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	<title>semantik &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://wordpress.com/tag/semantik/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "semantik"</description>
	<pubDate>Sat, 26 Jul 2008 09:30:28 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

<item>
<title><![CDATA[Berufliche Rehabilitation 2.0. – funktioniert auch ohne Berufsförderungswerke]]></title>
<link>http://legasthenieistkeineschande.wordpress.com/?p=657</link>
<pubDate>Thu, 10 Jul 2008 19:25:22 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lars Michael Lehmann</dc:creator>
<guid>http://legasthenieistkeineschande.wordpress.com/?p=657</guid>
<description><![CDATA[Aufgrund meines eigenen erleben, beschäftige ich mich natürlich auch um diese Zukunftsfrage der ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family:&#34;"><strong>Aufgrund meines eigenen erleben, beschäftige ich mich natürlich auch um diese Zukunftsfrage der „Beruflichen Rehabilitation 2.0.“.</strong></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:0.0001pt;"><span style="font-family:&#34;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:0.0001pt;"><span style="font-family:&#34;">Nach meiner Auffassung und Beobachtung sind Berufsförderungswerke Instrumente aus einer alten Zeit, die wir im eigentlichen Sinne nicht mehr gebraucht werden. Im Wandel des modernen Arbeitsmarktes benötigt man nicht mehr länger solche „Bildungsbiotope“, wo sowieso die Effizienz, sehr fraglich und teuer der Gesellschaft zu stehen kommen wird- und schon gekommen ist. Denn, der heutige Moderne Arbeitsmarkt benötigt ganz andere Kompetenzen, darum ist es totaler Quatsch, aus einen Maurer einen Siebdrucker zu machen. Diese werden sowieso viel längerfristiger aufgrund der wissensgeschellschaftlichen Entwicklung nicht mehr gebraucht, bzw. es sind Anlernberufe die man nicht aufwendig Umschulen muss.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:0.0001pt;"><span style="font-family:&#34;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:0.0001pt;"><span style="font-family:&#34;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:0.0001pt;"><strong><span style="font-size:12pt;line-height:115%;font-family:&#34;">Berufliche Rehabilitation 2.0. – individuelle Integration durch Virtuallisierung </span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:0.0001pt;"><span style="font-family:&#34;">Aufgrund des Fachkräftemangel in den kommenden 10-15 Jahren, muss auch der Rehamarkt sich der neuen und virtualisierten Arbeitswelt, genau diesen Menschen, eine eigene Chance geben, in den man diesen Menschen ein barrierenfreies Arbeiten ermöglicht, es geht da nicht mehr um handwerkliche Berufe die man in der Zukunft kaum noch benötigen wird, als man es in den letzten 60 Jahren kannte. Daher ist es eine enorme Chance in der schon anbrechenden Wissensgesellschaft, diesen Menschen einen Platz zu geben denen Sie sich selber wählen können, wo sie eine optimale Unterstützung durch „private“ Träger oder durch die Wirtschaft und Wissenschaft bekommen. Denn staatlich regulierten Rehamarkt müsste man Stück für Stück gänzlich Abbauen – so könnte man viele Milliarden von Euro an Steuergeldern sparen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:0.0001pt;"><span style="font-family:&#34;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:0.0001pt;"><strong><span style="font-size:12pt;line-height:115%;font-family:&#34;">RehaAssement? – dies könnte man sich sparen, sowie deren Folgemaßnahmen </span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:0.0001pt;"><span style="font-family:&#34;">RehaAssement: könnte man gänzlich einsparen, denn es bedeutet nicht mehr als den Menschen zu integeren, wenn diese Menschen Unterstützung benötigen, in irgendeiner Form kann man dies einfach virtuell vernetzen, oder durch Fachdienste in der Nähe des Arbeitsortes bewerkstelligen. Auch die Folgemaßnahmen wie RVT und RVL werden in einer virtusalsierten Welt nicht mehr gebraucht, weil da die Menschen mit sprach- und mathematischgestützen Computern ausgestattet sind, wo die RehaAssesment – Maßnahmen überflüssig sind. Dies ist eigentlich schon lange ohne Virtuallisierung , da man in der Regel hauptsächlich mit dem PC und den Taschenrechner rechnet und schreibt, dies ermöglicht auch Menschen mit einer Legasthenie und Dyskalkulie einem Beruf entsprechend ihres Intellektes, auch schriftlich auszuüben. Dies betrifft auch Menschen mit speziellen Behinderungen, Blinde und Taubstumme, und Körperbehinderte Menschen – dies würde Barrierefreiheit und individuelles Lernen, sowie Arbeiten ermöglichen, dass Lebenslang.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:0.0001pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:0.0001pt;"><strong><span style="font-size:12pt;line-height:115%;font-family:&#34;">Arbeiten durch Lebens- und Wissensanreicherung, sowie Forschung und Innovation</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:0.0001pt;"><span style="font-family:&#34;">Die Wissensgesellschaft der Zukunft kann es sich nicht mehr Leisten, wertvolle Begabungen, Wissen und Forschung zu vergeuden. Daher wird sich in dieser Phase grundlegendes sich ändern, besonders was das Thema: Bildung, Ausbildung, Arbeitswelt bedeutet. Die praktischen Arbeiter werden durch: Lebens- und Wissensarbeiter ersetzt. Das heißt genauer, jeder Bürger bringt Maßgeblich seine Lebenserfahrung, sein Wissen, was Er immer wieder erneuert in virtuelle Arbeits- und Wissenswelt bringt und erneuert, dies wird in Form von „Socialen und digitalen Netzwerken“ (Social Networks), gesammelt, erweitert, gemanagt et cetera. <span> </span>In Form von visualisierten Wissenskarten (Semantik –Networks (Netzwerke die der menschlichen Intelligenz, sehr ähnlich sind ), diese werden intelligenten Suchmaschinen, ähnlich sein, bzw. sie werden von diesen Ersetzt oder miteinander Verbunden. Somit gibt es optmialen Wissensaustausch in separaten Räumen, wo man per Chat, Mail, Interaktion, Webcam, sowie integrierter Spracherkennung, sowie andere Dienste arbeiten kann, diese könnte man einfach auch mit medizinischen und psychologischen<span> </span>Diensten der jeweiligen Rehhabilitanden verbinden, sowie auch mit der Wissenschaft die so auch gleich an der Optimierung, Forschung und Weiterentwicklung arbeiten kann.<span> </span><span> </span>Es wird über diese Form der neuen Arbeit vieles mehr möglich sein, genau diese Zukunft hat heute schon begonnen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:0.0001pt;"><span style="font-family:&#34;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:0.0001pt;"><strong><span style="font-family:&#34;">Dies ist nur ein Beispiel:</span></strong><span style="font-family:&#34;"> <span> </span>wie wir künftig unsere Wichtigsten Ressourcen, optimal Einbringen können. Daher, kann man am besten die berufliche Rehabilitation für die Menschen lebenswerter machen, diese wird auch den Menschen mehr Freiheit geben, dies dann natürlich gestützt mit einen Grundeinkommen von rund 1200,00 Euro im Monat für jeden wertwoll gestaltet werden – statt, <span> </span>das unmenschliche Harz IV! Manche werden hier vielleicht lachen, dass ich etwas vielleicht Spinnen mag. Die Wissenschaft arbeitet schon an solchen neuen Arbeitsformen, vielleicht sind diese etwas anders, aber sie ähneln meinen Darstellungen im gewissen maße schon. <span> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:0.0001pt;"><span style="font-family:&#34;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:0.0001pt;"><strong><span style="font-family:&#34;">Fazit ist:</span></strong><span style="font-family:&#34;"> die öffentlichen Einrichtung wie sie es heute gibt, wird es hoffentlich sehr bald nicht mehr in dieser Form geben. Durch die Virtuallisierung kann man den Menschen wieder die Freiheit zum Arbeiten geben, wie sie eben den Menschen gebührt, entsprechend Ihrer Begabungen und Neigungen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:0.0001pt;"><span style="font-size:12pt;line-height:115%;font-family:&#34;"> </span></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[TRIVIA #2]]></title>
<link>http://danbot.wordpress.com/?p=46</link>
<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 08:42:54 +0000</pubDate>
<dc:creator>danbot</dc:creator>
<guid>http://danbot.wordpress.com/?p=46</guid>
<description><![CDATA[Diesmal geht es um&#8230; .Aber hört selbst:

Download MP3:
trivia2
]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Diesmal geht es um... .Aber hört selbst:</p>
<p>[audio http://danbot.files.wordpress.com/2008/07/trivia2.mp3]</p>
<p>Download MP3:</p>
<p><a href="http://danbot.files.wordpress.com/2008/07/trivia2.mp3">trivia2</a></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Homoseksual, Gay, Lesbian]]></title>
<link>http://indonesiasaram.wordpress.com/?p=144</link>
<pubDate>Fri, 23 May 2008 00:02:14 +0000</pubDate>
<dc:creator>indonesiasaram</dc:creator>
<guid>http://indonesiasaram.wordpress.com/?p=144</guid>
<description><![CDATA[Pada halaman A18, Koran Tempo Sabtu, 17 Mei 2008 yang lalu memberitakan kegembiraan kaum homoseksual]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Pada halaman A18, <em>Koran Tempo</em> Sabtu, 17 Mei 2008 yang lalu memberitakan kegembiraan kaum homoseksual di Los Angeles. Pasalnya, pengadilan tinggi telah memberi lampu hijau untuk pernikahan homoseksual. Diberitakan pula bahwa Hollywood Nail Spa dijejali balon warna-warni pelangi yang menjadi kebanggaan kaum <em>gay</em>.</p>
<p style="text-align:justify;">Menarik diperhatikan, berita tersebut menggunakan kata-kata <em>homoseksual</em>, <em>gay</em>, dan <em>lesbian. </em>Pada salah satu paragrafnya, misalnya, disebutkan bahwa di Los Angeles ada sekitar empat puluh persen dari 37 ribu warganya yang diperkirakan sebagai<em> gay. </em>Sementara paragraf lain memberitakan kegembiraan kaum lesbian yang memutuskan untuk memiliki anak.</p>
<p style="text-align:justify;"><!--more-->Setahu saya, <em>homoseksual</em> merupakan istilah yang memayungi dua kata lain, yaitu <em>gay</em> dan <em>lesbian</em>. Jadi, kaum <em>gay</em> merupakan lelaki penyuka sesama lelaki. Asumsi ini muncul mengingat kata <em>gay</em>  lebih sering diucapkan oleh kaum lelaki penyuka sesamanya, ketimbang kata <em>homo</em> atau <em>homoseks</em>. Sementara kaum <em>lesbian</em> merupakan wanita penyuka sesama wanita.</p>
<p style="text-align:justify;">Di Indonesia, meskipun kata <em>gay</em> sangat dikenal, ternyata kata ini tidak terdaftar dalam <em>Kamus Besar Bahasa Indonesia </em>(<em>KBBI</em>)<em>.</em> Sebaliknya, kata <em>lesbian</em> justru tercantum dengan arti ‘wanita yang mencintai atau merasakan rangsangan seksual sesama jenisnya; wanita homoseks’. Malahan ada orang yang menggunakan istilah <em>homo</em> untuk mengacu kepada penyuka sesama lelaki. Padahal setahu saya, <em>homo</em> merupakan bentuk singkat dari <em>homoseksual</em>, yang menurut <em>KBBI</em>, berarti ‘kecenderungan untuk tertarik kepada orang lain yang sejenis'. Adapun definisi serupa juga dapat ditemukan di <em>Kamus Bahasa Indonesia Kontemporer</em> yang disusun Peter Salim dan Yenny Salim (Edisi kedua, 1995).</p>
<p style="text-align:justify;">Lalu, bagaimana menurut kamus bahasa Inggris? Lalu saya mengambil kamus kantong saya, <em>Oxford Learner's Pocket Dictionary</em>. Di kamus kecil ini, baik <em>gay</em> maupun <em>lesbian</em> bisa kita temukan artinya. <em>Gay</em> diartikan sebagai 'homosexual' untuk bentuk ajektif, dan 'homosexual person' dalam bentuk nomina. Melihat ini, saya segera melihat arti <em>lesbian</em>. Artinya, 'woman who is sexually attracted to other woman'. Sementara definisi yang diberikan <em>Merriam-Webster Collegiate Dictionary</em> pun tidak jauh berbeda.</p>
<p style="text-align:justify;">Melihat definisi tersebut, baik <em>homoseksual </em>maupun<em> gay</em> pada dasarnya memiliki makna yang netral, dalam arti tidak dispesifikkan kepada jenis kelamin tertentu. Baik<em> KBBI </em>maupun<em> Kamus Bahasa Indonesia Kontemporer, </em>baik <em>Oxford Learner's Pocket Dictionary </em>maupun <em>Merriam-Webster Collegiate Dictionary, </em>sama-sama menunjukkan hal tersebut.</p>
<p style="text-align:justify;">Dengan demikian, istilah <em>gay</em> pun dapat digunakan untuk kaum wanita penyuka sesama wanita. Lalu, apa yang membedakan <em>gay</em> dan <em>homoseksual</em>? Mengacu pada <em>Merriam-Webster Collegiate Dictionary</em>, kata <em>gay</em> diperkirakan berasal dari kata <em>gai,</em> sekitar abad ke-14,<em> </em>dari <em>Middle French. </em>Sementara itu, <em>homoseksual </em>(<em>homosexual</em>)<em> </em>diperkirakan baru ada sekitar 1892. Sayang tidak ada keterangan lebih lanjut mengenai asal kata tersebut. Dengan demikian, kemungkinan besar kata <em>gay </em>lebih dahulu muncul.</p>
<p style="text-align:justify;">Dalam konteks bahasa Indonesia, mungkin kesamaan makna kata <em>homoseksual</em> dengan <em>gay</em> itulah yang menyebabkan tidak adanya padanan kata <em>gay</em> dalam bahasa Indonesia. Bagaimanapun juga, asumsi saya semula harus runtuh.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Natürlichsprachige Suche mit Powerset]]></title>
<link>http://wachterblog.wordpress.com/2008/05/15/naturlichsprachige-suche-mit-powerset/</link>
<pubDate>Thu, 15 May 2008 09:20:00 +0000</pubDate>
<dc:creator>Christian Wachter</dc:creator>
<guid>http://wachterblog.wordpress.com/2008/05/15/naturlichsprachige-suche-mit-powerset/</guid>
<description><![CDATA[www.powerset.com ist eine neue Suchmaschine, die natürlichsprachige Anfragen - vorerst allerdings n]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://bp0.blogger.com/_1qVYvWyD7PY/SCwHBSJhpHI/AAAAAAAABLk/qh8AVZNOLv8/s1600-h/einstein.jpg"><img style="float:right;cursor:pointer;margin:0 0 10px 10px;" src="http://bp0.blogger.com/_1qVYvWyD7PY/SCwHBSJhpHI/AAAAAAAABLk/qh8AVZNOLv8/s400/einstein.jpg" border="0" alt="" /></a><a href="http://www.blogger.com/www.powerset.com" target="_blank">www.powerset.com</a> ist eine neue Suchmaschine, die natürlichsprachige Anfragen - vorerst allerdings nur in Englisch - verarbeitet. Und es werden im derzeitigen Betastadium auch nur die beiden Websites Wikipedia und Freebase indiziert.<br />
<!--more--></p>
<p>Die zurückgelieferten Ergebnisse gruppiert Powerset nach Themen bzw. Bedeutungen (Turkey = das Land, die Orte in North Carolina bzw. Texas, der Vogel). Phrasen, die der Anfrage ähneln, werden schon in der Ergebnisliste angezeigt. Und von indizierten Seiten erstellt Powerset ein Inhaltsverzeichnis, zu dem auch Fakten angezeigt werden können.</p>
<p>Der  Bedarf an Rechenleistung für die semantsiche Analyse ist rießig, deshalb wird das Geld für die Entwickler knapp, und angeblich hat Microsoft schon ein Auge auf das StartUp geworfen.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA["Smart Card"]]></title>
<link>http://indonesiasaram.wordpress.com/?p=140</link>
<pubDate>Fri, 09 May 2008 00:48:49 +0000</pubDate>
<dc:creator>indonesiasaram</dc:creator>
<guid>http://indonesiasaram.wordpress.com/?p=140</guid>
<description><![CDATA[Akhirnya, sejak pertama kali diangkat, smart card dinyatakan akan berlaku per September 2008 nanti (]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Akhirnya, sejak pertama kali diangkat, <em>smart card</em> dinyatakan akan berlaku per September 2008 nanti (Kompas, 9 Mei 2008). Itu juga kalau tidak ada aral melintang. Salah satu tujuannya untuk menekan subsidi<br />
bahan bakar mengingat harga bahan bakar dalam beberapa bulan terakhir meroket tajam. Rencananya, <em>smart card</em> tersebut akan diterapkan di DKI Jakarta dan sekitarnya, baru diperluas ke Jawa dan Bali.</p>
<p style="text-align:justify;">Dikemukakan pula empat opsi penerapan <em>smart card</em> tersebut. Pertama, kartu kendali dipasang pada semua jenis kendaraan, baik itu kendaraan umum, pribadi, maupun roda dua. Kedua, kartu kendali dipasang di seluruh kendaraan, kecuali kendaraan pribadi dengan tahun pembuatan 2005 ke atas. Ketiga, kartu kendali hanya untuk kendaraan umum dan roda dua. Keempat, kartu kendali hanya untuk kendaraan umum.</p>
