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	<title>gewaltdarstellung &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://wordpress.com/tag/gewaltdarstellung/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "gewaltdarstellung"</description>
	<pubDate>Sat, 30 Aug 2008 09:38:03 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

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<title><![CDATA[Happy Slapping ist strafbar]]></title>
<link>http://gmids.wordpress.com/?p=58</link>
<pubDate>Wed, 16 Jul 2008 21:52:19 +0000</pubDate>
<dc:creator>amiraamal</dc:creator>
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<description><![CDATA[Happy Slapping, wortwörtlich und verharmlosend übersetzt - fröhliches Draufschlagen - gehört an ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Happy Slapping, wortwörtlich und verharmlosend übersetzt <em>- fröhliches Draufschlagen -</em> gehört an deutschen Schulen mittlerweile leider schon fast zum Alltag.<br />
Da werden MitschülerInnen in der Klasse und auf dem Schulhof verprügelt oder erniedrigt und diese Tat zusätzlich mit dem Handy gefilmt, um sie später per MMS oder im Internet zu verbreiten.</p>
<p>Eine ganz schlimme Form von Mobbing und Gewalt, die strafbar ist.<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gewaltdarstellung">(u.a.: Gewaltdarstellung</a> §131, StGB)<br />
Und zwar nicht nur für die unmittelbaren Täter, sondern auch für Zeugen, die den Vorfall beobachten und der Schulleitung bzw. den Lehrern nicht melden.<br />
Sie können wegen unterlassener Hilfeleistung belangt werden.</p>
<p>Generell gilt, dass Fotos von MitschülerInnen bzw. Filme über MitschülerInnen nur mit deren Genehmigung verbreitet werden dürfen.<br />
§22 KUG (Kunsturhebergesetz):<br />
<em>"Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden." </em></p>
<p>Medienberichte zum Thema "Happy Slapping":</p>
<p><em>Happy Slapping nimmt zu </em>- <a href="http://www.zeit.de/online/2008/27/schueler-gewalt">Zeit Online vom 26.06.2008 </a><br />
<em>Unterrichtsausschluss wegen Happy Slapping</em> - <a href="http://www.lehrer-online.de/beschluss-happyslapping.php">Lehrer-Online 18.01.2007</a><br />
<em>Happy Slapping</em> - <a href="http://www.stern.de/politik/panorama/:Happy-Slapping-Draufhauen,/625203.html">Stern.de vom 26.06.2008</a><br />
<em>Happy Slapping grassiert</em> - <a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/19/0,3672,7258867,00.html">heute.de Nachrichten vom 26.06.2008 </a><br />
<em>Happy Slapping auf dem Handy</em> - <a href="http://vollekanne.zdf.de/ZDFde/inhalt/21/0,1872,3919221,00.html?dr=1">ZDF.de vom 19.03.2007</a></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[THE HAPPENING]]></title>
<link>http://screenwrite.wordpress.com/?p=43</link>
<pubDate>Sat, 14 Jun 2008 16:44:59 +0000</pubDate>
<dc:creator>Thomas Lenz</dc:creator>
<guid>http://screenwrite.wordpress.com/?p=43</guid>
<description><![CDATA[Reise in die Provinz.
