt sie jedes Jahr eine schwere Krise und ich halte es für meine Pflicht, ihr in dieser schweren Zeit emotional beizustehen.“</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-weight:bold;" class="Apple-style-span">Lektion 4 – Die Prüfung</span></p>
<p class="MsoNormal"><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;">Die Situation:</span></p>
<p class="MsoNormal">Sie sind mit Pauken und Trompeten durch eine wichtige Prüfung gefallen.</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-style:italic;" class="Apple-style-span">Aufgabe: </span></p>
<p class="MsoNormal">Informieren Sie Ihre Eltern am Telefon über diese unschöne Tatsache.</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;">Das wollen Sie sagen:</span></p>
<p class="MsoNormal">„Okay, machen wir es kurz: Die Prüfung, in dessen Vorfeld mit Mama extra noch das Energie Paket mit den vertrockneten Müsli Riegeln geschickt hat, habe ich richtig versemmelt. Gewundert hat es mich allerdings nicht. Schließlich schaffe ich es einfach nicht „Nein“ zu sagen, wenn ich um 23 Uhr meine Schicht als Kellner in dem Biergarten beendet habe und die anderen mich überreden, noch einen Trinken zu gehen - wer kann schon ordentlich am nächsten Tag lernen, wenn er um 4.30Uhr mit zu viel Promille in Klamotten ins Bett fällt? …Papa, hattest du nicht gesagt, ein gutes Pferd springt knapp?...Meine Freundin, die mich übrigens nach der Prüfung verlassen hat, sagt, mir mangele es an Durchsetzungsvermögen, einem klaren Ziel und sozialer Kompetenz… Ich hingegen glaube etwas anderes: Mein Nichtlernen ist meine Art zu protestieren. Gegen das Studienfach, in das ihr mich hineingedrängt habt. Gegen dieses Leistungssystem an den deutschen Unis. Und vor allem gegen Euch, die ihr immer nur mein „Bestes wollt“.</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-style:italic;" class="Apple-style-span">Das sollten Sie sagen:</span></p>
<p class="MsoNormal">„Sicher erinnert Ihr euch noch an die Prüfung, in dessen Vorfeld mir Mama extra noch das Energie Paket mit den leckeren Müsli Riegeln geschickt hat (Vielen Dank noch einmal!)…Ja, ich habe während der Prüfung gespürt, wie ihr mir die Daumen gedrückt habt (Auch dafür Danke!)… Leider sieht es vermutlich so aus, als sei nichts daraus geworden. Ich drücke mich bewusst noch vage aus. Denn es heißt in der Fakultät, über 80 Prozent der Kandidaten seien diesmal durchgefallen und es habe eine Vielzahl von Fragen innerhalb der Prüfung gegeben, die nicht mit dem angegebenen Lernstoff korrespondierten. Beides scheint rein rechtlich nicht Ordnung, weshalb es möglicherweise zu einer Sammelklage gegen den Professor kommen könnte… Man muss sich das mal vorstellen: Wochenlang verbieten sich über hundert Studenten jede Form von Ablenkung, lernen bis zur Erschöpfung und der urlaubende Herr Professor lässt von seinen Hilfskräften eine dilettantische Arbeit zusammenflicken! Papa, immer öfter denke ich, Du hast Recht: Diesem Beamtensystem Uni ist nicht mehr zu helfen.“</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-weight:bold;" class="Apple-style-span">Lektion 5 – Die Partybilder</span></p>
<p class="MsoNormal"><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;">Die Situation:</span></p>
<p class="MsoNormal"> Auf einer Internetseite für Partybilder sind Fotos zu sehen, in denen jemand ihnen eine Bierbong in den Mund stecken, Freunde große Zigaretten rauchen und sie ihren nackten Hintern in die Kamera halten. Die Gefahr ist groß, dass ihre Eltern von den Bildern etwas mitbekommen.</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-style:italic;" class="Apple-style-span">Aufgabe:</span></p>
