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	<title>intuitionismus-metamathematik &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
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	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "intuitionismus-metamathematik"</description>
	<pubDate>Thu, 21 Aug 2008 03:50:44 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Intuition. Schlüsselbegriff zwischen Glauben und Wissen]]></title>
<link>http://jobo72.wordpress.com/?p=23</link>
<pubDate>Tue, 29 Jan 2008 10:20:05 +0000</pubDate>
<dc:creator>jobo72</dc:creator>
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<description><![CDATA[Wenn es um die nicht mehr hintergehbaren Gründe der Wissenschaft geht, gelten mathematische Axiome ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn es um die nicht mehr hintergehbaren Gründe der Wissenschaft geht, gelten mathematische Axiome und Definitionen häufig als Paradebeispiel eines vernünftigen Ausgangs menschlichen Denkens. Doch seitdem die von Zermelo und Russell um 1900 entdeckte Antinomie in Cantors Mengendefinition gezeigt hat, dass dem Anschein nach vernünftige Festlegungen zu Widersprüchen führen können (vgl. <i>Die insecuritas humana und der homo philosophicus</i>), ist unter Mathematikern ein Grundlagenstreit ausgebrochen, in den sich zahlreiche Philosophen (neben Russell etwa Wittgenstein, Carnap und andere Vertreter des Wiener Kreises) eingebracht haben.</p>
<p>Ein Zweig der Metamathematik scheint mir für das Verhältnis von Religion und Wissenschaft interessant zu sein: der Intuitionismus. Denn: Vor dem Hintergrund des Intuitionskonzepts ist der Unterschied zwischen Glauben und Denken auf eine eigentümliche Weise überwunden. Wer behauptet, dass er etwas intuitiv für wahr hält, ist sich im Klaren darüber, dieses Wissen nicht beweisen zu können, zugleich aber ist sie oder er sich sicher, dass es dabei um Inhalte geht, die nicht der subjektiven Sphäre des Glaubens vorbehalten sein sollten, sondern um Dinge, von denen auch andere „etwas haben“.</p>
<p>Der Intuitionismus wurde von Brouwer (1907: „Over de Grondslagen des Wiskunde“), Weyl (1925: „Die heutige Erkenntnislage in der Mathematik“) und Heyting (1931: „Die intuitionistische Grundlegung der Mathematik“) begründet. Als Vorläufer gelten v. a. Kronecker, der bereits in den 1870er Jahren Ideen vertrat, die denen von Brouwer sehr nahe kommen und Poincaré. Als Halbintuitionalisten bezeichnet man die Vertreter der Pariser Schule der Funktionentheorie: Baire, Lebesgue und Borel. Der Intuitionismus verwirft in revolutionärem Duktus fast alles, was in den klassischen Theorien (Logizismus, Formalismus) zentral ist und setzt dem formal-logischen Aufbau der Mathematik ein Konzept der „rein geistigen Konstruktionen“[1] entgegen. Mathematik wird betrieben als „natürliche Funktion des Intellekts, als freie lebendige Aktivität des Denkens“[2]. Damit wird Mathematik zum „Erzeugnis des menschlichen Geistes“[3]. Als philosophisches Grundlegungsprogramm der Mathematik verweist der Intuitionismus also auf eine Existenz von mentalen Entitäten als Produkte der Geistestätigkeit des Mathematikers.</p>
<p>In der Praxis gewöhnlicher Lebensvollzüge, die i. d. R. vor dem Hintergrund eines viel weiteren Wahrheitskonzepts als des mathematischen stattfinden, kann Intuition als eine Art „Gefühl für das Wahre“ angesehen werden. Eine starke Intuition als jenes Gefühl für das Wahre, für das „Richtigliegen“ liefert Harry Frankfurt zufolge die Liebe, wie er in einem jüngst erschienen Essay-Band verdeutlicht.[4] Besonders ertragreich scheint mir dieser Erkenntnisweg zu sein, wenn die Liebe zu den Menschen aus der Liebe zu Gott folgt.</p>
<p>Die Intuition stößt uns darauf, dass sich in der menschlichen Erkenntnis der Wahrheit Glauben und Denken berühren. Als Voraussetzung des Wissens hat der Glaube seinen Zweck in der Grundlegungsfunktion intuitiv gewonnener Annahmen. Der Wissenschaftsphilosoph Wolfgang Stegmüller meint dazu: „Man muß nicht das Wissen beseitigen, um dem Glauben Platz zu machen. Vielmehr muß man bereits etwas glauben, um von Wissen und Wissenschaft reden zu können.“[5]</p>
<p>Anmerkungen:</p>
<p>[1] R. Carnap: Grundlagen der Logik und Mathematik. Darmstadt 1973, S. 69.<br />
[2] Heyting zit. nach M. Kober: Gewissheit als Norm. Wittgensteins erkenntnistheoretische Untersuchungen in „Über Gewissheit“. Berlin/New York 1993, S. 272.<br />
[3] Ebd.<br />
[4] H. G. Frankfurt: Sich selbst ernst nehmen. Frankfurt a. M. 2007. [<a href="http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=11490&#38;ausgabe=200801" title="Rez_Bordat-Frankfurt 2007" target="_blank">Rezension</a>]<br />
[5] Nachzulesen auf der website des Marburger <a href="http://www.iguw.de/" title="IGUW Marburg" target="_blank">Institut für Glaube und Wissenschaft</a>.</p>
<p>(Josef Bordat)</p>
]]></content:encoded>
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