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	<title>herzgefluster &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://wordpress.com/tag/herzgefluster/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "herzgefluster"</description>
	<pubDate>Mon, 06 Oct 2008 12:25:14 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

<item>
<title><![CDATA[Ein einziger Grabstein erinnert heute an das, was sich einmal Liebe nannte. ]]></title>
<link>http://monfiwi.wordpress.com/?p=312</link>
<pubDate>Sun, 22 Jun 2008 18:36:35 +0000</pubDate>
<dc:creator>monfiwi</dc:creator>
<guid>http://monfiwi.de.wordpress.com/2008/06/22/ein-einziger-grabstein-erinnert-heute-an-das-was-sich-einmal-liebe-nannte/</guid>
<description><![CDATA[Ich erinnere mich gar nicht mehr, wann es das letzte Mal war. Viele Monate sind seitdem übers Land ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Ich erinnere mich gar nicht mehr, wann es das letzte Mal war. Viele Monate sind seitdem übers Land gezogen. Blumen blühten, Äpfel reiften, Blätter fielen. Mein Geist irrte unruhig umher, unsicher, wo vorne und wo hinten ist. Heute steht er naürlich nicht still wie ein fertiges Haus, dennoch ist er irgendwie erwachsener geworden. </p>
<p>Im Lichtschein des Mondes streichele ich über sein Gesicht, er atmet tief und hält sich jetzt ganz woanders auf. Vielleicht fährt er mit seinem geliebten Jaguar durch Italien, ich daneben und auf uns die Sonne. Wer weiß das schon. Träume sind unsere geheimen Botschafter, manchmal ähneln sie dem Gruselkabinett und in anderen Nächten fühlt man sich wie im Paradies, möchte nicht aufwachen. Ich liege nun wach, aufgekratzt und versuche die Zahl zu greifen. Ich bewege meine Finger nach oben… 1...2...3...4... Dann taucht sie auf einmal grinsend auf: die 4 war es. Während eben noch das Bild eines warmen Sommertages meine Wangen streifte, plumpst mir die Zahl auf die Nase wie eine dicke Spinne. Ich erschaudere und zittere. Eckig, spitz ist sie und ich höre sie hähmisch lachen.</p>
<p>Vier Jahre und sechs Monate ist es her, dass ich mit einem ICE gefahren bin. Es sollte damals die Reise in ein dunkles Land sein, das man sonst aus schlimmen Filmen kennt, eine Landschaft, wo keine Pflanzen und singende Vögel mehr existieren. Es war das furchtbarste Weihnachten, das ich je erlebt habe. Noch Monate, Jahre danach verfolgten mich Alpträume, in denen mich die eine Person bedrängte, die dort auftauchte. Ich hatte mich damals auf das Fest gefreut, auf meine Familie, meine Nichte und Neffen. Es sollte so schön sein, wie man es kennt, aber für mich war die Feierlichkeit blanker Horror. Während alle im Haus schliefen, lag ich mit der gewissen Person im Keller - dort war das Gästezimmer. Statt Sternenküsse hagelten Vorwürfe und Schuldzuweisungen auf mein Kissen. Der Boden löste sich in Salzkristalle auf, aber es waren dieses Mal nicht meine Tränen. Folglich sei ich ein kaltherziger Mensch gewesen. Die anderen bekamen von dem Desaster überhaupt nichts mit und ich verschwieg das alles, aus Vorsicht und es allen Recht zu machen, nur keine Unruhe stiften. </p>
<p>Heute bin ich mir darüber bewusst, dass ich es hätte machen sollen. Schon am ersten Abend der Ankunft hätte ich wieder abreisen sollen, zurück zu meinem Liebsten, der sich in der Heiligen Nacht eine kalte Wohnung mit einem einsamen Mann und Kater teilte. Aber ich blieb, ich war feige, ängstlich. Ich blieb, schwieg mich blutig wohl wegen meiner Nichte und Neffen - da ich sie ohnehin zu selten sah. Wer den Glanz von glücklichen Kinderaugen kennt, wird mir nachempfinden. Ehe ich mich versah, kroch ein Monster zu mir, durch die Ohren… weiter in die Brust und verharrte im Herzen. Wo sich eins zwei Menschen liebten, zerfleischten sie sich wie wilde Tiere. </p>