<p style="text-align:justify;"><!--more-->Ada dua hal yang menarik mengenai <em>smart card</em> ini. Pertama, artikel yang menghias salah satu sudut halaman utama itu menyebutkan padanan untuk smart card ini sebagai kartu kendali seperti dalam kutipan berikut.</p>
<p style="padding-left:30px;text-align:justify;">Upaya menekan subsidi bahan bakar minyak tidak hanya berhenti pada kenaikan harga. Pemerintah tetap akan menerapkan pembatasan konsumsi BBM melalui program kartu kendali atau <em>smart card</em>.</p>
<p style="text-align:justify;">Pada dasarnya, sejauh yang saya tangkap, kartu ini digunakan untuk membatasi konsumsi bahan bakar. Mungkin fungsinya mirip seperti kartu prabayar pada telepon seluler. Kalau nilainya sudah habis, seseorang<br />
tidak dapat melakukan pembelian bahan bakar lagi.Namun, padanan tersebut cukup mengusik pikiran. Mengapa kalau fungsinya untuk mengendalikan konsumsi berlebih, kartu ini malah disebut sebagai <em>smart card</em>?</p>
<p style="text-align:justify;">Saya jadi teringat pada alat pengendali televisi jarak jauh yang lazim disebut <em>remote control</em>. Mengingat kata <em>control</em> pada prinsipnya dapat berarti ‘kendali’, tidakkah seharusnya kartu kendali itu menjadi card<br />
control saja daripada <em>smart card</em>?</p>
<p style="text-align:justify;">Pikir punya pikir, akhirnya saya mendapatkan pencerahan juga mengenai <em>smart card</em> ini. Mungkin saja istilah ini diberikan pada kartu tersebut mengingat sifatnya yang praktis. Artinya, tanpa perlu kita hitung, limit nominal yang tersedia otomatis akan dikurangi setiap kali kita membeli bahan bakar. Tidak dilakukan secara manual, tapi secara otomatis.</p>
<p style="text-align:justify;">Tapi kalau begitu, ada banyak kartu yang pantas disebut sebagai <em>smart card</em>. Kartu pada telepon seluler juga melakukan pemotongan secara otomatis terhadap pulsa dalam setiap pemakaian. Ada juga kartu ATM dan kartu kredit yang juga melakukan hal serupa. Dan dulu kita juga mengenal kartu telepon yang juga tidak jauh berbeda dengan jenis kartu lainnya itu.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[The good evil]]></title>
<link>http://michaelthurm.wordpress.com/?p=65</link>
<pubDate>Wed, 23 Apr 2008 09:21:04 +0000</pubDate>
<dc:creator>farbfilmvergesser</dc:creator>
<guid>http://michaelthurm.wordpress.com/?p=65</guid>
<description><![CDATA[Bei meiner morgentlichen Lektüre der Google Falle habt Gerald Reischl die Fragen von Gestern beantw]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Bei meiner morgentlichen Lektüre der Google Falle habt Gerald Reischl die Fragen von Gestern beantwortet:</p>
<p>Die semantische Suche wird es möglich machen, das die Suchmaschiene individuell nach meinen Bedürfnissen arbeitet. Das heist am Ende: Je mehr Daten ich google über mcih zur Verfügung stelle, desto besser sucht die Maschiene für mich. Welche Vor- und Nachteile das hat, leigt auf der Hand. Bei last.fm funktioniert das schon ziemlich gut, beschränkt auf die Musik. Aber dort hat eben jeder, der sich anmeldet auch zugestimmt das seine Hör-Daten gespeichert werden. Und, das halte ich für besonders wichtig, ich kann einzelne Stücke "Lieben" und "Bannen". Wenn google es also ermöglichen würde, das ich selbst als User die Semantik der Suche steuern kann, wäre der Vorwurf der Manipulation, wie Reischl ihn erhebt vielleicht ausgeräumt...</p>
<p>Hier die Links zu Youtube, die Reischl anführt:</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/googleprivacy">der Privacychannel</a></p>
<p><!--YouTube Error: bad URL entered--></p>
<p>in der Tag-Wolke lassen sich auch kritische Beiträge finden.</p>
<p>Am höchsten bei mir war allerdings folgender Vortrag gerankt, hab aber schon meinen Suchbegriff vergessen. Ich wer als mal eine mail an youtube schicken und danach fragen. Hier aber erst mal das Video, leider ohne Ton, aber gut</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/JLdeOxUae50'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/JLdeOxUae50&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Skepsis mot enhetstestning]]></title>
<link>http://olofb.wordpress.com/?p=30</link>
<pubDate>Thu, 17 Apr 2008 05:44:25 +0000</pubDate>
<dc:creator>objarni</dc:creator>
<guid>http://olofb.wordpress.com/?p=30</guid>
<description><![CDATA[När man tar upp enhetstestning med någon som aldrig gjort det, men utvecklat säg mer än tio år,]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-medium wp-image-35" src="http://olofb.wordpress.com/files/2008/04/images4.jpg" alt="" width="142" height="66" /><strong>När man tar upp enhetstestning</strong> med någon som aldrig gjort det, men utvecklat säg mer än tio år, möts man med skepsis. Denna reaktion fick jag igår:</p>
<p><strong>"Jag tror inte man kan testa ett program till 100% med enhetstester."</strong></p>
<p><strong>Det är helt korrekt</strong> att man inte kan testa något större program till 100%, oavsett om det handlar om manuella eller automatiska tester, på rimlig tid. Jag argumenterade emot genom att säga att tre punktvisa tester är oändligt mycket bättre än noll tester.</p>
<p><strong>Min traditionelle vän</strong> sade då att han tror att testning är långt viktigare i ett typlöst språk, t.ex. Python, eftersom många fel slinker igenom och enkla typfel hittas först i realtid.</p>
<p><strong>Här tror jag att vi närmar oss resonemangets kärna:</strong> ett statiskt typat språk fångar en massa slarvfel genom att göra typcheck vid kompilering. Denna typchecksalgoritm är 100% korrekt för ett 100% hårt typat program. Denna insikt är något man som traditionell programmerare bär med sig hela tiden - man kan lita på kompileringens typcheck. Och därför ratar man en teknik som har mindre ambitiösa mål, det känns helt enkelt "fel" att enhetstester inte kan fånga de där 100%-en.</p>
<p><strong>Jag ser på automatiska enhetstester</strong> som ett komplement till kompilatorns typchecksystem: det är en semantikcheck, som i och för sig inte klarar av de hårda 100%, men icke desto mindre är det en säkerhetslina för algoritmernas beteende i vissa punkter:</p>
<p style="text-align:center;"><img class="alignnone size-medium wp-image-32" src="http://olofb.wordpress.com/files/2008/04/quadgraphi21.gif" alt="" width="287" height="280" /></p>
<p style="text-align:left;"><strong>Om man <em>fixerat</em> vissa punkter</strong> för stora delar av algoritmerna i systemet, får man snabbt larm om man gör slarvfel på <em>semantisk nivå</em> i programmet. Det garanterar inte att man undviker semantiska fel (som typcheck garanterar att man undviker typfel), men det ger en produktivitetshöjning ändå. Att det sedan finns andra fördelar som att typerna i systemet blir lättare att ha att göra med (lättare att instansiera, lättare att förstå) är bara en bonus!</p>
<p style="text-align:left;"><strong>Sist och slutligen</strong> är det väldigt svårt att förstå hur bra det fungerar med enhetstest i praktiken för någon som inte prövat det. Jag vet, eftersom jag hade programmerat gott och väl femton år innan jag prövade, och under de kanske fem sista åren av den perioden, då jag var medveten om att enhetstestning fanns, var jag väldigt skeptisk till dem ;)</p>
<p>Läs även andra bloggares åsikter om <a href="http://bloggar.se/om/enhetstestning" rel="tag">enhetstestning</a>, <a href="http://bloggar.se/om/korrekthet" rel="tag">korrekthet</a>, <a href="http://bloggar.se/om/programmering" rel="tag">programmering</a>, <a href="http://bloggar.se/om/semantik" rel="tag">semantik</a>, <a href="http://bloggar.se/om/tdd" rel="tag">tdd</a>, <a href="http://bloggar.se/om/typcheck" rel="tag">typcheck</a></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[(Stell)ver-, an-, aus-, über-, weg- und anders treten]]></title>
<link>http://glasok.wordpress.com/?p=511</link>
<pubDate>Wed, 16 Apr 2008 08:14:44 +0000</pubDate>
<dc:creator>glasok</dc:creator>
<guid>http://glasok.wordpress.com/?p=511</guid>
<description><![CDATA[Nachdem ich gestern das Wort &#8220;Stellvertreter&#8221; benutzt habe, ist mir so kurz vorm Einschl]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem ich gestern das Wort "Stellvertreter" benutzt habe, ist mir so kurz vorm Einschlafen dann aufgefallen, dass "Stellvertreter" ein ziemlich komisches Wort ist.</p>
<p>Woher kommt überhaupt dieses "Stell". Ich denke mal, dass das für die Stelle (im Sinne von "Arbeitsplatz") steht, die der Vertreter vertreten soll. Oder die Stelle (im Sinne von "Ort") an die er treten soll: Er tritt an die Stelle des Chefs.</p>
<p>Auch komisch aber der zweite Teil des Wortes: "vertreter". Wenn ich das so als einsames Wort sehe, denke ich gleich mal an "Füße vertreten". Oder daran, dass man etwas "versauen", "verhindern", "verlesen" oder sich "verirren" kann. Aber was soll "vertreten" sein? "zertreten" - da kann man sich gleich - was - vorstellen: einen Wurm, einen Haufen Scheiße (obwohl man hier eher "reintreten" benutzen würde) oder eine runtergefallene CD-Hülle. Ergebnis: das "zertretene" Objekt ist kaputt.</p>
<p>Woher aber könnte das "vertreten" in Stellvertreter kommen? Vielleicht von "vortreten". Der Chef ist nicht da, man tritt also "aus der zweiten Reihe" vor an seine Stelle "in der ersten Reihe".</p>
<p>Und dann gibts ja auch noch den "Vertreter", der etwas völlig anderes ist als der "Stellvertreter". So anders vielleicht nicht, wenn man "Vertreter" so versteht, dass er anstelle der Firma da steht und diese vertritt. Aber Vertreter könnte ja auch so gemeint sein, dass das jemand ist, der ein Produkt "vertritt" also "hinter dem Produkt steht". Genauso so, wie jemand für seine Überzeugung eintritt oder eine Meinung vertritt.</p>
<p>Und noch mal zum Unterschied zwischen Vertreter und Stellvertreter: Man versteht darunter zwei unterschiedliche Tätigkeiten, aber wenn man sagen soll, was der Stellvertreter macht, dann sagt man "der vertritt den Chef" oder "der macht Vertretung" und nicht "der stellvertritt den Chef" oder "der vertritt den Chef stell". Unlogisch.</p>
<p>NB: Gehts Ihnen auch manchmal so, dass Sie, wenn Sie ein Wort ganz oft wiederholen, dieses Wort auf einmal sehr komisch finden und fast denken, dass das doch irgendwie nicht richtig sein kann? Mir fällt grad auf, dass ich statt "vertritt" gern "vertretet" sagen würde.</p>
<p>Nun ja, also bei den Vertretern oder Vertrittern ;o) - wie kommt es da zu diesem Wort "vertreten"? Der Mann steht ja nicht anstelle seines Produktes da. Könnte es daher kommen, dass der Mann zusammen mit seinem Produkt auf- oder vortritt? Oder eben wieder wie "eine Meinung vertreten": Er steht hinter dem Produkt, findet es also toll und ist zur Gänze davon überzeugt.</p>
<p>Und irgendwie (das ist sicher semantisch nicht gewollt) vertritt er aber auch wie ein Stellvertreter sein Produkt. Ich übertrage meine Sym- oder Antipathie für den Vertreter auf das Produkt. Genauso wie ich bei entsprechender Werbung (fast) zwangläufig auch das Produkt cool (langweilig, lustig, ...) finde. Insofern steht der Vertreter z.T. tatsächlich auch anstelle seines Produktes.</p>
<p>Soweit zu den Einschlafgedanken ... Funktioniert übrigens besser als Schäfchenzählen!</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Communities = Social Networks &amp; vice versa?]]></title>
<link>http://markeninstitut.wordpress.com/?p=175</link>
<pubDate>Sun, 13 Apr 2008 11:48:02 +0000</pubDate>
<dc:creator>Dr. Kai-Uwe Hellmann</dc:creator>
<guid>http://markeninstitut.wordpress.com/?p=175</guid>
<description><![CDATA[
2001 hat Barry Wellman,  Professor in Toronto und ein Pionier der Community- Forschung, der sich sc]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://markeninstitut.files.wordpress.com/2008/04/wellman.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-176" src="http://markeninstitut.wordpress.com/files/2008/04/wellman.jpg" alt="" width="127" height="79" /></a><strong></strong></p>
<p><strong>2001 </strong>hat Barry Wellman,  Professor in Toronto und ein Pionier der Community- Forschung, der sich schon früh dafür interessiert hat, "Communities" mit dem "Social Networks"-Ansatz zu analysieren, einen "<a href="http://www.chass.utoronto.ca/~wellman/publications/lawcomm/lawcomm7.PDF">Report to the Law Commission of Canada</a>" erstellt, dem die Fragestellung "The Persistence and Transformation of Community: From Neigbourhood Groups to Social Networks" zu Grunde lag.</p>
<p><!--more--></p>
<p>Ausgangspunkt seines Berichtes ist die Feststellung, daß das herkömmliche Community-Konzept drei Kriterien umfaßte:</p>
<ol>
<li>Common locally, either in-person or online</li>
<li>Interpersonal relationships of sociability, support and information, either in-person or online</li>
<li>Common values, norms and interests, without necessarily interacting or being co-located</li>
</ol>
<p>Genauer betrachtet, so Wellman, konzentriere sich das Selbstverständnis dieses Forschungsfeldes freilich darauf, "Communities" im Kern als "Neighbourhoods", d.h. durch Nachbarschaft, durch räumliche Nähe konstituiert zu begreifen - und genau diese Annahme würde zukünftig nicht mehr tragen, weil die Mobilitätserfordernisse heutiger Gesellschaft zunehmend dafür sorgen, daß traditionelle Nachbarschaften aussterben, daß sich traditonelle Nachbarschaftstreffen nicht mehr etablieren können, wie auch <a href="http://markeninstitut.wordpress.com/2007/11/27/das-internet-als-dritter-ort/">Ray Oldenburg</a> es in "The Great Good Place" festgestellt hat, und sich statt dessen neue Formen der Kontaktpflege und Gemeinschaftsbildung abzeichnen.</p>
<p>Wellmans Anliegen geht nun dahin, primär gegen die Kategorie der Räumlichkeit als konstitutivem Faktor von Gemeinschaftsbildung zu argumentieren, bis hin zu der Formulierung:</p>
<blockquote><p>"Community became ‘liberated’ (Wellman 1979) from neighbourhood-centric thinking."</p></blockquote>
<p>Dies tut er in zweierlei Hinsicht: Zum einen bestehe nicht überall "Community", wo man "Neighbourhood" antreffe, zum anderen veranlaßten die Mobilitätserfordernisse moderner Gesellschaft, daß sich die Menschen darauf einstellen und ggf. auch "Communities" bilden, die ohne räumliche Nähe auskommen müssen.</p>
<blockquote><p>"Contemporary communities rarely are found only in neighbourhood, as long as one adopts a social definition of community and not a spatial one. This is because people usually obtain support, sociability, information and a sense of belonging from those who do not live within the same neighbourhood and often, not within their own metropolitan area. People maintain these community ties through phoning, writing, driving, railroading, transiting, and flying.”</p></blockquote>
<p>Der erste Punkt ist zweifelsohne zutreffend, die Gemeinde-Studie von René König von 1958 hat dies hinlänglich deutlich gemacht. Und auch  der zweite Punkt hat sicher viel für sich:</p>
<blockquote><p>"Community interactions have moved inside the private home − where most entertaining, phone-calling and emailing take place − and away from chatting wit patrons in public spaces such as bars, street corners and coffee shops.”</p></blockquote>
<p>Nur die Konsequenz dürfte hoch umstritten sein. Denn anzunehmen, die Pflege sozialer Kontakte wandere ins Private ab, bedeute zugleich, daß auch die Gemeinschaftsbildung diesem Trend folge, entbehrt, soweit es diesen Report betrifft, nahezu jeder empirischen Grundlage.</p>
<p>Schaut man sich nämlich an, welche Formen sozialer Beziehungen im Privatbereich gepflegt werden, wird offenbar, daß diese zwar Netzwerk-, mitnichten aber Gemeinschaftscharakter haben, da ihnen nahezu alles fehlt, was traditionelle "Communities" bislang ausgezeichnet hat.</p>
<blockquote><p>"Western communities are rarely tightly-bounded, densely-knit groups of broadly-based ties. They are usually loosely-bounded, sparsely-knit, ramifying of specialized ties.”</p></blockquote>
<p>Und kurz darauf heißt es sogar:</p>
<blockquote><p>"Instead of total involvement in a single solidary community, the personal mobility and connectivity that are the hallmarks of the industrial and information ages have replace solidarity with partial specialized communities. People are members of multiple communities, each containing at most partially-overlapping sets of network members, interactions with network members are principally in duets, two couples, and informal get-togethers of friends and relatives. These are not simple, homogenous strictures but heterogeneous compositions and sparsely-knit structures.”</p></blockquote>
