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	<title>ulli-stielike &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://wordpress.com/tag/ulli-stielike/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "ulli-stielike"</description>
	<pubDate>Thu, 21 Aug 2008 03:30:24 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Die Elfenbeinküste und Ulrich Stielike – auf den zweiten Blick]]></title>
<link>http://stefanmeisel.wordpress.com/?p=14</link>
<pubDate>Wed, 25 Jun 2008 16:16:35 +0000</pubDate>
<dc:creator>Stefan Meisel</dc:creator>
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<description><![CDATA[Abidjan, Elfenbeinküste, Montag, 3. März 2008
 
 
Nach langem Zögern hat sich der Präsident de]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Abidjan, Elfenbeinküste, Montag, 3. März 2008</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Arial;"> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Nach langem Zögern hat sich der Präsident des Fussballverbandes der Elfenbeinküste (Fédération Ivoirienne de Foot – FIF), Jacques Anouma, dazu durchgerungen, den ehemaligen Nationaltrainer Ulrich Stielike zu Verhandlungen über eine Erneuerung seines Vertrages einzuladen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Arial;"><a><img class="alignleft" style="border:black 1px solid;margin:10px;" src="http://farm4.static.flickr.com/3153/2548212533_f7f8f3cfac_o.jpg" alt="Ulli Stielike vor dem Gebäude des ivorisches Fussballverbandes in Abidjan-Treichville, März 2008" width="540" height="359" /></a> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Ulrich Stielike, deutscher Nationalspieler und seit 1989 Trainer, u.a. der Schweizer Nationalmannschaft (1989 – 1991) und beim Deutschen Fussballbund DFB (1998 – 2006) hatte im September 2006 die Nachfolge des Franzosen Henri Michel angetreten.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Die „Elephants“, wie die Nationalmannschaft der Elfenbeinküste genannt wird, waren unter Michel 2006 Vize-Afrikameister geworden und hatten sich zur WM 2006 qualifiziert, wo sie allerdings über die Vorrunde nicht hinauskamen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Arial;"> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">In der Folge hatte der Verband im Herbst 2006 zuerst den Co-Trainer von Michel, Gérard Geli vorgeschlagen, der allerdings von der Mannschaft abgelehnt wurde. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Die ivorische Nationalmannschaft, die vor der WM in Deutschland kaum bekannt war, setzt sich fast ausschliesslich aus Legionären europäischer und internationaler Clubs zusammen. Unter anderem laufen für die Elfenbeinküste auf: Didier Drogba, Salomon Kalou (Chelsea), Kolo Touré, Emmanuel Eboué (Arsenal), Didier Zokora (Tottenham), Romaric N’dri (Le Mans) sowie Steve Gohouri (Bayern-Mönchengladbach), Arthur Boka (VfB Stuttgart) und neuerdings Sanogo Boubacar (Werder Bremen).</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Tatsächlich ist die Auswahl internationaler Spitzenspieler so groß, dass es nicht verwundert, wenn die Mannschaft bei internationalen Wettbewerben regelmäßig als Favorit gehandelt wird.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">So war die Mannschaft bei der WM ’06 in Deutschland zumindest Geheimtipp, bei den vergangenen Kontinentalmeisterschaften immer Titelfavorit.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Arial;"> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Das es Henri Michel nicht geschafft hat, aus den Spitzenspielern eine homogene Mannschaft zu formen, hat ihn letztendlich nach der WM seinen Posten gekostet. Der Verband und besonders die Spieler, gewöhnt an europäische Disziplin und Trainingsmethoden, wurden sich bewusst, dass man nur oben mitspielen kann, wenn es jemandem gelingt, eben eine homogene, einheitliche Mannschaft zu formen. Da lag es für die Westafrikaner nahe, einen Deutschen zu verpflichten.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Arial;"> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Zuerst wurde mit Jürgen Kohler verhandelt, der dann allerdings Bedenken hatte, in ein afrikanisches Land zu wechseln und im letzen Moment ablehnte. Stielike, zuerst nur zweite Wahl, unterzeichnete am 14. September 2006 seinen Vertrag, der bis nach der Afrikameisterschaft 2008 begrenzt war, allerdings mit der Option einer Verlängerung. Sein Vertrag sah u.a. vor, die Mannschaft für den Afrikacup 2008 zu qualifizieren, bei diesem ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen und sich um die Nachwuchsarbeit vor Ort zu kümmern.