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	<title>islamistische-extremisten &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://wordpress.com/tag/islamistische-extremisten/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "islamistische-extremisten"</description>
	<pubDate>Fri, 10 Oct 2008 20:28:32 +0000</pubDate>

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<item>
<title><![CDATA[Warum tötest du, Zaid? ]]></title>
<link>http://deutsche.wordpress.com/2008/03/11/warum-totest-du-zaid/</link>
<pubDate>Tue, 11 Mar 2008 11:51:33 +0000</pubDate>
<dc:creator>deutsche</dc:creator>
<guid>http://deutsche.de.wordpress.com/2008/03/11/warum-totest-du-zaid/</guid>
<description><![CDATA[&nbsp;  
Jürgen Todenhöfer 
Warum tötest du, Zaid? Leseprobe 
 
Jürgen Todenhöfer 
Warum tötes]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>&#160; <img alt="Whydoyoukillzaid" src="http://deutsche.files.wordpress.com/2008/03/whydoyoukillzaid.jpg" border="0" /> </p>
<p>Jürgen Todenhöfer </p>
<p><i>Warum tötest du, Zaid? Leseprobe </i></p>
<p><img height="1" src="http://deutsche.files.wordpress.com/2008/03/23334452-lese-1-img-0.jpg" width="356" align="right" /> </p>
<h3 class="Part">Jürgen Todenhöfer </h3>
<p class="Part"><i><a href="http://www.warumtoetestduzaid.de/">Warum tötest du, Zaid? </a></i></p>
<p class="Part">C. Bertelsmann </p>
<div class="Sect">
<p>Verlagsgruppe Random House FSC-DEU-0100 Das für dieses Buch verwendete FSC-zertifizierte Papier <i>EO</i><i>S </i>liefert Salzer, St. Pölten. </p>
<p>1. Auflage &#169; 2008 by C. Bertelsmann Verlag, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH Umschlaggestaltung: R&#183;M&#183;E Roland Eschlbeck und Rosemarie Kreuzer Bildredaktion: Dietlinde Orendi Satz: Uhl + Massopust,Aalen Druck und Bindung: GGP Media GmbH, Pößneck Printed in Germany ISBN 978-3-570-01022-8 </p>
<p>www.cbertelsmann.de </p>
</div>
<div class="Part">Inhaltsverzeichnis Auf der Suche nach der Wahrheit: Ein etwas anderes Vorwort </div>
<div class="Part">9 Warum tötest du, Zaid? </div>
<p><!--more--></p>
<div class="Part">33 10:1 &#8211; Unser Horizont ist nicht das Ende der Welt: Ein sehr persönliches Nachwort</div>
<div class="Part">157 Was aus Abdul und Tanaya sowie aus Andys und Marwas Familien wurde: Ein etwas anderer Anhang </div>
<div class="Part">205 Bibel und Koran &#8211; Eine Zitatensammlung</div>
<div class="Part">217 Quellennachweis </div>
<div class="Part">279 Vorbemerkung</div>
<div class="Part">279 Anmerkungen</div>
<div class="Part">281 Literaturverzeichnis</div>
<div class="Part">318 Bildnachweis</div>
<div class="Part">320 Personen- und Sachregister<img height="1" src="http://deutsche.files.wordpress.com/2008/03/23334452-lese-1-img-2.jpg" width="356" align="right" /> </div>
<div class="Sect">
<p><i>Gewidmet den Menschen des Ira</i><i>k </i></p>
<p><img height="1" src="http://deutsche.files.wordpress.com/2008/03/23334452-lese-1-img-3.jpg" width="356" align="right" /></div>
<div class="Sect">
<h3><i>Auf der Suche nach der Wahrheit </i></h3>
<p>Ein etwas anderes Vorwort </p>
<div class="Sect">
<h5><b>Altes Testament, Sirach 4,27 f. </b></h5>
<p>&#187;Unterwirf dich nicht dem Toren, nimm keine Rücksicht auf den Herrscher! Bis zum Tod setz dich ein für das Recht! Dann wird der Herr für dich kämpfen.&#171; </p>
<p><img height="1" src="http://deutsche.files.wordpress.com/2008/03/23334452-lese-1-img-4.jpg" width="356" align="right" /> </p>
<p><i>7. </i><i>Cheshwan 5768 (jüdischer Kalender) 29.Oktober 2007 (christlicher Kalender) </i></p>
<p><i>17. </i><i>Schawal 1428 (islamischer Kalender) </i></p>
<p>&#187;Ismahuli&#171; &#8211; &#187;Zugehört&#171;, ruft der kleine, alte Märchener zäh ler in der Teestube Al-Nofara in Damaskus und schlägt mit seinem breiten Schwert auf einen hochbeinigen schwarzen Metallschemel. Einige Gäste zucken zusammen, die meisten rücken lachend ihre Stühle zurecht. Es dämmert in Damaskus, überall gehen die Lichter an. Auch im Al-Nofara. </p>
<p>Die Teestube liegt in der Nähe der Grabstätte Saladins, eines der größten muslimischen Helden, im Schatten der 1300 Jahre alten Omaijaden-Moschee. Sie ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Syrer jeden Alters, aber auch einige Touristen aus Frankreich und England, trinken aus kleinen Gläsern schwarzen Tee mit frischen Pfefferminzblättern. </p>
<p>An der Holzwand gegenüber dem Eingang sitzt in einem grün-rot-gold bemalten Holzsessel, leicht erhöht durch ein Podest, Abu Shadi, der Märchenerzähler von Damaskus. Er ist angeblich der letzte echte &#187;Hakkawati&#171; der arabischen Welt. Wie in alten Zeiten in Syrien üblich, trägt er eine hellgraue Saderiah, eine Art Gehrock, mit gleichfarbigem Hemd und Pluderhosen. Ein etwa fünfzehn Zentimeter breiter, rot-silbern gemusterter &#187;Kummerbund&#171; umspannt sein Bäuchlein. Auf dem Kopf trägt er einen roten Fez, in Syrien &#187;Tarbouch&#171; genannt, der seinem zerknitterten Gesicht manchmal etwas Erhabenes gibt. </p>
<p>&#187;Ismahuli&#171;, ruft er ein zweites Mal und beginnt mit lauter, melodischer Stimme aus einem großen schwarzen Buch die uralte Legende von Antar bin Shaddat, dem Sklaven, zu erzählen. Gespannt folgt das Publikum seiner gestenreich vorgetragenen Geschichte, antwortet lachend auf seine Fragen und freut sich, wenn er die Erzählung von Zeit zu Zeit schelmisch blickend mit einem kleinen Scherz oder einer Anekdote unterbricht. </p>
<p>Oft muss Abu Shadi über seine Zuhörer und über sich selbst lachen. Dann rutscht ihm seine große Metallbrille fast über die Nasenspitze. Die Idee mit den Anekdoten hat er, wie er mir später erzählt, dem früheren Generalsekretär der KPdSU, Nikita Chruschtschow, abgeschaut. Der habe seine endlosen Reden auch immer mit Scherzen aufgelockert. </p>
<p>Wenn Abu Shadi findet, dass seine Gäste nicht aufmerksam genug zuhören, schlägt er mit seinem stumpfen Schwert krachend auf den Metallschemel, und schon sind alle Augen und Ohren wieder bei ihm. Mit leuchtendem Blick folgen ihm die Zuhörer auf seine Reise in die Vergangenheit. Es ist, als ob er sie auf einem fliegenden Teppich in ein fernes Wunderland entführte &#8211; weit weg vom grauen Alltag der syrischen Hauptstadt Damaskus. </p>
<p>Doch plötzlich ertönt aus Abu Shadis Brusttasche ein recht unromantisches Handyklingeln, und schon landen alle ganz unvermittelt wieder im Hier und Jetzt. Schmunzelnd bittet Abu Shadi den ungebetenen Anrufer aus der Gegenwart, zu einem späteren Zeitpunkt anzurufen &#8211; er befinde sich gerade weit weg auf einer wichtigen Reise. Das Publikum prustet vor Lachen. </p>
<p>Mit einem Schwertschlag stellt Abu Shadi die Ruhe wieder her und nimmt seine Zuhörer erneut mit auf seinen Märchenflug in die ruhmreiche Vergangenheit Arabiens. Er fährt fort, die Geschichte des Sklaven Antar zu </p>
<p>erzählen, der durch heldenhaften Kampf die heiß ersehnte Freiheit erlangt. Erzählt Abu Shadi die Geschichte der arabischen Völker? </p>
<p>Vor mir liegt das Manuskript meines Buches, das ich vor wenigen Tagen beendet habe. Es ist die Geschichte des jungen Irakers Zaid, der ebenfalls für seine Freiheit, für die Freiheit seines Volkes kämpft. Ob Zaids Geschichte genauso gut ausgehen wird wie die Legende von Antar dem Sklaven, weiß ich nicht. </p>
<p>Ich weiß auch nicht genau, warum ich nochmals zu Abu Shadi, dem Hakkawati von Damaskus, wollte, bevor ich mein Manuskript abgebe. Irgendwas zog mich fast magisch in die schummrige Teestube zurück, in der ich schon vor zwei Jahren seinen Märchen gelauscht hatte. Ich wollte noch einmal die strahlenden Augen seiner Zuschauer sehen, wenn er von den Heldentaten längst vergangener Zeiten berichtet. </p>
<p>Ich mag diesen alten Mann, den sein Vater als Kind immer in die Cafés der Märchenerzähler mitschleppte und dessen großer Traum es war, selbst einmal Hakkawati zu werden. Jetzt ist er es, und nun verzaubert er alle Menschen mit seiner schelmisch-melodischen Stimme &#8211; auch mich, obwohl ich kein Wort Arabisch verstehe. So sitze ich in einer Ecke des Teehauses Al-Nofara und ziehe an meiner Wasserpfeife. Meine Gedanken aber sind weit weg. Sie sind bei Zaid und seinen Freunden. </p>
<p>Die Geschichte der arabischen Völker ist eine Geschichte großer Siege und großer Niederlagen. In den letzten zweihundert Jahren allerdings gab es nicht mehr viel zu feiern. Der einsetzende Kolonialismus hat die arabische, ja die gesamte muslimische Zivilisation weit zurückgeworfen. </p>
<p>Einige Episoden der arabischen Tragödie habe ich selbst mit erlebt. Als zwanzigjähriger Student bereiste ich 1960 während des Algerienkrieges das von Frankreich besetzte maghrebinische Land. In Algier wohnte ich bei einer arabischen Familie und bekam jeden Abend ab Eintritt der Dunkelheit die Angst der Menschen vor dem Krieg und vor den Anschlägen der französischen Untergrundbewegung OAS mit, die mit terroristischen Methoden für den Verbleib Algeriens bei Frankreich kämpfte. </p>
<p>Nach zehn Tagen Algier fuhr ich in einem Überlandzug in den Osten Algeriens, nach Constantine. Auf der Fahrt habe ich mich stundenlang mit fröhlich bechernden deutschen und englischen Fremdenlegionären über ihre &#187;Helden taten&#171; unterhalten. Eine Szene werde ich nie vergessen: </p>
<p>Als sich der Zug in Algier ruckelnd in Bewegung setzte, ließ sich einer der Fremdenlegionäre &#8211; es war ein Deutscher &#8211; von einem neben dem Zug herlaufenden arabischen Jungen einen Kasten Limonade geben. Der kleine Algerier, er war vielleicht sieben Jahre alt, strahlte über das ganze Gesicht. Der Legionär stellte den Kasten mit der einen Hand auf die Fensterkante, mit der anderen kramte er in seiner Hosentasche nach Geld. Er nahm sich viel Zeit. Der Zug nahm Fahrt auf. </p>
<p>Der kleine Junge trabte neben dem Waggon her und begann um sein Geld zu betteln. Der Legionär aber schaute ihn nur spöttisch an. Als der Zug schneller wurde und der Junge flehentlich zu weinen anfing, nahm der Soldat den Kasten, hielt ihn lachend hoch und rief: &#187;Voilà ton argent!&#171; &#8211; &#187;Da hast du dein Geld!&#171;, und ließ den Kasten krachend auf den Bahnsteig fallen. </p>
<p>Die Limonadenflaschen zersprangen in tausend Stücke. Das fassungslose Schluchzen des kleinen Algeriers ging unter im brüllenden Hohngelächter des betrunkenen Fremdenlegionärs.</p>
<p>Ein Jahr später, Ende Juli 1961, war ich während der &#187;Krise von Bizerta&#171;<sup>1</sup> in der gleichnamigen tunesischen Stadt. Sie war damals ein französischer Militärstützpunkt, der im Algerienkrieg eine bedeutsame Rolle spielte und dessen Freigabe Tunesien seit seiner Unabhängigkeit 1956 vergeblich gefordert hatte. </p>
<p>Als 1961 tunesische Truppen den Stützpunkt blockierten, bombardierte die französische Luftwaffe die Stadt. Nach heftigen Kämpfen, bei denen das französische Militär auf unbewaffnete tunesische Demonstranten schoss, wurde die gesamte Zivilbevölkerung aus der Stadt evakuiert. Rund 670 Tunesier waren getötet, 1500 verletzt worden. </p>
<p>Um Bizerta besuchen zu können, benötigte man eine Sondererlaubnis der französischen Militärbehörden. Die hatte ich nicht.Tunesische Freunde hatten mich daher auf Schleichwegen in die Stadt gelotst. Dort wollte ich Fotos von der schwer beschädigten Geisterstadt machen. Lei-der wurde ich sehr schnell von französischen Militärpolizisten festgenommen und ziemlich ruppig mit einem Jeep zum Hauptquartier der Besatzungstruppen transportiert. Die Maschinenpistole, deren Lauf sich in meinen Rücken bohrte, machte mich sehr nervös. </p>
