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	<title>rechtstheorie &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://wordpress.com/tag/rechtstheorie/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "rechtstheorie"</description>
	<pubDate>Thu, 21 Aug 2008 10:52:11 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

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<title><![CDATA[Eine Pizza für die Wahrheit]]></title>
<link>http://heitmann.wordpress.com/?p=616</link>
<pubDate>Fri, 08 Aug 2008 17:24:38 +0000</pubDate>
<dc:creator>heitmann</dc:creator>
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<description><![CDATA[Eine Frage, die sich viele Menschen stellen und die sich die Menschen wahrscheinlich schon immer ges]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="line-height:18pt;text-align:justify;margin:0;"><span style="font-size:11pt;letter-spacing:0.2pt;"><span style="font-family:Times New Roman;">Eine Frage, die sich viele Menschen stellen und die sich die Menschen wahrscheinlich schon immer gestellt haben, lautet, ob die Welt so kompliziert ist, dass man Juristen braucht oder weil es Juristen gibt. Über diese Frage, zu der jeder ein paar treffende Beispiele beisteuern kann, lässt sich bekanntlich endlos streiten. Der Jurist freilich, dem man nachsagt, er könne sich über alles und jedes endlos streiten, was gerne als Grund dafür herangezogen wird, dass die Dinge so kompliziert seien, der Jurist wird sich an einer solchen Diskussion nicht beteiligen. Juristen sprechen nicht über Fragen, sondern über Fälle. Dagegen spricht nicht, dass Juristen schnell mit einer Theorie bei der Hand sind. Juristen geben Theorien nämlich auch schnell wieder auf, und zwar dann, wenn diese nichts dazu beitragen, einen Fall zu lösen.</span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height:18pt;text-align:justify;margin:0;"><span style="font-size:11pt;letter-spacing:0.2pt;"><span style="font-family:Times New Roman;"><span> </span></span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height:18pt;text-align:justify;margin:0;"><span style="font-size:11pt;letter-spacing:0.2pt;"><span style="font-family:Times New Roman;">Die Reihenfolge des Denkens, wonach man eine Theorie zur Lösung eines Falles bildet, lässt sich auch herumdrehen. Man kann sich auch einen Fall zu einer Theorie denken, um diese zu überprüfen. Zu den Theorien über die Kompliziertheit der Welt, die eingangs genannt wurden, denke man sich daher den folgenden Fall:</span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height:18pt;text-align:justify;margin:0;"><span style="font-size:11pt;letter-spacing:0.2pt;"><span style="font-family:Times New Roman;"> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height:18pt;text-align:justify;margin:0;"><span style="font-size:11pt;letter-spacing:0.2pt;"><span style="font-family:Times New Roman;">Zwei Freunde sitzen in einem Lokal und sprechen darüber, was sie im nächsten Urlaub machen. Der eine sagt, dass er im Sommer zum Surfen nach Südfrankreich gehe und zwar an den "Golf von Lyon". Der andere ist verwundert. "Gibt es denn einen Golf von Lyon?" fragt er, worauf er vom Surfer die Antwort erhält, er sei sich ganz sicher, denn er habe den Urlaub eben erst gebucht. Lyon, so gibt nun der andere zu bedenken, sei weder eine Hafenstadt noch habe sie irgend etwas mit dem Meer zu tun. Sie liege hunderte von Kilometern davon entfernt. Es sei nicht üblich, einen Meerbusen nach einer Stadt zu benennen, die keine Beziehung dazu habe. Immerhin, wendet der Surfer ein, sei die Stadt durch die Rhône mit dem Meer verbunden. Die Diskussion weitet sich aus. Tischnachbarn beteiligen sich. Jeder kennt einen Golf oder eine Wasserstraße, deren Namen von einer Landschaft oder einer Stadt abgeleitet sind, welche sich in unmittelbarer Nähe befindet. Schließlich ist sich der Zweifler sicher, dass sein Freund irrt. Wahrscheinlich, so denkt er, hat er Lyon mit Toulon verwechselt. So bietet er ihm eine Wette um eine Pizza darüber an, dass es keinen Golf von Lyon