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Arial;"> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Von Anfang an verstanden sich Stielike und die Mannschaft hervorragend. Stielike, der unermüdliche Arbeiter und zur Pedanterie neigende Genauigkeitsfanatiker wollte nichts dem Zufall überlassen. Mit Claude Marietan verpflichtete er einen Co-Trainer aus Schweizer Tagen. Einen Mann, der Spiele und Spielzüge, die 10 Jahre zurückliegen im Kopf hat und aus dem Stand abrufen kann. Einen lebendes, spieltaktisches Lexikon.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Daneben erbat er sich vom DFB Marco Kostmann als Torwarttrainer, einen fußballphilosophischen Feingeist und psychologisch geschulten Didaktiker aus der ehemaligen DDR, der es von Anfang an verstand, das grundlegende afrikanische Torwartproblem ergebnisorientiert anzugehen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><a title="Ulli gibt ein Interview nach der Entscheidung, dass sein Vertrag bis zum 15. April '08 verlängert wird"><img class="alignleft" style="border:black 1px solid;margin:10px;" src="http://farm4.static.flickr.com/3122/2328803759_0db6d06d30_o.jpg" alt="Ulli gibt ein Interview nach der Entscheidung, dass sein Vertrag bis zum 15. April '08 verlängert wird" width="300" height="199" /></a></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Arial;"> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Das Ergebnis lies nicht auf sich warten. Die Qualifikation zur Afrikameisterschaft erreichte die Mannschaft mit 13 Toren in vier Spielen ohne Gegentreffer. Eine einmalige Leistung in der Geschichte der „Elephants“. Von den sieben Freundschaftsspielen wurden nur zwei verloren (gegen Angola und Österreich).</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Arial;"> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Die Spieler und ihr Trainer hatten ein vertrauliches, auf gegenseitigem Respekt beruhendes, ja freundschaftlich zu nennendes Verhältnis. Stielike hat in Trainingsspielen auch schon mal auf seiner alten Position mitgespielt und war immer unermüdlich auf dem Spielfeld unterwegs. Ganz deutsch, war er bei Trainingseinheiten der erste auf dem Platz - er lies sich, wann immer möglich, vor der Mannschaft auf den Platz fahren – und hat nach dem Training mit Marietan und Kostmann dasselbe analysiert und darauf aufbauend, die nächste Trainingeinheit vorbereitet.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Arial;"> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Torwart und Verteidigung waren die zentralen Themen. Die Mannschaft, gewöhnt, sich auf den Qualitäten ihres Kapitäns und Stürmerstars Didier Drogba zu verlassen, hatte deutliche defensive Schwächen, die zu beseitigen auch tatsächlich gelang.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Arial;"> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Im März 2007 sagte Salomon Kalou, halb ernst, halb Spass: „Mit Stielike, seiner Disziplin, die er uns vermittelt, seiner Art und Weise, damit können wir 2010 zur WM sogar die Deutschen schlagen“. Noch im Dezember letzen Jahres lobte Didier Zokora im englischen Equire Stielike’s Trainingsmethoden: „Seine Art und Weise, wie er mit uns umgeht und die Disziplin bringen der Mannschaft unheimlich viel“. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Arial;"> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Doch innerhalb des Verbandes hatte Stielike nicht nur Freunde. Stielike, weder Politiker noch Taktiker und schon gar nicht von diplomatischem Geschick behindert, tat sich von Anfang an mit der afrikanischen Art der Vetternwirtschaft schwer. In der Elfenbeinküste basiert Respekt nicht auf erbrachter Leistung, sondern – ehr traditionell – auf Alter und Position. Das führt natürlich dazu, dass wenige bis niemand offen ihre Meinung sagen oder sich gegen Entscheidungen auflehnen, seien sie noch so falsch oder hinderlich. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Ganz anders Ulli Stielike: Rein ergebnisorientiert war und ist es ihm vollkommen egal, wer welche Position bekleidet, die einzige Frage ist, ob er der Sache dient. Tut er das nicht, hat er auch nichts im Umfeld der Mannschaft verloren. Gleich von Beginn an hat er den Stab der Mannschaft drastisch und auf des Notwendige reduziert. Als der Verbandspräsident im März zu einer Pressekonferenz auf Mauritius 20 Minuten zu spät kam, konnte es Stielike sich nicht verbeißen, eine Bemerkung im Bezug auf Pünktlichkeit zu machen. Und das vor den versammelten Journalisten. Alle Anwesenden zogen deutlich die Luft ein und spätestens seitdem war das Verhältnis – zumindest einseitig vom Präsidenten aus - gespalten.