<p>Erst nach einem mehrstündigen schroffen Verhör durfte ich die Stadt wieder verlassen. Ich hatte Riesenglück gehabt. Durch mein Studium in Paris kannte ich Verwandte des französischen Stadtkommandanten. Das gab dem feindseligen Verhör eine völlig unerwartete Wendung. Ich wäre sonst mit Sicherheit nicht so leicht davongekommen. In französischen Gefängnissen konnte man bei Verstößen gegen das Kriegsrecht lange schmoren. Und als komfortabel galten Kolonialgefängnisse auch nicht. Die Fotos aber konnte ich erfolgreich aus Bizerta herausschmuggeln. </p>
<p>Viele Jahre später, 1980, marschierte ich als Abgeordneter des Deutschen Bundestages zusammen mit afghanischen Freiheitskämpfern zu Fuß von Pakistan über die Berge des Hindukusch nach Afghanistan. Das Land war ein halbes Jahr zuvor von sowjetischen Truppen überfallen worden. Ich wollte mir ein Bild von der Lage der Menschen und dem Widerstand der afghanischen Freiheitskämpfer machen. </p>
<p>Ausgerechnet in Moskau auf einem diplomatischen Empfang zur Feier des zehnten Jahrestages des deutsch-sowjetischen Freundschaftsvertrages wurde meine Reise bekannt. Leonid Samjatin, Sprecher des damaligen sowjetischen Generalsekretärs Leonid Breschnew, bekam im Beisein deutscher Diplomaten einen Tobsuchtsanfall. Mit hochrotem Kopf brüllte er, wenn man mich zu fassen bekomme, werde man mich auspeitschen und erschießen lassen. </p>
<p>Trotzdem war ich noch zweimal, 1984 und 1989, in dem geschundenen Land.<sup>2</sup> Durch meine Berichte über das Elend der Afghanen konnte ich zusammen mit dem Verein für Afghanistan-Förderung umgerechnet 10 Millio nen Euro für afghanische Flüchtlinge, vor allem für Flüchtlingskinder, sammeln. Die Reisen hatten sich gelohnt. </p>
<p>1989 gelang es mir, eine Sitzung der afghanischen Exilregierung in Urgun, einem kleinen Dorf hoch in den Bergen auf der afghanischen Seite des Hindukusch, zu initiieren. Mit Jeeps, auf Eseln und zu Fuß mussten wir uns durch zerklüftete Schluchten und reißende Gebirgsbäche zu dem winzigen Dorf durchschlagen. </p>
<p>Der heutige afghanische Präsident Hamid Karzai erzählte mir Weihnachten 2003 bei einem Privatbesuch in Kabul schmunzelnd, er erinnere sich gut an diese erste Kabinettssitzung der Exilregierung auf afghanischem Bo-den. Er sei damals schließlich Assistent des Präsidenten dieser Regierung, Sibghatullah Mogaddedi, gewesen. </p>
<p>Den Irak habe ich vor meiner jüngsten Reise dreimal besucht. Zweimal vor dem Krieg mit meinen Kindern Frédéric und Nathalie und ein Jahr nach dem Krieg mit meinem Freund Belal El-Mogaddedi, einem Neffen des ersten postkommunistischen Präsidenten Afghanistans. Ich habe diese Reisen in meinen Büchern <i>&#187;Wer weint schon um Abdul und Tanaya?&#171;</i> und <i>&#187;Andy und Marwa&#171; </i>beschrieben. Ich fühlte mich einfach verpflichtet, diese Bücher zu schreiben. Man darf nicht gegen den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan protestieren und zur amerikanischen Invasion in Afghanistan und im Irak schweigen. </p>
<p>Zweimal war ich in den vergangenen beiden Jahren auch im heftig umstrittenen Iran. Ich hoffe, dass ich nie ein Buch über dieses wunderbare Land schreiben muss und dass sich weder die Zündler in Teheran noch die Falken in Washington durchsetzen werden. Aber gerade deshalb möchte ich an dieser Stelle über einige persönliche Eindrücke aus diesem Land berichten. </p>
<p>Meine erste Iranreise habe ich 2005 mit meiner ältesten, damals dreiundzwanzigjährigen Tochter Valérie unternommen. Mehrfach wurden wir von jungen Iranern angesprochen und lachend gefragt, wie vielen Terroristen wir denn heute schon begegnet seien. Der pauschale Terrorismusvorwurf der US-Administration, die Einteilung der Welt in Gut und Böse, ist auch bei der äußerst regierungskritischen und prowestlichen iranischen Jugend ein humoristischer Dauerbrenner. </p>
<p>Am besten gefiel mir das romantische Isfahan, einst Sitz der großen persischen Herrscherdynastien, eine Stadt prachtvoller Moscheen und Paläste, herrlicher Plätze und Basare. Besonders angetan hatten es mir die Si-o-se-Pol-Brücke, die &#187;33-Bogen-Brücke&#171; über den Fluss Zayanderud, und die großzügigen Grünanlagen am Ufer des Flusses. </p>
<p>An sonnigen Nachmittagen und an Feiertagen geht es am Ufer des Zayanderud zu wie im Central Park in New York. Tausende von Menschen sitzen in Gruppen fröhlich zusammen, um zu plaudern oder eine Kleinigkeit zu essen. Gelegentlich sieht man sogar junge Pärchen, wenn auch nicht ganz so oft und nicht ganz so freizügig wie im Herzen Manhattans. Mancher kommt auch nur, um ein Nickerchen zu halten. Nicht weit entfernt vom Ufer des Flusses &#8211; am malerischen Naksch-e-Jahan-Platz &#8211; sind fast die gleichen Pferdekutschen unterwegs wie im Central Park. </p>
<p>Immer wieder wollten junge und ältere Iraner von uns wissen, woher wir kämen. Wir mussten uns zu ihnen setzen und wurden spätestens nach zehn Minuten für den nächsten Tag zum Abendessen eingeladen. Schade, dass so wenige Amerikaner an die Ufer des Zayanderud reisen und so wenige Iraner in den Central Park! Das gilt vor allem für die Führungseliten beider Länder, die meist schrecklichen Unsinn übereinander reden. </p>
<p>Unter der &#187;33-Bogen-Brücke&#171; treffen sich nachmittags musikbegeisterte Iraner. Sie nutzen die großartige Akustik der vierhundert Jahre alten steinernen Brückenbogen, um alte iranische Lieder vorzutragen. </p>
<p>Fasziniert lauschten Valérie und ich an einem herrlichen Frühlingstag den Balladen zweier junger Iraner. Am liebsten hätte ich mitgesungen.Aber meine Tochter raunte mir zu, wenn ich das täte, könne ich in Zukunft ohne sie verreisen. Außerdem werde man mich sowieso in den Fluss werfen. Schweren Herzens verzichtete ich auf meine Gesangseinlage. </p>
<p>Vielleicht war das der Grund, warum ich ein Jahr später &#8211; während der ersten Woche der Fußballweltmeisterschaft 2006 &#8211; nochmals nach Isfahan fuhr. Und als eines späten Nachmittags wieder einige Iraner auf der &#187;33-Bogen-Brücke&#171; ihre Balladen zum Besten gaben, nahm ich mir ein Herz und sang auf Deutsch das Wolgalied aus der Operette &#187;Zarewitsch&#171;. Am Ende des Liedes summten die meisten iranischen Zuhörer mit. Ich bekam tosenden Beifall. </p>
<p>Es war musikalisch vielleicht nicht mein bester Auftritt. Trotzdem werde ich diesen Nachmittag in Isfahan nie vergessen. Als amerikanischer Ehrenoberst im &#187;Reich des Bösen&#171; eine deutsche Arie zu singen &#8211; wer darf so et-was schon erleben? </p>
<p>Auch bei diesem zweiten Besuch im Iran war die Gastfreundschaft der Menschen überwältigend. Die Weltmeisterschaft in Deutschland war Gesprächsthema Nummer eins. Unsere Stadtführerin in Teheran und unser Taxifahrer stritten sich stundenlang, wer uns zum Spiel Iran &#8211; Mexiko zu sich nach Hause einladen durfte. Die Stadtführerin entschied schließlich die Auseinandersetzung zwei Stunden vor Spielbeginn autoritär für sich. </p>
<p>Auf meine Frage, ob sie sich zu Hause gegenüber ihrem Mann genauso durchsetze, antwortete sie lachend, das sei im Iran nicht viel anders als in anderen Ländern. Das Kommando habe immer der wirklich Stärkere. In manchen Ehen sei das der Mann, in manchen die Frau. Was die Mullahs dazu meinten, interessiere sie nicht. Die hätten zu Hause oft auch nicht viel zu sagen. </p>
<p>Als ich sie zweifelnd anblickte, nickte sie nachdenklich. Vor allem in ländlichen Gegenden sei die Lage vieler Frauen noch schlecht. Aber das sei kein Problem des Islam, sondern eine Folge uralter patriarchalischer Sitten, die lange vor dem Islam existierten. Die Furcht vieler Poli tiker, dieses Problem energisch anzugehen, sei deprimierend. </p>
<p>Eine Stunde später in ihrem kleinen Haus legte sie als Erstes ihren &#187;Rooposh&#171;, den im Iran vorgeschriebenen Kittel, und ihr Kopftuch ab. Dann bereitete sie uns in Jeans und T-Shirt eine Kleinigkeit zu essen. Ihr Mann durfte nach dem (verlorenen) Spiel abräumen. Nicht einen Augenblick konnte ein Zweifel aufkommen, wer in dieser Ehe das Sagen hatte. </p>
<p>Meist waren wir im Iran ohne Reiseleiter unterwegs. Wenn wir iranische Autofahrer nach einer bestimmten Sehenswürdigkeit fragten, nahmen sie uns fast immer in ihrem eigenen Wagen mit. Häufig bezahlten sie uns trotz heftigen Protests auch noch den manchmal nicht ganz billigen Eintritt. </p>
<p>Richtigen Ärger bekam ich bei meinen beiden Iranbesuchen nur einmal. Als ich trotz eines Schildes &#187;Fotografieren verboten&#171; ein Foto des iranischen Parlamentsgebäudes machte, wurde ich von Polizisten auf die Wache beordert und aufgefordert, das Bild in meiner Kamera zu löschen. Alle Versuche, die Polizeibeamten von der unendlichen Torheit dieser Forderung zu überzeugen, scheiterten. </p>
<p>Als ich ihnen jedoch zeigte, dass sich auf meiner Digitalkamera auch Fotos des Eröffnungsspiels der Fußballweltmeisterschaft, Deutschland &#8211; Costa Rica, befanden &#8211; das ich eine Woche zuvor besucht hatte &#8211;, entspannten sich die Mienen der Ordnungshüter. Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion darüber, wer die größten Chancen hätte, Fußballweltmeister zu werden. Meine Fotos vom iranischen Parlament durfte ich schließlich behalten. </p>
<p>Kurz vor unserem Rückflug nach Deutschland sahen wir im Gewühl der Abflughalle des Teheraner Flughafens eine Frau mit einem Kind auf dem Arm, das als Kopfbedeckung eine kleine amerikanische Flagge trug. Ich rieb mir die Augen: Mitten im &#187;Reich des Bösen&#171;, dem der amerikanische Präsident &#8211; ohne Rücksicht auf die jeweiligen Analysen der amerikanischen Geheimdienste &#8211; in regelmäßigen Abständen mit der Option eines präventiven Militärschlags droht, schmückte eine junge Iranerin den Kopf ihres etwa zweijährigen Kindes mit den &#187;Stars and Stripes&#171; der amerikanischen Flagge? </p>
<p>Verblüfft fragte ich die Frau, ob sie keine Angst vor den iranischen Sicherheitsdiensten oder den Revolutionsgarden habe. Lächelnd schüttelte sie den Kopf: Kopftücher seien doch nur in Europa verboten. Ich fasste nach und wollte wissen, was sie von der amerikanischen Politik gegenüber dem Iran halte. Wieder lachte die junge Frau fröhlich. Amerika sei ein tolles Land. Der Konflikt zwischen dem Iran und den USA sei ein Streit der Politiker, und Politik interessiere sie nicht. </p>
<p>Sie ließ mich ein paar Fotos machen und ent schwand freundlich grüßend mit ihrem Stars-and-Stripes-Baby in der Menge. Außer uns interessierte sich niemand für die Kopfbedeckung ihres Kindes. </p>
<p>Dreimal habe ich Israel besucht, eines der schönsten und spannendsten Länder, die ich kenne. Ich war in Tel Aviv und Jerusalem und verbrachte erschüttert mehrere Stunden in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Im Garten Gethsemane, den der spanische Franziskanermönch Rafael nachmittags immer für mich aufschloss, las ich im Schatten uralter Olivenbäume das Alte Testament zu Ende und schrieb Teile dieses Buches. </p>
<p>Auf dem Ölberg befindet sich auch der jüdische Friedhof. Direkt daneben steht in einem herrlichen Olivenhain die kleine Kirche &#187;Dominus flevit&#171;. Hier soll Jesus über den nahenden Untergang Jerusalems geweint haben. Auch in diesem Olivengarten habe ich manche Stunde verbracht. Wenn ich zu den am Fuße des Ölbergs liegenden uralten Gräbern hinunterschaute, musste ich immer an die melancholischen Worte Salomos im Alten Testament denken: </p>
<p>&#187;Windhauch,Windhauch, das ist alles Windhauch.Welchen Vorteil hat der Mensch von all seinem Besitz, für den er sich so anstrengt unter der Sonne?&#171; (Buch Kohelet, 1,2&#8211;3). Wieder und wieder habe ich unter meinem Olivenbaum diese Sätze gelesen und daran gedacht, wie wenig ich mich in meinem Leben daran gehalten habe. </p>
<p>An Jerusalem habe ich mein Herz verloren &#8211; an diese traumhafte Metropole des Judentums, des Christentums und des Islam. Ich werde immer wieder in diese magische Stadt zurückkehren. Sie überragt alle Städte, die ich in meinem Leben gesehen habe. </p>