Folgende Schockmomente gibt es in diesem Film nicht zu sehen: Eine junge Frau ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Reise in die Provinz.</strong></p>
<p>Folgende Schockmomente gibt es in diesem Film nicht zu sehen: Eine junge Frau begeht spontanen Selbstmord, indem sie sich eine Haarnadel in die Halsschlagader bohrt, ein Tierpfleger lässt sich von einem Löwen freiwillig einen Arm abreißen, und ein Mann legt sich seelenruhig vor einen fahrenden Rasenmäher, der ihn kurz darauf mühelos überrollt. Wobei das, präzise gesagt, so gar nicht stimmt. Die Bilder selber gibt es nämlich durchaus, auf deutsche Leinwände haben sie es jedoch nicht geschafft. Und das funktioniert hier so: Die FSK setzt sich mit dem hiesigen Verleih an einen Tisch und sagt, „Entweder Ihr nehmt dies, jenes und auch das noch aus Eurem Film heraus, oder Ihr bekommt nur eine Freigabe ab 18.“ Der Verleih überlegt darauf einen Moment, wägt ab und entscheidet schließlich, dass mit einem Publikum ab 16 vermutlich ein größerer Kundenkreis angesprochen werden kann, und schon haben sich Haarnadel, Löwe und Rasenmäher erledigt. Dass man damit möglicherweise drei wohldosierte Schrecksequenzen eliminiert, die der Film für den allgemeinen Spannungsaufbau dringend benötigt, interessiert niemanden. Indem also etwa gleich zu Beginn nur zu sehen ist, wie sich die junge Frau, die zuvor unerklärlicher Weise ihr Orientierungsvermögen verloren hat, eine Haarnadel aus ihrem Dutt zieht, und der Zuschauer lediglich vermuten kann, was sie damit macht, ist der gesamte Auftakt des Films schon im Eimer. So was kennt man sonst nur aus dem Privatfernsehen. Wer sich also für derartige Bevormundungsmaßnahmen und eine konkrete Verweigerung des eigentlich intendierten Filmerlebnisses gerne einmal schriftlich bedanken will, sollte sich direkt an die Twentieth Century Fox of Germany in Frankfurt wenden: Danke, liebe Kollegen, dass Ihr immer mit Bedacht und Sorge darüber entscheidet, was Eurem Publikum zugemutet werden kann.</p>
<p><!--more--></p>
<p>Ein solches Vorgehen ist umso ärgerlicher, als „The Happening“ der erste Film seines Machers ist, der den amerikanischen Markt mit einem R-Rating erreicht und damit jeden unter 18 ohne Begleitung eines Erziehungsberechtigten oder sonst wie verantwortlichen Begleiters vom Kinobesuch ausschließt – theoretisch jedenfalls. Nun ist das Rating-System der MPAA zwar ein komplexes Regelwerk, das fernab von echter Stimmigkeit stattfindet (und sich inzwischen etwa auch auf die Darstellung von Zigarettenkonsum im Film konzentriert), für jemanden wie M. Night Shyamalan aber, dessen Filme sich bisher dezidiert durch die Abwesenheit grafischer Gewalt auszeichneten, markiert eine derartige (fraglos berechtigte) Einstufung durchaus einen echten Wandel. Zynischer als all seine Filme zuvor, hoffnungsloser und wenig herzlich kommt seine seltsame Endzeit-Vision daher und zeigt kein nennenswertes Mitleid mit seinen Figuren. An die Stelle seiner sonst mit großer Detailverliebtheit konstruierten Charaktere, die angesichts eines Bedrohungs- und Transzendenzhorizontes, der um Lichtjahre größer ist als sie selbst, über sich hinauswachsen müssen, sind Reißbrettentwürfe getreten, die bestenfalls gerade noch soviel Tiefe besitzen, dass sie nicht zur bloßen Parodie geraten. Statt individuelle Ausnahmeerscheinungen zu sein, markieren sie lediglich einen bestimmten Typus mit vorgegebenen Verhaltensmustern, Wünschen und vor allem Dummheiten. Wenn etwa angesichts einer globalen Bedrohung, deren Ursachen niemand kennt, der Anblick eines einzelnen Militärjeeps eine Figur ernsthaft dazu bewegt, erleichtert von sicherer Rettung zu sprechen, ist alle Hoffnung auf Vernunft und Verstand des dramatischen Personals dahin.</p>
