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	<title>stefan-wirner &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://wordpress.com/tag/stefan-wirner/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "stefan-wirner"</description>
	<pubDate>Thu, 21 Aug 2008 11:17:07 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

<item>
<title><![CDATA[By the way: Antideutsches Sommerloch]]></title>
<link>http://telegehirn.wordpress.com/?p=805</link>
<pubDate>Mon, 18 Aug 2008 07:17:30 +0000</pubDate>
<dc:creator>telegehirn</dc:creator>
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<description><![CDATA[In der Jungle World ( 32/08 ) veröffentlichte Stephan Grigat (Café Critique) einen Artikel über A]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>In der Jungle World ( 32/08 ) veröffentlichte Stephan Grigat (Café Critique) <a href="http://jungle-world.com/artikel/2008/32/22377.html" target="_blank">einen Artikel</a> über Antideutsche, Philosemitismus, Politkitsch und Israelfahnenschwenker. <a href="http://jungle-world.com/artikel/2008/33/22445.html" target="_blank">Eine Nummer später</a> antworteten Ingo Way und Stefan Wirner mit ihrem Artikel “<a href="http://ingoway.wordpress.com/2008/08/15/dialektischer-antizionismus-oder-juden-als-nutzliche-idioten/" target="_blank">Dialektischer Antizionismus oder: Juden als nützliche Idioten</a>”. Der ellenlange Artikel von Grigat lässt sich auf ein paar kritische Kernpunkte einschmelzen. Nur wer sich aus rein theoretischen Erwägungen heraus solidarisch mit Israel erklärt und diese Solidarität auch nur theoretisch ausübt, der ist kein Philosemit. Dabei kommt der Philosemitismusvorwurf fast ausschließlich aus Kreisen, die selbst schärfste Israelkritik <a href="http://telegehirn.wordpress.com/2006/07/22/fur-die-antizionisten/" target="_blank">im antizionistischen Sinne</a> betreiben. Aus Kreisen, die Israel als Apartheidstaat betrachten, ist <a href="http://telegehirn.wordpress.com/2007/01/30/bin-ich-ein-philosemit/" target="_blank">der Philosemitismusvorwurf</a> ein Ritterschlag und kein Grund diese ideologisch motivierte Kritik ernsthaft zu widerlegen.</p>
<p>Moshe Zuckermann, Robert Kurz, Isabel Erdem oder Robert Misik können einfach kein Maßstab sein. Egal wie umfangreich Pamphlete auch sein mögen: diese Leute werden sich niemals überzeugen lassen. Warum versucht man es dann? Es ist absolut schädlich, wenn man, egal in welcher Form, einen Schritt auf solche “Freunde” Israels zu geht. Im Gegenteil: eine harte Abgrenzung ist notwendig und dazu sollte man ihre haltlosen Philosemitismusvorwürfe als das abtun was sie sind: eine vergiftende Ideologie aus dem unfruchtbaren Schoß der dunklen Seite der Macht. Die von Grigat vorgetragene Bevorzugung von utopischen Worthülsen, die letztendlich nur nach innen gerichtet sein können und sonst wirkungslos verpuffen, gegenüber der Praxis, die auch mal das Schwenken von Israel-Fahnen beinhaltet, was ja gerade im Land der Täter, das auch heute noch ein nicht unerhebliches Potenzial an Antisemiten und Antizionisten beheimatet, eine enorm propagandistische und provokative Tat darstellt, erinnert mich an den Film “Das Leben des Brian“:</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/5P2jJdrz9bY'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/5P2jJdrz9bY&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
<p><!--more--></p>