<p>Ich war auch in den Palästinensergebieten &#8211; in Bethlehem, Nablus sowie zweimal in Hebron am Grab Abrahams. Nur nach Gaza habe ich es nicht geschafft. Sehr freundliche, aber gleichwohl resolute junge israelische Soldaten hielten mir ihre Maschinenpistole vors Gesicht und erklärten, in Gaza hätte ich nichts zu suchen. Und ich hatte gedacht, Gaza gehöre den Palästinensern! </p>
<p>Auch in Israel und in den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten habe ich großartige Menschen kennengelernt &#8211; liebenswerte, geistreiche Israelis und liebenswürdige, hilfsbereite Palästinenser. Mit beiden habe ich wunderbare Abende verbracht. Das Israel-Palästina-Problem ist weniger ein Problem der Bevölkerung beider Seiten als vielmehr ein Problem ihrer Politiker und Funktionäre. Immer wenn eine Lösung in greifbare Nähe rückt, torpedieren Extremisten beider Seiten sie wieder. Auf diesen dumpfen Mechanismus kann man sich fast blind verlassen. </p>
<p>In meinem früheren Beruf als Entwicklungspolitiker und Rüstungskontrollexperte musste ich viel reisen. Auch nach meiner Zeit als Politiker habe ich fast jeden Urlaub und fast jedes lange Wochenende für Fernreisen genutzt. Ich fand es immer interessanter, fremde Länder zu erkunden, als mich an irgendeinem übervölkerten Strand in der Sonne braten zu lassen. Auf diesen Reisen habe ich viel gelernt. Immer wieder musste ich meine Vorurteile korrigieren, obwohl ich mir eingebildet hatte,Vorurteile hätten nur andere. </p>
<p>Genauso faszinierend wie all diese Reisen war allerdings meine &#187;Reise&#171; durch die über 1800 klein gedruckten Seiten der Bibel und die 520 Seiten des Koran. Das mag überraschend klingen. Aber ich habe nie ein spannenderes, sprachgewaltigeres Buch gelesen als das Alte Testament, nie ein stärker von Liebe durchdrungenes Buch als das Neue Testament und nie ein mehr vom Geist der Gerechtigkeit geprägtes Buch als den Koran, dessen vielgerühmte poetische Brillanz selbst durch holprige Übersetzungen des arabischen Urtextes noch durchschimmert. </p>
<p>Ich kann die Lektüre dieser drei Meisterwerke der Weltliteratur nur jedem ans Herz legen &#8211; vor allem jenen Politikern, die ständig über sie reden, obwohl sie sie wahrscheinlich nie gelesen haben.Wer diese packenden, sprachmächtigen Bücher liest, wird verstehen, warum sie die Welt so stark beeinflusst haben und dies immer noch tun. </p>
<p>Ich liebe die arabische Welt, aber ich reise auch gern in andere Länder. Mehrfach war ich in Lateinamerika, in Kuba und Chile. Ich hielt mich während der Freiheitskriege in Mosambik und Angola auf und habe mehrere Male Asien bereist, zuletzt Laos, Kambodscha und Vietnam. </p>
<p>In Saigon, das heute Ho-Chi-Minh-Stadt heißt, habe ich im Oktober 2005 zusammen mit jungen Vietnamesen ihr 1 :0 im Fußballländerspiel gegen Japan gefeiert. Zu Tau senden fuhren die Fans nach dem Schlusspfiff mit ihren Mopeds auf den Duong-Ton-Duc-Thang-Boulevard. Jubelnd schwenkten sie kleine rote Fahnen. </p>
<p>Auch ich bekam ein Fähnchen und musste mitfahren. Zu viert auf einem Moped knatterten wir los und sangen &#187;We are the champions&#171;. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich eines Tages mit einer roten Fahne durch Ho-ChiMinh-Stadt fahren würde. </p>
<p>Mehrmals war ich auch in der Sowjetunion und später in Russland, manchmal sogar als offizieller Gast. Auch dort, selbst unter hochrangigen Kommunisten und hochdekorierten Generälen und Marschällen, habe ich die Bekanntschaft von Menschen gemacht, die mich beeindruckt haben, obwohl ich ein konsequenter Gegner des sowjetischen Kommunismus war und bin. Die Welt ist eben nicht so leicht in Schwarz und Weiß, in Gut und Böse einzuteilen, wie viele glauben und wie auch ich früher geglaubt habe. </p>
<p>Am häufigsten besuchte ich die USA. Dort habe ich besonders viele Freunde. Ich war mehrfach im Pentagon, im Capitol und auch im Weißen Haus. Viele führende, teilweise heute noch aktive Politiker der USA habe ich persönlich kennengelernt. Zwei meiner Kinder haben in den Vereinigten Staaten studiert. Ich bedaure, dass ich nie die Möglichkeit hatte, selbst dort zu studieren. Die USA waren und sind ein großartiges Land. </p>
<p>Einige meiner Reisen waren sehr beschwerlich. Bei meinem ersten Fußmarsch über den Hindukusch und durch die karstigen Wüsten Afghanistans habe ich sieben Kilo abgenommen. Der Marsch hatte überhaupt nichts Heldenhaftes. Ich war am ganzen Körper von Flöhen und Moskitos zerstochen und sah schrecklich aus. &#187;Heldenhaft&#171; werden derartige Reisen immer erst hinterher, wenn man am Kamin über sie berichtet. </p>
<p>Häufig bin ich gefragt worden, warum ich immer wieder derart mühsame Reisen unternehme. Ich weiß das selbst nicht so genau. Einer der Gründe liegt vielleicht darin, dass ich schon immer einen fast detektivischen Drang hatte, die Wahrheit zu erfahren &#8211; die Wahrheit hinter all den wohlklingenden Verlautbarungen und Kommuniqués der Mächtigen und ihrer PR-Maschinen. Die Wahrheit aber kann man nur vor Ort erfahren und nicht im Fernsehsessel. </p>
<p>In den Bombennächten des Jahres 1945, die ich als vierjähriger Bub in der Burgallee am Stadtrand von Hanau erlebte, bin ich zur Verzweiflung meiner Mutter immer wieder ausgebüxt. Ich wollte die Lage vor Ort erkunden und Granat- und Bombensplitter sammeln. Sie mussten möglichst noch warm sein. Obwohl ich nach meinen nächtlichen Recherchen immer den Hintern versohlt bekam, war ich sehr stolz auf meinen Karton selbst gesammelter Granat- und Bombensplitter. </p>
<p>Seit meiner Kindheit hatte ich außerdem nicht sehr viel Respekt vor der Macht und den Mächtigen. Mein Vater erzählte mir vor einigen Jahren, 1946 hätten aufgeregte Nachbarn die Familie aus unserem Haus in Hanau geklingelt. Auf der Burgallee geschehe etwas Schreckliches. Angstvoll rannten meine Eltern durch unseren kleinen Garten auf die Straße. </p>
<p>Dort sahen sie eine lange Kolonne ratternder, dröhnender Panzer stadtauswärts fahren. Direkt vor unserem Haus bogen die Panzer Staub aufwirbelnd scharf nach rechts auf den unbefestigten Gehweg ab. Erst nach etwa zehn Metern fuhren sie wieder auf die Straße. Irgendein unüberwindbares Hindernis musste auf der Straße liegen, das sie zu diesem ungewöhnlichen Ausweichmanöver zwang. </p>
<p>Plötzlich sahen meine Eltern, dass <i>ich </i>das unüberwindbare Hindernis war. Da die Panzerkolonne meine Freunde und mich am Spielen gehindert hatte, war ich auf die Idee gekommen, mich einfach quer auf die Straße zu legen. Auf dem Rücken liegend, sah ich zufrieden zu, wie die mächtigen Kriegsmaschinen quietschend auf den Gehweg ausweichen mussten. </p>
</div>
</div>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Das Manifest der 25 - Warum die "besonderen Beziehungen" zwischen Deutschland und Israel überdacht werden müssen]]></title>
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<pubDate>Tue, 19 Feb 2008 14:22:11 +0000</pubDate>
<dc:creator>deutsche</dc:creator>
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<description><![CDATA[ In einem Interview in der ZEIT am 31. August 2006 sagte die israelische Außenministerin Zipi Liwni]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://deutsche.files.wordpress.com/2008/02/nazis.jpg" alt="Auch gegenüber den Palästinensern besteht eine historische Pflicht Replik auf Micha Brumlik " align="left" height="294" hspace="10" width="386" /><b> In einem Interview in der ZEIT am 31. August 2006 sagte die israelische Außenministerin Zipi Liwni anlässlich ihres Berlin-Besuchs: "Aber die Beziehung (zwischen Deutschland und Israel) war immer eine besondere und freundschaftliche." Diese Besonderheit lässt sich auf der deutschen Seite nach unserer Wahrnehmung im Wesentlichen wie folgt charakterisieren:</p>
<p></b>Deutschland hat sich angesichts der Ungeheuerlichkeit des Holocaust und der prekären Lage Israels uneingeschränkt für Existenz und Wohlergehen dieses Landes und seiner Bevölkerung einzusetzen, unter anderem durch Lieferung von staatlich geförderter hochwertiger Waffentechnologie auch dann, wenn Israel gegen internationales Recht und die Menschenrechte verstößt und sich im Kriegszustand befindet; Kritik an israelischen Handlungsweisen sollte, wenn überhaupt, nur äußerst verhalten geäußert werden und besser unterbleiben, solange die Existenz dieses Landes nicht definitiv gesichert ist.</p>
<p>Drei Fragen werden im folgenden diskutiert: 1. Ist es angemessen und sinnvoll, die "freundschaftliche Beziehung" - und das soll sie nach Auffassung der Autoren bleiben - weiterhin als "besondere" im angedeuteten Sinne zu pflegen? 2. Steht Deutschland aufgrund des Holocaust wirklich nur bei Israel in der Pflicht im Nahen Osten? 3. Und was bedeutet es für den binnendeutschen Diskurs, für die Beziehungen zwischen nicht-jüdischen, jüdischen und muslimischen Deutschen, wenn diese beiden Fragen ernsthaft gestellt werden Zu welchen Antworten wir und die Leser mit oder gegen uns auch immer kommen, eines steht nicht in Frage: Dass angesichts der weltweit historischen Einzigartigkeit des Holocaust das Verhältnis der nicht-jüdischen Deutschen zu Juden, zu allen, die sich als solche verstehen, ein einmaliges ist, das von besonderer Zurückhaltung und besonderer Sensibilität geprägt sein muss, und dass uns nichts von der Verpflichtung entbinden kann, dem religiösen Antijudaismus und dem ethnisch oder/und rassistisch motivierten Antisemitismus entschieden entgegenzutreten, wo immer er auftritt. <b></p>
<p>Freundschaft oder "besondere" Freundschaft?</b></p>
<p>Auf der zwischenmenschlichen Ebene gilt zweifellos: Eine tragfähige Freundschaft zeichnet sich dadurch aus, dass Freunde oder Freundinnen einander aus Sorge um das Wohlergehen des anderen auch vor Fehlern, Fehlentscheidungen und Fehlhaltungen warnen. Dies umso mehr, wenn für beide Seiten viel auf dem Spiel steht. Solange die Kritik nicht im Duktus der moralischen Verurteilung und in der Sprache der Abwertung stattfindet, sondern anteilnehmend und mit Verständnis für die Umstände, die ihn oder sie zu bewegen, mit Respekt vor der Freiheit des anderen und aus dem Bedürfnis heraus, zu seinem oder ihrem (auch geistigen und moralischen) Wohlergehen beizutragen, wird die Freundschaft sich dadurch weiter vertiefen.<!--more--></p>
<p>  Gilt das auch dann, wenn einer der beiden dem Anderen gegenüber eine tiefe und zurückliegende Schuld abzutragen hat? Wir meinen, je reifer die Freundschaft wird, desto mehr wird dies auch in einer solchen Beziehung der Fall sein. Allerdings muss die dazu erforderliche Haltung in jeder neuen Situation neu gesucht und gefunden werden.</p>
<p>  Ist diese Feststellung auch auf große Kollektive bzw. auf ein politisches Verhältnis wie das zwischen Israel und Deutschland übertragbar? Gelten dort nicht andere Gesetze und Maßstäbe? Ja und nein. Ja, weil die Beziehung aufgrund der großen Zahl der Beteiligten und ihrer unterschiedlichen Erfahrungen und Sichtweisen wesentlich vielschichtiger ist. Diejenigen, die diese kollektive Beziehung als handelnde Politiker auch persönlich verkörpern, müssen auf die unterschiedlichen Gefühle und Bedürfnisse derjenigen Rücksicht nehmen, die sie vertreten. Sie können nur bedingt so handeln, wie sie persönlich gern handeln würden. Dies ist bei allem und immer in Rechnung zu stellen. Nein, weil auch und gerade große Kollektive auf kritische Wahrnehmungen und Rückmeldungen von außen angewiesen sind, damit Fehlentscheidungen korrigiert und die Entwicklung von gefährlichen Blindstellen und Fehlhaltungen verhindert werden können.</p>