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Arial;"><a><img class="alignleft" style="border:black 1px solid;margin:10px;" src="http://farm4.static.flickr.com/3151/2333089359_2c89e1162e_o.jpg" alt="Titel \" width="230" height="300" /></a> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Das Verhältnis wurde sicherlich nicht besser, als sich der Verband im Dezember kurzfristig entschied, das für Marbella vorgesehene Trainingskamp (Vorbereitung Afrikameisterschaft) nach Kuwait zu verlegen, vorgeblich aus klimabedingten Gründen. Tatsächlich hat der kuwaitische Verband eine stattliche Summe gezahlt, die Ivorer in sein Land zu holen und in der Vorbereitungsphase gegen die kuwaitische Nationalmannschaft und zwei kuwaitische Erstligisten spielen zu lassen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Eine Entwicklung, die Stielike nicht gefallen haben kann, zumal er vor vollendete Tatsachen gesetzt wurde.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Arial;"> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Durch einen familiären Schicksalsschlag in den ersten Januartagen, die Verschlimmerung der Krankheit seines Sohnes Michael, war Stielike gezwungen, seinen Posten zur Verfügung zu stellen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Der ehemalige Co-Trainer von Henri Michel und heutige Trainer der ivorischen Olympiamannschaft, Gérard Geli, sprang ein. Entgegen der Empfehlung von Ulli, mit seinem Co-Trainer zu arbeiten.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Zuerst noch in der Hoffnung, dass Stielike zumindest in Ghana wieder dabei sein könnte, wurde schnell klar, dass er nicht kommen würde. Tatsächlich verstarb sein Sohn während des Turniers.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Arial;"> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Die Enttäuschung der Spieler, besonders der von Stielike nominierten und der in Deutschland spielenden, war gross. In der Elfenbeinküste selbst nahm die ganze Nation Anteil am Schicksal von Ulli’s Sohn, war aber durchaus siegessicher, was die Meisterschaft anging.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Mit dem enttäuschenden vierten Platz und dem Sieg des Erzrivalen Ägypten wurden in der Bevölkerung mehr und mehr Fragen nach Trainingsmethoden und Umfeldbedingungen bei der Mannschaft laut. Ungewöhnlich für ein westafrikanisches Land, Selbstkritik zu üben, wurde das Thema jedoch nach und nach auch in der nationalen Presse behandelt, bis offen gefordert wurde, dass nur eine starke Hand die Mannschaft führen kann, jedoch noch ohne den Namen „Stielike“ zu nennen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Die Ivorer, sowieso keine Freunde ihrer früheren Kolonialmacht, den Franzosen, sprachen Gérard Geli die notwendigen Führungsqualitäten ab. Das es in Ghana im Mannschaftshotel teilweise hoch her ging und bei 23 Spieler 22 Verbandsangehörige dabei waren – wie im Nachhinein bekannt wurde - tat sein übriges. Als Stielike in einem Interview, dass am 21. Februar in der auflagenstärksten ivorischen Sportzeitung erschien, seine Bereitschaft erklärte, die Mannschaft wieder zu übernehmen, blieb dem Verband nichts anderes übrig, als die Option Stielike wieder wahrzunehmen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">Abidjan, Elfenbeinküste, 3. März 2008</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Arial;">(Fortsetzung folgt..........)</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;">Anmerkung: Ulli's Aufenthalt in Abidjan im März '08 hatte eine vorläufige Vertragsverlängerung für sechs Wochen - bis zum 15. April - zur Folge. Genau am 15. April erreichte ihn in Deutschland ein Fax, dass eine weitere Verlängerung nicht vorgesehen ist<span style="font-family:Arial;">.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-family:Arial;"><br />
</span></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ulli Stielike: Die Elfenbeinküste - wir sind alle rot]]></title>
<link>http://stefanmeisel.wordpress.com/?p=12</link>
<pubDate>Tue, 24 Jun 2008 12:10:56 +0000</pubDate>
<dc:creator>Stefan Meisel</dc:creator>
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<description><![CDATA[Ende März 2007 schreibt der damalige Nationaltrainer Ulli Stielike seine Eindrücke über die Elfen]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Ende März 2007 schreibt der damalige Nationaltrainer Ulli Stielike seine Eindrücke über die Elfenbeinküste und die ivorische Nationalmannschaft in Form eines kurzen Artikels. Ich finde ihn bezeichnend genug, um ihn zu veröffentlichen.</p>