<p>Wie oft ich danach nachts klitschnass aufgewacht bin, weiß ich nicht mehr. Ich habe es vorsorglich verdrängt. Der ehemalige Geliebte war zu einem brutalen Monster geworden. Er versuchte mich einzusperren, mich zu vergewaltigen, mit einem Schraubstock kratzte er an der Tür und rief gierig: Ich krieg dich noch.<br />
Niemanden - bis auf den engsten Freundinnen - habe ich davon erzählt. Ich schwieg, wollte keine Unruhe stiften, das gleiche Spiel wie zum besagten Weihnachtsfest. Doch jetzt, Jahre später, wo ich wieder im ICE sitze, kommt alles nach oben, da ist ein Riss, der die bösen Gedanken und Gefühle nach oben pumpt begleitet von einem Geschmack, der an faule Äpfel erinnert. </p>
<p>Ich weiß, ich habe damals im Sommer 2003 einige sehr verletzt, meine Mutter am meisten, durch mein Schweigen, doch ich hatte Angst. Ich hatte mich in einen anderen Mann verliebt, einen Mann, der Jahre älter war als ich und nicht in so sicheren Gefilden schwamm wie sein Vorgänger. Doch der neue Mann war ein Seelengefährte, wie man ihn selten trifft. Einige warten Jahre oder ihr ganzes Leben auf so eine zauberhafte Begegnung, die vom Schein der Götter umgeben ist. Damals wollte ich den anderen hinter mich lassen, befreien, allein sein. Und ich habe mich nicht sofort in eine neue Beziehung gestürzt. Wir beide wollten und mussten uns erst einmal sortieren. Ha, und da sind sie wieder die Rechtfertigungen, es jedem Recht machen zu wollen. </p>
<p>Ohne etwas zu tun, füllen sich meine Augen jetzt mit Tränen und gleichzeitig fällt eine große Last von mir ab. Ja, meine Tränen mischen sich nun mit einem Lachen und ich fühle mich wie eine Raupe, die schon ihre Flügel spürt. Sicherlich sind vier Jahre und sechs Monate keine lange Zeit auf das Leben gerechnet und doch können sie dich prägen als wären sie 50 Jahre.<br />
Das Monster habe ich mittleweile besiegt. Wenn er heute des nachts auftaucht, winselt er vor Unsicherheit als wäre er ein schüchterner Hund. Wenn von dem Fetzen an Liebe und Wärme damals noch etwas existierte, so hat er es durch sein egoistisches Verhalten zerstört. Es lebt nichts mehr von dem in meinem Herzen. </p>
<p>Ein einziger Grabstein erinnert heute an das, was sich einmal Liebe nannte. </p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Herzgeflüster auf der Brücke]]></title>
<link>http://monfiwi.wordpress.com/?p=290</link>
<pubDate>Fri, 23 May 2008 00:01:35 +0000</pubDate>
<dc:creator>monfiwi</dc:creator>
<guid>http://monfiwi.de.wordpress.com/2008/05/23/ein-kuss/</guid>
<description><![CDATA[Der Auslöser war ein schlicht banales Ereignis, umwickelt vom herzenswarmen Schal der Romantik: Zwe]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:left;">Der Auslöser war ein schlicht banales Ereignis, umwickelt vom herzenswarmen Schal der Romantik: Zwei Menschen, die sich auf der Brücke leidenschaftlich küssend verabschiedeten. Die Nachmittagssonne spiegelte sich in der Spree, die ihnen zu Füßen lagen und umgaben sie mit einem goldenen Schein. Das Bild hätte auch gut an die Seine nach Paris gepasst, denke ich, als mir eine Frau direkt vor die Nase läuft. Können Sie nicht aufpassen, sagt die Dame mit dem dunklen Bob und dem auffallend roten Lippenstift. Ich - sichtlich erschrocken - gucke sie nur mit offenem Mund an und drehe den Kopf schnell weiter nach hinten, um die beiden frisch Verliebten zu beobachten.<br />
Was ist? fragst du.<br />
Nichts, antworte ich.<br />
Kleine Spannerin, sagst du.<br />
Lass mich, antworte ich gereizt und merke, wie mein Kopf die Farbe des Lippenstifts von der bösen Dame annimmt.</p>