<p>Das mag weniger mit dem Sujet selber zu tun haben als mit den Erfahrungen, die der indischstämmige Filmemacher in den letzten Jahren mit der Industrie selber gemacht hat. Nie um eine lautstarke Selbstüberschätzung verlegen, hatte er sich zuerst mit Disney verkracht und dann mit seinem Lieblingsprojekt „Lady in the water“ einen massiven Flop hingelegt, in dem viele schon das Ende seiner einst ziemlich vielversprechenden Karriere sahen. Vermutlich hätte er nie den Fehler machen dürfen und den Trick, der „The sixth sense“ so berühmt gemacht hatte (ohne freilich die wirkliche Sensation des Films zu sein), bereits in seinem nächsten Projekt noch einmal zu wiederholen, wenn auch zu wesentlich moderateren Konditionen. Von da an spätestens jedenfalls galt Shyamalan als Macher von Mystery-Filmen mit überraschendem finalen Twist, ganz egal, wie unsinnig ein solches Label auch erscheinen mag – für den eigenwilligen Egomanen ein echtes Problem, denn fortan stand er unter einem ziemlich enggestrickten Erwartungsdruck, und umso mehr setzte er alles daran, seinen Kopf möglichst wirksam aus der Schlinge zu ziehen. Betrachtet man etwa „The Village“ aus dieser Perspektive, so kann man durchaus den Eindruck gewinnen, als habe der Mann mit dem Recht auf den Final Cut zeigen wollen, wie man sich als Zuschauer schnell selber ins Aus manövrieren kann, wenn man unbedingt eine überraschende Schlusswende haben will, die den gesamten Film auf den Kopf stellt – enttäuschender jedenfalls als dort kann es kaum ausfallen. Einen Gefallen hatte Shyamalan sich damit allerdings auch nicht getan, und noch schlimmer sollte es werden, als er sich mit seinem nächsten Projekt gänzlich von allen Vorgängern absetzte und einen echten Kinderfilm machte. Dass man bei Warner trotzdem mit dem Filmemacher warb und so durchweg falsche Erwartungen weckte, tat sein Übriges. „Lady in the water“ fuhr gnadenlos gegen die Wand.</p>
<p>Von der Häme abgeschreckt, die über sein Herzensprojekt ausgegossen worden war (immerhin ursprünglich eine Gutenacht-Geschichte für seine Kinder), mag sich Shyamalan vermutlich dazu entschlossen haben, seine nächsten Filme so anzulegen, dass sich die persönliche Einbindung merklich in Grenzen hält. So jedenfalls sieht „The Happening“ aus: technisch weitestgehend perfekt, aber völlig seelenlos. Selbst die zentrale Liebesgeschichte (und von solchen hatte sich der Filmemacher bisher zurecht fern gehalten) findet gänzlich emotionsfrei statt. Zwischen den beiden Darstellern Mark Wahlberg und Zooey Deschanel stimmt die Chemie nicht einen Funken, und der Umgang ihrer Figuren miteinander ist so leidenschaftslos, dass man sich fragen muss, was die beiden überhaupt voneinander wollen. Aber auch das fügt sich angemessen in Shyamalans kalte Versuchsanordnung, die sich programmatisch um die Frage dreht: Was wäre, wenn die Menschen plötzlich und unerwartet ihren Lebenswillen verlieren und sich ebenso nüchtern wie folgerichtig selbst richten?</p>
<p>Genau das nämlich geschieht hier. Es beginnt in der Metropole aller Metropolen und arbeitet sich von dort rasend schnell in die Provinz vor, bis es schließlich auch den zivilisationsfremden Einsiedler irgendwo in Pennsylvania erreicht hat. Präzise nachinszenierte TV-Berichterstattungen (mittlerweile ein Standard im amerikanischen Katastrophenkino) und Expertenkommentare belegen nur eines: Niemand weiß, was für eine Form der Epidemie hier gerade ausbricht, denn kurioserweise ist offenbar nur der Nordosten der USA betroffen. Ganze Menschengruppen bleiben einfach wie eingefroren stehen, verlieren Orientierung und Verstand, stürzen sich von Gebäuden, jagen sich Kugeln in den Kopf oder machen ihrem Leben sonst wie ein Ende. Ein Highschool-Lehrer (Wahlberg), seine Frau und ein enger Freund (dank John Leguizamo die einzige echte Identifikationsfigur) fliehen mit dem Zug aufs Land, doch auf halber Strecke ist die Fahrt bereits zu Ende und aller Kontakt zur Außenwelt abgebrochen. Ziellos machen sich die Menschen auf den Weg, der unbekannten Bedrohung zu entkommen, doch das Schicksal nimmt seinen Lauf und alle Hoffnung scheint vergebens.</p>