<p>Abgekürzt formuliert, haben wir es hier also mit "dyads and small clusters" zu tun. Es sind lediglich "selective encounters singly or, in couples", "Friends and relatives [which] get together as small sets of singles or couples, but rarely as communal groups". Oder wie Wellman es auch sehr klar ausdrückt:</p>
<blockquote><p>"Thus community ties have become private relationships that do not involve the local area."</p></blockquote>
<p>Was aber hat all das mit "Community" zu tun, sind es doch überwiegend Privatkontakte, wie es sie immer schon gab, die sich gewiß sehr gut als soziale Netzwerke beschreiben lassen - aber auch nicht mehr, und mit Sicherheit alles entbehren, was "Communities" je ausgezeichnet hat.</p>
<p>Insofern gleicht dieses Verfahren, solche ego- oder dyaden-zentrierten Netzwerke noch "Communities" zu nennen, einem reinen Nominalismus, ohne jede empirische Evidenz.</p>
<blockquote><p>"Thus the privatization and domestication of relationships have transformed the nature of community. The nature and success of their friendships are being defined in domestic, women’s terms. Just as husbands and wives are more involved with each other at home, the focus of couples and male friends is on private, domestic relations.”</p></blockquote>
<p>Vor diesem Hintergrund sind auch Wellmans Ansichten zu "computer-mediated communities" sehr kritisch zu bewerten. So heißt es bei ihm zutreffend:</p>
<blockquote><p>"As social beings, those who use the internet seek not only information but also companionship, social support and a sense of belonging.”</p></blockquote>
<p>Daraus jedoch die Schlußfolgerung zu ziehen, daß "The personalization, wireless portability and ubiquitous connectivity of the Internet all facilitate networked individualism as the basis of community”, ermangelt jedes überzeugenden Arguments.</p>
<p>Denn was am Ende lediglich übrig bleibt, ist diese Form des "networked individualism", was völlig einleuchtend ist - wie daraus aber eine tragfähige "basis of community" entstehen soll, und weshalb man darauf beruhende Netzwerkstrukturen zwingend "Communities" nennen sollte, wird mit keinem Wort erörtert - und es ist wohl kaum mehr denn eine Schwundstufe, ein semantisches Relikt, eine Art Involution, mit der wir es hier zu tun haben, und die bis in die Forschung hineinreicht, die nur vorübergehend noch in Gebrauch ist, bis sich eine neue (empirische adäquate und wissenschaftlich valide) Selbstbeschreibung solcher "networked individualism" basierter Netzwerkstrukturen herausgebildet hat, die sich evolutionär, strukturell und semantisch strikt abgrenzen werden davon, was wir bis dahin noch so hilflos "Communities as social networks" nennen.</p>
<p>Unstrittig ist: Jede "Community" ist ein "social network", dies gilt vice versa aber keineswegs.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Semantic Web-resurser]]></title>
<link>http://retkomma.wordpress.com/?p=41</link>
<pubDate>Sun, 02 Mar 2008 17:45:27 +0000</pubDate>
<dc:creator>retkomma</dc:creator>
<guid>http://retkomma.wordpress.com/?p=41</guid>
<description><![CDATA[Der begynder så småt at springe anvendelige, lettere tilgængelige beskrivelser frem af de mest ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Der begynder så småt at springe anvendelige, lettere tilgængelige beskrivelser frem af de mest populære semantic web-teknologier, såsom RDF(S) og OWL. Tjek nogle af dem her:</p>
<ul>
<li>
<div><a href="http://www.w3schools.com/rdf/default.asp">http://www.w3schools.com/rdf/default.asp</a></div>
</li>
<li>
<div><a href="http://www.cse.lehigh.edu/~heflin/courses/agents-2007/IntroToOWL.pdf">http://www.cse.lehigh.edu/~heflin/courses/agents-2007/IntroToOWL.pdf</a></div>
</li>
<li>
<div><a href="http://www.w3.org/RDF/">http://www.w3.org/RDF/</a>, her er et godt sted at begynde:</div>
<ul>
<li>
<div><a href="http://www.w3.org/TR/rdf-syntax-grammar/">http://www.w3.org/TR/rdf-syntax-grammar/</a></div>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p>Generelt forudsættes viden om (X)HTML, XML og namespaces.</p>
<p>Altova er desuden begyndt at udvikle 'WYSIWYG'-software til konstruktion af RDF/OWL. Jeg har tjekket demoudgaven ud, og det virker desværre ikke så prangende, men mon ikke at det bliver det på et tidspunkt. Tjek det evt. selv på <a href="http://www.altova.com/SemanticWorks/">http://www.altova.com/SemanticWorks/</a>.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Communities 1.O. / Communities 2.O.]]></title>
<link>http://markeninstitut.wordpress.com/?p=82</link>
<pubDate>Thu, 07 Feb 2008 10:01:34 +0000</pubDate>
<dc:creator>Dr. Kai-Uwe Hellmann</dc:creator>
<guid>http://markeninstitut.wordpress.com/?p=82</guid>
<description><![CDATA[
In einem Beitrag, der den Titel &#8220;Kommunikationsgemeinschaften&#8221; trägt und demnächst in]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://markeninstitut.wordpress.com/files/2008/02/himmel.thumbnail.jpg" alt="himmel.jpg" /></p>
<p>In einem Beitrag, der den Titel "Kommunikationsgemeinschaften" trägt und demnächst in einem <a href="http://www.vs-verlag.de/index.php;do=show/sid=2748487d291e7b4182ffdbc11091b313/site=w/book_id=11520">Sammelband</a> beim VS-Verlag erscheinen wird, befaßt sich  <a href="http://www2.tu-berlin.de/~soziologie/Crew/knoblauch/">Hubert Knoblauch</a> mit  der Frage, was eigentlich eine post-traditionale Gemeinschaft sei, von der immer öfters die Rede ist.</p>
<p><!--more-->Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist der klassische Gemeinschaftsbegriff von Ferdinand Tönnies. Dessen Begriffsverständnis bestimmt Knoblauch durch die "Vorstellung einer Unmittelbarkeit der kommunikativen Begegnung", wie er es umschreibt:</p>
<blockquote><p>Insbesondere  die romantischen Aspekte des Tönnieschen Gemeinschaftsbegriffs sind eng verbunden mit der Vorstellung einer Unmittelbarkeit der kommunikativen Begegnung: Im Grunde ist das Dorf, vielleicht sogar die Horde das Musterbeispiel für diese Gemeinschaft von Menschen, die sich dauernd oder immer wieder begegnen."</p></blockquote>
<p>Diese besonderen Umstände qualifizieren traditionale Gemeinschaften als "Wissensgemenschaften", wie Knoblauch es formuliert:</p>
<blockquote><p>Einfache Gesellschaften bauen nicht nur auf der unmittelbaren Kommunikation auf, sie sind auch Gemeinschaften geteilten und weitgehend unausgesprochenen, sedimentierten, habitualisierten und routinisierten Wissens, also <em>Wissensgemeinschaften</em>."</p></blockquote>
<p>Im Zuge der Entwicklung der modernen Gesellschaft ist diese quasi-archaische Voraussetzung traditionaler Gemeinschaften aber verloren gegangen. Statt dessen ist heutzutage von ganz anderen Bedingungen der Möglichkeit der Gemeinschaftsbildung auszugehen:</p>
<blockquote><p>Mediatisierung, Entkontextualisierung und Anonymisierung bezeichnen drei Aspekte der (graduellen) Umstellung von unmittelbarer auf mittelbare Kommunikation, die sich auf ganze Gesellschaften wie auch auf die Gemeinschaften auswirkt."</p></blockquote>
<p>Die Folge dieser Umstellung, die das gemeinsam verfügbare Wissen zusehends schwinden läßt, ist, daß "diese Abnahme des gemeinsamen Wissens durch eine Zunahme der Kommunikation ausgeglichen" wird. Dadurch werden Wissensgemeinschaften zu Kommunikationsgemeinschaften:</p>
<blockquote><p>Gerade im Zusammenhang mit der mittelbaren Kommunikation erscheint der Begriff der Kommunikationsgemeinschaft sehr passend, weil hier Kommunikation sozusagen in reinster Form konstitutiv für Gemeinschaft ist: Die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft wird wesentlich durch vorgängige und parallele Kommunikation geleistet - und zwar weitgehend ausschließlich durch Kommunikation und nicht durch Tradition und wissen."</p></blockquote>
<p>Kommunikationsgemeinschaften werden quasi herbeigeredet, ihre Konstitution ist von permanenter Kommunikation abhängig. Without communication no community.</p>
<p>Diese Unterscheidung zwischen Wissensgemeinschaften, die auf unmittelbarer, direkter, persönlicher Kommunikation beruhen, zwischen Personen, die sich von früh an kennen und vertraut sind, und Kommunikationsgemeinschaften, die strategisch-intentional zum Leben erweckt werden, durch Massenmedien stark unterstützt, erinnert ein wenig an Tönnies' Unterscheidung zwischen Wesens- und Kürwille:</p>
<p>Während der Wesenswille auf die Gemeinschaft selber zielt, liegt dem Kürwillen eine bewußte Entscheidung zugrunde, eine bestimmte Gemeinschaft als Mittel für einen bestimmten Zweck zu gründen. Insofern könnte man beinahe schon zwischen "communities by nature" und "communities by intention" unterscheiden, wenn diese Unterscheidung nur trennscharf genug wäre - zumal alles, was Gemeinschaft betrifft, basal auf Kommunikation beruht, ob nun mittelbar oder nicht: Kommunikation bleibt das basale Medium der Gemeinschaftsbildung. Insofern ist es nur eine Frage, in welchem Maße sich Gemeinschaften dessen bewußt sind.</p>
<p>Diese Frage leitet zu einer letzten Überlegung über: Wenn der Grad der Reflexion entscheidend dafür ist, mit welcher <a href="http://markeninstitut.wordpress.com/2007/11/25/die-renaissance-der-gemeinschaften/">Generation</a> von Gemeinschaften man es zu tun hat, könnte man eine weitere Unterscheidung in Erwägung ziehen, die anderswo gute Dienste leistet: die Unterscheidung zwischen der Beobachtung erster und zweiter Ordnung.</p>
<p>Beobachtung erster Ordnung begreift die Welt und ihr Innenleben als schlichtweg gegeben, zu der es keine Alternative gibt, für niemanden. Alle nehmen das selbe wahr und wissen das selbe, es gibt keine Kontingenz, keine Möglichkeit, daß ein beliebiger Sachverhalt auch anders möglich wäre. Alles wird durch die Natur oder andere, für die Menschen unverfügbare Mächte vorgegeben.</p>
<p>Beobachtung zweiter Ordnung begreift die Welt und ihr Innenleben hingegen als verhandelbar, manipulierbar, veränderbar. Alles könnte auch ganz anders sein, Kontingenz lautet hier die Maxime.  Beinahe alles ist konstruiert und könnte deshalb auch anders sein, als es gerade ist. Die Ordnung der Welt ist bestimmten Entscheidungen zurechenbar, und diese Entscheidungen kann man hinterfragen, ggf. sogar ändern.</p>
<p>Überträgt man diese Unterscheidung darauf, was Knoblauch mit Wissens- bzw. Kommunikationsgemeinschaften meint, könnte man auch sagen:</p>
<p>Wissensgemeinschaften sind Communities 1. Ordnung, während es sich bei Kommunikationsgemeinschaften um Communities 2. Ordnung handelt. Demnach könnte auch unterschieden werden zwischen "Communities 1.O." und "Communities 2.O.", wobei wir es nur noch mit letzteren zu tun haben, also mit Kommunikationsgemeinschaften, wie Knoblauch sie beschrieben hat.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Das Idol dieses Zeitalters ist die Gemeinschaft]]></title>
<link>http://markeninstitut.wordpress.com/?p=72</link>
<pubDate>Sun, 27 Jan 2008 11:18:27 +0000</pubDate>
<dc:creator>Dr. Kai-Uwe Hellmann</dc:creator>
<guid>http://markeninstitut.wordpress.com/?p=72</guid>
<description><![CDATA[
1924 veröffentlichte Helmuth Plessner eine kleine Schrift mit dem schlichten Titel „Grenzen der ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://markeninstitut.wordpress.com/files/2008/01/aufstand.thumbnail.jpg" alt="aufstand.jpg" /><b></b></p>
<p><b>1924 </b>veröffentlichte Helmuth Plessner eine kleine Schrift mit dem schlichten Titel „Grenzen der Gemeinschaft“.</p>
<p class="MsoNormal"><!--more-->Wie der Untertitel „Eine Kritik des sozialen Radikalismus“ schon darlegt, geht es darin um die kritische Auseinandersetzung mit einer politisch-philosophischen Bewegung Anfang der 1920er Jahre, diesen unruhigen, turbulenten und teilweise brandgefährlichen Geburtsjahren der nur kurz währenden Weimarer Republik.</p>
<p>Der Begriff der Gemeinschaft besaß für die Anhänger dieses sozialen Radikalismus einen besonderen Reiz, stand er doch für allerhöchste Innigkeit des Miteinander, für grenzenlose Offenheit, das Beiseiteschieben alles Gesellschaftlich-Zivilisatorischen, ein Wegtauchen des Individuums im Ozean des Kollektivs, die völlige Verschmelzung von Geist, Körper, Seele im Rausch der Masse, reinste Zivilisationskritik: "Los von der Zivilisation, empor zur Gemeinschaft."</p>
<blockquote><p> Gemeinschaft bedeutet ihren Verfechtern den Inbegriff lebendiger, unmittelbarer, vom Sein und Wollen der Personen her gerechtfertigter Beziehungen zwischen Menschen. Echtheit und Rückhaltlosigkeit sind ihre wesentlichen Merkmale, Gebundenheit aus gemeinsamer Quelle des <i>Blutes</i> zunächst ihre einheitsstiftende Idee.“</p></blockquote>
<p>Dabei richtet sich diese Form des sozialen Radikalismus gegen Status der quo der Gesellschaft, ihre Rationalität, Instrumentalität, Bürokratität, die uns immer gleich in mehrfacher Ausführung begegnen, als Ausdruck funktionaler Differenzierung - mit all den Folgen, die wir erst heute allmählich überblicken. Gegen diese Form der Gesellschaft kämpft der soziale Radikalismus, und er tut dies antithetisch:</p>
<blockquote><p> Maßlose Erkaltung der menschlichen Beziehungen durch maschinelle, geschäftliche politische Abstraktionen bedingt maßlosen Gegenentwurf im Ideal einer glühenden, in allen ihren Trägern überquellenden Gemeinschaft. Die Rechenhaftigkeit, der brutalen Geschäftemacherei entspricht im Gegenbild die Seligkeit besinnungslosen Sichverschenkens, der mißtrauischen Zerklüftung in gepanzerte Staaten der Weltbund der Völker zur Wahrung ewigen Friedens."</p></blockquote>
<blockquote><p> Sozialer Radikalismus ist daher die Opposition gegen das Bestehende, insofern als es immer einen gewissen Ausgleich zwischen den widerstreitenden Kräften der menschlichen Natur einschließt und den Gesetzen der Verwirklichung, dem Zwange des Möglichen gehorcht. Seine These ist Rückhaltlosigkeit, seine Perspektive Unendlichkeit, sein Pathos Enthusiasmus, sein Temperament Glut. Er ist die geborene Weltanschauung der Ungeduldigen, soziologisch: der unteren Klassen, biologisch: der Jugend."</p></blockquote>
<p>Die semantische Logik des sozialen Radikalismus ist binär codiert: A/Nicht-A. Alles, was da ist, wird abgelehnt und soll durch sein Gegenteil ersetzt werden. Nicht Gesellschaft, sondern Gemeinschaft!</p>
<blockquote><p> Radikalismus heißt Dualismus. Nur Zwiespalt rechtfertigt Schroffheit, nur Widerstand Angriffshaltung. Bereitet das Bestehende und Gegebene Widerstand, so wird das Prinzip des Angreifers dem Gegebenen überlegen sein müssen, an Güte, Dauer und Kraft. Ist das Bestehende Kompromiß, Vermittlung, Mischung, so wird das Angreifende lauter, einseitig, unvermittelt sein, bedeutet das Gegebene Anpassung an das jeweils Mögliche, so fordert es das ewig Unmögliche zum Kampf heraus.“</p></blockquote>
<p>Plessners Kritik an dieser Programmatik des sozialen Radikalismus richtete sich nun darauf, die Kosten zu bedenken, die ein solcher Gemeinschafts- statt Gesellschaftsentwurf mit sich bringt. Denn der soziale Radikalismus fordert radikale moralisch-ethische Konsequenzen, die die Grundfesten der modernen Gesellschaft erschüttern, durch die er erst seine Legitimation gewinnt − insofern ist diese proklamierte Anti-Moderne letztlich ein Produkt der Moderne, endogen erzeugt.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund kann die Parole „Das Idol dieses Zeitalters ist die Gemeinschaft“ als ein Aufruf zum Umsturz der gesellschaftlichen Ordnung entschlüsselt werden. Es geht um den Niedergang dessen, was Moderne auszeichnet, und das Endziel dieser Revolution ist die Vernichtung des Individuums - denn "alle Zeichen der Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft bedeuten letztlich die Aufhebung der Intimsphäre der Person", und ohne Intimsphäre, ohne Privatheit wird man zur bloßen Zählfigur, zu einem Mitläufer im Schwarm von Milliarden Anonymen.</p>
<p>Insofern beleuchtet „Grenzen der Gemeinschaft“ die dunklen Seiten einer derartigen Gemeinschaftssehnsucht, das, was verloren geht und verloren gehen soll − jedoch ohne zu bedenken, ob es diesen Preis wert ist. Keine Distanz, kein Takt, kein Fürsichsein mehr, nur noch soziale Ursuppe.</p>