<p>  Nehmen wir an, die israelische Regierung hätte, wie es unter Freunden nahe liegen würde, nach der Tötung der acht israelischen Soldaten und der Entführung von zwei weiteren durch die Hizbullah am 12. Juli die deutsche Regierung über ihre geplanten Reaktionen informiert (Zerstörung eines Großteils der Infrastruktur des Libanon inkl. der Wasser-, Elektrizitäts- und Ölversorgung sowie des Tourismus durch einen Ölteppich vor der Küste, Vertreibung der Bevölkerung aus dem Südlibanon, bewusste Inkaufnahme hoher ziviler Opfer, um wenigstens eine militärische Schwächung - wenn schon nicht eine Entwaffnung - der Hizbullah zu erreichen, Verweigerung humanitärer Korridore zur Versorgung derjenigen, die nicht fliehen konnten, vollständige Zerstörung der Schiitenviertel in den libanesischen Städten, wochenlange Blockade der Küste und der Flughäfen und Einsatz von Streubomben). Wie hätte die deutsche Regierung als Freund Israels darauf reagieren können? Vielleicht wäre es der deutschen Regierung eher als der israelischen möglich gewesen, die katastrophalen weltweiten Folgen einer solchen "massiven Vergeltung" nach dem Prinzip der Kollektivhaftung einzuschätzen? Vielleicht hätte die deutsche Regierung zu einem abgestuften Vorgehen geraten oder zu einer Anrufung des Sicherheitsrates oder zu etwas Anderem. Es geht hier nicht darum, die Möglichkeiten einer solchen freundschaftlichen Beratung durchzuspielen und abzuwägen. Für unsere Zwecke genügt es, sich überhaupt vorzustellen, was "Freundschaft" in einem solchen Falle auch hätte bedeuten können. Eine absurde Vorstellung? Absurd gewiss, wenn die Beziehung weiterhin als "besondere" im eingangs bezeichneten Sinne verstanden wird. Befreit man sich von dieser Vorstellung, liegt es auf der Hand, dass es sowohl für Israel als auch für Deutschland von Vorteil wäre, eine belastungsfähige Freundschaft zu entwickeln, in der auch Kritik in unterstützender, nicht abwertender Absicht ihren Platz hat. Natürlich würde eine solche Veränderung im deutsch-israelischen Verhältnis auch das Verhältnis Israels zur EU, zu den USA usw. tangieren. Dies soll hier ebenfalls nicht durchgespielt werden. Es genügt, festzuhalten, dass die Veränderung in keinem dieser Fälle zum Schaden der Beteiligten sein würde. </p>
<p><b>Die deutsche Verantwortung gegenüber Palästina</b> </p>
<p>Es gibt eine viel zu selten bedachte Seite der Holocaust-Folgen. Bis zum Jahre 1933 - 37 Jahre nach Erscheinen der den Zionismus begründenden Schrift "Der Judenstaat" von Theodor Herzl und 16 Jahre nach der Balfour-Declaration, in der England als Mandatsmacht den Zionisten eine "Heimstätte" in Palästina versprach - waren max. 160.000 Juden in Palästina eingewandert. Und nicht wenige von ihnen hatten diesen Schritt in der Vorstellung getan, es sei möglich, das "Heilige Land" gemeinsam mit den ortsansässigen Arabern zu kultivieren und zu entwickeln. Niemand sollte vertrieben werden, und so argumentierte Martin Buber noch 1950. Erst durch die früh erkennbare radikale Bedrohung der Juden im nationalsozialistischen Einflussbereich kam es zu einer die Balance mit den Arabern gefährdenden Masseneinwanderung. Nicht zuletzt unter dem Schock des Holocaust fand der gegen die arabischen Staaten gefasste Beschluss der Vereinten Nationen, die Gründung eines Staates Israel zu akzeptieren, internationale Zustimmung, trotz zunächst starker Bedenken der Briten und über lange Zeit auch des Außenministeriums der USA.</p>
<p>    Mit anderen Worten: Es ist der Holocaust, der das seit sechs Jahrzehnten anhaltende und gegenwärtig bis zur Unerträglichkeit gesteigerte Leid über die (muslimischen wie christlichen und drusischen) Palästinenser gebracht hat. Das ist nicht dasselbe, als hätte das Dritte Reich einen Völkermord an den Palästinensern verübt. Aber zahllose Tote waren auch hier die Folge, das Auseinanderreißen der Familien, die Vertreibung oder das Hausen in Notquartieren bis auf den heutigen Tag. Ohne den Holocaust an den Juden würde die israelische Politik sich nicht berechtigt oder/und gezwungen sehen, sich so hartnäckig über die Menschenrechte der Palästinenser und der Bewohner Libanons hinwegzusetzen, um seine Existenz zu sichern. Und ohne den Holocaust erhielte Israel dafür nicht die materielle und politische Rückendeckung der USA, wie sie sich v.a. seit den neunziger Jahren entwickelt hat. (Die amerikanische Finanzhilfe an Israel beläuft sich auf 3 Mrd. US-Dollar jährlich und entspricht damit 20 Prozent der gesamten Auslandsfinanzhilfe der USA.)</p>
<p>    Der seit nunmehr fast sechs Jahrzehnten andauernde, immer wieder blutige Nahostkonflikt hat unbestreitbar eine deutsche und in Abstufungen eine europäische Genese;europäisch insofern, als der deutsche Gedanke einer "Endlösung der Judenfrage" aus dem europäischen Antisemitismus und Nationalismus hervorgegangen ist. Und die palästinensische Bevölkerung hat an der Auslagerung eines Teils der europäischen Probleme in den Nahen Osten nicht den geringsten Anteil.</p>
<p>    Es ist also nicht nur Israel, das Anspruch auf besondere Aufmerksamkeit, Zuwendung und freundschaftliche Kritik Deutschlands (und Europas) hat. Als Deutsche, Österreicher und Europäer haben wir nicht nur Mitverantwortung für die Existenz Israels, die, nachdem die Geschichte nun einmal diesen Gang genommen hat, ohne Abstriche für alle Zukunft zu sichern ist, sondern auch eine Mitverantwortung für die Lebensbedingungen und eine selbstbestimmte Zukunft des palästinensischen Volkes.</p>
<p>    Wieder kann und muss hier nicht im Einzelnen durchgespielt werden, was es heißen würde, diese Verantwortung ernster zu nehmen als bisher. Mit Geldtransfer allein ist es jedenfalls nicht getan. Es ist klar, dass das Ziel ein ökonomisch lebensfähiges Palästina mit ungehinderter Bewegungsfreiheit zwischen dem Gazastreifen und dem Westjordanland sein muss, kein Staat zweiter Klasse, kein Homeland, kein zerstückeltes Bantustan. Und dass nur eine verhandelte Lösung, keine einseitig dekretierte, Aussicht auf Bestand hat. Klar ist auch, dass jede Anstrengung unternommen werden muss, um den Anreiz für Palästinenser zu verringern, sich an mörderischen Attentaten und Raketenangriffen auf israelische Zivilisten zu beteiligen bzw. den Anreiz zu erhöhen, sich an konstruktiver Aufbauarbeit zu beteiligen. Europäische Muslime könnten mit entsprechender Unterstützung dazu beitragen, dass auch in Palästina diejenigen islamischen Grundwerte mehr Aufmerksamkeit finden, die den Selbsmordattentaten, die ja nicht von Muslimen erfunden wurden, entgegenstehen, und dass islamische Vorbilder gewaltfreien Widerstands gegen staatliches Unrecht bekannt und anerkannt werden.</p>
<p>    Israels Sicherheit kann auf Dauer nur dadurch gewährleistet werden, dass es ringsherum Nachbarn hat, die mit ihren individuellen und staatlichen Lebensbedingungen und Entfaltungschancen so zufrieden sind, dass sie eine gemeinsame Erarbeitung von Lösungen für die Probleme, die den ganzen Nahen Osten betreffen - wie z.B. die Wassernutzung und -verteilung - überhaupt denken können. Und die Sicherheit und Unversehrtheit Palästinas und der Palästinenser ist nur zu gewährleisten, wenn Israelis nicht mehr fürchten, ins Meer getrieben zu werden. Vielleicht muss es - ohne Annektionen - angesichts des ganzen vergangenen Schreckens für einige Jahrzehnte tatsächlich eine weitgehende Trennung geben, bis hin zu Korridoren durch Tunnel zwischen den Landesteilen Palästinas, so lange, bis sich die Lage beruhigt hat. Freiwillige Begegnungen insbesondere der jungen Leute auf "neutralem Boden" könnten gleichzeitig helfen, die beiderseitigen stereotypen Wahrnehmungen aufzulösen. Eine dem Holocaust und seinen Folgewirkungen für beide Seiten gerecht werdende deutsche Haltung bedeutet, Verantwortung für eine Transformation des israelisch-palästinensischen Konflikts zu übernehmen. Sie ist nur als gleichgewichtige möglich. Die erste Voraussetzung dafür besteht darin, das Leiden wie das Unrecht (die Gewaltsamkeit der Konfliktaustragung) auf beiden Seiten wahrzunehmen und die Bedürfnisse nach Sicherheit, Menschenwürde und Vertragstreue auf beiden Seiten anzuerkennen. Nicht nur die militaristischen Gruppen der Palästinenser und die Hizbullah haben mit ihren Raketenangriffen und den fortgesetzten Selbstmordattentaten den Geist von Oslo zerstört; die völkerrechtswidrige Fortsetzung und der massive Ausbau der israelischen Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten seit 1993, dem Zeitpunkt des Oslo-Abkommens, die willkürliche Zerstörung von Häusern, Gärten, Olivenhainen, Infrastruktur, die täglichen Demütigungen der Palästinenser und schließlich die de facto-Annektion von etwa 10 Prozent des Westjordanlandes mittels einer "Zaun" genannten, in Teilen acht Meter hohen Mauer hatten die gleiche fatale Wirkung. Die Frage nach Ursache und Wirkung ist hier wie die nach Henne und Ei. Sie ist unproduktiv.</p>
<p>      Eine Konfliktlösung ist nur auf sehr lange Sicht im Rahmen einer gemeinsamen regionalen, auch Ägypten, Jordanien, Libanon, und Syrien einschließenden wirtschaftlichen Nahostkooperation möglich. Konflikttransformation kann dagegen sofort beginnen. Sie verlangt eine erneute Anstrengung, einen lebbaren modus vivendi zu finden, der Konsequenzen aus den Fehlern von Oslo zieht. Deutsche Politik könnte hier, wenn sie sich als freundschaftlich nach beiden Seiten versteht, einen Beitrag leisten. <b></p>
<p>Was bedeutet das alles für den binnendeutschen Diskurs?</b> </p>
<p>Die angedeutete, aus unserer Sicht wünschenswerte Veränderung der deutschen Haltung setzt Veränderungen auch im innerdeutschen Verhältnis voraus. Trotz ernsthafter Auseinandersetzung mit Ursachen, Verlauf und Folgewirkungen des Holocaust in Literatur, Kunst und Wissenschaft sowie in unterschiedlichen psychotherapeutischen Schulen sind Vorurteile, Ressentiments und Misstrauen gegenüber Juden in Deutschland nach wie vor weit verbreitet. Antisemitismus hält sich nicht nur hartnäckig in trüben neo-nazistischen Randbereichen, sondern findet sich mitunter, mehr oder weniger verdeckt, durchaus auch im Mainstream der deutschen Bevölkerung und der großen politischen Parteien.</p>
<p>      Gleichzeitig haben tragende Kräfte der deutschen Politik und Gesellschaft die Trauer über das Ungeheuerliche in mehr oder weniger hohle Rituale verflacht und so Einstellungswandel eher behindert als gefördert. Das Ergebnis ist ein problematischer Philosemitismus. Problematisch deshalb, weil die bloße Umkehrung eines starren, gegen die Realität abgeschotteten Feindbildes letztlich nur dasselbe mit umgekehrten Vorzeichen ergibt und ebenfalls gegen die Realität und jedes differenzierte Urteil immunisiert. Theodor W. Adorno hielt in seiner "Dialektik der Aufklärung" fest: "Nicht erst das antisemitische Ticket ist antisemitisch, sondern die Ticketmentalität (vorgestanztes Denken) überhaupt." Zusammen mit dem eingangs erwähnten unausgesprochenen Verbot offener Kritik an israelischen Entscheidungen stärkt der Philosemitismus in Deutschland den Antisemitismus eher als dass er ihn schwächt.</p>
<p>      Ganz erhebliche Anstrengungen müssen unternommen werden, um muslimischen, deutschen und jüdischen Jugendlichen ein positives Verhältnis zueinander zu ermöglichen. Auf die Dauer wird eine nach beiden Seiten offene und freundschaftliche deutsche Politik im Nahen Osten nur dann möglich sein, wenn sie in Deutschland selbst die Unterstützung sowohl der Juden als auch der Muslime findet und der Antisemitismus deutlich zurückgedrängt wird. So lange eine der beiden Gruppen sich unterbewertet oder ausgegrenzt fühlt, kann aus friedlicher Koexistenz oder gar gleichberechtigtem Dialog nichts werden.</p>