<p>Im Grunde ist „The Happening“ wie viele Apokalypse-Fantasien eigentlich ein Roadmovie. Wahlbergs Figur reist auf ihrer Flucht von einer Station zur nächsten und nähert sich dabei immer mehr den archaischen Strukturen eines Landes, dessen zivilisatorisches Gesicht echte Makulatur ist. Am Ende sind der destruktive Irrsinn, den die mysteriöse Epidemie auslöst und derjenige, der sich tief verborgen im psychischen Haushalt der Menschen am Rande aller Gemeinschaft längst seinen Weg gebahnt hat, nur gradweise voneinander entfernt. Am unheimlichsten und bedrohlichsten wird der Film deshalb vor allem dann, wenn er die Konfrontation mit demjenigen sucht, was es unter gut funktionierenden zivilisatorischen Verhältnissen nur im Kino zu sehen gibt (hier vor allem in Gestalt der beunruhigenden Betty Buckley) – auffälliger jedenfalls könnte der Kontrast zum Gros der oberflächlichen und wenig vielschichtigen Haupt- und Nebenfiguren kaum sein. Am Schluss jedenfalls wird es keine überraschende Wende geben und noch nicht einmal eine eindeutige Erklärung. Beruhigend ist das zum Glück nicht.</p>
<p><img src="http://www.alienus.de/screenwrite/Plakat_The-Happening.jpg" border="1" alt="" width="450" height="637" align="absBottom" /></p>
<p>Artikel © 2008 Thomas Lenz. Alle Rechte vorbehalten.<br />
Filmplakat: <a href="http://www.fox.de/" target="_blank">Twentieth Century Fox of Germany GmbH</a></p>
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]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[FUNNY GAMES U.S.]]></title>
<link>http://screenwrite.wordpress.com/?p=37</link>
<pubDate>Tue, 03 Jun 2008 23:46:28 +0000</pubDate>
<dc:creator>Thomas Lenz</dc:creator>
<guid>http://screenwrite.wordpress.com/?p=37</guid>
<description><![CDATA[Sprachbarrieren.
Über Michael Hanekes medienkritische Gewaltstudie ist in den mittlerweile über ze]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sprachbarrieren.</strong></p>
<p>Über Michael Hanekes medienkritische Gewaltstudie ist in den mittlerweile über zehn Jahren seit jener denkwürdigen Uraufführung in Cannes, bei der Wim Wenders und eine ganze Reihe anderer Zuschauer demonstrativ den Saal verlassen hatten, so ziemlich alles bereits gesagt worden – und das meiste davon merklich zu oft. Was sich da anderorts vielfach nachlesen lässt, trifft in mehr oder weniger gleichem Maß auch auf das fast identisch auftretende US-Remake zu, und selbst Vergleiche zwischen beiden Fassungen liefern kaum Bemerkenswertes. Die Geschichte der intakten Bürgerfamilie, die in ihrem Wochenendhaus von zwei Männern ohne offensichtliches Motiv einer brutalen psychischen Folter unterzogen wird, sieht in der Neufassung nahezu Bild für Bild genauso aus wie im Original - und das ist auch Sinn und Zweck der ganzen Angelegenheit. Haneke, so wird er nicht müde zu betonen, habe schon die Urfassung eigentlich für ein amerikanisches Publikum entworfen, dieses jedoch aufgrund der problematischen Sprachbarriere nie wirklich erreicht. Strategie und Intention seien jedoch weiterhin dieselben, wozu also Dinge verändern? Unabhängig davon, dass es aus dieser Perspektive sinnvoll gewesen wäre, schon im ersten Anlauf auf Englisch zu drehen, kann man im Grunde froh sein, dass der Film immer noch (fast) derselbe ist. Auf diese Weise jedenfalls bleibt das Original glücklicherweise unberührt, und diejenigen, die mit der deutschsprachigen Version bereits vertraut sind, gehören ohnehin nicht zum anvisierten Publikum.</p>
<p><!--more--></p>