<p>Ich denke zurück an damals, als wir zwei dort so standen, <a href="http://monfiwi.wordpress.com/wp-admin/#">will</a> ich sagen, schweige stattdessen. Schnell huscht der Schatten der Sehnsucht zwischen meine beiden Herzhälften hin und her als könnte er sich nicht entscheiden, ob er dort bleibt oder wieder weit wegfliegt, ins Jenseits der verbotenen Gefühle. Seine Kraft ist stärker und mein Körper empfängt seine Signale. Wie kleine Krallen beißt er sich fest, das Blut fließt wie auf Speed durch die Adern und die Haut wird glühend heiß.</p>
<p>Möchtest du das wirklich wieder? Das lange Warten auf Nachrichten? Diese blöde Ungewissheit? Die ständige Frage, ob er der Richtige ist? Obwohl die hatte ich nie bei dir. Ich wusste es von dem Moment an, als ich dich gesehen habe. Dazu waren wir uns zu ähnlich und sind es heute noch. Wir lieben das Schöne der Ästhetik, sind verspielt wie kleine Katzenkinder und sensible Wesen, die sich manchmal nach starken Armen sehnen. In der großen Welt wären wir allein zu schwach, zusammen halten wir uns im Sturm des Alltags fest. Besondere Menschen, brauchen besondere Partner. Häufig ist die Suche endlos und erschwerlich, aber am Ende des langen Marsches zahlt es sich aus. Das weiß ich heute.</p>
<p>Ich greife deine Hand und gebe dir den Kuss, den sich nur zwei Liebende geben.</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://monfiwi.files.wordpress.com/2008/05/zwei_liebende3.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-295 aligncenter" src="http://monfiwi.wordpress.com/files/2008/05/zwei_liebende3.jpg?w=300" alt="" width="300" height="240" /></a></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Der Kuss: Eine kleine wissenschaftliche Abhandlung]]></title>
<link>http://monfiwi.wordpress.com/?p=236</link>
<pubDate>Tue, 06 May 2008 16:35:15 +0000</pubDate>
<dc:creator>monfiwi</dc:creator>
<guid>http://monfiwi.de.wordpress.com/2008/05/06/der-kuss-eine-kleine-wissenschaftliche-abhandlung/</guid>
<description><![CDATA[Am Wochenende entdecke ich in der Süddeutschen Zeitung auf der Wissenseite einen interessanten Beri]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Am Wochenende entdecke ich in der Süddeutschen Zeitung auf der Wissenseite einen interessanten Bericht übers Küssen, den ich so süß fand, dass ich die zehn Dinge, gern hier festhalten möchte. Wer dann keine Lust aufs Küssen bekommt, ist selbst schuld.</p>
<ul>
<li>Zwei Drittel aller Menschen neigen ihren Kopf nach rechts, während sie küssen. Ob es ein Küsser bevorzugt, den Kopf nach rechts oder links zu halten, steht schon bei der Geburt fest - diese Prägung entwickelt sich bereits im Mutterleib.</li>
<li>Küssen ist das bessere Zähneputzen. Der Speichelfluss wird angeregt, was Zahnbelag bekämpft. Die Sache hat nur einen Harken, beim Küssen werden auch Kariesbakterien ausgetauscht.</li>
<li>Den ersten Filmkuss in der Geschichte der bewegten Bilder tauschten May Irwin und und John C. Rice 1896 aus. Der Film dauerte 20 Sekunden und trug den schlichten Titel "The Kiss".</li>
<li>Jedes Jahr am 6. Juli wird der Tag des Kusses begangen.</li>
<li>Bei einem leidenschaftlichen Zungenkuss werden im Schnitt 60 Milligramm Wasser, 0,7 Milligramm Eiweiß und Fett sowie 0,4 Milligramm Salz ausgetauscht. Dabei bewegen die Küssenden bis zu 38 Gesichtsmuskeln und verbrauchen - bei einer Kussdauer von drei Minuten - je zwölf Kilokalorien.</li>
<li>Laut einer Legende haben die Menschen das Küssen nur deshalb gelernt, weil im alten Rom einst den Frauen der Genuss von Wein verboten wurde. Die Männer wurden angewiesen, die Einhaltung des Verbots zu prüfen, indem sie von den Lippen der Frauen kosteten - dabei kamen die Menschen auf den Geschmack.</li>