<p>      Jede neue Attacke auf israelische Zivilisten, jede neue Verletzung des Verhältnismäßigkeitsgebots durch Armee und Regierung Israels verstärken die Lagermentalität pro und contra Israel in Deutschland, die schon jetzt beängstigende Ausmaße angenommen hat. In dieser Situation ist eine breite öffentliche und offene Debatte über die oben aufgeworfenen Fragen notwendig. Letztlich gilt in Demokratien (und nicht nur dort), dass "die" Politiker nur diejenige Politik mit Erfolg betreiben und durchsetzen können, die von den Bürgerinnen und Bürgern in ihrer großen Mehrheit gewollt wird. Es genügt daher nicht mehr, im stillen Kämmerlein den Kopf zu schütteln über Israels Vorgehen oder die Faust ob der Attacken der Hamas und der Hizbullah zu ballen. Wir alle müssen uns im gleichen Maße von den gewalttätigen Aspekten der israelischen Politik abgrenzen, wie wir uns vom militärischen Vorgehen eines Teils der Palästinenser und der libanesischen Hizbullah distanzieren. Jede Stimme aus Israel und Palästina, die genau dies von uns verlangt - und die gibt es zum Glück - ist eine wertvolle Hilfe auf diesem Weg und sollte Gehör in unseren Medien finden.</p>
<p>      Vielleicht hilft es sich vorzustellen, wie in der gegenwärtigen Situation wohl die vielen Intellektuellen, Schriftsteller, Künstler und Musiker jüdischer Herkunft von Adorno über Einstein, Freud und Marx bis zu Zweig reagiert hätten, auf die wir so stolz sind und ohne die die deutsche Kultur und der deutsche Beitrag zur Wissenschaft um so vieles ärmer wären. Wir sind überzeugt, dass sie den folgenden Satz unterschreiben würden: Nur Gleichheit und Respekt vor Recht und Völkerrecht können ein friedliches Zusammenleben gewährleisten und sind die einzigen Garanten für eine dauerhafte Existenz des Staates Israel und des zukünftigen Staates Palästina in Sicherheit - und für die Sicherheit von Juden und Jüdinnen bei uns und in aller Welt.</p>
<p>      Die in der UN-Charta und in der UN-Menschenrechtserklärung formulierten Menschenrechte entstanden vor dem Hintergrund der Nazi-Barbarei, insbesondere des industrialisierten rassistischen Massenmordes an Juden, Sinti, Roma und anderen Minderheiten. Doch beide Dokumente kennen nur die Gleichheit der Menschen ohne jede Ausnahme. Das muss auch für die Konfliktparteien im Nahen Osten gelten. </p>
<p><b>Altruismus oder Eigeninteresse?</b> </p>
<p>Was oben über die Notwendigkeit einer gleichgewichtigen freundschaftlichen deutschen Nahost-Politik gesagt wurde, mag in manchen Ohren zunächst idealistisch klingen, zu sehr von Ethos und zu wenig von Interesse geprägt. Es ist daher geboten, das damit verbundene Eigeninteresse offen zu legen, und dies tut unseres Erachtens den vorgebrachten Argumenten keinen Abbruch.</p>
<p>Der 11. September 2001 hat endgültig klar gemacht, dass wir uns auf dem Weg in einen neuen hochexplosiven Ost-West-Konflikt befinden, der weitaus schwerer unter Kontrolle zu halten sein wird als der alte mit seinen streng zentralisierten und verlässlichen Kommandostrukturen. Obwohl der transnationale Terrorismus viele Quellen hat, ist unverkennbar, dass eine Hauptquelle der zunehmenden terroristischen Energie der ungelöste Nahostkonflikt ist. (Dass manchen autoritären oder diktatorischen arabischen Regimen das Offenhalten dieser Quelle sehr gelegen kommt, weil es hilft, von den eigenen internen politischen Problemen abzulenken, schmälert das Gewicht dieser Einsicht nicht.)</p>
<p>Wenn der Gegensatz zwischen islamischer und westlicher Welt im Nahen Osten weiter angeheizt wird, und das war im Libanonkrieg in einem Maße der Fall, das selbst die Erwartungen der Experten übertroffen hat, ist nicht nur der Nahe Osten, sondern mehr oder weniger die ganze Welt betroffen. Die Anschläge von Madrid und London und die nur durch Zufall verhinderten Anschläge auf Züge in Deutschland haben die extreme Verwundbarkeit Europas gezeigt. Jede weitere blind antiwestliche Solidarisierung in der islamischen Welt gefährdet unmittelbar das heute für so viele Menschen der Erde attraktive Modell Europa und bringt erneutes Leid über zahllose Zivilisten aller möglichen Orientierungen und Nationalitäten. Es darf daher nichts unterlassen werden, was geeignet ist, diesen neuen Ost-West-Konflikt abzubauen - im Äußeren wie im Inneren. Dies und das Eintreten für die Menschenrechte, wo und durch wen immer sie verletzt werden, sind wir den Opfern des Nationalsozialismus schuldig.  <b>Die Autoren</b> Diese deutschen Politologen schrieben das Manifest: Dr. Dieter Arendt, Professor für Literaturwissenschaft an der Universität Gießen; Dr. Detlev Bald, Friedensforscher und Historiker in München; Dr. Johannes Becker, Privatdozent für Politikwissenschaft an der Universität Marburg; Dr. Jörg Becker, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Marburg; Dr. Tilman Evers, Privatdozent für Politikwissenschaft an der Freien Universität in Berlin; Dr. Marianne Gronemeyer, Professorin für Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaft an der FH Wiesbaden; Dr. Dr. Reimer Gronemeyer, Professor für Soziologie an der Universität Gießen; Dr. Karl Holl, Professor für Geschichte an der Universität Bremen; Prof. Dr. Karlheinz Koppe, ehem. Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Friedens- und Konfliktforschung (DGFK) in Bonn; Dr. Gert Krell, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Frankfurt; Dr. Georg Meggle, Professor für Philosophie an der Universität Leipzig; Dr. Werner Ruf, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Kassel; Dr. Hajo Schmidt, Professor für Philosophie an der Fernuniversität Hagen; Prof. Dr. Udo Steinbach, Direktor des Deutschen Orient-Instituts in Hamburg; Dr. Reiner Steinweg, Literaturwissenschaftler, Friedensforscher und Konfliktberater, Linz/Donau; Prof. Dr. Helmut Thielen, Coordinación General del Instituto Alexander von Humboldt-ICIBOLA in Porto Alegre/Brasilien; Dr. Wolfram Wette, Professor für Neueste Geschichte an der Universität Freiburg. </p>
<p>  Der Text wird der Grundintention nach unterstützt von Dr. Hanne-Margret Birckenbach, Professorin für Politikwissenschaft an der Universität Gießen; Dr. Ernst-Otto Czempiel, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Frankfurt; Dr. Egbert Jahn, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Mannheim; Dr. Gert Krell, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Frankfurt; Irene Krell, Lehrerin in Frankfurt; Dr. Gerald Mader, Präsident des Österreichischen Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung, Stadtschlaining/ Burgenland; Hannah Reich, Berghof Forschungszentrum für Konstruktive Konfliktbearbeitung in Berlin; Erich Schmidt-Eenboom, Leiter des Forschungsinstituts für Friedenspolitik in Weilheim/Oberbayern; Dr. Christian Wellmann, Stv. Direktor des Schleswig-Holsteinischen Instituts für Friedenswissenschaften in Kiel.http://www.fr-online.de/doku/?em_cnt=1009679</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Gaza Streifen Bilder - Pictures - Resimler - Imagen - imaginer]]></title>
<link>http://deutsche.wordpress.com/2008/02/15/gaza-streifen-bilder-pictures-resimler-imagen-imaginer/</link>
<pubDate>Fri, 15 Feb 2008 21:54:23 +0000</pubDate>
<dc:creator>deutsche</dc:creator>
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<description><![CDATA[










&nbsp;
&nbsp;
]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><img style="width:642px;height:399px;" height="471" alt="Gaza-medien" src="http://deutsche.files.wordpress.com/2008/02/gaza-2dmedien.jpg" width="689" border="0" /></p>
<p><!--more--></p>
<p><img height="516" alt="Gaza-1" src="http://deutsche.files.wordpress.com/2008/02/gaza-2d1.jpg" width="680" border="0" /></p>
<p><img style="width:684px;height:451px;" height="487" alt="Gaza-aelter-man" src="http://deutsche.files.wordpress.com/2008/02/gaza-2daelter-2dman.jpg" width="739" border="0" /></p>
<p><img style="width:686px;height:463px;" height="519" alt="Gaza-feuer" src="http://deutsche.files.wordpress.com/2008/02/gaza-2dfeuer.jpg" width="632" border="0" /></p>
<p><img style="width:685px;height:469px;" height="564" alt="Gaza-gassen" src="http://deutsche.files.wordpress.com/2008/02/gaza-2dgassen.jpg" width="695" border="0" /></p>
<p><img style="width:682px;height:453px;" height="491" alt="Gaza-gefaengnis" src="http://deutsche.files.wordpress.com/2008/02/gaza-2dgefaengnis.jpg" width="659" border="0" /></p>
<p><img style="width:684px;height:431px;" height="465" alt="Gaza-kinder" src="http://deutsche.files.wordpress.com/2008/02/gaza-2dkinder.jpg" width="648" border="0" /></p>
<p><img style="width:684px;height:446px;" height="446" alt="Gaza-mauer" src="http://deutsche.files.wordpress.com/2008/02/gaza-2dmauer.jpg" width="659" border="0" /></p>
<p><img style="width:679px;height:468px;" height="468" alt="Gaza-sperre" src="http://deutsche.files.wordpress.com/2008/02/gaza-2dsperre.jpg" width="620" border="0" /></p>
<p><img style="width:682px;height:458px;" height="439" alt="Gaza-spielplatz" src="http://deutsche.files.wordpress.com/2008/02/gaza-2dspielplatz.jpg" width="649" border="0" /></p>
<p>&#160;</p>
<p>&#160;</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Seit der US-geführten Besatzung im Irak mehr als eine Million Iraker gewaltsam zu Tode gekommen]]></title>
<link>http://deutsche.wordpress.com/2008/02/05/seit-der-us-gefuhrten-besatzung-im-irak-mehr-als-eine-million-iraker-gewaltsam-zu-tode-gekommen/</link>
<pubDate>Tue, 05 Feb 2008 08:33:39 +0000</pubDate>
<dc:creator>deutsche</dc:creator>
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<description><![CDATA[

Wie aus einer in London veröffentlichten Studie der Institutionen „Opinion Research Business“]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class="news-single-subtitle">
<p class="bodytext"><b><a href="http://deutsche.wordpress.com/2008/02/05/in-bildern-irakische-kinder-legen-zeugnis-das-toten-von-eltern-um-us-besatzungsmachte-ab/"><img src="http://deutsche.files.wordpress.com/2008/02/iraqi-girl.jpg" /></a><br /></b></p>
<p class="bodytext"><b>Wie aus einer in London veröffentlichten Studie der Institutionen „Opinion Research Business“ (ORB) und „Institute for Administration and Civil Society Studies“ (IIACSS) hervorgeht, sind seit der US-geführten Besatzung im Irak mehr als eine Million Iraker gewaltsam zu Tode gekommen.</b></p>
</p></div>
<p class="bodytext">Die Befragung ergab mindestens 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer Fehlerquote von 1,7 Prozent. Für die Studie wurden 2.414 Erwachsene in 15 der 18 Provinzen befragt. In den Provinzen Kerbala und Anbar konnte die Befragung aufgrund der unsicheren Lage nicht durchgeführt werden. Auch Erbil musste von der Befragung &#160;ausklammert werden. Etwa ein Fünftel der irakischen Haushalte beklagen dabei den Verlust eines Angehörigen. Für die Errechnung verwendeten die beiden Institutionen die letzte Volkszählung, die im Irak 1997 durchgeführt wurde. </p>
<p class="bodytext">Diese Zahlen stehen in in krassem Gegensatz zu den offiziellen Zahlen der US-Regierung, die von 100.000 Todesopfern sprechen. (sa)<br />www.igmg.de<br /><!--more--></p>
<p class="bodytext"><img src="http://deutsche.files.wordpress.com/2008/02/haditha-massacre.jpg" /></p>
<p class="bodytext"><img src="http://deutsche.files.wordpress.com/2008/02/us-army.jpg" /></p>
<p class="bodytext"><img src="http://deutsche.files.wordpress.com/2008/02/coldblood.jpg" /></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[No way to avoid Hamas now]]></title>
<link>http://deutsche.wordpress.com/2008/02/05/no-way-to-avoid-hamas-now/</link>
<pubDate>Tue, 05 Feb 2008 07:44:26 +0000</pubDate>
<dc:creator>deutsche</dc:creator>
<guid>http://deutsche.de.wordpress.com/2008/02/05/no-way-to-avoid-hamas-now/</guid>
<description><![CDATA[
Meanwhile, the longstanding military tit for tat between Israel and Gaza-based militants from Hamas]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://deutsche.files.wordpress.com/2008/02/ismail-haniyah.jpg" alt="ismail haniyah" align="left" hspace="10" /><br />