<p>Mehr als 80 Jahre später stellt sich nun der Eindruck eines Déjà vu ein: Fundamentalismus allerorten, häufig religiös motiviert, mitunter aber auch ganz profan, man denke nur an militante Raucher-Gegner, radikale Tierschützer oder den Kern der <a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,druck-430242,00.html">Straight Edge-Szene</a>.</p>
<p>Wenn Geschichte sich dergestalt wiederholen sollte, was hat es dann zu bedeuten, daß die Rede von "Community" und "Gemeinschaft" eine solch immense Reproduktion erfährt? Ist es Leichtsinnigkeit oder gar bloß Ohnesinnigkeit, oder steckt mehr dahinter?<br />
<i></i></p>
<p><i>(Der Text von Helmuth Plessner: Grenzen der Gemeinschaft. Eine Kritik des sozialen Radikalismus. Frankfurt/M. 2002) </i></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Potentieller Sprengstoff für Unternehmen]]></title>
<link>http://markeninstitut.wordpress.com/2008/01/03/potentieller-sprengstoff-fur-unternehmen/</link>
<pubDate>Thu, 03 Jan 2008 14:38:30 +0000</pubDate>
<dc:creator>Dr. Kai-Uwe Hellmann</dc:creator>
<guid>http://markeninstitut.wordpress.com/2008/01/03/potentieller-sprengstoff-fur-unternehmen/</guid>
<description><![CDATA[
Am 22. Oktober 2007 habe ich mit Patrick Gruban ein Telephoninterview geführt. Patrick Gruban war ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://markeninstitut.wordpress.com/files/2008/01/sprengstoff.thumbnail.jpg" alt="sprengstoff.jpg" /></p>
<p>Am <strong>22. Oktober 2007 </strong>habe ich mit <a href="http://www.gruban.de/">Patrick Gruban</a> ein Telephoninterview geführt. Patrick Gruban war 1996 Mitgründer von „<a href="http://www.vierzehnvier.org/wiki/Cassiopeia">Cassiopeia</a>“ und ist seit vielen Jahren als Berater und Konzeptentwickler tätig, u.a. in Sachen „Online Community Building“.</p>
<p>Gegenstand des Gespräches waren Fragen zum „Online Community Building“, im Hintergrund des Gesprächs stand - zehn Jahre nach dessen Erscheinen - die Frage nach der Aktualität von „<a href="http://markeninstitut.wordpress.com/2007/10/28/10-jahre-net-gain/">Net Gain</a>“.</p>
<p><!--more--><strong>Kai-Uwe Hellmann</strong>: Herr Gruban, John Hagel III und Arthur G. Armstrong haben in ihrem 1997 veröffentlichten Buch „Net Gain. Expanding Markets through Virtual Communities“ unter anderem deutlich gemacht, daß der Aufbau einer erfolgreichen Online Community (OC) nicht bloß eine Frage der Technologie sei. <span>So heißt es bei ihnen etwa: „Success in the virtual community business hinges not on technology-driven differentiation but on strategies designed to accelerate member acquisition and to create deep understanding of the needs of those members.” </span>Wie denken Sie heute darüber?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Patrick Gruban</strong>: Ich würde das Thema „Technologie“ ebenfalls als eher nachrangig einschätzen angesichts der sozialen Strukturen und Komponenten einer erfolgreichen OC.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Ab wann kann man Ihrer Meinung nach von einer funktionierenden OC sprechen?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: OCs funktionieren erst dann, wenn es bestimmte Personen gibt, die sich als Kommunikatoren, Moderatoren, Wirte in einer OC anbieten. Hinzu kommt, daß eine OC über eine gewisse Zeit hinweg existieren muß, wenn es Diskussionsstränge gibt, länger laufende Diskussionen, wenn es eine gewisse Gruppe von Leuten gibt, die sich aktiv beteiligen, so daß die Leute sehen können, wie die Diskussion verläuft.</p>
<p class="MsoNormal">In gewisser Weise handelt es sich hierbei um ein Henne/Ei-Problem: Wenn eine Diskussion schon läuft, dann können andere das verfolgen und mitmachen. Entscheidend ist: Wer ist der erste, der sich engagiert? Wer macht den Gastgeber, wer macht mehr als bloß technische Administration? Wer lädt die Leute ein, wer regt sie an, selbst mitzudiskutieren? Es gilt anfangs vor allem, eine gewisse Offenheit für neue Mitglieder herzustellen.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Arbeiten Sie mit einer bestimmten Merkmalsliste für erfolgreiche OCs?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: Sehr viel hängt an den einzelnen Personen und ihrer Beziehung zu den Inhalten. Wenn jemand engagiert ist und einige Leute kennt, dann ist das eine sehr gute Voraussetzung, daß eine OC funktioniert. Es kommt ferner darauf an, daß man gewisse Verhaltensregeln im Netz kennenlernt, etwa wie man mit schwierigen Diskussionspartnern umgeht. Wenn man eine solche Person nicht hat, wird es schwierig. Es geht somit nicht einfach um das Abarbeiten von „dos and donts“, sondern um das Finden der richtigen Person für eine OC, der an dieser OC wirklich etwas liegt.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Das hört sich wie „people business“ an?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: Es hat sehr viel mit Personen zu tun. Zunächst gilt es herauszufinden, welche Wichtigkeit eine Unternehmung dem Aufbau einer OC beimißt. In meiner Funktion als Berater geht es mir immer mehr darum, zu hinterfragen, worum es dem Kunden wirklich geht, wie zentral eine solche OC für ihn ist, und wenn ich merke, das geplante OC-Modul wird nur am Rande der neuen Website platziert, rate ich eher davon ab und spreche mich für andere Konzeptionen aus. Denn wenn bestimmte Voraussetzungen nicht gegeben sind, ist es kaum möglich, daß eine OC gut funktioniert.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Inwieweit spielt die interne Struktur einer OC für Sie eine Rolle?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: Hier gibt es große Unterschiede. Zunächst haben wir da eine sehr große Gruppe, die eher mitliest, sodann eine eher kleine Gruppe, die nur gelegentlich teilnimmt und mitschreibt, schließlich taucht ein ganz kleiner Kern auf, die oft schreibt und öfters auch auf Fragen antwortet, der hochengagiert ist, sein „Herzblut“ reinsteckt. Hier handelt es sich um Schlüsselfiguren einer OC, die es als Betreiber unbedingt zu halten und weiter zu aktivieren gilt.</p>
<p class="MsoNormal">Gleichzeitig muß aber auch darauf geschaut werden, daß sich keine eigene Subgruppe abspaltet, die zur reinen Insidergruppe wird und dann sagt: „Wir sind die wahren Mitglieder, und alle neuen kennen sich ja nicht aus.“ Eine solche Entwicklung birgt die Gefahr, daß das Ganze zu sehr zu einer Insidergeschichte wird, daß eine andere Sprache entsteht, daß sich implizite „dos und donts“ herausbilden und neue Mitglieder abgekanzelt werden, wenn sie eine Frage stellen, die schon mal beantwortet wurde. Das ist eine Gradwanderung.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Wie ist Ihre Meinung dazu, daß es eine bestimmte kritische Masse braucht, um eine OC ins Laufen zu bekommen?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: Das ist schwierig zu sagen. Es gibt durchaus OCs, wo nur drei, vier Leute engagiert miteinander diskutieren, aber so engagiert und offen, daß neue Leute, die reinkommen, gleich Anschluß bekommen können. Es kann also durchaus ausreichen, wenn es nur drei Leute sind, die die kritische Masse ausmachen. In anderen Fällen kann es schon zuviel sein, wenn zehn oder zwanzig Leute mitmachen, weil die Kommunikation dann zu chaotisch verläuft, zu unübersichtlich für neue Mitglieder, und dann erfolgt eine Ausdifferenzierung in verschiedene Untergruppen, es kommt zur Aufsplitterung, es gibt Spezialisierung. Ich versuche nie, solche Zahlen anzugeben. Es ist eine Mischung aus dem Engagement einzelner und wie oft und wieviel in der OC insgesamt drin sind.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Halten Sie die Peripherie einer OC für ihren Erfolg eigentlich für marginal?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: Ich konzentriere mich eher auf die Kerngruppe. Die Peripherie ist freilich wichtig, um neuen Input einzubringen. Oft befinden sich dort Leute, die lange Zeit nichts sagen und sich plötzlich bei einem Thema einbringen, wo für sie viel dahinter steckt, wo sie viel einbringen können. Aber das starke Leben einer OC passiert in der Kerngruppe.</p>
<p class="MsoNormal">Wenn die oder eine der Kerngruppen sich sehr stark abgrenzt, wenn sie eigene Sprech- und Verhaltensweisen herausbildet, die nirgends sonst explizit niedergeschrieben sind oder kommuniziert werden, dann ist das möglicherweise ein Fall, wo die Peripherie wegbricht, wo man also merkt, daß die Peripherie kleiner wird, und dann kann das durchaus ein Anzeichen dafür sein, daß sich die Kerngruppe zu sehr abgrenzt.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Insofern wäre es vielleicht denkbar, die Peripherie einer OC als Krisenindikator zu identifizieren: Wenn deren Interesse nachläßt, wie auch immer man dies ermittelt, steht es nicht gut um eine OC. Was wissen Sie übrigens über Konversionsphasen von außen in eine OC hinein und dann von der Peripherie bis ins Zentrum einer OC?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: Also mir geht es vorrangig um die Betrachtung der Masse und weniger um einzelne Personen. Die ausschlaggebenden Gründe einzelner, an einer OC teilzunehmen, sind nämlich sehr unterschiedlich.</p>
<p class="MsoNormal">Was man bei OC beachten sollte, ist, daß viele Leute nicht über das Thema der OC reinkommen, sondern über eine Suchmaschine zu einem ganz bestimmten Thema etwas gesucht haben, und dann landen sie bei einem bestimmten Beitrag, der mitten in eine schon laufende Diskussion hineinführt.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Spielt der Zufall hierbei auch eine entscheidende Rolle?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: Eher eine sehr beachtliche Informationstiefe. Es hängt davon ab, in welcher Hinsicht ein bestimmter Beitrag sehr viel spezieller ist als das generelle Thema einer OC, und anhand des Beitrags kann es dann sein, daß jemand Mitglied einer OC oder auch nur einer Subcommunity wird oder werden will.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Ist es eigentlich problematisch, wenn es zur verstärkten Ausbildung solcher Subcommunities kommt?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: Überhaupt nicht. Ich denke nur, daß es wichtig ist für das Verständnis einer OC, auch zu sagen, daß eine OC keine Gemeinschaft im traditionellen Sinne ist, als ganz geschlossene Gruppierung.</p>
<p class="MsoNormal">Wenn man etwa einen Verein beobachtet, wo es regelmäßige Mitgliedsversammlungen gibt, dann kennt dort jeder jeden, jeder spricht mal mit jedem, mit dem einen mehr, mit dem anderen weniger, und es gibt dort deutlich stärker ein Gefühl von Gemeinschaft als im Bereich von OCs. Da kann es durchaus sein, daß man sagt: „Ich bin zwar auf der Plattform unter dem und dem Titel, aber letztendlich sind die Leute, mit denen ich zu tun habe, in einem ganz speziellen Unterbereich, und alle anderen Bereiche interessieren mich eigentlich nicht so, mit denen identifiziere ich mich nicht.“ Oder es kann sogar sein, daß es einen Konkurrenzbereich gibt, zum Beispiel bei Computerthemen. Es gibt zum Beispiel sehr engagierte Mac-Benutzer und sehr engagierte PC-Benutzer. Beide Gruppen mögen sich nicht unbedingt. Beides kann man auf einer Plattform finden. Aber die würden nicht unbedingt miteinander reden, daran besteht kein Interesse. Mitunter verachten die sich sogar.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Wir haben es bei solchen OCs also mit einem Ensemble von Fragmenten zu tun? Die Vorstellung großer Einheitlichkeit wäre demnach trügerisch?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: Genau, da wird in populären Darstellungen sehr viel zusammengeschmissen. Doch auch bei Bewertungsplattformen wie Amazon, wo es sehr viele verschiedene Bücher gibt, gibt es dementsprechend auch sehr viele verschiedene Beiträge und Diskussionen, und die Leser eines Buches haben sehr wenig mit den Lesern anderer Bücher zu tun.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Gibt es eigentlich eine bestimmte Abfolge beim Community Building?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: Für mich ist immer der erste Schritt, daß man das Startthema herausfindet, daß man klärt: „Mit welcher Intention wollen wir hier eine Community aufbauen? Was ist unser Kernthema?“ Wie schafft man es, ein Thema zu finden, das weder so allgemein ist, daß es den Leuten nichts mehr sagt, noch so speziell, daß sich nur noch sehr wenige Leute dafür finden? Ein mittel-spezielles Thema also, wenn ich mal so sagen darf. Später kann man ausdifferenzieren. Zunächst aber sollte ein Thema weit genug wählt werden.</p>
<p class="MsoNormal">Der zweite Schritt ist dann: Wie findet man eine Person, die engagiert ist, gleichzeitig aber auch nicht zu weit drin ist, nicht zu sehr Fachexperte, um noch einen hinreichend objektiven Blick auf die Community zu haben? Es geht um die Suche des Community-Wirts, der die OC betreibt und dafür sorgt, daß neue Leute, die reinkommen, sich wohlfühlen.</p>
<p class="MsoNormal">Und der dritte Schritt ist schon, zusammen mit diesem OC-Betreiber die erste Gruppe der User zu identifizieren. Dies kann passieren, indem diese Person schon eine eigene Gruppe mitbringt, die Interesse hat am Thema, oder man sucht aktiv nach dieser Gruppe − und dies alles, bevor die OC existiert, um dann, wenn man die OC der Öffentlichkeit zugänglich macht, schon eine erste Diskussion in Gang gebracht zu haben. Denn bevor man die erste Kommunikation draußen macht und die OC bewirbt, sollte schon Leben in der OC sein. Wenn nämlich jemand in eine OC reingeht und merkt, da ist nichts los, wird diese Person in den seltensten Fällen selber was schreiben und mit großer Wahrscheinlichkeit wieder gehen und nicht mehr wiederkommen, weil diese Person eben denkt, daß da nichts los ist, nichts passiert. Es gilt somit, schon vor dem tatsächlichen Beginn damit anzufangen zu diskutieren, mit einer ersten kleinen Gruppe.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Kommt wir nochmals auf den Zusammenhang von Technologie und Community Building zu sprechen. Wie genau ist da Ihre Haltung?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: Man muß Prioritäten setzen. Wenn geklärt ist, wer der Betreiber sein soll, wer die erste Gruppe umfaßt, dann erst stellt sich die Frage, welche Technologie dafür nötig ist. Wenn man festgestellt hat, daß es sich um ein Thema drehen soll, für das sich sehr junge Leute interessieren, mit kurzen Diskussionsbeiträgen, dann kann man auf Chats, mobile Kommunikationen oder neue Technologien setzen, die noch nicht so eingängig sind, noch nicht so bekannt. Wenn es hingegen um Leute geht, die noch nicht so viel mit Internet oder Computer zu tun haben, wird man eher auf sehr einfache Technologien zurückgehen, wie Forensysteme. Oder wenn die Leute noch kaum Erfahrung mit dem Web haben, fängt man mit der Emailing-Liste an, weil letztendlich Email der einfachste Einstiegspunkt ist.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Was mir an Ihren Ausführungen auffällt, ist: Die Technologie hat sich offenbar nach der Community zurichten und nicht umgekehrt. Kann das sein?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: Das stimmt.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: In diesem Zusammenhang fallen mir die metaphorisch umschriebenen „skills“ von OC-Betreuern ein, die Hagel/Armstrong als „gardening“, also als eine Art Gärtnern beschrieben haben. Was halten Sie davon?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: Ich bin mit dieser Gärtner-Metapher, obgleich sie ganz gut klingt, nicht so glücklich, weil das den Eindruck erwecken könnte, als könne man ein Pflänzchen so einsetzen und großziehen. Ich orientierte mich statt dessen viel mehr am Beispiel menschlicher Gemeinschaften.</p>
<p class="MsoNormal">So gefällt mir die Metapher des Wirtshauses, Lokals am besten, wo letztendlich der Wirt, der ein bestimmtes Lokal aufmacht, dadurch, daß er eine bestimmte Inneneinrichtung auswählt und gewisse Leute zur Eröffnungsveranstaltung einlädt, von sich aus das Publikum eingrenzt und anspricht, aber natürlich nicht bestimmen kann, wer am Ende tatsächlich kommt, sondern nur derjenige ist, der sein Lokal auf eine bestimmte Art und Weise aufzieht. Es braucht dafür gewiß ein spezielles Vorwissen, er muß auf sein Gespür achten, kann aber nicht davon ausgehen, genau planen zu können, welche Leute kommen werden, wie viele und was die dann machen werden. Aber als Wirt kann er durchaus daran arbeiten, daß alles möglichst gut funktioniert, indem er schaut, wer seine Stammgäste sind, welche Leute sich wohl fühlen, welche eher nicht. Und dann kann er sich fragen, ob er letzteren etwas anderes anbieten kann, ob er sie irgendwie besser einführen kann, ob er die Leute untereinander vorstellen soll.</p>
