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	<title>klischeebeseitigung &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
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	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "klischeebeseitigung"</description>
	<pubDate>Mon, 07 Jul 2008 10:54:28 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Der Schneevokabelscherz ]]></title>
<link>http://coriginell.wordpress.com/?p=91</link>
<pubDate>Sat, 24 May 2008 15:24:45 +0000</pubDate>
<dc:creator>coriginell</dc:creator>
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<description><![CDATA[An dieser Stelle möchte ich mal wieder die Gelegenheit nutzen und ein furchtbar tief sitzendes Klis]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>An dieser Stelle möchte ich mal wieder die Gelegenheit nutzen und ein furchtbar tief sitzendes Klischee aus unserem Wissen vertreiben: Die Eskimos haben nicht mehr Schnee im Kopf als wir!</p>
<p>Ich las heut den wahrscheinlich interessantesten Essay dieses Semesters: Geoffrey Pullums <a href="http://users.utu.fi/freder/Pullum-Eskimo-VocabHoax.pdf" target="_blank">"The Great Eskimo Vocabulary Hoax" (1991)</a>. Wenn ihr des Englischen mächtig seid, nehmt euch die Zeit. Er ist es mehr als wert. Allein die Sprache, satirisch und lehrreich, was neue Vokabeln angeht. Gut, dass ich ihn nicht mit nach draußen genommen habe. Hier ein kleine Zusammenfassung.</p>
<p>Jeder ist in seinem Leben sicher schon einmal der Behauptung begegnet, die Eskimos hätten sonstwieviele Wörter für Schnee. Das wird nicht nur in unterschiedlicher Form durch die Medien verbreitet, sondern auch in psychologischen, linguistischen und eigentlich sämtlichen anderen Textbüchern an Universitäten und Schulen erzählt, wo es eben als "außergewöhnlicher Fakt" immer auch hinein passt. Wer einen genaueren Blick darauf wirft, wird erkennen, dass man sich weder einig ist, wie viel Wörter es denn nun genau sind, noch dass es überhaupt eine einheitliche "Eskimosprache" gibt, da die verschiedenen Völker, die wir klischeemäßig unter dem Wort Eskimo zusammenfassen, über viele Gebiete verstreut leben (Sibirien, Alaska, Canada etc.).</p>
<p>Was uns die Geschichte über die Verbreitung des Eskimoschneevokabelklischeewissens zeigt, ist die Faulheit der Wissenschaft. Scheinbar niemand hat je Beweise dafür gebracht, wie lang eine mögliche Liste für Schneewörter nun eigentlich ist, welche Wörter drinstehen müssten, welche Kriterien man für die Aufnahme solcher Wörter in diese Liste ansetzen müsste etc.</p>
<p>Angefangen hat augenscheinlich alles bei einem gewissen Franz Boas ("The Handbook of North American Indians, 1911), der den Eskimos 4 verschiedene Wörter für Schnee zusprach. Verglichen hat er das mit der englischen Sprache, die mehrere Wörter für "Wasser" kennt (See, Fluss, Welle, Flüssigkeit etc.). Dann kam Benjamin Lee Whorf ("Science and linguistics", 1940) und packte noch ein paar Wörter drauf, obwohl die Primärquelle Boas Artikel war. (Es ist sehr nett zu lesen, wie Pullum über Whorf herzieht.)<br />
Tja, und ab da verbreitete sich der Irrglaube in Wissenschaft und Medien und jeder nennt dabei andere Zahlen: 1984 waren es dann schon 100 Begriffe nach Angaben der New York Times, ein Wetterbericht in den USA erzählte im selben Jahr etwas von 200 Stück ... Wo sind die Vor-Ort-Studien, wo die Beweise?</p>
<p>Analysiert man aufgestellte Listen mit den angeblichen Wörtern für Schnee, wird auch bei vielem deutlich, dass es sich nicht wirklich um ein neues Wort für Schnee handelt, sondern lediglich im Zusammenhang mit Schnee stehen kann. Beispiel: "igluksaq" soll angeblich "Schnee zum Iglobauen" heißen. Was in Wirklichkeit dahinter steckt, ist eine einfache Wortformation: "iglu" bedeutet "Haus" und "-ksaq" sowas wie "Material für". Das Wort ist in dem Sinne kein eigenständiges Schneewort, sondern lediglich eine Vokabel für "Material zum Hausbau", wie bei uns.</p>