<p class="MsoNormal"> Erklären Sie sich präventiv per Mail ihren Eltern.</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-style:italic;" class="Apple-style-span">Das wollen Sie schreiben:</span></p>
<p class="MsoNormal">„Wahrscheinlich zeigen euch eure armseligen Bekannten, die immer auf der Partywebseite nach geilen Fotos von Studenten suchen, demnächst ein paar Bilder von mir: Hey, das war Spaß! Party! Fete! So feiert man heute! Und ja: Ich kiffe auch. Das haben schon Generationen von Studenten vor mir getan und das ist allemal besser und weniger schädlich für die Gesundheit als sich jeden Abend einen „guten Tropfen zu gönnen“ (Gell Papa :-) ). Was den nackten Hintern angeht: So lange er noch knackig und gut in Form ist sollte man ihn ruhig zeigen dürfen (Hallo Mama!). Was ist schon dabei? Wenn ihr ins Nudistencamp nach Frankreich fahrt, spielt ihr sogar nackt Tischtennis. Und im Osten war FKK sowieso gang und gebe – hat mir jedenfalls der süße Fotograf erzählt, der übrigens eine riesigen Spiegel über seinem Bett hängen hat.“</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-style:italic;" class="Apple-style-span">Das sollten Sie schreiben:</span></p>
<p class="MsoNormal">„Sollten Euch im Lauf der nächsten Wochen ein paar Bilder zugehen, auf denen man unter anderem meinen nackten Hintern und mich mit einem Trichter im Mund sieht, so hat das Feld-Experiment unseres Soziologie-Schwerpunkts funktioniert! Gebt mir daher unbedingt Bescheid, sobald ihr etwas hört! Schließlich kommt auf es auf die Geschwindigkeit an, mit der sich die Information per Internet verbreitet! Diese Studie könnte ein großer Erfolg für unseren Dozenten, eine internationale Kapazität auf dem Gebiet des viralen Marketings, werden. Mehrer US-amerikanische Fachpublikationen haben schon Interesse an den Ergebnissen gezeigt. Und stellt Euch vor: Weil ich einer der Hauptakteure beim Experiment war, würde ich wohl als Co-Autorin genannt. Noch will ich nicht, dass ihr mit anderen darüber redet: Aber das könnte mein Eintritts-Ticket für eine Uni Karriere in Harvard (!!!!!) sein…</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-weight:bold;" class="Apple-style-span">Lektion 6 – der neue Freund</span></p>
<p class="MsoNormal"><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;">Die Situation:</span></p>
<p class="MsoNormal"> Sie haben sich frisch verliebt und wollen Ihren neuen Freund bei Ihrem nächsten Heimatbesuch Ihren Eltern vorstellen.</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-style:italic;" class="Apple-style-span">Aufgabe:</span></p>
<p class="MsoNormal">Kündigen Sie den Besuch in einem Brief an und bereiten Sie sie auf das Treffen vor.</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-style:italic;" class="Apple-style-span">Das wollen Sie schreiben: </span></p>
<p class="MsoNormal">„Phil ist echt der Hammer. Ein total gutaussehender Typ, den ich schon superoft beim Ausgehen getroffen habe. Aber da hingen immer so viele Mädels an ihm dran, dass ich nie mit ihm ins Gespräch kam. Er arbeitet in zwei meiner Lieblingsbars und legt manchmal auch in diesem ehemaligen Stripclub auf. Ich glaube, er studiert das selbe wie ich, aber ich weiß es gar nicht so genau. Manchmal ist es total anstrengend, zur Vorlesung zu gehen, wenn er noch liegenbleiben kann. Aber meistens kämpfe ich mich dann doch raus, zumindest zu der Vorlesung um elf. Papa, du wirst ihn sicher mögen, er kennt sich nämlich total gut mit Whiskey aus. Aber bitte blamiert mich nicht und fragt keinesfalls, was seine Tätowierungen bedeuten, das kann er nämlich auf den Tod nicht ausstehen.“</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-style:italic;" class="Apple-style-span">Das sollten Sie schreiben:</span></p>