<blockquote><i>Meanwhile, the longstanding military tit for tat between Israel and Gaza-based militants from Hamas and other groups has continued. Israel’s extremely well-armed military has killed more than 800 Gazans, including 379 civilians, in the past two years. The Gaza militants have hit Israel with primitive and virtually untargetable rockets that have killed 18 Israelis since June 2004. Civilians on both sides live in fear.</p>
<p>Inzwischen hat die seit langem bestehende militärische Vergeltung </i><i>für tat zwischen<br />
Israel und Gaza-basierten widerstand Kämpfern von Hamas und anderen Gruppen fortgesetzt.<br />
</i><i>in den vergangenen zwei Jahren, </i><i>Israels äußerst gutausgerüstedes Militär hat mehr als 800 Palestinensa getötet,<br />
einschließlich 379 Zivilisten . Die Gaza-Kämpfer<br />
haben Israel mit primitiv und praktisch nichtzielbare-Raketen, die seit dem Juni<br />
18 Israelis getötet haben, getroffen 2004. Zivilisten auf beidem Seiten leben in<br />
Angst.<br />(maschinelle übersetzung)<br /></i></p></blockquote>
<p>Excluding the militant group won’t secure peace in the Middle East.<br />Helena Cobban, Christian Science Monitor </p>
<p>Last week, the Palestinian militant organization Hamas masterminded a spectacular "bust-out" into Egypt of hundreds of thousands of Palestinians from Gaza, where Israel has been maintaining a tight siege for many years. That bust-out reinforced the strength of Hamas’s popular support among Palestinians and has started to change the political map of the region.</p>
<p>Isn’t it now time for the United States to find a way to deal with Hamas, directly or indirectly? How can President Bush realize his aim of creating a viable Palestinian state this year if his administration continues to pour energy and funds into the crushing of Hamas, which has repeatedly shown that it has the support of a large proportion of Palestinians?</p>
<p>Yes, over the years, Hamas’s armed branch has committed many violent acts that deserve criticism. But so have numerous others in the Middle East – including militants in Iraq whom the US is now funding and trying to bring into the political process there. Hamas, unlike those newly embraced networks in Iraq, is already an established, broad political movement that has proved its support in national elections. In parliamentary elections in the West Bank and Gaza in 2006, Hamas won 76 of the 132 seats.<!--more--></p>
<p>The US had supported those elections. But, instead of embracing the newly elected Hamas leaders, Washington and Israel confined their contacts instead to the Fatah movement’s Mahmoud Abbas. They have encouraged Mr. Abbas to take steps against Hamas and its supporters. Meanwhile, Israel has imprisoned elected Hamas parliamentarians and hundreds of their supporters. And in the past two years, it has tightened the economic screws on Hamas’s main stronghold in Gaza several times.</p>
<p>It was the latest tightening of those screws that provoked the streaming-out of Gazans into neighboring Egypt on Jan. 23. Militants used land mines to fell long sections of the wall along Gaza’s seven-mile boundary with Egypt, and legions of Gaza’s 1.5 million hard-pressed residents then thronged into Egypt to buy everything from food to cooking gas to medicine. Egypt’s security forces fell back. Pro-Palestinian demonstrations in several Egyptian cities the day before had shown President Hosni Mubarak he’d have a high – perhaps fatal – political price to pay if he continued to collaborate with Israel in its siege of Gaza.</p>
<p>Meanwhile, the longstanding military tit for tat between Israel and Gaza-based militants from Hamas and other groups has continued. Israel’s extremely well-armed military has killed more than 800 Gazans, including 379 civilians, in the past two years. The Gaza militants have hit Israel with primitive and virtually untargetable rockets that have killed 18 Israelis since June 2004. Civilians on both sides live in fear.</p>
<p>On Jan. 16, I interviewed Hamas leader Khaled Meshaal in his well-guarded office here in Damascus. He told me Hamas is interested in reaching a cease-fire with Israel, though he said Israel still rejects this idea completely. He said that Hamas – which has a long and close relationship with Egypt’s main political opposition movement, the Muslim Brotherhood – considers its support within the Arab countries an important asset. While we talked, Yemen’s president, Ali Abdullah Saleh, called. During their five-minute conversation, Mr. Meshaal asked President Saleh to work hard to help lift the siege on Gaza.</p>
<p>Meshaal said Hamas seeks a better relationship with the US. "We are not against the American people, but against this administration. We are not against American interests. Every state has the right to have its own interests – but not at the expense of other peoples."</p>
<p>The State Department’s designation of Hamas as a foreign terrorist organization had caused big problems for the organization, he admitted. But "American policy is also affected badly," he argued, "because it finds itself fighting the wrong wars."</p>
<p>As several past Hamas leaders have done before, Meshaal expressed Hamas’s willingness to engage in a multidecade "truce" (hudna) if Israel agrees to withdraw to its pre-1967 borders, including in Jerusalem, and respects the rights of Palestinian refugees. These are not easy conditions to fulfill, and no Israeli leader is likely to fulfill them anytime soon.</p>
<p>Hamas has a greater chance of success winning a more limited cease-fire in the ongoing military exchanges with Israel. Any such cease-fire would have a strong positive impact on Gaza (and on southern Israel). Also, if Gaza’s people can start connecting more freely with the world economy through Egypt, their situation could be further stabilized.</p>
<p>During Mr. Bush’s recent trip to the Middle East, he said some welcome things about his desire for regional peace. But no one can build such a peace while continuing to exclude (and energetically combat) a large, well-rooted political movement such as Hamas.</p>
<p>Washington needs to find a way to talk to the leaders of the movement. Longtime friends in Egypt can help establish a channel. The war-shattered peoples of Gaza and of southern Israel need Washington to help, not hinder, the reaching of a cease-fire.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Die Kriegs Propaganda Maschinerie der USA]]></title>
<link>http://deutsche.wordpress.com/2008/01/28/die-kriegs-propaganda-maschinerie-der-usa/</link>
<pubDate>Mon, 28 Jan 2008 15:11:43 +0000</pubDate>
<dc:creator>deutsche</dc:creator>
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<description><![CDATA[teil 1
Operation Hollywood
Amerikaner lieben Kriegsfilme weil darin Helden und Schurken vorkommen. E]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>teil 1<br /><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/NB2DnF00xx4'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/NB2DnF00xx4&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span><br />
<h2><i><b>Operation Hollywood</b></i></h2>
<p><b><br />Amerikaner lieben Kriegsfilme weil darin Helden und Schurken vorkommen. Es gibt Konflikte, Dramen, Gewalt und Action und am Ende gewinnen immer die Guten.</b> Doch in wie weit stehen Film- und Militärmaschinerie in Verbindung? Wer entscheidet wer Held und wer Schurke ist? Und beeinflusst das US-Militär mit Geld und Material bewusst den Inhalt historischer Ereignisse auf eine fast propagandistische Art und Weise?<br />Genre <b>Dokumentation </b>Länge <b>90 Min. </b>Grösse <b>713 MB </b>Format <b>divx </b>Sprache <b>Deutsch</b><br /><a href="http://video.stage6.com/2018213/.divx">http://video.stage6.com/2018213/.divx</a></p>
<p>alternative </p>
<p>Genre <b>Dokumentation </b>Länge <b>10 Min. </b>Grösse <b>65 MB </b>Format <b>wmv </b>Sprache <b>Deutsch</b><br />insgesamt <b>9 stück </b>gesamt grösse<b> 577MB</p>
<p></b><a href="http://youmirror.biz/adfree/file/f6r4gbpighpw4l5">Die Kriegs-Propaganda-Maschinerie der USA.wmv</a><br /><a href="http://youmirror.biz/adfree/file/aswd9h35x1kdpct">Die Kriegs-Propaganda-Maschinerie der USA_1.wmv</a><br /><a href="http://youmirror.biz/adfree/file/uk34smys20tfsn8">Die Kriegs-Propaganda-Maschinerie der USA_2.wmv</a><br /><a href="http://youmirror.biz/adfree/file/8x3tefxxyedya2e">Die Kriegs-Propaganda-Maschinerie der USA_3.wmv</a><br /><a href="http://youmirror.biz/adfree/file/fmp8h7l5pdv9iem">Die Kriegs-Propaganda-Maschinerie der USA_4.wmv</a><br /><a href="http://youmirror.biz/adfree/file/hc9awegj14n5snx">Die Kriegs-Propaganda-Maschinerie der USA_5.wmv</a><br /><a href="http://youmirror.biz/adfree/file/xtacsha3dp7zpg3">Die Kriegs-Propaganda-Maschinerie der USA_6.wmv</a><br /><a href="http://youmirror.biz/adfree/file/1n61ns5u2xogs7t">Die Kriegs-Propaganda-Maschinerie der USA_7.wmv</a><br /><a href="http://youmirror.biz/adfree/file/fudfxvnxoqdmfss">Die Kriegs-Propaganda-Maschinerie der USA_8.wmv</a><br /><!--more--></p>
<p>teil 2</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/ev5eb9Va0lc'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/ev5eb9Va0lc&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
<p>teil 3</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/P_xQAXvCzKc'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/P_xQAXvCzKc&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
<p>teil 4</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/SGVEgV4Ns1A'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/SGVEgV4Ns1A&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
<p>teil 5</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/-wLw3BV03Pg'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/-wLw3BV03Pg&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
<p>teil 6</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/2Z8eCIGxYbw'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/2Z8eCIGxYbw&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
<p>teil 7</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/SWoaGVUtIiM'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/SWoaGVUtIiM&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
<p>teil 8</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/PGgw_syYGLs'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/PGgw_syYGLs&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
<p>teil 9</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/QGj2BAT7vXU'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/QGj2BAT7vXU&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[ISAF benutzte Kinder um Landminen zu entdecken]]></title>
<link>http://deutsche.wordpress.com/2008/01/28/isaf-benutzte-kinder-um-landminen-zu-entdecken/</link>
<pubDate>Mon, 28 Jan 2008 10:38:58 +0000</pubDate>
<dc:creator>deutsche</dc:creator>
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<description><![CDATA[Wie deutsche Soldaten im Jahr 2002 festgestellt haben, ob Gelände, auf denen sie Ausrüstung lagern]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://deutsche.files.wordpress.com/2008/01/aghanistan.jpg" alt="deutsche apfeln für landminen" align="left" hspace="10" />Wie deutsche Soldaten im Jahr 2002 festgestellt haben, ob Gelände, auf denen sie Ausrüstung lagern wollten, vermint ist, beschreibt der KSK-Soldat Achim Wohlgethan in seinem gerade erschienenen Buch “<a href="http://www.mein-parteibuch.com/wiki/?title=Spezial:ISBN-Suche&#38;isbn=3430200431">Endstation Kabul. Als deutscher Soldat in Afghanistan - ein Insiderbericht</a>” <a href="http://www.neoows.com/?story=4377370">angeblich</a> wie folgt:<br />
