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	<title>heinz-saedler &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
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	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "heinz-saedler"</description>
	<pubDate>Thu, 21 Aug 2008 06:11:26 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Der McCarthy aus Kassel]]></title>
<link>http://naturalismuskritik.wordpress.com/?p=59</link>
<pubDate>Tue, 13 May 2008 09:31:21 +0000</pubDate>
<dc:creator>BK</dc:creator>
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<description><![CDATA[Für den Pflanzenphysiologen Ulrich Kutschera (Uni Kassel), der sich dem Kampf gegen den Kreationism]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Für den Pflanzenphysiologen Ulrich Kutschera (Uni Kassel), der sich dem Kampf gegen den Kreationismus verschrieben hat, gibt es keinen Zweifel: Ein Autor, der ernsthaft die Evolutionstheorie anzweifelt, betreibt keine Wissenschaft und kann deshalb seinen Aufsatz nicht in einer wissenschaftlichen Zeitschrift publizieren. Das verhindern die unabhängigen Experten, die die eingereichten Artikel begutachten und die publikationswürdigen wissenschaftlichen Arbeiten vom großen Rest scheiden („peer review“). Doch nun steht Kutschera vor der ungewohnten Situation, dass in letzter Zeit auch Zeitschriften mir „peer review“-Verfahren Artikel publiziert haben, die – in seinen Augen – kreationistisches Gedankengut transportieren.</p>
<ul>
<li>Im Visier: Das „Grundtypenkonzept“</li>
</ul>
<p><a href="http://www.evolutionsbiologen.de/intlist.html">In seinem Aufsatz „The Basic Types of Life“</a> (--&#62;Ausgabemonat 8/2007) beschreibt Kutschera mehrere Fälle, in denen das „Grundtypenkonzept“ in angesehene Zeitschriften Einzug gehalten hat. Er bezieht sich ausdrücklich auf den Mikrobiologen Siegfried Scherer (TU München), der in seinem Buch <em>Evolution. Ein kritisches Lehrbuch</em> die Auffassung vertritt, dass alle Lebewesen, die sich erfolgreich kreuzen lassen, demselben Grundtyp zuzurechnen seien und sich ausschließlich innerhalb eines Typs weiterentwickelten. Dieses Modell, ausführlich dargelegt in einem weiteren Buch Scherers, <em>Typen des Lebens</em>, wird dem klassischen Evolutionsmodell entgegengesetzt, nach dem Artschranken durch evolutive Prozesse übersprungen werden können.</p>
<p>Auch hier ist für Kutschera der Fall klar: Das Grundtypenkonzept mag in wissenschaftlicher Sprache daherkommen, doch im Grunde geht es nur darum, einen Schöpfergott gleichsam durch die Hintertür in den wissenschaftlichen Diskurs einzuführen. Wenn sich Vertreter des „Intelligent Design“ nun auf das Grundtypenmodell bezögen, lasse das nur den Schluss zu, dass auch ID-Theoretiker Kreationisten seien: „ID-Kreationisten“, wie er sie nennt. Ihnen sei es gelungen, renommierte Zeitschriften zu infiltrieren.</p>
<p>So sei in der Zeitschrift <em>Flora</em> das evolutionskritische Lehrbuch wohlwollend besprochen und das Grundtypenkonzept als tragfähig weiterempfohlen worden. In einer anderen, <em>Trends in Ecology and Evolution</em>, bezögen sich Scherer und sein Mitautor zwar nicht auf das Grundtypenkonzept, aber sie verwendeten Formulierungen, die typisch für Kreationisten seien: nämlich die Bemerkung, dass bei der Entstehung des Lebens „niemand dabei gewesen“ ist. Auch in der deutschen <em>Naturwissenschaftlichen Rundschau</em> habe sich ein Autor auf das Modell bezogen.</p>
<p>Aber nicht nur in diesen Zeitschriften, auch in der Buchserie <em>Annual Review of Genetics</em> sei es zu einem Vorfall gekommen. Dort hätten der Kreationist Wolf-Ekkehard Lönnig und sein Co-Autor Heinz Saedler (beide Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung, Köln) einen Überblicksartikel platzieren können, in dem zwar nicht direkt auf das Grundtypenmodell Bezug genommen werde, aber auf Publikationen, die ebendies täten. Ein Blick in das Literaturverzeichnis offenbare, dass die Autoren nicht den Standards wissenschaftlicher Forschung genügten.</p>
<p>Und schließlich sei einem Artikel in <em>Physiologia Plantarum</em> über Cyanobakterien eine Illustration beigefügt worden, die einen hebräischen Text aus der alttestamentarischen Genesis abbilde, versehen mit einer Unterzeile, die mit den Worten „and who knows how it really happened“ endet. Vermutlich, meint Kutschera, habe hier wieder Scherer seine Hand mit im Spiel gehabt, denn immerhin würden dessen Schriften mehrfach zitiert.</p>
<ul>
<li>Haben die Mechanismen zur Qualitätssicherung versagt?</li>
</ul>
<p>Über die Reaktionen etablierter Evolutionsbiologen auf derartige Publikationen berichtet Kutschera ebenfalls: Im Falle der <em>Naturwissenschaftlichen Rundschau</em> hätten Kollegen protestiert, und am Ende habe der Herausgeber versprochen, keine Artikel mehr zu publizieren, die das Grundtypenmodell behandelten. Auch einer der Herausgeber der <em>Annual Review of Genetics</em> habe sein Fehlverhalten eingestanden, sich entschuldigt und versprochen, derartige Artikel nicht mehr anzunehmen.</p>
<p>Kutschera zufolge hat die Qualitätssicherung in der Wissenschaft in mehreren Fällen versagt: Gutachter renommierter Zeitschriften akzeptierten Aufsätze, in denen kreationistisches Gedankengut transportiert wird. Handelt es sich um Einzelfälle oder um das Versagen des ganzen „peer review“-Systems? Weder noch. Es ist eher so, dass ein Kreationistenjäger wie Kutschera entdecken muss, dass nicht er allein darüber zu befinden hat, was als wissenschaftlich gelten kann. Es gibt keine kreationistische Unterwanderung wissenschaftlicher Zeitschriften, es gibt nur den immerwährenden Versuch, zu neuen Erkenntnissen zu gelangen.</p>
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