<li>Ein durchschnittlicher Mensch verbringt in 70 Jahren Lebenszeit etwa 110 000 Minuten mit Küssen. Das sind mehr als 76 Tage - am Stück</li>
<li>Louisa Almedovar und Rich Langley tauschten den laut Guinness-Buch der Rekorde den längsten Kuss der Welt aus. Er dauerte 30 Stunden, 59 Minuten und 27 Sekunden.</li>
<li>Die Bonobos, eine als promisk verschrieene Zwergschimpansenart, sind die einzigen Primaten neben den Menschen, bei denen bisher Zungenküsse beobachtet wurden.</li>
<li>Das Kiss-Syndrom steht für Kopfgelenk industrierte Symmetrie Störung. Es bezeichnet eine Fehlfunktion im Bereich der Halswirbelsäule.</li>
</ul>
<p>Der Autor dieser kleinen wissenschaftlichen Abhandlung: Sebastian Herrmann.<br />
Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 2. Mai 2008</p>
<p>~~~~~~~~~~~~~~ Gustav Klimts Interpretation zum Thema Kuss ~~~~~~~~~~~~~~<br />
<a href="http://monfiwi.files.wordpress.com/2008/05/kuss1.jpg"></a></p>
<p style="text-align:center;"><img class="alignnone size-medium wp-image-238 aligncenter" src="http://monfiwi.wordpress.com/files/2008/05/kuss1.jpg?w=200" alt="" width="200" height="300" /></p>
<p>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ein Ort, an dem dich die Geister küssen und manchmal eine Antwort schenken]]></title>
<link>http://monfiwi.wordpress.com/?p=229</link>
<pubDate>Mon, 05 May 2008 17:35:39 +0000</pubDate>
<dc:creator>monfiwi</dc:creator>
<guid>http://monfiwi.de.wordpress.com/2008/05/05/ein-ort-an-dem-dich-die-geister-kussen-und-manchmal-eine-antwort-schenken/</guid>
<description><![CDATA[Die Sehnsucht führte uns heute am ersten warmen Tag in diesem Jahr an diesen Ort zurück.
Hier bega]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Die Sehnsucht führte uns heute am ersten warmen Tag in diesem Jahr an diesen Ort zurück.</p>
<p>Hier begann unsere Liebesgeschichte.<br />
Hier spürte ich zum ersten Mal deine Lippen auf meinen.<br />
Hier entschied ich mich für dich.</p>
<p>Und wir waren damals im Spätsommer 2003 nicht die einzigen Zeugen unserer Lovestory, denn zwischen uns tanzten die Seelen von Bertolt Brecht und Helene Weigel, Paul Dessau und Hanns Eisler, John Heartfield und Wieland Herzfelde, Anna Seghers und Arnold Zweig, J. R. Becher und Heinrich Mann, Schadow und Schinkel, die Philosophen Hegel, Heiner Müller, Bernhard Minetti, Hans Mayer.</p>
<p>Ich mag diesen ruhigen Ort inmitten der hektischen Großstadt sehr, weil er mich an eine Insel im brausenden Meer erinnert. Die schattigen Bäume, die mit der Sonne flirten, die alten - teilweise prunkvollen - Gräber - ein Relikt aus einer anderen Zeit, das Knirschen der kleinen Steine unter den Schuhen, die einsamen singenden Vögel. Nach meiner Ankunft in der großen Stadt habe ich mit deiner Kamera Fotos geschossen, sie in einem Kurs für Schwarz-Weiß-Fotografie selbst entwickelt und noch heute erfreue ich mich an ihnen wie an dir. Ich erinnere ich mich, wie ich damals in einem günstigen Moment über mir bedeutende Grabsteine streichelte, ich wollte eine Antwort auf meine Frage, die mir nächtelang den Schlaf raubte. Ich war hin- und hergerissen, konnte es selbst nicht aussprechen, weil ich mich einerseits so gut und andererseits so schmutzig fühlte. Meine Tränen streiften das B von Bertolt und trockneten auf dem warmen Stein, der durch schüchterne Strahlen der Sonne geküsst wurde. Für einen kurzen Moment spürte ich, wie sie mir die Nackenhaare aufrichteten und ich einen zarten Hauch auf meiner linken Wange spürte wie eine Katze, die vorsichtig meine Beine streift. Und dann hatte ich sie.</p>