<p>Solidarität mit Israel ist, laut Grigat, nur dann kein Philosemitismus, wenn die Solidarität klinisch sauber und theoretisch bleibt und die Praxis möglichst scheut, wie der Teufel das Weihwasser. Im Schutzanzug betrachtet man Israel ausschließlich unter dem Mikroskop und lehnt “<em>Begegnungsprogramme mit israelischen Jugendlichen, den Import von israelischem HipHop oder die Unterstützung von »Israelischen Wochen« in den Lebensmittelabteilungen deutscher Kaufhausketten</em>“ als Zeichen einer Theorieschwäche ab und sieht ein solches Handeln als Anzeichen für vorhandenen Philosemitismus. “<em>Und der eine oder die andere Antideutsche jüngeren Semesters sollte besser Adorno lesen als eifrig Hebräisch zu pauken</em>.” Hat hier jemand etwa Angst, dass sich Antideutsche jenseits aller utopischen Theorie, deren Definitionshoheit Leute wie Grigat für sich beanspruchen, erfolgreich in der Praxis bewähren könnten und sich dadurch undogmatische Berührungspunkte mit Gruppen und Einzelpersonen jenseits der antideutschen Theorie-Inzucht ergeben könnten? Offensichtlich befürchtet man, dass man die eigene Identität, die als links begriffen wird, was wiederum u. a. von den “Antiimperialisten” entschieden bestritten wird, verlieren könnte und nur durch den massiven Einsatz von grauer Theorie a la Adorno, die fest zementiert in der großen ideologischen Mauer ruht, verhindern kann. Wenn man wissen will, was richtige Philosemiten sind, der sollte sich einmal die Paläo-Konservativen von Politically Incorrect (PI) betrachten. Das sind Philosemiten erster Klasse.</p>
<p>Hier wird offenbar auch ein Generationenkonflikt innerhalb der antideutschen Strömung ausgetragen. Während die junge Generation das Heft des Handelns in die tatkräftigen Hände nimmt, bleibt die Fraktion der alten Haasen unschlüssig und beleidigt am Wegesrand der Geschichte stehen und wedelt hilflos mit all ihren tollen Textproduktionen und mit den Werken von Adorno. Letztendlich wollen Grigat und andere bestimmen wer ein richtiger Antideutscher ist, denn der kann und darf nur in der reinen Lehre verhaftet sein.</p>
<p>Ingo Way und Stefan Wirner haben natürlich die unglückliche Vorlage von Grigat dankbar aufgenommen, aber schießen allzu oft weit über das Tor und jubeln trotzdem, als ob sie Weltmeister geworden wären. Way und Stirner begehen, ob unbewusst oder mit voller Absicht, einen Kardinalfehler, <a href="http://telegehirn.wordpress.com/2007/08/13/antideutsch-ist-nur-ein-schlagwort/" target="_blank">der schon im letzten Jahr den “liberalen” Kritikern der Antideutschen unterlief</a>: Es gibt nicht die Antideutschen, aber Way und Stirner wollen erkannt haben:</p>
<p>“<em>Mit dem Judentum aber wollen die Antideutschen gar nichts zu tun haben</em>.”</p>
<p>Der Artikel von Ingo Way und Stefan Wirner strotz nur so vor Pauschalisierungen und fast vorwurfsvoll heißt es:</p>
<p>„<em>Sie halten Demonstrationen ab und veranstalten Konferenzen, ganz den klassischen Politikformen der Linken verhaftet</em>.“</p>
<p>Langweiler wie Way und Co. waren noch nie bei einer Demonstration oder einer politischen Konferenz, weil sie das eben für eine rein linke Politikform halten und daher so etwas wohl zutiefst verabscheuen. Ein merkwürdiges Verständnis von politischer Kultur. Dann platzt der Neid heraus:</p>
<p>„<em>Nur daß sie sich zuweilen der Sympathie jüdischer Organisationen und manch eines “bürgerlichen” Publizisten gewiß sein dürfen</em>.“</p>
<p>Die phantasielose Auslebung ideologischer Betondogmatik überlasse ich lieber Way, Wirner und notfalls auch Grigat. Dann können sie alle zusammen mit den Antiimperialisten im Theoriekindergarten spielen und aus Adornobauklötzchen Elfenbeintürme bauen. „Die Antideutschen“ sind auch deshalb schlimm:</p>
<p>„<em>Denn Demokraten packen sie bei ihrem schlechten Gewissen und treiben sie – nach der Devise: “Wir tun wenigstens was” – vor sich her</em>.“</p>