gebe. Der Freund schlägt ein, man geht zum Auto und holt sich einen Straßenatlas. Darin findet man im Umkreis der Rhônemündung einen "Golf du Lion". </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height:18pt;text-align:justify;margin:0;"><span style="font-size:11pt;letter-spacing:0.2pt;"><span style="font-family:Times New Roman;"> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height:18pt;text-align:justify;margin:0;"><span style="font-size:11pt;letter-spacing:0.2pt;"><span style="font-family:Times New Roman;">Was jetzt einsetzt, ist eine - endlose -<span>  </span>juristische Diskussion. Denn die Frage lautet: "Wer hat Recht?" Die einen argumentieren, dass man nur von einem Golf von Ly(i)on gesprochen habe. Auf eine bestimmte Schreibweise habe man sich nicht geeinigt. Der Klang der beiden Worte sei nun aber einmal gleich. Daher habe der Surfer gewonnen. Die anderen meinen, es sei allen klar gewesen, dass man über die Frage diskutiert habe, ob der Golf seinen Namen von der Stadt Lyon habe. Dagegen wendet der Surfer ein, dass er nur gesagt habe, er gehe zum Surfen an den Golf von "Ly(i)on". Bei der Frage, ob es einen Golf solchen Namens gebe, sei ohne Bedeutung, woher der Name stamme. </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height:18pt;text-align:justify;margin:0;"><span style="font-size:11pt;letter-spacing:0.2pt;"><span style="font-family:Times New Roman;"> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height:18pt;text-align:justify;margin:0;"><span style="font-size:11pt;letter-spacing:0.2pt;"><span style="font-family:Times New Roman;">Im weiteren Verlauf kommt, wie so häufig in einer juristischen Diskussion, ein Sachverständiger zu Wort. Ein Französisch-Kenner wirft ein, dass Golf du Lion nicht Golf von Lion, sondern Golf des Lion, nämlich des Löwen bedeute. Ein Golf mit einem Namen, wie ihn der Surfer genannt habe, gebe es also nicht. Die Gegenseite verweist darauf, dass im Vordergrund der Diskussion nur das Wort Ly(i)on gestanden habe, nicht aber eventuelle Beiwörter. Man könne nicht bestreiten, dass es einen Golf gebe, in dessen Name das Wort "Ly(i)on“ vorkomme. </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height:18pt;text-align:justify;margin:0;"><span style="font-size:11pt;letter-spacing:0.2pt;"><span style="font-family:Times New Roman;"> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height:18pt;text-align:justify;margin:0;"><span style="font-size:11pt;letter-spacing:0.2pt;"><span style="font-family:Times New Roman;">In diesen verwirrenden Argumenten, die ihren Grund, wie man leicht sieht, in der Schwierigkeit der Dinge und nicht in den Theorien haben, die darüber gemacht werden, ist der Laie schnell verheddert. Daher ruft er nach dem Juristen. Dieser versucht die Argumente zu gewichten. Seine Frage lautet: "Worauf kommt es an?" Im unserem Beispiel, in dem diese Frage kaum eindeutig zu beantworten ist, wird er, um den Fall zu lösen, allerdings am besten auf eine Theorie verzichten. Er wird den Kontrahenten einen Vergleich vorschlagen, etwa dahingehend, gemeinsam eine Pizza zu essen. Schwierig werden die Dinge allerdings, wenn die Streitenden, wie so häufig in der Welt, den Vergleich ablehnen. Dann muss sich der Jurist die Gedanken machen, von denen die Menschen später behaupten werden, dass sie die Welt kompliziert gemacht hätten. </span></span></p>
]]></content:encoded>
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<title><![CDATA["Werft die vielen Juristen raus"]]></title>
<link>http://commonsblog.wordpress.com/2007/11/06/werft-die-vielen-juristen-raus/</link>
<pubDate>Tue, 06 Nov 2007 15:30:38 +0000</pubDate>
<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
<guid>http://commonsblog.wordpress.com/2007/11/06/werft-die-vielen-juristen-raus/</guid>
<description><![CDATA[                             §
 
Letzte Woche: Besuch einer Vorlesung zur Rechtstheorie. Da lernt e]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>                             <strong><span style="font-size:36pt;font-family:Arial;">§</span></strong></p>