<p>Zum Abschluss noch einen Absatz zum Thema: Unglaublich, die Eskimo haben X Wörter für Schnee! -.- Haben wir auch... Schnee, Schneematsch, Schneeregen, Graupelschauer, Lawine, Schneesturm (Blizzard), Neuschnee, Puderschnee, Schneegestöber, Schneewehe... Schaut euch vielleicht die englischen Begriffe dazu an, im Gegensatz zu uns (einfallslosen?) Deutschen steht da nicht jedes Mal ein "Schnee-" davor ;) .<br />
Darüberhinaus wäre es selbst in dem Falle, dass die Eskimos sehr viele Wörter für Schnee hätten, nichts Außergewöhnliches, das überall und immer wieder als Solches anzugeben wäre. Wie Pullum es so schön formuliert: Pferdezüchter haben verschiedene Namen für Rasse, Größe und Alter von Pferden, genauso wie Botaniker eine Reihe von Namen für Blätterformen besitzen - nichts worüber die Welt und angesehene Wissenschaftsmagazine jeden Tag berichten müssten.</p>
<p>Einen Tip gibt Pullum uns zum Schluss mit auf den Weg: Wenn wir das nächste Mal von jemandem erzählt bekommen, wie viel Wörter doch die Eskimos für Schnee hätten und wir für die Wahrheit und die Wissenschaft eintreten wollen, dann sollen wir einfach antworten: C.W. Schultz-Lorentzens "Dictionary of the West Greenlandic Eskimo Language" (1927) gibt nur zwei mögliche Wortstämme für Schnee an: qanik (Schnee ist in der Luft bzw. Schneeflocke) und aput (Schnee auf dem Boden). Und dann könne man ja noch nachfragen, ob der Neunmalkluge noch weitere aufzählen könne ;) .</p>
<p>Wer dem Sprachlichen noch etwas weiter nachgehen möchte, kann sich an Anthony Woodbury wenden (Eskimologist an der Universität von Texas, Austin). Ansonsten sei abschließend bemerkt, dass wir nun hoffentlich alle eines Klischees weniger behaftet sind und uns in unserer wissenschaftlichen Arbeit (oder wobei auch immer) nicht mit unbegründeten Anekdoten anderer Leute begnügen, sondern fleißig hinterfragen und niemals unkritisch werden.</p>
]]></content:encoded>
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<title><![CDATA[Märchen, also hör mal]]></title>
<link>http://coriginell.wordpress.com/?p=75</link>
<pubDate>Fri, 04 Apr 2008 20:31:50 +0000</pubDate>
<dc:creator>coriginell</dc:creator>
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<description><![CDATA[Ist euch eigentlich noch nie aufgefallen, wie brutal und gewalttätig Märchen sind? Es wird geteert]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Ist euch eigentlich noch nie aufgefallen, wie brutal und gewalttätig Märchen sind? Es wird geteert und gefedert, auf heißen Kohlen bis zum Tod getanzt, im Backofen alte Leute verbraten, vergiftet, erschlagen und verstoßen. Warum erkennen wir das als Kind nicht? Oder doch, und betrachten das als gerechtfertigte Bestrafung des "Bösen"? Nur überlegt mal, was den "Guten passiert" in ihrer Odyssee durchs Märchen. Gefressen werden sie und wieder ausgespuckt und um Gold betrogen etc. Und das sind nun "Gute-Nacht-Geschichten"... Und die Moral von der Geschicht: Traue alten Leuten nicht? Wie gut, dass mir nur die Prinzessinnen und ihre wohlverdienten Prinzen aufgefallen sind. Ich hätt ja Alpträume bekommen. (Vom Wolf sowieso.)</p>
]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Schlafklischee]]></title>
<link>http://coriginell.wordpress.com/?p=65</link>
<pubDate>Sun, 02 Mar 2008 20:31:42 +0000</pubDate>
<dc:creator>coriginell</dc:creator>
<guid>http://coriginell.wordpress.com/?p=65</guid>
<description><![CDATA[Heute habe ich ein weiteres internes Klischee unschädlich machen können.