<p><a><img class="alignleft" style="border:black 1px solid;margin:10px;" src="http://farm1.static.flickr.com/185/438566236_9ebbc5825b_o.jpg" alt="Kolo Touré und Ulli Stielike, März \'07, Mauritius" width="500" height="332" /></a></p>
<p>Kolo Touré und Ulli Stielike, Mauritius, 22.03.2007</p>
<p>---------------------------------------------------</p>
<p>Oft schon bin ich gefragt worden, wie es denn so sei in Afrika und wie die Zusammenarbeit mit Stars wie Drogba funktioniert. Zum Kontinent kann ich wenig sagen, bisher war ich erst vier Mal an der Elfenbeinküste. Dazu muss man einige Daten kennen. Unsere besten 30 Spieler sind in Europa (aktuell: Frankreich, England, Deutschland, Belgien, Holland, Schweiz und Norwegen) tätig.</p>
<p>Die Freundschaftsspiele tragen wir in der Regel in Frankreich aus, nur zu Qualifikationszwecken tritt das Team in seiner Heimat an. Die Arbeitssprache ist französisch und <a class="weiter" href="http://stefanmeisel.wordpress.com/wp-admin/#"></a>zur Arbeitsgrundlage gebe ich einige Auszüge aus meinem Bericht zu unseremersten Qualifikationsspiel im vergangenen Oktober gegen Gabun, was wir mit 5:0 gewannen wieder: "Zurückblickend kann ich von einer rundum perfekten Woche sprechen. Nicht nur, was das Ergebnis angeht, sondern auch das Drumherum war sehr gut. Zunächst erstmal gibt es den Trainingsfleiss der Spieler hervorzuheben, dann die Umsetzung der taktischen Anweisungen. Was mir jedoch am Wichtigsten erscheint, ist der Eindruck, dass die Spieler viele Dinge annehmen und versuchen umzusetzen." Es gibt keinen Star, der glaubt bereits alles zu können und zu wissen. Die Jungs sind wissbegierig und neuen Dingen gegenüber unvoreingenommen. Eigenschaften also, die einen fruchtbaren Mutterboden für eine produktive Kooperation bilden. Weiter schreibe ich: "Die eigentlichen Abläufe im Trainingslager selbst unterscheiden sich nicht wesentlich von denen europäischer Teams. Es sind vor allem die menschlichen Züge, vor allem die Lebensfreude der Spieler, die dem Ganzen einen anderen Anstrich geben. Das Außerordentliche dabei ist die schnelle Verwandlungskunst der Jungs. Eben noch lachend und singend im Bus und in der Kabine, dann ernst und hochkonzentriert bei der Ausübung ihres Berufs. Ja die Fahrt zum Spiel war schon Neuland für mich. Einen, der es bis dato sowohl als Spieler, wie als Trainer gewohnt war, hoch konzentriert im Bus zu sitzen. Am Besten kein Wort redend, denn es konnte ja als Nachlässigkeit ausgelegt werden. Nun trommelten unsere Jung mit leeren Wasserflaschen aus Plastik gegen die Fensterscheiben oder klopften mit den Handflächen auf die Sitze des in die Jahre gekommenen Reisebus, um so die angestimmten afrikanischen Gesänge rhytmisch zu unterstützen. Die Wenigsten saßen, viele hatten sich angesichts der brütenden Hitze, ihrer Hemden entledigt. Ein Europäer am Straßenrandwäre, beim Blick auf das vorbeifahrende Gefährt, wohl dem Glauben verfallen, dass es sich um eine Gruppe, auf dem Weg zu einer Folkloreveranstaltung, handeln müsse. Wir standen allerdings kurz vor unserem ersten Auftritt bei dieser Qualifikation zum Afrika-Cup. Inzwischen sind einige Monate ins Land gezogen, wir haben ein weiteres Qualifikationsspiel auf Madagaskar ( 3:0 ) gewonnen, sowie drei Freundschaftsspiele gegen Schweden ( 1 : 0 ), Guinea ( 1 : 0 ) und auf Mauritius ( 3 : 0 ) siegreich bestritten. Obwohl es sich um Mannschaften handelt, die in der FIFA - Weltrangliste zum Teil weit hinter uns rangieren, ist vor allem die Tasache erfreulich, in keinem der Spiele ein Gegentor erhalten zu haben, denn dem Teasm wurde von vielen Seiten eine defensive Schwäche bescheinigt.Obwohl einige unserer Spieler bei europäischen Top-Clubs unter Vertrag stehen, sich damit eine individuelle, fußballerische Reputation erarbeitet haben, fehlt uns als Mannschaft noch die Anerkennung in Europa. Das belegen die Zuschauerfkulissen bei unseren beiden Freundschaftsspielen in Rouen und Le Mans. 4000 Fans geben einem nicht das Gefühl eines Heimspiel ist eine alles andere als zufriedenstellende Zahl. In Afrika hingegen sind unsere Jungs ein Publikumsmagnet. So war z.B. das Stadion in Madagaskar fünf Stunden vor Spielbeginn bis auf den letzten Platz gefüllt.<br />
Abgesehen vom sportlichen Potential der Mannschaft verfügt die Gruppe, in der ich mich bewege, über große Fahigkeiten. Das Herz schlägt hier am richtigen Fleck weil das Blut in gesunden Bahnen, die Respekt und Toleranz heißen, fleißt. Drum gibt es zwischen uns auch keinen farblichen Unterschied, denn wir sind alle rot.</p>
<p>Ulli Stielike, März 2008</p>
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