<p>Wahrscheinlich packt man auch Way und Wirner bei ihrem schlechten Gewissen, denn was tun sie denn so? Natürlich sind auch Antideutsche Demokraten, aber natürlich nicht im Sinne von Way und Wirner, die Demokratie wohl nur als reinen Wahlakt alle vier Jahre verstehen und dazwischen hat man die Schnauze zu halten und möglichst sollte man weder demonstrieren oder sogar Konferenzen abhalten. Was machen eigentlich die Demokraten gegen den Antisemitismus in Deutschland? Wie solidarisch sind „unsere“ Demokraten wirklich mit Israel?</p>
<p>„<em>Wer wissen will, was diese vorgeblichen Freunde Israels denken, etwa über Juden, muß nur das jüngste Dossier von Stephan Grigat in der Jungle World (32/08 ) lesen</em>.“</p>
<p>Wer hat Stephan Grigat eigentlich zum Sprachrohr der Antideutschen gewählt? Klar: Way und Wirner. Sonst keiner. Grigat spricht nur für sich selbst und vielleicht noch für einige seiner GenossInnen. Das war es dann auch schon. Mitnichten, auch wenn er es vielleicht gerne hätte, spricht er für „die Antideutschen“, die als homogene Strömung ja gar nicht existiert, was offensichtlich weder Way und Wirner, noch Grigat wirklich verstanden haben.</p>
<p>Damit hat sich jede weitere Zuwendung eigentlich erledigt, denn wer keine Ahnung hat, sollte lieber die Schnauze halten. Hier wollen zwei notorische Renegaten einfach nur stänkern und diffamieren. Was allerdings nicht ganz ungefährlich ist, aber zwei moderne Actionhelden wie Way und Wirner, die den Kampf gegen die Realität offenbar längst verloren haben, ficht gar nichts an. Wer Applaus von einem <a href="http://telegehirn.wordpress.com/2007/03/08/ya-basta-solidaritat-mit-hophnung/" target="_blank">debilen Cyber-Rowdy</a> wie Jolly Rogers erhält, <a href="http://sixty4raccoon.wordpress.com/2008/08/14/der-broder-kuckt-zuviel-werbefernsehen/" target="_blank">der Broder unlängst als Schwein beschimpfte</a>, sollte sich schon fragen, was er mit solchen Texten auslöst. <a href="http://bad-blog.com/2008/08/17/by-the-way-wirner-still-hates-antigerman/" target="_blank">Desweiteren schließe ich mich den Kollegen vom Bad Blog an</a>.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Dialektischer Antizionismus oder: Juden als nützliche Idioten]]></title>
<link>http://ingoway.wordpress.com/?p=391</link>
<pubDate>Fri, 15 Aug 2008 13:59:43 +0000</pubDate>
<dc:creator>Ingo Way</dc:creator>
<guid>http://ingoway.wordpress.com/?p=391</guid>
<description><![CDATA[In der aktuellen Ausgabe der Jungle World steht ein Text von Stefan Wirner und mir über die Ideolog]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>In der aktuellen Ausgabe der <a href="http://jungle-world.com/">Jungle World</a> steht ein <a href="http://jungle-world.com/artikel/2008/33/22445.html">Text von Stefan Wirner und mir</a> über die Ideologie der antideutschen Linken:</p>
<p><strong>Juden als nützliche Idioten<br />
Sie behaupten, proisraelisch zu sein, und geben vor, mehr vom Antisemitismus zu verstehen als die restliche Linke. Mit dem Judentum aber wollen die Antideutschen gar nichts zu tun haben. Eine Antwort auf das Dossier von Stephan Grigat.<br />
Von Ingo Way und Stefan Wirner</strong></p>
<p>Was sind das nur für Leute? Bei Veranstaltungen der Jüdischen Gemeinde verteilen sie Broschüren, in denen zur Solidarität mit Israel und zu einem harten Vorgehen gegen den Iran aufgerufen wird. Sie halten Demonstrationen ab und veranstalten Konferenzen, ganz den klassischen Politikformen der Linken verhaftet. Nur daß sie sich zuweilen der Sympathie jüdischer Organisationen und manch eines "bürgerlichen" Publizisten gewiß sein dürfen. Denn Demokraten packen sie bei ihrem schlechten Gewissen und treiben sie – nach der Devise: "Wir tun wenigstens was" – vor sich her.</p>