Wenn ich meinen eigenen S]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Heute habe ich ein weiteres internes Klischee unschädlich machen können.</p>
<p>Wenn ich meinen eigenen Schlaf beobachte, so habe ich bisher noch immer der Wissenschaft zugestimmt, die mir bisher bestätigte, dass ich alleine noch am besten die Nacht überstehe. Ich kuschel mich Abends in mein Kopfkissen ein, bis von mir nur noch die Nasenspitze zu sehen ist und versinke augenblicklich in viel Tief- &#38; Traumschlaf, bis mich die Sonne oder mein Wecker nach 12h wecken...</p>
<p>Sobald ich jemanden neben mir liegen habe, sieht das schon anders aus. Das Einschlafen geht zwar genauso schnell, wenn nicht noch schneller, weil sämtliche Gedanken, die mein Gehirn möglicherweise sonst noch verarbeiten wollte, durch die Konzentration auf die Existenz neben mir ausgeschaltet werden. Aber das Durchschlafen...und erfrischt fühle ich mich auch weniger, was höchstwahrscheinlich an den kleinen, nicht immer bewusst erlebten Arousals liegen wird.</p>
<p>Und ich wurde immer bestätigt:<br />
Frauen schlafen alleine besser,  sagte mir die Wissenschaft, Männer mit Begleitung.</p>
<p>Das stimmt so nicht!</p>
<p>Wie ich nun heute <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/health/5197440.stm" title="BBC Science News" target="_blank">lesen</a> durfte,  ist der männliche Schlaf genauso beeinträchtigt. Er schneidet scheinbar sogar schlechter ab, weil wir Frauen angeblich tiefer ins Unbewusste fallen. Und das lustigste an der Story: Subjektiv gehen die Geschlechter getrennten Meinungen in die gegensätzliche Richtung! So wie ich das ja auch bisher dachte.</p>
<p>Der Stresslevel steigt bei unsern Bettgenossen schneller an und was das im Wachleben bedeutet, ist auch nicht ohne: Um mal provokativ zu formalieren ... Sie verdummen. Die Performance in kognitiven Aufgaben während der Untersuchungen sank nach geteiltem Schlaf. Erklärungen für diese Unterschiede gehen in Richtung Mutterrolle, Aufgabenverteilung, Frauen sind an gestörten Schlaf "gewöhnt" bzw. um es ein wenig fachlicher asuzudrücken, wir sind von unseren Schlafleistungen her genetisch darauf eingestellt mit unterbrochenem Schlaf besser umgehen zu können. Phasen solch nicht veränderbarer Umstände werden dann eben u.a. durch besseren Tiefschlaf ausgeglichen.</p>
<p>Eine Theorie meinerseits wird dann wiederum allerdings auch bestätigt: Träume sind besser festzuhalten, wenn nicht gleich Ablenkung nebenan parat ist ;). Bei Männern soll sich laut dem Artikel das Traumerinnern nach dem Sex am konstruktivsten erwiesen haben ...</p>
<p>Die Entschuldigungen der Wissenschaftler für getrennte Betten sehen dann so aus:</p>
<blockquote><p>Historically, we have never been meant to sleep in the same bed as each other. It is a bizarre thing to do.</p></blockquote>
<blockquote><p>Sharing the bed space with someone who is making noises and who you have to fight with for the duvet is not sensible.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
</item>

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