<blockquote>
<p>Die Soldaten hätten Äpfel ins Gelände geworfen. „Dann warteten sie ab, was passierte. Wenn die Kinder losliefen, um sich die Äpfel zu holen, und es keinen Knall gab, wurde dieses Feld als geklärt und unvermint betrachtet. Sollte keines der Kinder auf das Gelände mit den Äpfeln laufen, markierten sie diesen Bereich rot…“</p>
</blockquote>
<p><span></span>Auch wenn <a href="http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Afghanistan/buch.html">jeder weiß</a>, dass in einem in Deutschland erschienenen Buch <a href="http://www.buskeismus.de/">wegen der in Deutschland herrschenden Zensur</a> nicht damit gerechnet werden darf, dass ein Soldat der <a href="http://www.mein-parteibuch.com/wiki/KSK">KSK</a> nach der <a href="http://www.mein-parteibuch.com/blog/2007/07/04/das-bundesverfassungsgericht-hat-gesprochen/">gerichtlich als verfassungsmäßig umdefinierten</a> <a href="http://www.mein-parteibuch.com/blog/2007/11/14/bundestagsabstimmung-ueber-operation-enduring-freedom/">Operation Enduring Freedom</a> wirklich das niederschreibt, was er denkt, so zeigt die obenstehende Passage doch, dass ein kritisches Buch von einem Insider den sauberen, hehren Krieg in <a href="http://www.mein-parteibuch.com/wiki/Afghanistan">Afghanistan</a> etwas anders darstellt, als man das sonst so von den deutschen Medien gewohnt ist.</p>
<p>Wie die Meinungsbildung von Politikern und Journalisten vor Ort in Aghanistan üblicherweise abläuft, erklärt Achim Wohlgethan übrgens bei der Erläuterung des Begriffes Monkey Show <a href="http://www.brightcove.tv/title.jsp?title=1370859094&#38;channel=1203065853">in einem Video vom Stern</a>. Das erklärt dann auch, wie es kommt, dass Politiker und Journalisten den Krieg im Gegensatz zur Mehrheit der Bevölkerung - selbst bei der nicht gerade für ihre linken Positionen bekannten Welt spricht sich die <a href="http://www.welt.de/politik/article1546242/Unbequeme_Beichte_eines_Elitekaempfers.html">Mehrheit in einer Umfrage für den sofortigen Abzug der deutschen Soldaten aus Afghanistan</a> aus - den Krieg fortsetzen wollen und wirklich an den Endsieg glauben.</p>
<p>Wer sich wirklich die Frage stellt, <a href="http://www.mein-parteibuch.com/blog/2007/05/25/wie-kann-deutschland-den-afghanistan-krieg-gewinnen/">wie der Krieg in Afghanistan zu gewinnen ist</a>, dem sei gesagt, dass dazu nicht nur Waffen, sondern vor allem Glaubwürdigkeit, mit der eine breite Akzeptanz in der afghanischen Bevölkerung erreicht wird, vonnöten sind. </p>
<p>Glaubwürdigkeit ist der deutschen Politik jedoch offenbar egal. So wurde beispielsweise die von Marcel Bartels eingereichte <a href="http://www.mein-parteibuch.com/blog/2007/05/26/petition-zum-afghanistan-krieg-und-zum-casus-belli-911/">Petition mit der Bitte zur genaueren Untersuchung des Casus Belli</a> vom deutschen Bundestag weder umgesetzt noch der Öffentlichkeit zur Mitzeichnung vorgelegt. Eine nicht representative Online-Umfrage hier im Parteibuch zeigt jedoch, dass 78% der abstimmenden die Untersuchung von <a href="http://www.mein-parteibuch.com/wiki/9/11">9/11</a>,also die Untersuchung des Kriegsgrundes, für manipuliert halten.</p>
<p><img src="http://deutsche.files.wordpress.com/2008/01/landmine-children-afhanistan.jpg" /></p>
<p>quelle: <a href="http://www.radio-utopie.de/2008/01/13/monkey-show/">http://www.radio-utopie.de/2008/01/13/monkey-show/</a></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Unter falscher Flagge]]></title>
<link>http://deutsche.wordpress.com/2008/01/23/unter-falscher-flagge/</link>
<pubDate>Wed, 23 Jan 2008 10:10:03 +0000</pubDate>
<dc:creator>deutsche</dc:creator>
<guid>http://deutsche.de.wordpress.com/2008/01/23/unter-falscher-flagge/</guid>
<description><![CDATA[
Bestell link http://www.nuoviso.de/filmeDetail_unterfalscherflagge.htmOriginal link: http://video.g]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>[googlevideo=http://video.google.com/videoplay?docid=-284935711307957334]</p>
<p>Bestell link <a href="http://www.nuoviso.de/filmeDetail_unterfalscherflagge.htm">http://www.nuoviso.de/filmeDetail_unterfalscherflagge.htm</a><br />Original link: <a href="http://video.google.com/videoplay?docid=-284935711307957334">http://video.google.com/videoplay?docid=-284935711307957334</a><br /><a href="http://vp.video.google.com/videodownload?version=0&#38;secureurl=tgAAABxtJiu7dc9ZnPJNYf_29GaL71pmZefs1_hEANIPo0-t-UJnWh6QZ5U_V20KQ56lY_sE6EnbeNINPXwi6z8fpp5sEyrVgVyBzezDSpbOYOE0Dwa8I9MwzI1MCEYkV-ecgol9aPoMIoqRMckNCyg6LWCuti47qptDui1Jo-QG8UMAf4UVwX05rxH9J3oGhXWZeJW8imYHfZuQGaQTp1KFP_afQAs_PVretYhqR-fIGT9VXr0GAPm7HalTVynBoBUEnw"><b>›› Download Link ‹‹</b></a> &#160;(.flv - Flash Video)<br /><b>download als wmv 181.MB<br /><a href="http://youmirror.biz/adfree/file/4bk6cmka47wvl7i">http://youmirror.biz/adfree/file/4bk6cmka47wvl7i</a><br /><a href="http://youmirror.biz/adfree/file/ktsg29l8vnex2mb"><br />unterfalscheflage_1.wmv </a>10 minute 37MB <br /></b><b><a href="http://youmirror.biz/adfree/file/ds21zpbaevrxwqn">unterfalscheflage_2.wmv </a>10 minute 34MB <br /></b><b><a href="http://youmirror.biz/adfree/file/p1777z6jyrw3fpf">unterfalscheflage_3.wmv</a> 10 minute 33MB <br /></b><b><a href="http://youmirror.biz/adfree/file/hsy9joplot66hsm">unterfalscheflage_4.wmv </a>10 minute 39MB <br /></b><b><a href="http://youmirror.biz/adfree/file/v7ds4bi1l6j70pn">unterfalscheflage_5.wmv </a>10 minute 38MB <br /></b><a href="http://youmirror.biz/adfree/file/6x6vwg9brovnk35"><b>unterfalscheflage_6.wmv 10 minute 40MB </b></a></p>
<p>http://youmirror.biz/adfree/file/ktsg29l8vnex2mb<br />http://youmirror.biz/adfree/file/ds21zpbaevrxwqn<br />http://youmirror.biz/adfree/file/p1777z6jyrw3fpf<br />http://youmirror.biz/adfree/file/hsy9joplot66hsm<br />http://youmirror.biz/adfree/file/v7ds4bi1l6j70pn<br />http://youmirror.biz/adfree/file/6x6vwg9brovnk35<br /><b><br />"Die Welt hat sich nach dem 11. September verändert. Sie hat sich verändert, weil wir von nun an nicht mehr sicher sind.</b></p>
<p>Die Worte benutzte der im Jahr 2000 gewählte Präsident der Vereinigten Staaten George W. Bush, um die politische Richtung für das 21. Jahrhundert zu diktieren.</p>
<p>Während die Amerikaner verhältnismäßig schnell mit gefälschten Beweisen zuerst Afghanistan und später den Irak angreifen, wächst der Zweifel an der offiziellen Version des 11. Septembers. Was unmittelbar nach den Anschlägen an Spekulationen im Internet kursierte, galt bisher als wilde Verschwörungstheorie. Doch die Indizien und sogar Beweise zeichnen ein deutliches Bild. Nicht islamische Terroristen, sondern einige ranghohe Militärs und Politiker der US-Regierung selbst, scheinen für die schrecklichen Anschläge verantwortlich zu sein.<!--more--></p>
<p>Diese Dokumentation beschäftigt sich mit den Ungereimtheiten der offiziellen Version, sowie den unterdrückten Beweisen des 11. Septembers. Ausserdem gibt er eine Antwort auf die Frage, warum wir bis heute nichts davon wissen und wieso man uns belügt - auch in Deutschland. -----</p>
<p>If some is interested for doing an english verion of this movie email to info@nuoviso.de</p>
<p>tags: zeitgeist, loose change, 911, bush, cia, dokumentation, german, deutsch, bundestag, politik, violetten, opartei, terror, osama bin laden, krieg gegen den terror, irak, iran, atomwaffen, medein kritik,information, bildung ,meinung, verschwörung ,verschwörungstheorie, 911 ,mysteries ,nuoviso ,press for truth revisited ,11. september, new york ,pentagon ,flugzeuge,crash in plane ,site ,insidejob ,brüssel demo, united for truth</p>
<p>Die DVD gibt es unter: http://www.nuoviso.de</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Die Frage nach der politischen Zukunft Pakistans geht weit über General Musharraf hinaus. Von Sulaiman Wilms und Malik Özkan]]></title>
<link>http://deutsche.wordpress.com/2007/11/15/die-frage-nach-der-politischen-zukunft-pakistans-geht-weit-uber-general-musharraf-hinaus-von-sulaiman-wilms-und-malik-ozkan/</link>
<pubDate>Thu, 15 Nov 2007 11:03:23 +0000</pubDate>
<dc:creator>deutsche</dc:creator>
<guid>http://deutsche.de.wordpress.com/2007/11/15/die-frage-nach-der-politischen-zukunft-pakistans-geht-weit-uber-general-musharraf-hinaus-von-sulaiman-wilms-und-malik-ozkan/</guid>
<description><![CDATA[„Diese laizistische Tendenz hat zwei Wurzeln: Eine in der britischen Erziehung eines Großteils de]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><b>„Diese laizistische Tendenz hat zwei Wurzeln: Eine in der britischen Erziehung eines Großteils der pakistanischen Elite und eine zweite im türkischen Republikgründer Mustafa Kemal, der zu den Vorreitern des Laizismus in der muslimischen Welt zählt. Und wenn Pakistan ein Staat war, der versuchte, eine Nation zu schaffen, dann war die Armee das wichtigste Instrument des Staats.</b> </p>
<p>Dies ist weder ausschließlich pakistanisch, noch war es ohne Vorläufer. Der Punkt, den Mustafa Kemal machte - der in der arabischen Welt von Gamal Abdul Nasser und im Iran von Reza Pahlavi aufgegriffen wurde - war die Schaffung eines modernen Staates in einer ... geteilten Nation, die eine moderne Armee als Vermittler brauchte. Eine Armee ist, im modernen Sinne, ihrer Definition nach technokratisch und diszipliniert. Die Armee, anstatt ein bloßes Instrument des Staates zu sein, wird so zum Garanten des Staates.“ (George Friedman, Pakistan und seine Armee)<!--more--></p>
<p>(iz). Der bereits zweite Staatsstreich in der Karriere des Generals Pervez Musharraf wirft Fragen auf, die über sein Regime weit hinausgehen. Es darf dabei nicht beim Blick auf die oberflächlichen Ereignisse bleiben. Pakistan selbst ist, historisch betrachtet, eine sehr junge Nation, welche unter barbarischen “Geburtswehen“ (Millionen ermordeter und vertriebener Menschen, die der britischen Teilung und dem Traum vom Empire geopfert wurden) zur Welt kam. Sie ist der Zusammenschluss westlicher und nördlicher Provinzen des ehemaligen Moghul-Reiches. Gerade für die Muslime des gesamten Subkontinents ist diese koloniale Teilung immer noch eine offene Wunde. Denn Pakistan wollte erklärtermaßen ihre Heimstätte sein. Wie geht man aber nun mit der Tatsache um, dass im Nachbarland Indien eine ebenfalls große Anzahl ihrer Glaubensbrüder lebt?</p>
<p><b>Gewollte Choreografie?</b></p>
<p>„Ob Musharraf selbst überlebt oder nicht, ist historisch keine wichtige Frage. Entscheidend ist, ob Pakistan ins Chaos oder Bürgerkrieg fällt oder in kleinere Staaten aufgeteilt wird“, dies ist die Perspektive des Autors einer US-amerikanischen Strategie-Plattform.1 Aus diesem Grund scheint die Empörung des Westens angesichts des eklatanten Staatsstreiches auch wenig heftig ausgefallen.2 Auf jeden Fall ist es ein Armutszeugnis der so genannten Menschenrechtspolitik des Westens, dass der Putschgeneral - wie einstmals die faschistoiden Militärs Pinochet oder Videla - immer noch als Präsident akzeptabel ist.</p>
<p>Indizien erhärten sich, dass es bereits vor der Erklärung des Ausnahmezustandes zu Verhandlungen über die politische Zukunft Musharrafs und seiner Präsidentschaft gekommen ist. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die sich USA darum bemühten, unter Einbeziehung der „säkularen“ Benazir Bhutto einen Kompromiss zu erzielen, bei der Bhutto das Amt des Premierministers erhalten sollte. Nach diesem Vorhaben hätte Musharraf, nach seinem möglichen Rückzug als Oberkommandierender der Armee, Präsident bleiben können. US-amerikanische und pakistanische Beobachter erklärten, dass eine Machtteilung zwischen Bhutto und Musharraf immer noch überlebensfähig wäre. „Wir hoffen, dass wir hier ein bisschen politisches Theater sehen werden“, erklärte ein Vertreter des US-Außenministeriums.3 Je länger der öffentliche Konflikt jedoch anhalte, desto geringer würden die Chancen einer Machtteilung zwischen dem Putschisten und der im Westen beliebten Politikerin. So warnte die US-Botschafterin in Pakistan, Anne Patterson, Bhutto aus Sicherheitsgründen vor ihrer Teilnahme an Demonstrationen.4<br /><b><br />Geschichte und Geografie</b></p>