<p>Wer wissen will, was diese vorgeblichen Freunde Israels denken, etwa über Juden, muß nur das jüngste <a href="http://jungle-world.com/artikel/2008/32/22377.html">Dossier von Stephan Grigat</a> in der Jungle World (32/08 ) lesen. Grigat ist Mitglied der Gruppe Café Critique aus Wien und der Initiative "Stop the Bomb", die sich gegen das iranische Atomprogramm richtet.<br />
Sein Pamphlet belegt eindrucksvoll, daß es den Antideutschen beim Thema Israel um pure Ideologie geht, um das, was Grigat "antideutsche Textproduktion" nennt. Real existierende Juden sind für sie nichts anderes als ein Mittel zum Zweck, die kruden Ideen dieser linken deutschen Strömung zu untermauern, die nur auf die Abschaffung von Marktwirtschaft und Demokratie hinaus will und Versöhnung und Religiösität zutiefst verabscheut.<!--more--></p>
<p>Anlaß für das Konvolut ist der gegen die Antideutschen erhobene Vorwurf des "Philosemitismus". Diesen Vorwurf versucht Grigat mit einer Leidenschaft zu entkräften, daß sich die Frage aufdrängt: Was reizt ihn so an Äußerungen etwa eines Linksdogmatikers wie Robert Kurz? Ist es die Angst, für immer aus der Linken ausgeschlossen zu sein und beim kommenden Umsturz nicht berücksichtigt zu werden? Und das, obwohl man sich der "Aufmerksamkeit des deutschen Verfassungsschutzes" sicher sein kann, wie Grigat stolz betont?</p>
<p>Zwar behaupten die Antideutschen, daß sie sich als</p>
<blockquote><p>"proisraelisch begreifen und dadurch mit der langen Tradition des linken (insbesondere des linksradikalen) Antizionismus gebrochen haben",</p></blockquote>
<p>wie Grigat schreibt. Aber als Philosemit will man nicht länger gelten, denn:</p>
<blockquote><p>"Der Begriff des Philosemitismus eignet sich nicht nur zur Kritik an jenem merkwürdigen Interesse für jüdische Religion und Gebräuche, dessen Nähe zum Antisemitismus außer Frage steht und das man von KZ-Kommandanten ebenso kennt wie von christlichen Israel-Freunden, sondern er kann als politischer Kampfbegriff auch zur Diskreditierung der Antisemitismuskritik dienen."</p></blockquote>
<p>Von einem "merkwürdigen Interesse für jüdische Religion und Gebräuche" ist bei Grigat in der Tat nichts zu spüren. Die "Solidarität mit Israel" ist klar definiert. Grigat zitiert seinen Genossen Clemens Nachtmann:</p>
<blockquote><p>"Eine jede Staatskritik wird daran zu messen sein, ob sie mit dem Staat Israel, jener prekären Nothilfemaßnahme gegen die antisemitische Raserei, sich bedingungslos solidarisch erklärt, was die Solidarität mit dessen bewaffneter Selbstverteidigung selbstverständlich einschließt."</p></blockquote>
<p>Israel-Solidarität? Ein militärisches Beistandsangebot von Leuten, die über keinerlei Armee verfügen.</p>
<p>Um Juden geht es im antideutschen Denken nur bedingt, wie Grigat betont. Denn es handelt sich um</p>
<blockquote><p>"eine Kritik, die sich für Juden <em>als</em> Juden nur insofern interessiert, als sie Opfer des Antisemitismus waren und sind. Zu ihrem ›Jüdisch-Sein‹ – und das grenzt sie von philosemitischen Anwandlungen deutlich ab – hat sie ebenso wenig zu sagen wie zur jüdischen Kultur und Tradition."</p></blockquote>
<p>Juden sind nur als Opfer von Interesse – und nicht als handelnde Menschen, geschweige denn als religiöse. Die Kursivierung des Wörtchens "als" soll nur kaschieren, was nicht zu kaschieren ist.</p>
<p>Weiter schreibt Grigat, die jüdische Religion interessiere die antideutsche Kritik</p>
<blockquote><p>"lediglich unter dem Gesichtspunkt einer Verwandtschaft zwischen jüdischem Messianismus und materialistischer Kritik".</p></blockquote>