<p><strong><span style="font-size:36pt;font-family:Arial;"> </span></strong><br />
Letzte Woche: Besuch einer Vorlesung zur Rechtstheorie. Da lernt eine juristisch Unverbildete wie ich so Einiges. Zum Beispiel, dass Rüthers,  einer  der führenden deutschen Rechtstheoretiker,  "...die Akrobatik der juristischen Auslegungsstrategien in und nach Systemwechseln..." beklagt.<!--more--> Damit verbunden die Krise des Vertrauens zu den und des Selbstvertrauens der Juristen.</p>
<p>Das Selbstvertrauen der Juristen kommentiere ich lieber nicht. Mein Vertrauen in den Berufsstand indes war nie besonders groß: wohl weil ich in Deutschland am kürzeren Hebel gesessen und ansonsten zu lange in Ländern gelebt habe, in denen der Begriff Rechtsstaat in der Regel nur in Sonntagsreden vorkommt und die Anwälte in den Korruptionsstatistiken weit oben rangieren. Den "Systemwechsel" bezieht Rüthers auf politische Veränderungen wie '45 oder '89.</p>
<p>Doch derzeit befinden wir uns in einem etwas anders gearteten Systemwechsel: dem Wandel in der Dynamik von Produktion und Distribution; auf dem Weg von der Industrie- zur Wissensgesellschaft. Vor allem aus der Diskussion um das Patent- und Urheberrecht wissen wir, wie -flankiert von Heerschaaren von Juristen- die Instrumente des Schutzes privater Eigentums- und Verwertungsrechte aus der industriegesellschaftlichen Vergangenheit in die wissensgesellschaftliche Zukunft gerettet werden sollen. Damit diese juristische <a href="http://commonsblog.wordpress.com/was-sind-commons/" target="_blank">Einhegung der Wissensallmende</a> gelingt, geschieht allerlei Positives für den Berufsstand und allerlei Ärgerliches für die Gesellschaft. Olga Drossou, Stefan Krempl und Andreas Poltermann meinen in ihrem Vorwort zu <a href="http://www.wissensgesellschaft.org/themen/wissensoekonomie/OpenInnovation.pdf" target="_blank">"Die wunderbare Wissensvermehrung: wie Open Innovation unsere Welt revolutioniert" (Lesetip!)</a>: "Wenn Hollywood-Konzerne wie Disney mehr Juristen als Zeichner und Animationskünstler beschäftigen, ist offenbar etwas faul." So ist es.</p>
<p>Der Attac <a href="https://www.attac.de/wissensallmende/basistext/cover.jpg" target="_blank">Basistext über Wissensallmende</a> (Noch ein Lesetip!) bringt Beispiele für ganze Klagewellen, die mit der Ausweitung privater Eigentumsrechte auf Wissensgüter zu tun haben. Und den Titel des posts habe ich "stiebizt" von <a href="https://www.opensourcepress.de/freie_kultur/" target="_blank">Lawrence Lessig "Freie Kultur"</a> (Aller Guten Lesetips sind drei!). Lessig, Gründer der Creative Commons und selbst Jurist, bezichtigt viele seiner Kollegen der Rechtsbeugung. Er nimmt in seinem Buch die Rolle seines Berufsstandes ins Visier und belegt mit vielen Beispielen die juristisch gedeckte aber politisch fragwürdige Verhinderung des gerechten und breiten gesellschaftlichen Zu- und Umgangs mit Kunst, Kultur und Kreation . "...das Rechtssystem funktioniert nicht. Oder, genauer gesagt, es funktioniert für niemanden außer denen, die es sich leisten können. Das liegt nicht etwa daran, dass das System korrupt wäre - ich glaube nicht, dass unser Rechtssystem korrupt ist, jedenfalls nicht auf Bundesebene. Es liegt vielmehr daran, dass die mit dem Rechtssystem verbundenen Kosten so hoch sind, dass gerechte Lösungen fast nie gefunden weren können." ... "Es geht nicht an, dass das Rechtssystem nur für das oberste eine Prozent der Mandanten funktioniert." ... und weiter: "... Leider prüfen Juristen nur selten ihre Macht oder die von ihnen befürwortete Macht anhand der einfachen pragmatischen Frage: "Wird das gute Ergebnisse bringen?"</p>
<p>Nun, die  Auswüchse des Patent- und die Ausweitungen des Urheberrechts bringen gute Ergebnisse. Zumindest auf den Konten zahlreicher Vertreter des inkriminierten Berufsstandes.</p>
<p>Deshalb gelangt Lessig - zumindest im hier diskutierten Bereich - zur zitierten Erkenntnis: "Werft die vielen Juristen raus."</p>
]]></content:encoded>
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