<p class="MsoNormal">Ich finde also, daß die Metapher des Wirts sehr gut paßt, gerade wenn man sagt: Als Wirt ist man zwar dabei, also genauso ein Mensch unter anderen Menschen. Aber man ist nicht derjenige, der überall mit am Tisch sitzt, sondern derjenige, der schauen muß, daß wirklich alle ihren Spaß haben und sich wohl fühlen im Lokal, je nach Niveau. Ein Wirt hat die Rolle, vom Geschehen im Lokal zwar etwas außerhalb, aber trotzdem dabei zu sein. Ein Wirt kann durchaus Freunde haben, die mit reinkommen. Aber er darf sie nicht anders behandeln als die anderen Gästen, sonst sind die anderen Gästen bald weg, und es sind nur noch seine Freunde da. Da braucht es also ein entsprechendes Eingehen auf die Leute, ein Wissen darüber, wann die in Ruhe gelassen werden wollen, aber auch, wann man sich um sie kümmern soll. Und wann ist ein Punkt erreicht, wo etwas ausufert, wo man wirklich jemanden rausschmeißen muß. Oder ist es vielleicht nur eine erhitzte Diskussion und beruhigt sich das Ganze wieder selber? Letztlich geht es um derartige Interventionen, über die man Bescheid wissen muß, man braucht sehr viel Gespür für Situationen und Erfahrung mit der Eskalationen von Situationen.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Sehen Sie eigentlich Zusammenhänge zwischen der „Kultur“ einer OC und der „Kultur“ des Unternehmens, das sich um eine solche OC bemüht? Gibt es da Entsprechungsverhältnisse, aber auch Unvereinbarkeiten? Und haben Sie auch schon beobachten, daß eine OC eine Unternehmung zu beeinflussen vermochte?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: Für mich ist es eher so, daß ein Unternehmen, das bestimmte Dinge nicht zuläßt, dafür nicht geeignet ist. Es gibt etwa Unternehmen, wo es heißt: „Ein Gespräch am Kaffeeautomaten oder auf dem Gang ist verschwendete Zeit.“ Ein Unternehmen, das intern mit solchen Vorstellungen arbeitet, wird es sehr schwer haben, wenn es um eine unternehmensinterne Community geht. Bei einer externen OC kann dies besser funktionieren. Letztendlich aber geht es ohne eine gewisse Offenheit und das Wissen darum, wie wichtig auch informelle Gespräche sind, nicht. Es handelt sich hierbei um grundlegende Voraussetzungen dafür, daß eine OC funktioniert. Und wenn ein Unternehmen sagt: „Wir müssen alle Kommunikationen unterbinden und kontrollieren“, rate ich solchen Unternehmen von einer Community eher ab. In solchen Fällen würde ich an deren Stelle eher schauen, daß man andere Arten der Kommunikation findet, etwa indem man wirklich zuläßt, daß Leute aktiv auf das Unternehmen zugehen und bestimmte Dinge mit reinbringen können, die nur das Unternehmen sieht.</p>
<p class="MsoNormal">Aber eine OC ist potentieller Sprengstoff für ein Unternehmen. Also wenn eine OC, die da draußen offen läuft, kritische Dinge über das Unternehmen sagt, muß dieses Unternehmen wissen, wie es damit umzugehen hat, daß Zensur immer nur der schlechteste Weg ist, weil es nur mit einer offenen Kommunikation wirklich funktionieren kann. All das muß ein Unternehmen vorher bedenken. Wobei ich die Möglichkeit, daß eine OC ein Unternehmen geändert hätte, eigentlich nie erlebt habe. Von daher kommt alles darauf an, daß man auch vorher, noch während der Beratung herausfindet, wie das Unternehmen tatsächlich denkt, um dann zu schauen, ob es überhaupt Sinn macht, was da geplant ist, oder ob das der Unternehmenskultur nicht zuwiderläuft, so daß eine selbständige OC eigentlich der falsche Weg ist.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Beitreiben Sie bei der Beratung Ihrer Kunden eigentlich so eine Art Kulturanalyse der jeweiligen Unternehmung? Fragen Sie beispielsweise danach, welches Menschenbild vorherrscht?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: Nein, das mache ich eher intuitiv, explizit anbieten tue ich das nicht, weil ich glaube, daß die dafür erforderliche Offenheit nicht allzu groß ist.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Kommen wir nochmals kurz auf „Net Gain“ zurück. Können Sie diesem Buch nach 10 Jahren noch etwas abgewinnen?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: Eigentlich nicht. Mein größter Kritikpunkt an „Net Gain“ ist: Es ist zu sehr am eCommerce ausgerichtet. Es geht primär darum, daß Medien-Anbieter mehr Zugriffe wollen, mehr gesehen werden wollen. Es geht ihnen um user-generated content, um Produkttests, um einen Großteil ihrer Inhalte generieren zu lassen. Oder auch bloß, um ein Meinungsbild zu erhalten. Unternehmen möchten wissen, wenn es Probleme mit ihren Produkten gibt, wie ihre Unternehmenskommunikation ankommt, ob es innovative Ideen gibt.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Wie schätzen Sie Krisenfälle im Bereich von OCs ein?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: Hier geht es um Sachen, die wir schon angesprochen hatten. Ich denke etwa an Diskussionen, die zu insidermäßig ablaufen, weshalb neue Mitglieder gar keinen Zugang mehr dazu bekommen, oder auch versucht wird, diese abzuweisen. Wenn man solche Entwicklungen zu lange laufen läßt und nicht rechtzeitig versucht, diese Selbstabschließung wieder aufzubrechen, bekommt man es mit dem Unmut der OC-Mitglieder zu tun, und letztendlich verliert man die alten Mitglieder irgendwann und muß dann wieder von vorne anfangen.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Es braucht also ein Gespür für Timing, eine gewisse Sensibilität dafür, wann dieser kritische Punkt erreicht wird, um dann entsprechend einzugreifen?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: Genau. Also wir hatten damals bei „Cassiopaia“ eine Chat Community, die wir länger betrieben haben. Und da haben wir es immer so gemacht: Wir hatten Moderatoren, die auch administrative Tätigkeiten ausführen durften, die konnten etwa Leute, die gestört haben, aus dem Chat herauswerfen. Und das haben wir am Anfang an langjährige Mitglieder vergeben, die sehr aktiv waren. Bis wir festgestellt haben, daß die Diskussionen nur noch von einer Insidergruppe bestimmt wurden. Vor diesem Hintergrund haben wir dann entschieden, regelmäßig alle neue Mitglieder als Moderatoren aufzunehmen, die noch nicht sehr lange drin waren. Dadurch haben wir eine Diskontinuität hereingebracht. Teilweise haben wir einzelnen Personen Moderationsrechte auch wieder entzogen, die zwar lange dabei, aber nicht mehr so engagiert waren, was teilweise zu kleinen Aufschreien geführt hat. Letztendlich aber wurde das nach einer kurzen Zeit gut akzeptiert. Diese Philosophie der Offenheit gegenüber Neuem wurde von unserer damaligen OC also mitgetragen.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Das hört sich fast nach dem ehemaligen Rotationsprinzip der Grünen an…</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: Es war deutlich weicher. Es ging halt’ darum zu verhindern, daß sich eine zu einseitige Gruppe herauskristallisiert. Auf der anderen Seite sehe ich das Risiko, daß das Engagement einer OC zu klein ist, gerade seitens der Moderation, wodurch die Diskussionen irgendwann abzugleiten drohen in Nebensächlichkeiten oder Themenbereiche, die nichts mehr mit dem Kernbereich der OC zu tun haben, weil man dann nur schwer zum eigentlichen Thema wieder zurückfindet…</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Könnten Sie sich eigentlich so was wie einen „OC-GAU“ vorstellen, also einen Größten Anzunehmenden Unfall für eine Online Community?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: Das kann es schon geben, etwa wenn das Management bestimmte Themen zensiert, wenn es kritische Beiträge gegenüber dem Betreiber der OC rauslöscht, dann kann es durchaus sein, daß eine große Zahl von Usern sagt: „Ne, so machen wir nicht weiter, wir bauen uns selber was auf und gehen woanders hin.“ Auf diese Weise kann man durchaus einen Großteil seiner User verlieren oder sogar die ganzen aktiven User, wenn man ohne Begründung und ohne wirklich stichhaltigen Grund Sachen rauslöscht, zensiert oder auch andere User rausschmeißt, indem man sagt: „Dieser User macht immer unbeliebte Kommentare, den schmeißen wir raus“, und die anderen User denken dann: „Das ist letztlich nur eine persönliche Animosität zwischen dem Betreiber und dem rausgeschmissenen User.“ Ein derartiger Vorgang kann durchaus zum Aufstand führen. Und wenn man dann nicht drauf eingeht und seine Entscheidung sofort korrigiert, kann es wirklich sein, daß die Leute die entsprechende OC verlassen.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Es kommt also darauf an, daß man eine gute, glaubwürdige Begründung dafür liefert, was auch immer man tut?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: Ja, wobei man auch darauf achten muß, das es zwei Extreme gibt: Das eine ist der Community Manager als sehr autokratischer Herrscher, der einfach durchsetzt, was er für richtig hält. Das andere Extrem ist, daß ein Community Manager versucht, mit wirklich allen einen Konsens zu erreichen. Wenn das versucht wird, wird man bei einer OC nämlich nie eine Änderung durchbringen. Letztendlich geht es also immer darum, die Mitglieder möglichst umfassend zu beteiligen, ab einem gewissen Punkt aber auch zu sagen: „Okay, jetzt ziehen wir diesen Schritt durch“, und es ist klar, daß einige damit nicht zufrieden sind. Wir haben etwa beim Thema „Redesign“ gemerkt, daß es einen großen Aufschrei gab, in den ersten zwei oder drei Wochen. Alle waren unzufrieden. Doch plötzlich hieß es dann: „Ach, Mensch, ist eigentlich gar nicht so schlecht.“</p>
<p class="MsoNormal">Bei vielen Veränderungen ist es doch so, daß sie von den Leute erstmal aus Gewohnheit abgelehnt werden. Aber mit der Zeit wird dann doch gemerkt, daß es ein ganz guter Schritt war, und dann wird es akzeptiert. Auch dieses Thema mit den wechselnden Moderatoren war damals ein solcher Fall, der am Anfang sehr kritisch gesehen wurde. Mit der Zeit kamen aber dann immer mehr Leute und sagten: „Eigentlich war es gar nicht so schlecht.“</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Wir beide haben uns ja auf dem „Community Sumnit 2007“ in Wiesbaden kennengelernt. Was mir dort auffiel, war ein vergleichsweise leichtfertiger Umgang mit dem „Community“-Begriff. Haben Sie vielleicht eine Erklärung, woran dies liegt?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: Ich glaube, das hat möglicherweise damit zu tun, daß es einfach zu wenig andere Begriffe zur Bezeichnung dieses Phänomens gibt, also wenn es um das Thema der Beteiligung von Internetnutzern und die Kommunikation der Nutzer untereinander geht. Letztendlich wird „Community“ einfachhalber als Oberbegriff gesehen.</p>
<p class="MsoNormal">Ein weiterer Grund dafür könnte sein, daß viele Leute, die solche Systeme konzipieren, selber wenig Erfahrung als Nutzer von Communities haben und dadurch denken: „Mit ein paar Handgriffen haben wir so was wie Community, und Community ist etwas, das von selbst läuft und daher ’ne Sache ist, die sich einfach so managen läßt.“ Und letztendlich entspricht dies auch der Sicht eines Webdesigners oder Programmierers, der damit befaßt ist, bestimmte OC-Elemente technologisch zu kreieren. Aber es braucht dafür auch ein Wissen darüber, was in einer OC tatsächlich passiert und wie sie funktioniert, und dieses Wissen ist dann doch nicht so weit verbreitet.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Wenn ich noch ein letztes Mal auf „Net Gain“ zurückkommen darf, so hatte ich entgegen Ihrer Kritik doch den Eindruck gewonnen, daß sich darin eine ganze Reihe recht erhellender Einsichten und Erfahrungen befinden.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: Gut, ich hatte aber auch das Gefühl, daß es sehr selektive Erfahrungen sind, und wie gesagt, mein Hauptkritikpunkt an diesem Buch ist, daß es fast ausschließlich auf eCommerce eingeht, was ja nur ein kleiner Teilaspekt ist, und daß es eher aus der Sicht von Wirtschaftswissenschaftlern geschrieben wurde, die keinen Blick dafür haben, was in einer OC aktiv so passiert, sondern eher den Blick von außen und die Wunschvorstellung von außen − aber natürlich ist es durchaus so, daß einige Dinge noch gültig sind, etwa einige der Kreisläufe. Gleichwohl fehlen eine Menge Sachen.</p>
<p class="MsoNormal">Zum Beispiel geht „Net Gain“ von einem ständigen großen Wachstum aus, was am Anfang auch durchaus so stimmen mag. Aber was letztendlich unbehandelt bleibt, ist die Tatsache, daß irgendwann ein bestimmter Sättigungsgrad erreicht ist. Es gibt nämlich in jeder Community irgendwann mal eine Sättigung, wenn nämlich so viele Leute dazu kommen, daß jeder neue User, der dazu kommt, kaum noch Mehrwert bietet, sondern die OC eigentlich nur noch durcheinander bringt und noch mehr Chaos in die Kommunikation einschleust. Und im Idealfall wäre es dann so, daß, bevor diese Grenze erreicht wird, die OC in mehrere Untercommunities aufgeteilt wird. Aber dieser Vorgang ist sehr, sehr schwierig und klappt selten. Viel eher ist es so, daß, wenn es zum Split kommt, viele Leute die OC verlassen, und auf der anderen Seite kann es eine Übersättigung dadurch geben, daß zu viele Leute drin sind.</p>
<p class="MsoNormal">Und was ich auch vermisse, ist das Thema der Exklusivität. Mitglieder einer OC fühlen sich durchaus privilegiert oder haben das Gefühl, sie haben einen bestimmten Status, weil sie sehr aktiv in einer bestimmten OC drin sind. Wenn jetzt aber jeder daher kommt und sagt, er sei dabei, schwindet diese Exklusivität. Man sieht das in sozialen Netzwerken wie Xing, wo am Anfang viele Leute gemeint haben, sie machen mit, weil es etwas innovatives war. Mittlerweile höre ich aber von immer mehr Leuten: „Mensch, in Xing ist ja jeder drin und da spricht mich ja jeder an, und das ist überhaupt nicht mehr zielgerichtet auf mein Geschäftsfeld oder meinen Bereich, wo ich aktiv sein will, und deshalb geh’ ich da raus und lieber in eine Plattform, die speziell für meinen Berufskreis interessant ist.“ Es geht hier also eher um den Wunsch, etwas persönliches zu haben, etwas kleineres, was spezielleres…</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Zum Schluß noch eine Sicherheitsfrage: Gibt es bestimmte OC-Aspekte, die zu fragen ich völlig versäumt habe?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Gruban</strong>: Vielleicht eine Sache noch, die ich explizit loswerden möchte und was ich immer auch meinen Kunden sage: Eine Community zu planen ist immer nur sehr begrenzt möglich. Man kann sich durchaus Gedanken machen über das Thema der OC. Es muß klar sein, wer die Betreuung am Anfang macht, wer die Benutzer sind. Letztendlich aber muß eine OC immer auch etwas Lebendiges sein, das gilt sowohl für die Benutzer, die wechseln können, als auch für die Betreuungsmaßnahmen, und nicht zuletzt für die Technik. Und deshalb rate ich meinen Kunden immer auch: Lieber klein anfangen, mit wenigen Features, und dann aus dem Bedarf der Kunden heraus erst weitere Sachen dazuentwickeln, so daß eigentlich die OC-Mitglieder selbst zu den Planern der OC werden.</p>
<p class="MsoNormal">Mit anderen Worten gilt es für den Planer, der das ganze initiiert,<span> </span>zu begreifen, daß er nur ein kleines Grundgerüst vorgibt und dessen Ausgestaltung dann an die OC-Mitglieder übergibt, um dann anhand dessen, was die eigentlich explizit fordern, weiterzuarbeiten, so daß man implizit merkt: Das sind die Sachen, die die gerne verwenden und die gut ankommen, diese Art der Kommunikation funktioniert gut oder diese bestimmten Bereiche funktionieren gut, die kann man weiter ausbauen und verbessern.</p>