<p>Aus dem Antideutschen ins Deutsche übersetzt: Die Juden sind nur dafür zunutze, Material zu liefern für die linksextreme Ideologie.</p>
<p>Das demonstrative Desinteresse an jüdischer Religion schlägt sich denn auch in fundamentaler Unkenntnis nieder. Denn der Messianismus ist mitnichten wesentlich für das Judentum, das eine Religion der Tora und nicht der Endzeiterwartung ist. In manchen Sekten innerhalb des Judentums spielte das messianische Element zwar bisweilen eine Rolle, es wurde aber nie zum Mainstream. Vollends gefährlich wird es, wenn der Messianismus säkularisiert, also aus der Sphäre der Religion in die Sphäre des politischen Handelns transformiert wird, wie es Marx und seine Epigonen getan haben. Daß Messianismus und Totalitarismus nahe Verwandte sind, hat der Historiker Norman Cohn 1957 in seiner Studie <em>Das neue irdische Paradies</em> gezeigt.</p>
<p>Trotz seines Desinteresses meint Grigat zu wissen, daß die Juden die falschen Schlüsse aus dem Holocaust gezogen haben. Der Zionismus sei zwar eine "Notwehrmaßnahme gegen den Antisemitismus", aber ein Irrweg, das</p>
<blockquote><p>"notwendig falsche Bewußtsein der Juden und Jüdinnen, die das richtige Bewußtsein über ihre Verfolgung erlangt haben",</p></blockquote>
<p>wie Grigat den antideutschen Mitstreiter Gerhard Scheit zitiert. Die Juden in aller Welt dürften sich freuen, daß ihnen von den Antideutschen (deren Mitglieder in der großen Mehrzahl Nachfahren der Täter sind) bescheinigt wird, zwar kapiert zu haben, daß sie verfolgt werden – die richtigen Schlüsse aber noch nicht daraus gezogen zu haben. Dialektischen Antizionismus kann man das wohl nennen.</p>
<p>Auch Israelis, die diesen Text lesen, dürften staunen. Nicht nur, daß ihr Staat auf einem "falschen Bewußtsein" gegründet ist, er wird auch abgeschafft – und zwar nicht von Mahmoud Ahmadinejad, sondern von Grigat &#38; Co.: "Der Zionismus ist für die Ideologiekritik" gar nicht "die richtige Antwort", diese</p>
<blockquote><p>"wäre nach wie vor die Errichtung der klassen- und staatenlosen Gesellschaft".</p></blockquote>
<p>Kritische Theorie halte an der Möglichkeit fest,</p>
<blockquote><p>"mit der Abschaffung von Staat und Kapital (…) auch die Notwendigkeit des Zionismus aus der Welt zu schaffen".</p></blockquote>
<p>Will man der "AK Anti-Philosemitismus" in der Antiglobalisierungsbewegung werden? Mal sehen, wie es aussieht, wenn die staatenlose Gesellschaft eingeführt wird und die Antideutschen die israelischen Schlagbäume "aus der Welt schaffen".</p>
<p>Das größte Übel aber war der Versuch der Deutschen und der Juden, nach dem Holocaust ein neues Kapitel in der deutsch-jüdischen Geschichte aufzuschlagen:</p>
<blockquote><p>"Die antideutsche Kritik als Ideologiekritik verstand sich stets auch als Kritik am Gesinnungskitsch der deutsch-jüdischen Versöhnung."</p></blockquote>
<p>Denn wer die Bundesrepublik und ihr demokratisches System abgrundtief haßt, der muß auch ihre Außenpolitik ablehnen: ihre Annäherung an Israel, das, was man beiderseitig deutsch-israelische Freundschaft nennt und woran sogar Christen teilhaben. Deshalb wird in der "antideutschen Textproduktion" ausgerechnet Deutschland unter Angela Merkel zum größten Freund des Iran und zum hinterhältigen Partner Israels umgelogen. Kein Wort davon, daß Deutschland nach den USA der größte Handelspartner Israels ist und in der EU dessen wichtigster Fürsprecher. Etwas, das man in Israel durchaus zu schätzen weiß.</p>
<p>In der Frage der deutsch-israelischen Freundschaft muß die antideutsche Avantgarde auch ihr Fußvolk zur Räson rufen:</p>