<p class="MsoNormal">„Philipp ist echt ein Schatz. Wir haben uns über gemeinsame Freunde kennengelernt und dann erst festgestellt, dass wir gemeinsam studieren. Da er so vielseitig interessiert ist, reden wir aber nur wenig über die Uni, wahrscheinlich hat er Angst, mich mit seinem Wissen einzuschüchtern und ist zu bescheiden, um mit seinen akademischen Erfolgen angeben zu wollen. Er arbeitet neben dem Studium auch sehr viel im Gastronomie- und Event-Bereich und ist dort sehr beliebt, sowohl bei seinen Kollegen als auch bei den Menschen, mit denen er zu tun hat. Papa, du wirst ihn sicher mögen, er kennt sich nämlich total gut mit Theater aus. Aber bitte blamiert mich nicht und fragt keinesfalls was sein Familienname bedeutet, das kann er nämlich auf den Tod nicht ausstehen.“</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-weight:bold;" class="Apple-style-span">Lektion 7 – Das Praktikum</span></p>
<p class="MsoNormal"><span class="Apple-style-span" style="font-style:italic;">Die Situation:</span></p>
<p class="MsoNormal">Nach einer Woche kündigen Sie ihre Praktikumsstelle</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-style:italic;" class="Apple-style-span">Aufgabe:</span></p>
<p class="MsoNormal"> Bringen Sie diese Nachricht ihren Eltern in einem Brief bei.</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-style:italic;" class="Apple-style-span">Das wollen Sie sagen:</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-style:italic;" class="Apple-style-span"> </span>„Ja, auf den Lebenslauf hätte sich das Praktikum sicher gut gemacht. Richtig, ich brauchte das Praktikum auch noch für die Anmeldung zum Examen. Auch wahr, ich musste sogar ein Assessment Center durchlaufen, um den Platz überhaupt zu bekommen. Und sicher, so langweilig war meine Tätigkeit in dem Unternehmen nicht. Dennoch hatte ich einfach keinen Bock mehr: Am Freitag habe ich meine Tasche gegen Mittag gepackt, habe meiner Vorgesetzten gesagt „Ich bin dann mal weg“ und war erst einmal in die Stadt richtig shoppen. Ach, ich habe mich herrlich gefühlt! So frei! So geil verantwortungslos! Morgen schon werde ich aufbrechen und nach Südfrankreich zu meiner alten Ferienliebe trampen. Sieben Wochen lang – genau die Zeit des Praktikums. Vielleicht mache ich einen Surfkurs. Mal schauen. Hauptsache ihr überweist mir immer schön die monatliche Kohle!“</p>
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<p class="MsoNormal"><span style="font-style:italic;" class="Apple-style-span">Das sollten Sie sagen: </span></p>
<p class="MsoNormal">„Wie sagst Du noch immer gern, Papa: „Das Bessere ist der Feind des Guten.“ Nun habe ich mich lange auf das Praktikum vorbereitet, das Assessment Center mit Bravour durchlaufen und meine Vorgesetzte haben bereits durchscheinen lassen, ich sei kaum noch aus dem Team wegzudenken, da hat sich eine neue Option ergeben: Ein französischer Freund, mit dem ich über dieses Elite Internet Business Netzwerk XING eng verbunden bin, möchte ein Start-Up im Bereich Web 2.0 anstoßen – mit meiner Unterstützung. Ihr wisst ja, dass ein Woche im Internet ein halbe Ewigkeit ist! Und das in diesen agilen Wissensunternehmen die Zukunft der Weltwirtschaft liegt! Ich habe daher mein Praktikum auf „on hold“ gelegt und mache mich morgen auf den Weg nach Süden. Mein Praktikumsmentor hat mich voll unterstützt: In den Chefetagen suche man heute schon nach Machern wie mir mit entrepreneurial Spirit!“</p>
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<p class="MsoNormal"><span style="font-style:italic;" class="Apple-style-span">Text: Mathias Irle &#38; Christoph Koch</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-style:italic;" class="Apple-style-span">Gekürzte Version erschienen in: UniSpiegel</span></p>
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