<p class="MsoNormal">Das ist im übrigen auch etwas, was oft vergessen wird oder wo gesagt wird: „Okay, wir haben einen Budget-Punkt „Konzeption und Technik“, der ist einmalig, und anschließend haben wir einen laufenden Betreuungsaufwand“, und ich denke eben, daß das genau anders herum laufen müßte: daß man am Anfang einen wirklich großen Betreuungsaufwand betreibt, der später geringer wird, je mehr Leute drin sind, und umso geringer ist dann auch der Aufwand für denjenigen, der in die Community einlädt. Außerdem ist entscheidend, daß man als Betreuer einer OC nicht ständig drinnen ist und mitdiskutiert, sondern eher versucht zu vermitteln, andere Teilnehmer der OC wirklich teilhaben läßt, einbindet und herausfindet, wie man die OC-Plattform optimieren kann und welche Funktionen die Teilnehmer sich noch wünschen.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Hellmann</strong>: Vielen Dank für dieses Gespräch, Herr Gruban.</p>
<p class="MsoNormal">(<em>Eine ausgezeichnete Reflektion des Risikos, das Unternehmen laufen, wenn sie sich mit Commercial Communities einlassen, findet sich in dem Blog-Beitrag "<a href="http://kozinets.net/archives/79">Godzilla and the Electric Community Acid Test</a>" von <a href="http://www.schulich.yorku.ca/ssb-extra/faculty.nsf/d3344026438b8e3885256b1800688b5c/d15bed771806434a8525708a00698c5d?OpenDocument">Robert V. Kozinets</a></em>.)</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Gemeinschaft als Einheitssemantik?]]></title>
<link>http://markeninstitut.wordpress.com/2007/12/24/gemeinschaft-als-einheitssemantik/</link>
<pubDate>Mon, 24 Dec 2007 09:21:38 +0000</pubDate>
<dc:creator>Dr. Kai-Uwe Hellmann</dc:creator>
<guid>http://markeninstitut.wordpress.com/2007/12/24/gemeinschaft-als-einheitssemantik/</guid>
<description><![CDATA[
Am 24. Dezember 2004 veröffentlichte Karl Otto Hondrich in der FAZ einen Artikel, der die soziale ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://markeninstitut.wordpress.com/files/2008/01/weihnachten.thumbnail.jpg" alt="weihnachten.jpg" /></p>
<p>Am <b>24. Dezember 2004</b> veröffentlichte Karl Otto Hondrich in der FAZ einen Artikel, der die soziale Funktion von Weihnachten zum Thema hatte. Eingangs nimmt er kurz Bezug auf die Kritik an der zunehmenden Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes, und auch die religiöse Dimension dieser Tage kommt zur Sprache. Im weiteren Verlauf konzentriert sich Hondrich jedoch auf das, was für ihn den Kern dieses Festes ausmacht: die <i>Familie</i>. Denn für ihn ist Weihachten in erster Linie ein Familienfest.</p>
<p class="MsoNormal"><!--more-->Hondrich entwickelt dieses Verständnis von Weihnachten anhand der „Weihnachtsregeln“, wie sie vor 28 Jahren von Theodor Caplow, ebenfalls einem Soziologen, zusammengetragen wurden und die eine erstaunliche Vielfalt und große Akribie besitzen, etwa hinsichtlich der Geschenke-Ordnung, die in ihrem komplizierten Aufbau das reale „System von Gefühlsbeziehungen“ (Hondrich) widerspiegeln soll, das im jeweiligen Familien- und Verwandtschaftssystem − idealtypisch geglättet − als gegeben unterstellt wird.</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal">Im Ideal ist die Familie auf schöne und tiefe Gefühle gebaut.“</p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal">Im Kern geht es an Weihnachten darum, eine außeralltägliche Innerlichkeit zu inszenieren, die primär nur die Familie betrifft. „Die oberste Weihnachtsregel: die Liebe soll es richten.“ Das Weihnachtsfest verfolgt gewissermaßen eine besonders heikle Mission, indem Familie in Reinkultur exerziert werden soll. Hondrich spricht in diesem Zusammenhang von einem umfassenden „Harmonie-, Besinnungs- und Ruheanspruch“, der mit diesem Fest verbunden wird und der es gerade deshalb so riskant macht, so nahe an die Schwelle des ständigen Scheiterns heranzwingt.</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal">Daß die Familie die Quelle unseres Lebens und unser Auffangbecken ist, wird, im Jahresrhythmus, feierlich symbolisiert: Das Leben ist nicht nur ein Fortschreiten, sondern auch ein Zurückkehren; es beschreibt eine Linie, aber auch einen Kreis; er schließt sich nicht nur einmal zwischen Geburt und Tod, sondern alljährlich, wenn diejenigen zusammenkommen, die einander durch Geburt verbunden sind.“</p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal">Doch begreift Hondrich Weihnachten nicht bloß als <i>das</i> Familienfest par excellence, vielmehr ist Weihnachten auch ein auf die Gesellschaft insgesamt bezogenes Integrationsfest, das für den „Zusammenhalt des Ganzen“ sorgen soll.</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal">Einen Augenblick lang besteht Gesellschaft nur noch aus einem: Familie. … Was bleibt, ist Familie. … So erzeugt Weihnachten einen Einklang der Gefühle und eine Bindekraft, die über die Familie hinausreicht.“</p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal">Die Familie fungiert damit gerade zur Weihnachtszeit als eine zentrale Integrationsmaschine, die weit über jene hinaus, die einer konkreten  Familie jeweils angehören, mit dem Großen und Ganzen, mithin der Gesellschaft als solcher versöhnen und verbinden soll.</p>
<p class="MsoNormal">Der normative Gehalt dieser Überlegungen ist offenkundig, die Differenz zwischen Wunsch und Wirklichkeit ebenfalls. Das macht Weihnachten so explosiv. Doch gerade dieser normative Gehalt, dieses Erwartungs- und Anspruchsgeladene, ja -überladene an Weihnachten als Familienfest und letztlich an der Institution „Familie“ ist hier bedeutsam. Denn diese spezielle Institution „Familie“, obgleich sie für das gesellschaftliche Leben vordergründig kaum noch eine tragende Rolle spielt und immer stärker ins Hintertreffen gerät, besitzt beinahe ein Monopol dafür, was Hondrich den „Zusammenhalt des Ganzen“ genannt hat. Was sonst − normativ betrachtet − verspricht gleichermaßen dazu beitragen zu können, die Einheit der Gesellschaft wieder herzustellen, erfahrbar zu machen? Das Fernsehen vielleicht?</p>
<p class="MsoNormal">Insbesondere <a href="http://www.unjekt.com/">Peter Fuchs</a> hat sich in seinem Buch „Die Erreichbarkeit der Gesellschaft“ mit dieser Frage befaßt, und Familie rangiert dabei an vorderster Stelle, wenn es um die Frage der Wiederherstellung der Einheit von Gesellschaft geht. Freilich gleicht eine solche Wiederherstellung einem grandiosen Zauber. Es ist Magie mit doppeltem Boden, eine Simplifikation dessen, was Gesellschaft „wirklich“ ausmacht, Reduktion von Komplexität ohne Ende − bis auf eine elementare Form zurück: die <i>Familie</i>, die heutzutage bloß noch ein Nischendasein zu führen scheint. Ihre Normativität hat sie dennoch behalten, ja mehr noch erfährt Familie eine ständige Aufwertung, je mehr sich abzeichnet, daß die Gesellschaft als Einheit nicht mehr vermittelt werden kann.</p>
<p class="MsoNormal">Aus diesem Grund gibt es <i>Einheitssemantiken</i>, so Fuchs. Einheitssemantiken sind Narrationen, Ideologien, religiös anmutende Gebilde, die exklusiv Einheitserlebnisse, Geborgenheit, Vollinklusion versprechen. Wer sich solchen Gebilden anschließt, läßt seine soziale Ortlosigkeit, Entfremdung, Zerrissenheit hinter sich, geht auf in einem größeren Ganzen, verschmilzt mit Gleichgesinnten, findet seinen festen Platz in der sozialen Ordnung dieser konkreten Bezugsgruppen. Alles wird gut - so lautet zumindest die Heilsbotschaft, das "Evangelium" solcher Gebilde.</p>
<p class="MsoNormal">Womit wir es hier zu tun haben, ist freilich "nur" Semantik, Rhetorik, Sprache, normativ hochgradig aufgeladen, Wunschdenken, dabei durch und durch modern, weil auf die Strukturen, Prozesse, Probleme der modernen Gesellschaft bezogen, und ein Versprechen leistend, das als solches nie oder nur von kurzer Dauer eingelöst werden kann, aufgrund seiner Beständigkeit aber offensichtlich eine stetige Nachfrage erfährt, selbst wenn die damit geweckten Erwartungen und Ansprüche am Ende des Tages immer nur wieder enttäuscht werden (können). Offenbar stirbt die Hoffnung zuletzt, weshalb sich aufgrund dieses unstillbaren Bedürfnisses nach solch illusionären Einheitserfahrungen gleichsam ein eigener Markt für dergleichen spirituelle Sinnangebote herausgebildet hat, der rein semantischer Natur, rein auf Bedeutungen, Versprechungen, Verheißungen bezogen ist: das Imaginativ-Symbolische als ganz und gar  intangible Ware.</p>
<p class="MsoNormal">All das betrifft nun auch und gerade den Begriff der Gemeinschaft, insbesondere wenn man nach der Einheit der Gesellschaft fragt, so Fuchs. Denn am Gemeinschaftsbegriff hängt mindestens ebenso viel Communio-Potential wie am Familienbegriff, die beide herausragende Exemplare dafür sind, was Fuchs „Communio-Konzepte“ genannt hat:</p>
<blockquote><p>Der Erfolg solcher Communio-Konzepte beruht darauf, daß Sozialsysteme, die sich ihrer bedienen, intern und extern attraktiv für psychische Systeme wirken, die sich (mit der Ausnahme ihrer jeweiligen Familien selbst) in der Welt als Zurechnungspunkt für multiple Personalitätsansinnen vorfinden und sich damit erleben als uneinheitlich, in immer anderen Kontexten immer anders fragmentarisch. Psychisch mag das einleuchten als Sehnsucht nach intrauteriner Geborgenheit, nach Bergung, nach Anerkannt-sein (als Ganzes) mit Vorzügen und Defekten (hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein). Sozial gesehen, wird diesem Bedarf Rechnung getragen durch die (außerfamiliär illusorische) Konstruktion von Komplettpersonen, die in allen ihren Hinsichten relevant sind für das konstruierende Sozialsystem. Vom Eisenbahnmodellbauverein über Fanclub-Communio bin hin zum Konzern oder zur Partei (Warum duzen sich die Genossen?) erstreckt sich die Palette des Einsatzes von Communio-Konzepten.“</p></blockquote>
<p>Nun, liegt damit vielleicht ein Deutungsangebot vor, das besser verstehen hilft, weshalb die Nachfrage nach dem "Community"- und <a href="http://markeninstitut.wordpress.com/2007/12/20/jahreslese-hemmschwelle-uberwunden/">inzwischen </a>auch dem Gemeinschaftsbegriff derart wieder zugenommen hat? Läßt sich die Rede von "Communities" und "Gemeinschaften" identifizieren als die Ingebrauchnahme einer Einheitssemantik, die letztlich rekurriert auf die Zerrissenheit der Welt, wie sie sich vom Standpunkt des je einzelnen darstellt? Ist die Emergenz dieser Einheitssemantik vielleicht Symptom für den gegenwärtigen Zustand der Gesellschaft? Eine Art Sensor, Seismograph für unterschwellige Beben, die das soziale Gefüge durchlaufen und erschüttern?</p>
<p>(.<i>.. falls Interesse besteht:</i><i> das <a href="http://www.fen.ch/texte/gast_fuchs_literatur.htm">Schriftenverzeichnis </a>von Prof. Dr. Peter Fuchs</i>)</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Jahreslese: Hemmschwelle überwunden...]]></title>
<link>http://markeninstitut.wordpress.com/2007/12/20/jahreslese-hemmschwelle-uberwunden/</link>
<pubDate>Thu, 20 Dec 2007 17:59:52 +0000</pubDate>
<dc:creator>Dr. Kai-Uwe Hellmann</dc:creator>
<guid>http://markeninstitut.wordpress.com/2007/12/20/jahreslese-hemmschwelle-uberwunden/</guid>
<description><![CDATA[
Bekanntermaßen tun wir uns in Deutschland besonders schwer, wenn es um die Verwendung des Begriffs]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://markeninstitut.wordpress.com/files/2008/01/hurde.thumbnail.jpg" alt="hurde.jpg" /></p>
<p>Bekanntermaßen tun wir uns in Deutschland besonders schwer, wenn es um die Verwendung des Begriffs "Gemeinschaft" geht. Die politisch wie moralisch hochproblematische Hypothek, die für uns auf diesem Begriff seit der Nazi-Herrschaft lastet - Stichwort "Volksgemeinschaft" -, hat dazu geführt, daß dieser Begriff seit Jahrzehnten beinahe völlig aus dem Verkehr gezogen war. Und selbst wenn sich die Verwendung offenkundig aufdrängte, suchten wir sie zu vermeiden - wenn es sich nicht gerade um einen Terminus technicus handelte wie "Europäische Gemeinschaft".</p>
<p><!--more-->Gut beobachten läßt sich diese Vermeidungsstrategie an der öffentlichen Berichterstattung über alles, was das <a href="http://www.oreilly.de/artikel/web20.html">Web 2.0</a> und damit verbundene Optionen betrifft. Denn ein zentraler Aspekt des <a href="http://www.z-punkt.de/fileadmin/be_user/D_Publikationen/D_Arbeitspapiere/Web_2.0_-_Teil_2.pdf">Web 2.0</a> ist die Rede von "<a href="http://www.faz.net/s/RubE2C6E0BCC2F04DD787CDC274993E94C1/Doc~E966D89F36AFF4EDEACAE7075E813AF4A~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Communities</a>", um die es sich dabei ganz besonders dreht, und die unverzügliche Übernahme dieser Redewendung, ohne auch nur ansatzweise in Frage zu stellen, weshalb wir im Deutschen nicht das entsprechende Äquivalent "Gemeinschaften" dafür einsetzen sollten.</p>
<p>Dies war so über Jahre hinweg - bis in das Jahr <b>2007 </b>hinein.</p>
<p>Denn im Laufe von 2007 kam es zu einer Kehrtwendung in der öffentlichen Sprachpolitik. Nimmt man hierfür als Maßstab ein renommiertes überregionales Printmedium, bietet sich die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) an - wobei die genaue Datierung und irgendeine statistische Präzision oder Repräsentativität dieses Trends hier völlig nebensächlich sind.</p>
<ul>
<li>Ein Anfang wurde schon Ende <b>2006 </b>gemacht, in dem FAZ-Artikel "Youtube ist Aufsteiger des Jahres" vom <b>27. Dezember</b>:</li>
</ul>
<blockquote><p> Der klare Gewinner im Internet heißt aber Google. Denn die Suchmaschine hat sich mit Youtube nicht nur die am schnellsten wachsende Web-2.0-Gemeinschaft gekauft, sondern hat selbst fast 27 Millionen neue Nutzer in diesem Jahr dazugewonnen."</p></blockquote>
<ul>
<li>Am <b>24. Januar</b> war dann in einem FAZ-Bericht über Videos als den neuen Wachstumstreibern im Internet von "der deutschen Studenten-Gemeinschaft StudiVZ" die Rede, kurz darauf von "Videogemeinschaften" im allgemeinen, und zum Schluß des Beitrags wurde von "Online-Gemeinschaften" ganz ohne jede Spezifikation gesprochen.</li>
</ul>
<ul>
<li>Am <b>10. April</b> tauchte im FAZ-Artikel "Auf den Spuren von Youtube und Myspace" die Formulierung "Online-Gemeinschaft" auf, wenngleich nur einmal.</li>
</ul>
<ul>
<li>Mehrfach geschah dies am <b>18. April</b> in einem FAZ-Artikel, der sich mit dem rasanten Wachstum von StudiVZ beschäftigte und die Bezeichnungen "Online-Gemeinschaften" und "Videogemeinschaften" ohne weitere Einschränkungen und Erläuterungen benutzte.</li>
</ul>
<ul>
<li> In einem FAZ-Artikel "Die Blogosphäre hat ihren Zenit überschritten" vom <b>21. Mai </b>hieß es in der Unterzeile:</li>
</ul>
<blockquote><p>Zahl der Blogs wächst langsamer / Nur jedes fünfte Tagebuch wird aktualisiert / Online-Gemeinschaften wie Myspace sind Alternativen</p></blockquote>
<ul>
<li>Im FAZ-Wirtschaftskommentar "Erntezeit in der Online-Werbung" konnte man am <b>1. Juni</b>  lesen:</li>
</ul>
<blockquote><p>Neben den großen Internetportalen wie Yahoo entwickeln sich auch die populären Online-Gemeinschaften wie Myspace oder Youtube, in denen die Nutzer unter dem Schlagwort Web 2.0 eigene Inhalte erstellen, zu wichtigen Werbeträgern. Nicht umsonst haben Medienzar Rupert Murdoch und Google viel Geld für diesen beiden Gemeinschaften bezahlt; viele weitere Web-2.0-Gemeinschaften warten nur auf die passenden Angebote.</p></blockquote>
<ul>
<li>Am <b>4. Juni</b> kündigte der FAZ-Artikel "Das Internet als soziales Erlebnis" im Untertitel an:</li>
</ul>
<blockquote><p>Google-Chef Eric Schmidt: Das gesamte Leben wird zu einer historischen Akte / Online-Gemeinschaften verändern Wirtschaft und Gesellschaft</p></blockquote>
<ul>
<li>In der FAZ-Ausgabe vom <b>9. Juli</b> lautet die Unterzeile zur Headline "In zwei Jahren wurde MySpace die größte Internetseite Deutschlands sein":</li>
</ul>
<blockquote><p>T-Online überholen, E-Mail-Dienste kannibalisieren, Werbekunden überzeugen - Travis Katz, Manager der Online-Gemeinschaft, setzt vor allem auf Wachstum"</p></blockquote>
<ul>
<li>Am <b>10. August</b> hieß es einem FAZ-Artikel anläßlich des am 20. Januar 2006 im Internet angekündigten und am gleichen Tag auch vollzogenen Selbstmordes des Kanadiers Chris McKinstry:</li>
</ul>
<blockquote><p>Sicher ist Suizid unter Anteilnahme einer verschworenen Netzgemeinschaft nicht das, was sich die Propheten der zweiten Internetgeneration unter Web 2.0 vorstellen. Trotzdem ist das Gemeinschaftsgefühl, von dem ihre Visionen handeln, am hektischen Protokoll dieses angekündigten Todes auf eine sehr berührende Weise ablesbar."</p></blockquote>
<ul>