<blockquote><p>"An den Rändern der antideutschen Kritik mag sich mittlerweile ein Milieu herausgebildet haben, in dem Kritik tatsächlich ersetzt wird durch Begegnungsprogramme mit israelischen Jugendlichen, den Import von israelischem HipHop oder die Unterstützung von ›Israelischen Wochen‹ in den Lebensmittelabteilungen deutscher Kaufhausketten."</p></blockquote>
<p>Interesse an israelischer Musik, Jugendaustausch – alles Kokolores. Wozu der ganze deutsch-jüdische Versöhnungskrempel, wenn die klassenlose Gesellschaft das Ziel ist? Antideutscher Lernleitfaden:</p>
<blockquote><p>"Und der eine oder die andere Antideutsche jüngeren Semesters sollte besser Adorno lesen als eifrig Hebräisch pauken."</p></blockquote>
<p>Man stelle sich vor, in einem Text der Konrad-Adenauer-Stiftung stünde, Jugendliche sollten lieber Karl Popper lesen, als sich dem Hebräischen zu widmen: Das Antisemitismus-Gebrüll der Antideutschen wäre bis nach Tel Aviv zu hören. (Nebenbei gesagt: Daß in der Jungle World der Boykott von Hebräisch-Kursen empfohlen wird, ist erstaunlich.)</p>
<p>Die Antideutschen haben ihr kommunistisches Plansoll übererfüllt. Philosemitismus kann ihnen wirklich niemand mehr unterstellen. Schwerer dürfte es ihnen jedoch fallen, den Vorwurf zu entkräften, Juden als nützliche Idioten für ihre Ideologie zu mißbrauchen. Das Dossier ist ein lehrreiches Dokument der deutschen Linken, in der die Antideutschen tief verwurzelt sind – und zwar in ihrem totalitären, antidemokratischen Spektrum. Man sollte dem Text von Stephan Grigat größtmögliche Verbreitung wünschen. Damit Juden wissen, wozu sie für deutsche Linke taugen.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Fortschrittsfreunde]]></title>
<link>http://ingoway.wordpress.com/?p=347</link>
<pubDate>Mon, 21 Apr 2008 12:06:29 +0000</pubDate>
<dc:creator>Ingo Way</dc:creator>
<guid>http://ingoway.wordpress.com/?p=347</guid>
<description><![CDATA[Jungle-World-Dissident Stefan Wirner schreibt in der heutigen WELT über linke China-Apologeten, die]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class="intro">Jungle-World-Dissident Stefan Wirner <a href="http://www.welt.de/welt_print/article1922037/Kein_Herz_fuer_Tibet.html">schreibt in der heutigen WELT</a> über linke China-Apologeten, die den Tibetern in den Rücken fallen, weil der Dalai Lama ein "schmieriger Kostgänger des Westens (ist), der die Vergangenheit einer parasitären Mönchsdiktatur verkörpert."</div>
<blockquote><p><strong>Norman Paech,</strong> der außenpolitische Experte (der Linksfraktion) ... sagte dem Berliner "Tagesspiegel", "bei aller Farbigkeit und allem schönen Traditionalismus" <strong>trage das System des tibetischen Buddhismus auch "sehr starke feudale Elemente, die hinter dem freundlichen Lächeln des Dalai Lama verschwinden".</strong> In der Frage der Menschenrechte zeigte Paech sich überzeugt, dass die Chinesen "da einen großen Schritt weitergekommen sind".</p>
<p>... Die Linke hat kein grundsätzliches Problem mit der Religion - es kommt ihr schlicht darauf an, in welchen Diensten diese steht. Wenden sich religiöse Führer gegen den Westen und die Demokratie, so sind sie durchaus ein möglicher Bündnispartner. <strong>Die Tageszeitung "Junge Welt",</strong> die dem radikalen Spektrum der Linkspartei nahesteht, <strong>brachte es in einem Kommentar auf den Punkt: "Khomeini war der Inspirator einer antiimperialistischen Volkserhebung, die das Antlitz der Region entscheidend verändert hat. Der Dalai Lama ist ein schmieriger Kostgänger des Westens, der die Vergangenheit einer parasitären Mönchsdiktatur verkörpert."</strong><!--more--></p>