<p>An diesem Ort hören wir unsere Herzen besonders laut schlagen, auch weil wir uns mit den Toten auf eine Art verbunden fühlen.<br />
An diesem Ort bleibt die Zeit vor den eisernen Toren stehen. Die Tram rattert regelmäßig vorbei, Autos hupen, Kinder kreischen.<br />
An diesem Ort kommt man an, bei sich und seinen Gedanken.<br />
Manchmal stolpern wir über Touristen, die ihre Reiseführer hier her führen, aber uns stört es nicht, denn jeder von uns ist weit weg, geborgen in einer Welt, in unserer, die für Fremde verschlossen bleibt.</p>
<p>Hier dürfen wir sein und uns lieben.</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://monfiwi.files.wordpress.com/2008/05/engel.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-230 aligncenter" src="http://monfiwi.wordpress.com/files/2008/05/engel.jpg?w=179" alt="" width="179" height="300" /></a></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Verlorene Königskinder ]]></title>
<link>http://monfiwi.wordpress.com/?p=130</link>
<pubDate>Wed, 26 Mar 2008 20:46:49 +0000</pubDate>
<dc:creator>monfiwi</dc:creator>
<guid>http://monfiwi.de.wordpress.com/2008/03/26/verlorene-konigskinder/</guid>
<description><![CDATA[Du könntest meine Schwester sein. Du bist wie sie sechs Jahre älter als ich und mir heute Nacht ve]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><font size="2" face="Verdana">Du könntest meine Schwester sein. Du bist wie sie sechs Jahre älter als ich und mir heute Nacht verdammt nah, so nah, dass ich Gänsehaut bekomme und feuchte Augen. Ich schaue tiefer in den Nachthimmel, um meine wahren Gefühle zu verbergen, suche nach leuchtenden Sternen, an denen ich mich festhalten kann.</font></p>
<p><font size="2" face="Verdana">Du bist traurig, so sehr, dass es dir dein Herz zerreißt und die eine Hälfte ins Weinglas fällt wie eine Wimper, die sich spontan vom Lid löst. Dort schwimmt sie nun, die eine Scheibe und weiß nicht so recht, was sie machen soll. Obenbleiben? Untergehen? Die Antwort kennt der Wind, höre ich in den leicht gebogenen Muscheln meiner Ohren. Und wenn nicht der Wind die Lösung kennt, dann nur du. Ich jedenfalls nicht, denn du bist du und ich bin ich.</font><font size="2" face="Verdana"> </font></p>
<p><font size="2" face="Verdana">Du hast etwas gemacht, dass bei vielen Frauen auf kein Verständnis trifft. Zum zweiten Mal, sagst du. Das ist nicht gut und so schon gar nicht, doch ich stelle mich nach hinten und lasse meinen Schatten urteilen. Er krabbelt auf deinen Arm, weiter auf die Schulter, in den Mund und hüpft geschickt zwischen deine Zähne durch deinen Rachen in deine Speiseröhre. Von da aus rutscht er weiter durch die Lunge und biegt vorher nach links ab in die Kammern, die mit weichen rotem Plüsch gefüllt sind.</font></p>
<p><font size="2" face="Verdana">Du sagst, du hast zwei Seiten in dir und kannst dich nicht so recht für eine der beiden entscheiden. Das erwartet keiner von dir. Ich glaube viel mehr, ohne mich mit einem Doktortitel zu schmücken, dass du die eine Seite nicht zulassen möchtest. Mit einer gewissen Überheblichkeit schiebst du sie sachte von dir und tust, als würde es sie gar nicht geben, fast so als wäre sie eine Narbe, die du krampfhaft versuchst, jeden Morgen zu überschminken, doch Lügen, dass weißt du selbst, haben nicht lange Bestand. Irgendwann lösen sie sich auf wie der Nebel, der zwischen Morgentau und Mittagssonne in den Blättern verdampft.</font><font size="2" face="Verdana"> </font></p>