<li>Am <b>18. August</b> konnte man in der FAZ lesen, und zwar erneut in der Unterzeile der Headline "Web 2.0 beflügelt Online-Werbung":</li>
</ul>
<ul></ul>
<blockquote><p>Gemeinschaften wie MyVideo verschieben die Gewichte / Sevenone Interactive schafft Aufstieg in Spitzengruppe"</p></blockquote>
<ul>
<li>Am <b>3. Dezember</b> wird in dem Artikel "Das Netz der Teenager-Träume" die Plattform "Piczo" mit den Worten vorgestellt:</li>
</ul>
<blockquote><p>Piczo ist die größte Teenager-Gemeinschaft der Welt - aber keine übliche Web-2.0-Community. Es geht vor allem um Selbstdarstellung."</p></blockquote>
<ul>
<li>Schließlich lautete die Zwischenbilanz zu Web 2.0 in dem Artikel "Youtube und Glam sind Aufsteiger des Jahres" am <b>24. Dezember</b>:</li>
</ul>
<blockquote><p> 2007 war das Jahr des Web 2.0: Eine Videogemeinschaft, eine Frauengemeinschaft und eine Schülergemeinschaft führen die Ranliste der schnellstwachsenden Internetunternehmen des Jahres an."</p></blockquote>
<p>Offenbar ist damit jede Hemmschwelle überwunden worden: Was früher äußerst knapp war, über lange Jahre hinweg, erfährt innerhalb nur eines Jahres eine geradezu inflationäre Verbreitung, als ob es diese historisch-moralische Hypothek nie gegeben hätte - vielleicht nur ein Zeichen für eine längst überfällige Normalisierung unserer Sprachkultur? Bedeutet Normalisierung qua Inflationierung aber nicht auch  Sinnentleerung?</p>
<p>Feststeht, daß die Verwendung des Gemeinschaftsbegriffs in der öffentlichen Berichterstattung wie selbstverständlich vorkam und sich seitdem fest etabliert hat, wenngleich die Headlines davon bislang noch verschont bleiben. Offenkundig ist jedenfalls, daß der Begriff "Gemeinschaft" wieder salonfähig geworden ist, zumindest in Verbindung mit dem Web 2.0-Hype und durch Anleitung des Angelsächsischen.</p>
<p>Was aber hat diese Wiederbelebung des Gemeinschaftsbegriffs tatsächlich zu bedeuten? Dies ist der Fall - aber was steckt dahinter? Ist es ein flächendeckendes Phänomen oder nur eine Eintagsfliege? Bleibt dessen Einsatz auf das Internet begrenzt, oder ist damit zu rechnen, daß auch anderswo vermehrt darauf zurückgegriffen wird? Und warum kommt es zu diesem Sinneswandel, was motiviert ihn?</p>
<p>(<i>Laut Google gibt es zum Begriff "Gemeinschaft" 20.200.000 Einträge mit  Datum vom 12. Januar 2008</i>.)</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Zahlenfetischismus und Marketingmode]]></title>
<link>http://markeninstitut.wordpress.com/2007/12/20/zahlenfetischismus-und-marketingmode/</link>
<pubDate>Thu, 20 Dec 2007 07:13:08 +0000</pubDate>
<dc:creator>Dr. Kai-Uwe Hellmann</dc:creator>
<guid>http://markeninstitut.wordpress.com/2007/12/20/zahlenfetischismus-und-marketingmode/</guid>
<description><![CDATA[In allerlei Publikationen und Präsentationen, in denen es um eCommerce geht, und sei es nur, um das]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>In allerlei Publikationen und Präsentationen, in denen es um eCommerce geht, und sei es nur, um das eigene Geschäftsmodell für spätere Akquisitionen attraktiv zu machen, wird der Terminus "community" gerne und häufig verwendet, ohne daß dieser Verwendungsweise eine entsprechende Datenanalyse zugrunde liegt.</p>
<p><!--more-->"Community" ist ein Zauberwort geworden (früher sagte man auch "Plastikwort" dazu), das große Besuchermengen verheißt, "busy traffic", weil große Zahlen faszinieren - damit scheint die halbe Ernte schon eingefahren.</p>
<p>Und doch drückt sich darin nicht viel mehr als ein Zahlenfetischismus aus, eine Art "large quantity addiction", wie <i>Niklas Luhmann</i> sie auch für die Massenmedienberichterstattung ausgemacht hat:</p>
<blockquote><p>Ein besonders wirksamer Aufmerksamkeitsfänger sind Quantitäten. ... Über Quantifikationen können also substanzlose Aha-Effekte und zugleich mehr Informationen für die erzeugt werden, die sich auskennen. Außerdem gilt zusätzlich das größere Informationsgewicht der großen Zahl, vor allem bei örtlich und zeitlich kompakten Ereignissen (viele Tote bei <i>einem </i>Unfall, Riesenverluste bei <i>einem </i>Betrug"</p></blockquote>
<p>- und man könnte hier ergänzen: viele Besucher auf <i>einer </i>Website!</p>
<p>Unter Aspekten der Selbstpräsentation, des Aufhübschens und Schönmachens (um von ästhetischer Prostitution gar nicht erst zu sprechen) ist dies alles höchst ehrenwert. Und doch bleibt die Frage: Worin besteht der Informationswert der großen Zahl, und welche Wissensqualität vermittelt sich damit?</p>
<p>Schließlich besteht noch die Möglichkeit, daß der Terminus "community" nicht bloß als Chiffre für große Zahlen fungiert, sondern schlichtweg eine Mode des Marketing, ein neues "buzz word" darstellt, das nicht viel aussagt, aber gerade im Trend liegt. Demnach hängt am "Community"-Begriff gar nichts, es gibt nur Oberfläche, keine Tiefenstruktur, nichts dahinter. Der Verwendung dieses Begriffs entspricht nichts real existierendes, oder zumindest ist die Bezeichnung "community" nicht zwingend - jeder andere Begriff, der hohe Quantitäten symbolisiert, tut es ebenso gut.</p>
<p>Doch steckt im Begriff der "Community" (um vom Gemeinschaftsbegriff noch zu schweigen) nicht ungleich mehr Potential? Umgibt diesen Begriff nicht eine ganz eigentümliche Aura, die weit über das hinaus geht, was sich bloß zur Repräsentation großer Zahlen eignet? Zielt dieser Begriff nicht auf eine soziale Utopie in Zeiten des Umbruchs? Einen Anti-Modernisierungseffekt, der bewahren möchte, was verloren geht? Nicht "Prinzip Verantwortung", auch nicht "Prinzip Hoffnung", sondern "Prinzip Gemeinschaft"? Und sollte man dann nicht mehr liefern als die Illusion großer Zahlen? Nicht bloß Quantitäten, sondern auch Qualitäten?</p>
<p>So könnte man doch fragen: Welche Wichtigkeit kommt einer Website für die Lebensführung ihrer Mitglieder zu? Was passiert, würde es zur Exklusion kommen, zum Verlust der Mitgliedschaft? Welche Leerstelle würde damit auftauchen? Wäre der Verlust so ohne weiteres substituierbar? Und falls: durch was, wie schnell, und was kostet das emotional? Kommt es zu irgendeiner Form von Trauerarbeit, oder bloß zum Weiterschlendern, virtuelles Flanieren durchs Internet, ohne Bindung und Bedeutung? Wäre das noch "community"-indizierend?</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Situs dan Blog]]></title>
<link>http://indonesiasaram.wordpress.com/2007/12/19/situs-dan-blog/</link>
<pubDate>Wed, 19 Dec 2007 10:15:06 +0000</pubDate>
<dc:creator>indonesiasaram</dc:creator>
<guid>http://indonesiasaram.wordpress.com/2007/12/19/situs-dan-blog/</guid>
<description><![CDATA[Dunia internet telah menghadirkan beragam istilah khusus. Ratusan (atau sudah masuk hitungan ribu?) ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p align="justify"><img src="http://orangemood.files.wordpress.com/2007/07/blog.jpg" alt="Blog" align="left" border="5" height="111" width="158" />Dunia internet telah menghadirkan beragam istilah khusus. Ratusan (atau sudah masuk hitungan ribu?) istilah bertaburan dan masih akan terus berkembang. Ini tentu menjadi PR juga bagi para penyusun kamus, terutama kamus-kamus sekelas Oxford. Tentu saja para penyusun KBBI juga sebaiknya sudah mulai memasukkan kosakata khusus bidang komputer dan internet ini dalam edisi terkininya.</p>
<p align="justify">Terus terang, justru dalam hal inilah mereka tampak sangat lambat bergerak. Publikasinya pun hampir tidak terdengar gaungnya. Apa mereka ingin mengoleksi dulu baru dicari padanannya lalu dipublikasikan? Kalau begini, saya khawatir, ketika mereka sudah punya cukup banyak kosakata yang dialihbahasakan (atau sekadar disesuaikan) ke dalam bahasa Indonesia (atau yang akrab dengan lidah orang Indonesia), kosakata itu akan bergeser ke arah yang berbeda dengan deskripsi resmi dari pihak mereka.</p>
<p align="justify"><!--more-->Salah satu pergeseran yang saya amati ialah menghilangnya tanda hubung yang mengantarai kata <em>e-mail</em>. Sekarang banyak orang lebih memilih menggunakan <em>email</em> daripada <em>e-mail</em>. Mungkin kalau <em>e-mail</em> akan memakan satu karakter lebih banyak. Hal ini kemudian memaksa orang untuk melihat konteks kalimat (atau malah paragraf) untuk mengenali kosakat bidang apa itu, kedokteran gigikah atau teknologi (komputer/internet).</p>
<p align="justify">Efek lain dari hal ini, kita menemukan sebuah homograf baru. <em>Email</em> dengan <em>email</em>. Yang satu artinya 'bahan padat berwarna putih dan keras yang melapisi dan melindungi bagian dentin mahkota gigi' (<em>KBBI</em> 2002: 295). Satunya lagi berupa 'surat elektronik'.</p>
<p align="justify">Memang pada sisi lain, homograf ini masih bisa diperdebatkan. Sebab seharusnya padanan untuk <em>e-mail</em> dalam bahasa Indonesia ialah <em>pos-el</em> atau <em>sur-el</em>. Anda bisa melihat situs Puitika.net yang menggunakan <em>pos-el</em> daripada <em>e-mail</em>. (Saya agak lupa media mana yang memakai <em>sur-el</em>.)</p>
<p align="justify">Beberapa waktu lalu, saya sempat mendapati teman saya berasumsi bahwa blog dan situs itu berbeda. Dalam kerangka pikir situs sebagai sesuatu yang statis, sebagaimana pada masa-masa awal situs yang hanya berbasis HTML, kita bisa saja berkata bahwa keduanya memang berbeda. Dan memang ada perbedaan di sini. Namun, perbedaan yang saya lihat merupakan perbedaan hierarkial. Artinya, situs sebenarnya merupakan superordinat dari blog. Sederhananya, blog itu merupakan situs juga, hanya salah satu jenisnya saja. Sebab kalau Anda menjelajahi dunia internet, Anda akan mendapati bahwa ada berbagai jenis situs. Ada yang berupa blog, ada yang berupa forum, dan ada juga yang berupa komunitas.</p>
<p align="justify">Yah, dunia internet itu luas dan akan terus berubah. Dulu zamannya Web 1.0, lalu Web 2.0, kini kabarnya sudah mulai mengarah ke Web 3.0. Semoga saja Indonesia tidak terlambat dalam menyerapnya. Tapi yang sangat saya harapkan, sosialisasi istilah-istilah baru pada masa mendatang tidak lagi makan waktu kelewat lama.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Rollenspiel-Fundamentalismus Part 2]]></title>
<link>http://phrixuscoyote.wordpress.com/2007/11/21/rollenspiel-fundamentalismus-part-2/</link>
<pubDate>Wed, 21 Nov 2007 03:58:47 +0000</pubDate>
<dc:creator>phrixuscoyote</dc:creator>
<guid>http://phrixuscoyote.wordpress.com/2007/11/21/rollenspiel-fundamentalismus-part-2/</guid>
<description><![CDATA[Erweiterung für Skyrock zum ersten Ranting (dann haben alle was davon):

Ich finde es einfach unang]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://phrixuscoyote.wordpress.com/2007/11/17/teil-1-faulheit-teil-2-rollenspiel-fundamentalismus/"><strong>Erweiterung für Skyrock zum ersten Ranting </strong></a>(dann haben alle was davon):<a href="http://phrixuscoyote.wordpress.com/2007/11/17/teil-1-faulheit-teil-2-rollenspiel-fundamentalismus/"><strong><br />
</strong></a></p>
<p>Ich finde es einfach unangebracht, über einzelne Spielstile zu richten. Wenn man schon Einteilungen vornimmt, sollten sie wertfrei sein. Die Art, wie im Internet in bestimmte "Spielstile" eingeteilt und darüber geredet wird - auch <a href="http://phrixuscoyote.wordpress.com/2007/11/17/teil-1-faulheit-teil-2-rollenspiel-fundamentalismus/#comment-1524">deine </a>- ist abwertend und macht sofort jegliche neutrale Einteilung hinfällig. Das was generell als "Schummelerzählspiel" bezeichnet wird, würde ich nie als eigene Kategorie aufstellen, sondern einfach als mangelnden Respekt vor Spielern bezeichnen. Das gibt es bei <em>jedem</em> der Spielstile. Es als eigene Kategorie aufzustellen, sorgt dafür, dass man in Schubladendenken verfällt und vorschnell über Leute urteilt - und alles, was einem nicht gefällt, in die Kategorie "Schummelerzählen" steckt und es abwertet. Und das nenne ich (begründet) Fundamentalismus (so nenne ich es auch, wenn es sich auf andere Stile als das Erzählspiel bezieht).</p>
<p>Genauso gut könnte man unterschiedliche Kategorien für "Gutes ARS" und "SchummelARS" aufstellen -- aber das hilft bei keiner ernst gemeinten Definitionsfindung weiter. Die Szene (zumindest der Teil, den man im Internet erlebt) scheint keinen Unterschied zu machen zwischen Definition und persönlicher Bewertung. Denn die Unterscheidung zwischen "xERZ" und "SchERZ" ist eine wertende, in "gutes" und "schlechtes" Spiel. Kann jemand endgültig und für alle Menschen verbindlich festlegen, was gute Musik oder schlechte? Gute Romane und schlechte Romane? Oder eine Stufe schwieriger: Gute Kunst und schlechte Kunst, gutes Essen und schlechtes Essen? Wer seinen eigenen Maßstab für alle verbindlich machen will und erzählt, alles andere sei Schrott, mit dem kann man nicht diskutieren. Um mal das Nazometer zum hupen zu bringen: Stichwort "Entartete Kunst" - wann fällt endlich bei irgendjemandem der Begriff "Entartetes Rollenspiel"? (Es ist spät und ich werde polemisch. Zurück zum Thema:)</p>
<p>Denn wann wäre etwas "Gutes ARS" und ab wann "SchummelARS"? Das ist eine völlig sinnlose Einteilung, denn wer im Endeffekt entscheidet, ob er "Gutes ARS" oder "SchummelARS" spielt will, sind die Spieler und der Spielleiter - und dann gibt es Leute, die von außen darüber urteilen. ARS bleibt es in beiden Fällen. Und ob und wann für eine Gruppe Railroading oder die Goldene Regel angebracht erscheint oder ob das für eine Gruppe nicht akzeptabel ist, ist jeder Gruppe selbst überlassen - und man kann keine verbindliche Wahrheit für alle draus schustern, egal, wie sehr man das will. <strong>Schließlich sind wir alle erwachsene Menschen und können eine Runde verlassen, wenn es uns nicht gefällt - und schließlich sollte man mit Leuten spielen, mit denen man gut kann und bei denen einem der Stil passt, statt den Stil aller anderen ändern zu wollen.</strong></p>
<p>Ich möchte erinnern: Man kann <em>jedes</em> Rollenspiel so  oder so spielen. Wichtig ist, dass <em>alle</em> Beteiligten Spaß haben - und der Spielleiter aktiv in Blick behält, dass kein Spieler sich in irgendeiner Form übergangen fühlt. <strong>Wenn kein Respekt vor den Spielern herrscht, ist JEDE Form von Spiel ein elendes Schummelspiel.</strong><br />
Aber dass die Bezeichnung "Schummelspiel" nur auf Erzählspiele gemünzt,  "Schummelerzählspiel" als Synonym für Erzählspiel gebraucht und Erzählspiel/Stimmungsspiel selbst als abwertender Begriff benutzt wird, erscheint mir unangebracht und völlig daneben.</p>
<p>Die ARS-Aussage ist mir herzlich egal. Und: Einige meiner besten Freunde sind ARS-Spieler.<br />
Im Ernst: Es geht mir ausschließlich darum, dass ich den abwertenden Ton auf verschiedenen Seiten, der jeder konstruktiven Diskussion im Weg steht, zum Kotzen finde - so wie die Behauptung, die deutsche Rollenspielszene würde in irgendeiner Form verkümmern oder am Erzählspiel sterben.</p>
<blockquote><p>"Durch den Absolutheitsanspruch und die emotionale Spannung der sich bedroht fühlenden Fundamentalisten wurde Fanatismus geweckt, der sich ebenfalls bewusst und ausdrücklich durch Intoleranz auszeichnet und durch Ablehnung einer Wirklichkeit, die als Korruption der Glaubenswerte verstanden wird. Toleranz ist, nach Ansicht der Fundamentalisten, nichts anderes als das Akzeptieren von Entwicklungen, die ihren Glauben und Leben gefährdeten, indem sie sie vom tragenden Fundament entfernten." (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fundamentalismus#Entwicklung_und_Begriffsverwendungen" rel="nofollow">wiki</a>)</p></blockquote>
<p>Es steht jedem frei, wie er spielt und welche Publikationen er kauft oder eben nicht kauft.</p>
<p>Btw: Mich erinnert die ganze Situation an Alt-Gothics, die Polemik darüber verfassen, dass nur noch sie wissen, was wirklich goth ist und die Szene verfällt und die ganzen "Kinder" und "Neo-Goths" und "Pseudos" und "Wannabies" überhaupt nicht wissen, was wirklich goth ist... etc. etc.</p>
<p>Es ist eine völlig normale Erscheinung, dass man irgendwann das Gefühl hat, um einen selbst würde alles verfallen und keiner wüsste mehr, was sich gehört.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Powerset Labs semantisk søgning]]></title>
<link>http://retkomma.wordpress.com/2007/11/15/powerset-labs-semantisk-s%c3%b8gning/</link>
<pubDate>Thu, 15 Nov 2007 10:34:15 +0000</pubDate>
<dc:creator>retkomma</dc:creator>
<guid>http://retkomma.wordpress.com/2007/11/15/powerset-labs-semantisk-s%c3%b8gning/</guid>