<p>Ähnlich verhält es sich mit der Einstellung der Linken zu den Menschenrechten: Ihr Verhältnis dazu ist ein strategisches. ... <strong>Wenn Staaten, die als tendenzielle Bündnispartner erkannt werden, ihre Minderheiten unterdrücken, bemüht die Linke zum Beispiel gerne den Begriff der "territorialen Integrität"</strong>, um die Forderung nach Einhaltung der Menschenrechte zurückzuweisen. So schreibt Michael Leutert, der Obmann für Menschenrechte in der Bundestagsfraktion der Linken: "Außer Frage steht, dass die kulturellen Traditionen der Menschen in der Region Tibet geschützt werden sowie eine dauerhafte Perspektive haben müssen. Über weitere Formen von Autonomie nachzudenken heißt aber zugleich, die territoriale Integrität Chinas - von innen wie von außen - nicht infrage zu stellen." Außer Frage - aber!</p>
<p>Khomeini-Kennerin Schneider wies im Interview mit der "Jungen Welt" auf die Gefahren hin, die drohten, falls die internationale Gemeinschaft weiter Druck auf China ausübe: "Die nationale Unabhängigkeit und die damit verbundene staatliche Einheit gehören zum Grundkonsens der Volksrepublik. Dessen Erschütterung hätte unabsehbare Konsequenzen. Nicht nur für China, sondern für die gesamte Region." Die Argumentation erinnert an die Rechtfertigung von Mauerbau und Staatssicherheit: Schließlich hätten diese ja auch zur Stabilität in Zeiten des Kalten Krieges beigetragen, wie zuweilen aus der Linkspartei zu hören ist. ...</p>
<p><strong>Während Paech und Co. nicht müde werden, die israelische Besetzung palästinensischen Territoriums seit dem Jahr 1967 anzuprangern, erwähnen sie die chinesische Annexion Tibets aus dem Jahr 1950 mit keinem Wort oder behaupten, dass "Tibet seit 1253 zu China gehört"</strong>, wie die "Junge Welt" das tut. <strong>Vom harschen Vorgehen des chinesischen Staates in Tibet, von staatlich geleiteten Bevölkerungsumsiedlungen etwa, liest man von der Linken nichts. </strong>Dass Journalisten aus Tibet ausgewiesen wurden, ist dem Menschenrechtsexperten Leutert zwar aufgefallen, er weiß aber: "Die Forderung der Grünen-Vorsitzenden Claudia Roth nach einer scharfen Reaktion des IOC sowie der EU gegenüber China aufgrund der Ausweisung der beiden letzten ausländischen Journalisten aus der Region Tibet nützt den Menschen dort gar nichts." Nützt gar nichts: Welch ein Argument! Als ob das Schweigen zum Unrecht jemals geholfen hätte! ...</p>
<p>Wo immer das chinesische Regime wegen seiner Menschenrechtspolitik verurteilt wird, erhebt die Linkspartei Einspruch - von Hamburg bis nach Brüssel. <strong>In der vorigen Woche kritisierte das Europaparlament in einer Resolution "die brutale Unterdrückung tibetischer Demonstranten durch die chinesischen Sicherheitskräfte" und forderte die "unverzügliche Freilassung" aller Inhaftierten. Für die Resolution stimmten 580 Abgeordnete, 24 stimmten dagegen, "darunter als einziger Deutscher Tobias Pflüger (Die Linke), wie die "Junge Welt" voller Nationalstolz berichtete.</strong></p>
<p>Die Partei Die Linke ist diejenige im Bundestag, die in der Regel das größte Verständnis für autoritäre Regime aufbringt: sei es für das im Iran, in Venezuela, in Kuba oder in China. Der Grund liegt ganz offensichtlich in der Gegnerschaft dieser Staaten zum Westen begründet, <strong>von dem einen oder anderen darunter erhofft man sich gar die Rettung der sozialistischen Idee. Für dieses hehre Ziel akzeptiert man dann auch als temporär erachtete Verwerfungen: Schließlich steht das Paradies der Gleichheit ja unmittelbar bevor. Diese menschenfeindliche Ignoranz ist bezeichnend für ein Milieu, das nicht verstehen will, dass Menschenrechte universell sind - oder wertlos.</strong></p></blockquote>
]]></content:encoded>
</item>

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