<p><font size="2" face="Verdana">Du suchst die Schuld bei dir, was in erster Instanz richtig und korrekt ist. Du bist Täterin, er das Opfer. Und dennoch möchte ich die Tatsache nicht wegwischen, dass in eine Beziehung immer zwei Parteien gehören. Einige sprechen hier gern von der ausführenden und andere von der entgegennehmenden Seite. Aktiv und Passiv. Soll und Haben. Plus und Minus. Aus der Ferne konnte ich durch mein Fernglas folgendes sehen.</font><font size="2" face="Verdana"> </font></p>
<p><font size="2" face="Verdana">Du hast dich formen, dich zu der machen lassen, wie er es wollte und hast dabei auf Sachen verzichtet, die dir Spaß machen. Genau das ist das Todesurteil für jede Beziehung, so steht es nicht nur in zahlreichen Ratgebern geschrieben, so berichtet auch das Leben. Warum zerbröseln irgendwann einige Lieben? Weil man sich auseinandergelebt hat, klar, aber auch, weil man versucht hat, dem anderen durch dem gerecht zu werden, wie er oder sie es wünschte.</font><font size="2" face="Verdana"> </font></p>
<p><font size="2" face="Verdana">Du bist ähnlich wie ich zu früh erwachsen geworden, folglich fällt es nicht immer leicht, uns fallen zu lassen, weil wir den schweren Rucksack der Verantwortung nicht absetzen wollen, was wiederum eine Kette an Reaktionen mit sich zieht, ohne uns darüber bewusst zu sein.</font><font size="2" face="Verdana"> </font></p>
<p><font size="2" face="Verdana">Wir sind stark und wissen es nicht.<br />
Wir haben Rückgrat und kennen es nicht.<br />
Wir sind hin- und hergerissen und wollen es nicht.<br />
Wir sind wir und uns manchmal fremd im Spiegel.</font><font size="2" face="Verdana"> </font></p>
<p><font size="2" face="Verdana">Irgendwo dazwischen treffen wir uns im Schein des silbernen Mondes, in der schwimmenden Hoffnung, dass alles in unserem eigenen Kartenhaus seinen richtigen Platz einnimmt. Und in alldem, was uns manchmal wie Chaos erscheint, suchen wir nach den passenden Kronen wie die verlorenen Königskinder.</font></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Statt Blumen]]></title>
<link>http://monfiwi.wordpress.com/?p=122</link>
<pubDate>Mon, 17 Mar 2008 21:05:12 +0000</pubDate>
<dc:creator>monfiwi</dc:creator>
<guid>http://monfiwi.de.wordpress.com/2008/03/17/statt-blumen/</guid>
<description><![CDATA[Als ich heute nach Hause kam, erwartete mich kein frischer Blumenstrauß, sondern ein Kompliment, da]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><font size="2" face="Verdana">Als ich heute nach Hause kam, erwartete mich kein frischer Blumenstrauß, sondern ein Kompliment, das mein Freund für mich in seinem Herz gespeichert hatte. Er traf einige Stunden zuvor in unserem großen Hochhaus eine Mieterin, mit der wir wegen einer unangenehmen Nachbarsgeschichte in letzter Zeit öfter Kontakt hatten und die uns irgendwie auch verbindet. Ich traf sie danach öfter. Nach dem Einkaufen vorm Fahrstuhl oder einmal sogar beim Bürgeramt. Die Dame aus der 4. Etage ist eine kleine Frau, die Klavier spielt, stets perfekt frisiert mit einem osteuropäischen Akzent, wahrscheinlich eine Bulgarin. Und genau diese Mieterin sagte jedenfalls am späten Nachmittag zu ihm:</font><font size="2" face="Verdana">Sie haben eine hübsche Frau. Und sie ist sehr freundlich.<br />
Danke für das Kompliment. Jetzt arbeitet sie noch.<br />
Was macht sie denn, wenn ich fragen darf?<br />
Sie ist Buchhändlerin.<br />
Ja, das merkt man. Sie ist sehr intelligent. Eine hübsche, freundliche und intelligente Frau.<br />
Sie sagen es und ich bin wirklich glücklich, dass ich sie gefunden habe.</p>
<p>Manchmal sind Worte schöner als ein frischer Blumenstrauß.</p>
<p><a href="http://monfiwi.wordpress.com/files/2008/03/du_bist_toll_1.jpg" title="du_bist_toll_1.jpg"></p>
<div style="text-align:center;"></div>
<p></a></p>
<p></font></p>
]]></content:encoded>
</item>

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