<description><![CDATA[Så modtog jeg omsider en invitation til at afprøve Powerset Labs. Jeg så den i min indbakke i g]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://retkomma.wordpress.com/files/2007/11/powermouse-query-invented-hotmail.gif" title="Who invented hotmail - query"></a><a href="http://retkomma.wordpress.com/files/2007/11/powermouse-batman-tell-robin.gif" title="PowerMouse1"></a>Så modtog jeg omsider en invitation til at afprøve Powerset Labs. Jeg så den i min indbakke i går aftes og har næsten ikke kunnet sove af spænding.</p>
<p>For kort at resumere: Powerset Labs er en af de helt nye bud på fremtidens (semantiske) søgning. Deres søgemaskine er endnu ikke offentlig, men er netop blevet lagt ud til betatest.</p>
<p>Betaudgaven byder indtil videre på mere eller mindre natursproglige søgninger i WikiPedia a la: Hvem grundlage Hotmail? Hvad har Haruki Murakami skrevet?</p>
<p> Det er naturligvis ret sejt i det omfang, det kan lade sig gøre. Det tegner meget godt, og man skal huske på, at det kun er en beta-udgave, men her kommer et par skærmbilleder og en bette kommentar til det foreløbige arbejde.</p>
<p> <a href="http://retkomma.wordpress.com/files/2007/11/powerlabs-bogo.gif" title="PowerSet Labs søgning på B&#38;O"><img src="http://retkomma.wordpress.com/files/2007/11/powerlabs-bogo.gif" alt="PowerSet Labs søgning på B&#38;O" /></a></p>
<p><em>(Klik på billedet for at se det i fuld størrelse)</em> </p>
<p>Jeg synes, dette skærmbillede er meget sigende. I kolonnen til venstre kommer resultaterne fra PowerSet Labs, og i kolonnen til højre har de listet resultater fra 'the other guys' - hvem det så end er...</p>
<p>Det er interessant at se, hvordan powerset forsøger at svare på spørgsmålet ved at liste artikler, som handler om, hvad B&#38;O rent faktisk har lavet eller medvirket til at udvikle - fx et Magnetic cartridge og noget Dolby noise reduction system. I modsætning hertil svarer 'the other guys' det, som vi er vant til - de leverer indgangssiden til B&#38;O på WikiPedia. Umiddelbart er dette resultat mere anvendeligt - især fordi vi er vant til at tænke søgning på en bestemt måde, men det er interessant, hvordan PowerSets søgning virkelig forsøger at besvare det konkrete spørgsmål. Hvor godt det så lykkes - det kan man så altid diskutere;)</p>
<p>PowerSet Labs har også gjort en funktion tilgængelig, hvor det er muligt at dykke lidt ned i teknologien - PowerMouse kalder de det. Og det er mindst lige så interessant.</p>
<p><a href="http://retkomma.wordpress.com/files/2007/11/powermouse-batman-tell-robin.gif" title="PowerMouse1"></a><a href="http://retkomma.wordpress.com/files/2007/11/powermouse-batman-tell-robin.gif" title="PowerMouse1"><img src="http://retkomma.wordpress.com/files/2007/11/powermouse-batman-tell-robin.gif" alt="PowerMouse1" /></a> </p>
<p><em>(Klik på billedet for at se det i fuld størrelse)</em> </p>
<p>Øverst kan man se tre felter, der er bygget op i noget, der minder om en engelsk sætning: nogen (agent) gør noget (patient) - subjekt verbal objekt - eller Verbal(subjekt, objekt).</p>
<p>Blandt de eksempler, Powerset Labs selv fremhæver, er 'batman : tell : robin'. Ovenfor ses et udsnit heraf, hvor man kan se, hvornår Batman har sagt hvad til Robin. Det er sådan set meget interessant. Men det er også interessant, at man kan udelade dele af queriet, fx: ____ invented HotMail:</p>
<p><a href="http://retkomma.wordpress.com/files/2007/11/powermouse-query-invented-hotmail.gif" title="Who invented hotmail - query"><img src="http://retkomma.wordpress.com/files/2007/11/powermouse-query-invented-hotmail.gif" alt="Who invented hotmail - query" /></a> </p>
<p><em>(Klik på billedet for at se det i fuld størrelse)</em> </p>
<p>Af skærmbilledet fremgår det, at Powerset Labs ikke har ordet invented i sin database, men den har fundet andre Connections såsom acquire, back, found, include og launch. Det resulterer bl.a. i følgende resultater:</p>
<p><a href="http://retkomma.wordpress.com/files/2007/11/powermouse-results-invented-hotmail.gif" title="who invented hotmail, results"><img src="http://retkomma.wordpress.com/files/2007/11/powermouse-results-invented-hotmail.gif" alt="who invented hotmail, results" /></a></p>
<p><em>(Klik på billedet for at se det i fuld størrelse)</em> </p>
<p>Listen er ca. dobbelt så lang, og den giver brugeren en række muligheder, hvoraf flere er ganske interessante. Hvis man udfolder udvalgte elementer, ser det sådan ud:</p>
<p><a href="http://retkomma.wordpress.com/files/2007/11/powermouse-results-invented-hotmail-2.gif" title="Who invented hotmail - udfoldet resultater"><img src="http://retkomma.wordpress.com/files/2007/11/powermouse-results-invented-hotmail-2.gif" alt="Who invented hotmail - udfoldet resultater" /></a></p>
<p><em>(Klik på billedet for at se det i fuld størrelse)</em> </p>
<p>Her får man de informationer, man leder efter: Sabeer Bhatia var en af stifterne, og han solgte Hotmail til Microsoft i 1998 for $400 millioner. Denne form for behandling af naturlig sprog beror naturligvis på, at kilden er præcis og korrekt - her står der fx i én aftikel, at Sabeer Bhatia er Founder, og i en anden, at han er co-founder. Men overordnet, er det nogle meget fine resultater.</p>
<p>Med denne velkomst til PowerSet venter jeg spændt på at se en mere udbygget udgave og især til, at den egentlige udgave bliver præsenteret, hvilket vistnok bliver til næste år.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[10 Jahre "Net Gain"]]></title>
<link>http://markeninstitut.wordpress.com/2007/11/16/10-jahre-net-gain/</link>
<pubDate>Sun, 28 Oct 2007 15:21:36 +0000</pubDate>
<dc:creator>Dr. Kai-Uwe Hellmann</dc:creator>
<guid>http://markeninstitut.wordpress.com/2007/11/16/10-jahre-net-gain/</guid>
<description><![CDATA[
1997 veröffentlichten John Hagel III und Arthur G. Armstrong, beide McKinsey, den Bestseller „Ne]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://markeninstitut.wordpress.com/files/2007/11/net-gain.jpg" title="net-gain.jpg"><img src="http://markeninstitut.wordpress.com/files/2007/11/net-gain.thumbnail.jpg" alt="net-gain.jpg" /></a></p>
<p><strong>1997 </strong>veröffentlichten John Hagel III und Arthur G. Armstrong, beide McKinsey, den Bestseller „Net Gain. Expanding Markets through Virtual Communities“. Die zentrale Annahme dieses Buches lautete, daß „virtual communities“ ein neues Geschäftsmodell darstellen, welches einen weltweiten Strukturwandel mit sich bringen wird.</p>
<blockquote><p><span>Virtual communities are not an opportunity that executives can choose to address or to ignore. They represent a profound change that will unalterably transform the business landscape − and benefit only those who confront it head on."</span></p></blockquote>
<p><!--more-->Inzwischen sind zehn Jahre vergangen, und was man nach dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahre 2000 nicht mehr ohne weiteres für möglich gehalten hätte:</p>
<p class="MsoNormal">Web 2.0 ist in aller Munde, die zweite Generation von Start ups legt sich ins Zeug, und viele Unternehmen, die schon in den 1990er Jahren in das eCommerce-Business eingestiegen sind, haben den Bogen mittlerweile raus.</p>
<p class="MsoNormal">Vor diesem Hintergrund bietet es sich an, zentrale Aussagen, die Hagel &#38; Armstrong vor zehn Jahren in „Net Gain“ gemacht haben, auf ihre Aktualität hin zu überprüfen.</p>
<p class="MsoNormal">Im folgenden werden nun einige zentrale Aussagen von Hagel &#38; Armstrong kurz dargelegt, die es anschließend zu bewerten gilt.</p>
<p><strong>1.</strong> Hagel/Armstrong stellen gleich zu Anfang die grundlegende Frage, ob „virtual communities are antithetical to commerce“. Ihre Antwort ist eindeutig negativ:</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal"><span>Our view is that the profit motive will in fact create new forms of virtual communities whose strong commercial element will enhance and expand the basic requirements of community − trust and commitment to each other."</span></p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal">Offen bleibt hierbei nur, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede sich daraus ergeben, wenn man traditionale a-kommerzielle Gemeinschaften mit „commercial communities“ abgleicht.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>2. </strong>Ein weiterer wichtiger Punkt ist in diesem Zusammenhang, daß Hagel &#38; Armstrong, wie im obigen Zitat geschehen, „commercial communities“ mit „trust and commitment“ in Verbindung bringen.</p>
<p class="MsoNormal">In einer weiteren Stellungnahme verstärken sie diesen Eindruck nochmals:</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal"><span>By adapting to the culture of these networks, however, and by giving customers the ability to interact with each other as well as with the company itself, businesses can build new and deeper relationships with customers. We believe that commercial success in the on-line arena will belong to those who organize virtual communities to meet multiple social and commercial needs."</span></p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal">Welcher Art und Qualität sind aber diese “new and deeper relationships”, und in welchem Maße gelingt es tatsächlich, diese strategisch zu erzeugen?</p>
<p class="MsoNormal"><span><strong>3.</strong> So heißt es an anderer Stelle nämlich: </span></p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal"><span>The members of a virtual community are its real creators." </span></p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal">Und mehrfach noch betonen Hagel &#38; Armstong, daß die „owner“ einer „virtual community“ nicht die Unternehmen, sondern die (aktiven) Mitglieder sind.</p>
<p class="MsoNormal">Was folgt daraus konkret für Unternehmen, die bislang keine Erfahrung mit solchen Phänomenen haben machen können?</p>
<p class="MsoNormal"><span><strong>4.</strong> Bei der Bestimmung dessen, was “commercial communities” auszeichnet, nennen Hagel &#38; Armstrong fünf Merkmale: „distinctive focus“, „capacity to integrate content and communication“, appreciation of member-generated content“, „access to competing publishers and vendors“ und „commercial orientation”</span></p>
<p class="MsoNormal">Gleichzeitig geben sie aber zu, daß es zumindest 1997 noch keine “virtual community” gäbe, die alle diese Merkmale gleichermaßen erfülle. Hat sich dies inzwischen geändert?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>5.</strong> An diesem Punkt ist bemerkenswert, daß Hagel &#38; Armstrong einen Grund für eine sanfte Revolution des Wirtschaftssystems darin gesehen haben, daß sich das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage grundsätzlich ändere.</p>
<p class="MsoNormal">Kann man für heutige Märkte weithin davon sprechen, daß zwischen Angebot und Nachfrage ein informationelle Asymmetrie zum Vorteil der Angebotsseite besteht, solle sich dieses Verhältnis in ein symmetrisches, wenn nicht gar in sein Gegenteil verkehren:</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal"><span>Virtual communities are likely to turn these market dynamics upside down by creating ‘reverse markets’ − markets in which the customer, armed with a growing amount of information, uses that information to search out vendors offering the best combination of quality and price tailored to his or her individual needs. In fact, the ability to access more information and thereby extract more value from vendors will ultimately be one of the major incentives drawing members to virtual communities."</span></p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal">Inwieweit ist dieser Fall tatsächlich eingetreten?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>6. </strong>Um eine „commercial community“ erfolgreich ins Laufen zu bringen, müssen, so Hagel &#38; Armstring, insgesamt vier Funktionen erfüllt sein: „interest, relationship, fantasy, and transaction“.</p>
<p class="MsoNormal">„Interest“ und „transaction“ dürften vom Verständnis her eher unproblematisch sein. Was aber verbirgt sich genau hinter „relationship“ und „fantasy“?</p>
<p class="MsoNormal">Hagel &#38; Armstrongs Ausführungen bleiben hierzu dürftig. <span>Sie schreiben zwar:</span></p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal"><span>But the primary value of this sort of community seems to be based on its ability to bring people together to share personal experiences. Numerous other communities on the Internet are relationship focused."</span></p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal">Leider unterlassen es Hagel &#38; Armstrong, dieses „sharing“ konkreter zu qualifizieren.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>7.</strong> „Net Gain“ wirkt wie eine Art Bedienungsanleitung für Unternehmen, die am eCommerce interessiert sind. Denn es werden vorwiegend Vorschläge unterbreitet, wie es gelingt, sich eine „commercial community“ heranzurüchten.</p>
<p class="MsoNormal">So behaupten Hagel &#38; Armstrong zwar, der Erfolg einer solchen „Building your own commercial community“-Initiative hänge wesentlich davon ab, daß sich zwischen den Mitgliedern enge soziale Beziehungen ausbilden, die dann als „exit barriers“ wirken.</p>
<p class="MsoNormal">Doch wodurch zeichnet sich die besondere Qualität solcher, als „exit barriers“ geeignete Sozialbeziehungen zwischen „community members“ aus?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>8.</strong> Auffällig ist ferner, daß Hagel &#38; Armstrong mehrfach darauf aufmerksam machen, daß „community building … is not a technology play.“</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal"><span>Success in the virtual community business hinges not on technology-driven differentiation but on strategies designed to accelerate member acquisition and to create deep understanding of the needs of those members."</span></p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal">Vielmehr käme es auf gewisse „social skills” an:</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal"><span>We suspect that the skills required to organize a community will be as important as any initial advantage a company might appear to have based on its <em>assets</em>."</span></p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal">Und daß Fragen der richtigen Technologie, Plattform, Software nur zweirangig sind, lassen sie auch nicht im Unklaren:</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal"><span>We should emphasize that by ‘skills’ we do not mean the technical management of communities, which can be outsourced. What is crucial is the set of skills required to recruit, interest, and serve community members."</span></p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal">Leider sparen Hagel &#38; Armstrong mit Auskünften darüber, welche “social skills” dies genau sind. Ihre Funktion wird zwar klar, und sie äußern sich auch länger zu den „key roles“ des „community management“; dennoch bleiben deren Kompetenzen und die Aneignung derselben eher vage.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>9.</strong> Überdies betonen Hagel &#38; Armstrong mehrfach, daß man „commercial communities“ weder durchplanen noch vollständig kontrollieren kann:</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal"><span>a community’s growth cannot be ‘planned’ to the same extent that a new food product’s launch can be organized on the basis of a five-year plan. These plans can be a trap for the community organizer. While a certain degree of planning is responsible, the directions a community takes as it grows will likely be difficult to forecast with precision, since they will be a function not only of who participates but also of the chemistry between participants."</span></p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal">Sich dieser Situation einer gewissen Unplanbarkeit und Unkontrollierbarkeit aussetzen zu müssen, um am Ende Erfolg zu haben, begreifen Hagel &#38; Armstrong dementsprechend auch als eine der größten Herausforderung beim „community building and managing“, die von den jeweiligen Unternehmen ein „new mindset“ erfordere, das mit „reversed markets“ klar komme.</p>
<p class="MsoNormal">Den