<p>Die geo-historischen Gegebenheiten des Subkontinents sind in diesem Kontext wichtig. Als die Briten sukzessive das Moghul-Dawlat eroberten, besetzten sie im Wesentlichen das Flachland und dehnten ihre Grenzen in Richtung der Bergketten aus, welche die Region umgeben. Eine strategische Position, von der aus britische Kolonialtruppen in relativ kleiner Zahl ihre Stellungen verteidigen konnten. Im Osten trennten Berge Bengalen von Birma, im Norden der Himalaya Indien von China und im Westen grenzte die westliche Bergkette Britisch-Indien von Afghanistan und Iran ab.5 Selbst in Pakistan besteht eine grundlegende geografische Unterscheidung. Einerseits lebt im Industal die Mehrheit der Menschen, während die bergigen Regionen ethnisch zerstritten sind und sich in einer permanenten Auseinandersetzung mit der Zentralregierung in Islamabad (Pandschab) befinden.6 Beobachter befürchten bereits einen Bürgerkrieg in Pakistan, der sich an dieser topografischen Trennlinie orientiert.</p>
<p><b>Ein neuer Staat</b></p>
<p>Diese Grenzziehungen, die sich eher an strategischen und ökonomischen Gegebenheiten und nicht an historischen Traditionen orientierten, hinterließen für die nachkoloniale Zeit ein schwer zu durchschreitendes Minenfeld - siehe die seit 60 Jahren ungelöste Kaschmir-Frage. Der mehrheitlich muslimische Teil Indiens (freilich mit bedeutenden Ausnahmen), inklusive der östlichen Provinzen, wurde zum heutigen Pakistan. Nach dem indisch-pakistanischen Krieg von 1971 entstand aus dem damaligen Ost-Pakistan der heutige Staat Bangladesch. Pakistan selbst verfügt über kein wie auch immer geartetes „Staatsvolk“, sondern besteht aus den fünf großen Gruppen der Pandschabis, Afghanen (Paschtunen), Kaschmiris, Sindhis und Balutschen. Diese Ethnien entsprechen ungefähr auch der Aufteilung des Landes in die jeweiligen Provinzen. Auch wenn die Pandschabis beinahe die Hälfte der pakistanischen Bevölkerung ausmachen (und die Elite der pakistanischen Armee stellen), verweisen doch alle Völker auf die anders geartete Geschichte Moghul-Indiens, denn sie haben alle eben auch Verbindungen zu ihren Verwandten in den Nachbarländern Afghanistan, Iran und vor allem Indien.</p>
<p><b>Empörung allerorten</b></p>
<p>General Musharrafs Erzwingung des Ausnahmezustands wurde weltweit von Menschenrechtsorganisationen, Journalisten und Regierungen verurteilt, während Sanktionen gegen sein Regime augenblicklich unwahrscheinlich scheinen. „Der augenblickliche Ausnahmezustand ist ein eklatanter Bruch von internationalem Recht und Menschenrechtsstandards“, sagte Irene Khan, Generalsekretärin von amnesty international (ai). Die NGO verlangte vom Militärmachthaber in Islamabad die sofortige Rückkehr zur verfassungsgemäßen Ordnung und die Freilassung aller inhaftierten Richter, Anwälte, Journalisten und Demonstranten.</p>
<p>Kurz nachdem Musharraf am Samstag, dem 3. November, den Ausnahmezustand ausgerufen hatte, wurden hunderte (mittlerweile sogar tausende) Oppositionspolitiker, prominente Muslime, Rechtsanwälte, Richter - darunter der Oberste Richter Chaudry - und Menschenrechtsaktivisten verhaftet beziehungsweise unter Hausarrest gestellt. Die Pressefreiheit wurde vollständig aufgehoben. Im letzten Monat wurde der Oberbefehlshaber, der gleichzeitig Präsident des Landes ist, von einer Mehrheit seiner Unterstützer im nationalen Parlament und in den Provinzkammern wiedergewählt. Viele von diesen seien, so Kritiker, 2002 durch Wahlbetrug in ihre Ämter gekommen. Die Opposition boykottierte die Neuwahl des pakistanischen Präsidenten.</p>
<p>Angerufen von der Opposition, entschied der Oberste Gerichtshof, dass die Wahlergebnisse solange zurückgehalten werden sollten, bis ein grundsätzliches Urteil in Sachen Präsidentenwahl gefällt werden konnte. Beobachter gehen davon aus, dass Musharraf das Urteil absehen konnte und so vorausgreifend den Ausnahmezustand erklärte - unter der Vorgabe, gegen „religiöse Extremisten“ vorzugehen. Der Anspruch fiel in sich zusammen, nachdem bekannt wurde, dass die ersten Ziele der anschließenden Polizeirazzien nicht Anhänger der „Taliban“ waren, sondern Juristen, Oppositionelle und Menschenrechtsaktivisten.</p>
<p>Die zwar aktuelle, aber - im Vergleich mit Burma - wenig emotionale Berichterstattung wird deutlich, wenn man sich das folgende Zitat des Schweizer „Tages-Anzeigers“ vor Augen führt: „Bei aller Empörung über das autokratische Gebaren von Pervez Musharraf: In Pakistan gibt es, nüchtern betrachtet, zurzeit keine Alternative zum Machthaber, der noch immer abwechselnd im präsidialen Anzug und in der Uniform des Armeechefs auftritt. ... Das erklärt wohl auch, warum die ausländischen Alliierten, allen voran die Vereinigten Staaten, zwar auf ihn einredeten, ihm gleichzeitig aber auch den Rücken stärkten. Musharraf ist zwar unpopulär wie nie und von allen Seiten angefeindet...“</p>
<p>Ein Artikel des „Spiegel“-Korrespondenten aus Lahore (9.11.2007) verstärkt den Eindruck, dass es bereits konkrete Vorstellungen über eine mögliche Machtteilung zwischen dem Bhutto-Clan und Musharraf gibt. „Die Drohkulisse könnte jedoch, so fürchten Bhutto-Kritiker, auch dazu dienen, den von ihr lang ersehnten Deal zur Teilung der Macht in Pakistan vorzubereiten: Sie wird Premierministerin unter einem Präsidenten Musharraf. Diese Konstellation hatten auch die USA in den vergangenen Monaten gestüzt und diplomatisch massiv gepusht. Ohne diesen Druck hätte Musharraf die Rückkehr Bhuttos nie zugelassen, unken Kritiker“, schrieb Gebauer auf „Spiegel-Online“. Bhutto habe dementiert, dass es „Geheim-Gespräche zwischen ihr und dem Staatschef“ gegeben habe.</p>
<p><b>Der „islamistische“ Feind</b></p>
<p>Auf der militärischen Front hat Musharraf als Generalstabschef keine entscheidenden Erfolge verzeichnen können. Es häuften sich die Nachrichten, wonach sich Armee-Einheiten im Nordwesten - insbesondere im Swat-Tal - kampflos bewaffneten Gruppen ergeben haben. Musharrafs Wert für die USA und ihre Verbündeten besteht zurzeit augenfällig darin, dass er die unruhige Südostgrenze Afghanistans mit kontrollieren helfen soll. In dem Zusammenhang wird - mit symbolischen Bildern und drastischen Meldungen - ein Schreckensszenario erzeugt, wonach der nach Indonesien zweitgrößte muslimische Staat der Erde zur absoluten Gefahr werden wird, wenn „islamistische Extremisten“, so die jüngsten Äußerungen Musharrafs nach seinem Putsch, die Macht übernehmen könnten.7</p>
<p>Es gibt zweifelsohne einen Prozentsatz an extremistischen und militanten Einstellungen im Land; die hiesige Vereinfachung in den Nachrichten wird aber der Vielschichtigkeit des pakistanischen Islams und seiner Muslime überhaupt nicht gerecht, wenn es diese hier nur als Bedrohung erwähnt. Es wird beispielsweise vergessen, dass es auf dem Subkontinent eine lebendige mehrheits-islamische Tradition gibt, die Gewalt und Terror kategorisch zurückweist. Ebenso wird unterschlagen, dass gerade die Muslime des heutigen Pakistans ein enormes Erbe des Sufismus in Händen halten, der sicherlich nicht im Verdacht steht, Sympathien für Extremismus zu entfachen. Und auch die Schule der Deobandis lässt sich nicht, wie viele Kommentatoren es tun, mit einem Handstreich dem Lager eines gewaltsamen Extremismus zuordnen.</p>
<p>Generell bedeutet in solchen Bewertungen die Zuschreibung zu vermeintlichen Einstellungen auch auch immer eine Herrschaft über die so Definierten. So wird oft vergessen, dass die Region, in der heute pakistanisches Militär und die US-Armee die „pakistanischen Taliban“ bekämpft, genau jene Gegend ist, welche das britische Empire in beinahe 100 Jahren niemals unter seine endgültige Kontrolle bringen konnte.8 Wer eine vermeintlich umfassende Analyse in einem internationalen Magazin über die unruhige Nordwestprovinz liest, wird darin Formulierungen finden, die wahrscheinlich schon die Kolonialregierung im sicheren Delhi verwendete.</p>
<p><b>Reduktion eines Staates</b></p>
<p>In einer kritischen Analyse des Staatsstreiches schreibt Schaikh Dr. ‘Abdalqadir As-Sufi, dass wir in Pakistan die „Ausführung einer sehr erfolgreichen paramilitärischen Operation“ beobachten könnten. Diese habe zum Ziel, das historische Pakistan an sein Ende zu führen und zu seiner „Reduktion auf eine südliche Provinz eines größeren, von den USA kontrollierten Kafiristan“ beizutragen.</p>
<p>„Der erste Akt war die Vorführung von Bhutto als eine Heldin der zukünftigen Demokratie“, die sich dabei abmühe, die Militaristen zur Anerkennung der politischen Unausweichlichkeit zu zwingen.</p>
<p>Der zweite Akt, „der brillante Kern des Vorhabens“, sei der berüchtigte „Ausnahmezustand“ gewesen, durch den in einem Augenblick sämtliche, mit Bhutto rivalisierenden politischen Führer inhaftiert worden seien. Am wichtigsten sei dabei die Entlassung des Obersten Richters und die Hauptmasse der Justiz. Während alle anderen entweder verhaftet oder verschwunden seien beziehungsweise unter Hausarrest stünden, stehe nur noch Bhutto friedlich in täglichem Kontakt mit dem Diktator. Qadi Hussain Ahmad wurde, auf der anderen Seite, brutal zum Schweigen gebracht.</p>
<p>Die entscheidenden Konzepte bei diesem Vorgang seien, so Schaikh Dr. ‘Abdalqadir, die folgenden gewesen:</p>
<p>• Die Schaffung einer vollkommen anti-demokratischen und tatsächlichen faschistischen Situation, in welcher der Militärdiktator den politischen Prozess zerschlage.</p>
<p>• Einführung der auserwählten „politischen“ Heldin der Demokratie. Sie müsse militant und im Gegensatz zur „Diktatur“ auftreten.</p>
<p>• Die neue Forderung aus den USA sei die Rückkehr zu demokratischen Wahlen. Plötzlich verkünde der Diktator, dass er seine Uniform ausziehen und (laut jüngsten Ankündigungen im Januar) Wahlen abhalten werde - nur einen Monat nach den letzten.</p>
<p>„Als Vorspiel zum dritten Akt hält Bhutto ihren ‘Marsch der Demokratie’ ab. Der US-Präsident fordert ihre Freilassung. Kein Erwähnung von Qadi Hussein Ahmad. Keine Erwähnung von Imran Khan.“ Der erwähnte Oppositionsführer Imran Khan hat Bhutto, von seinem Versteck aus, mittlerweile des Verrats an seinem Land und der Kooperation mit Musharraf bezichtigt. Die Justiz würde, so Schaikh Dr. ‘Abdalqadir As-Sufi, die Demokratie wiederherstellen. Bhuttos Rolle hingegen sei die Wiederherstellung eines Diktators, der (so) nur seine Kleidung wechseln müsse.</p>
<p>1 George Friedman, stratfor.com, 06.11.2007<br />2 Siehe die milde Kritik an Musharraf beim Deutsch-Amerikanischen Gipfel im texanischen Crawford zwischen Präsident Bush und Angela Merkel (10.11.2007)<br />3 Helene Cooper, U.S. strategy for Pakistan looks increasingly fragile, Herald Tribune, 10. November 2007<br />4 ebd.<br />5 George Friedman, stratfor.com, 06.11.2007<br />6 ebd.<br />7 In die gleiche Kerbe schlug auch die Wochenzeitung „ZEIT“ (Autor: U. Ladurner), die am 08.11.2007 in Anlehnung an US-amerikanische Wochenmagazine von Pakistan als dem „gefährlichsten Land der Welt“ sprach. Dies ist umso erstaunlicher, als die neokonservative Denkrichtung diesen Rang in der letzten Zeit dem Iran vorbehielt und unverhohlen mit dem Dritten Weltkrieg drohte.<br />8 Weiterführender Lektürehinweis: Dietrich Reetz, Hijrat: The Flight of the Faithful. A british file on the exodus of Muslim peasants from North India to Afghanistan in 1920, Das Arabische Buch, Berlin</p>
<p><a href="http://www.islamische-zeitung.de">http://www.islamische-zeitung.de</a></p>
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