<p>Würde man beide Fassungen, etwa im Rahmen einer Videoinstallation, parallel zueinander laufen lassen, sähe man vor allem doppelt. Hier und da fallen Nuancen von Variationen auf, im Wesentlichen aber hat sich nicht viel verändert. Einzig die Figur des Paul (einer der beiden Eindringlinge) als eigentlichem Motor der Geschichte ist offensichtlich stärker auf amerikanische Sehgewohnheiten eingeschworen. Wo Arno Frisch seine Rolle blutleer und stilisiert anlegt, da verleiht Michael Pitt ihr eine lebendigere und identifikationsfreundlichere Note. Umso eher geht der Zuschauer ein Bündnis mit ihr ein und akzeptiert sie als heimliche Hauptfigur. Dafür tritt Peter, der Schweigsamere der beiden, in seiner Verkörperung durch den etwas farblosen (aber deshalb nicht auch bereits langweiligen) Brady Corbett um einiges hinter Frank Gierings beunruhigender Darstellung aus dem Original zurück. Aber das ist beides fraglos gewollt. Überhaupt führt es nicht sonderlich weit, derartige Feinjustierungen genauer zu analysieren, denn vom Prinzip her ist „Funny Games“ auch in der US-Version immer noch der gleiche Film, der auf unbedarfte Zuschauer vermutlich weitestgehend dieselbe schockierende und verstörende Faszination ausüben kann wie das Original - oder eben Verärgerung, Abscheu und tödliche Langeweile. Einer dieser Seiten wird man zugehören, und so oder ähnlich ist es bei Haneke ja meistens.</p>
<p>Nun kann man lange darüber debattieren, ob diese neue Fassung überflüssig ist oder nicht, eine Anpassung an veränderte Verhältnisse nötig gewesen wäre, oder ob Hanekes Strategie im Grundsatz überhaupt aufgehen kann, entscheidend ist, weit und breit findet sich kein Beleg, dass sich jemand ernsthaft die Mühe gemacht hat, den Film einmal dort anzusehen, wo er auf sein eigentlich anvisiertes Publikum trifft. Schon 1997 war die Motivation des Filmemachers, nicht nur einem (im Zuge echter Tarantinoisierung des Kinos) allgemein spielerischer gewordenen Umgang mit medialer Gewaltdarstellung den Spiegel vorzuhalten, sondern auch ganz konkret dem betreffenden Publikum genügend Verstörungspotential zuzumuten, um es ins Grübeln geraten zu lassen. Dass das im Programmkino nur äußerst eingeschränkt funktionieren kann, liegt auf der Hand. Doch genau dort war Hanekes Film natürlicher Weise gelandet. Eine starbesetzte US-Fassung sollte deshalb (vermutlich) der Versuch sein, die zentralen Rezeptionsprobleme des Originals auszuhebeln – von den 15 Millionen Dollar, die einfach mal so zum Verschleudern bereit standen, selbstredend zusätzlich motiviert.</p>
<p>Um aber eine Idee davon zu bekommen, wie derjenige Zuschauertypus nun tatsächlich reagiert, dessen spaßgeleiteten Gewaltfilmkonsum Haneke infrage stellen will, muss man schon in die Vorhölle des Arthouse-Films hinabsteigen – in ein Multiplex-Kino also – und dort inmitten von Halbliterbechern, Dauerquatschern und blinkenden Handys zwei Stunden ausharren, bis sich die feste Überzeugung einstellt, dass man gerade mit großer Wahrscheinlichkeit ziemlich repräsentatives Datenmaterial gesammelt hat. Und das beruht vor allem auf der Tatsache, dass die Mehrheit des Publikums ausschließlich aufgrund falscher Voraussetzungen im Kino sitzt (jedenfalls kaum wegen der verlässlich guten Naomi Watts) – und da liegt auch schon ein ganz entscheidendes Problem. Alle Werbemaßnahmen versprechen nämlich in echter Unmissverständlichkeit einen blutigen Psychothriller mit einiges an Gewalt und hohem Tempo. Nichts davon trifft natürlich zu. Weder gibt es etwa den irre von unten in die Kamera starrenden Kubrick-Killer des Filmplakats zu sehen noch die blutigen Handschuhe (und noch nicht einmal die vermeintlich langen weißen Hosen, denn die sind tatsächlich immer noch kurz). Völlig konträr zum Film tritt aber vor allem der effektreiche Trailer auf. Passend montiert zu Griegs bekanntem (und bis zum Erbrechen penetrierten) Peinigungsthema aus den Hallen des Bergkönigs, legt er ein ungeheures Tempo vor, das nichts, aber auch rein gar nichts mit Hanekes an die Grenzen des Erträglichen gehenden Zeitzerdehnungen zu tun hat, die im Film dominieren.</p>
<p>Im Normalfall würde man da einfach von Etikettenschwindel sprechen, hier aber könnte auch eine strategische Transferleistung des Films selber mit im Spiel sein (vom ökonomisch relevant erweiterten Kundenkreis natürlich ganz abgesehen). Denn dieser kleidet sich ja bekanntermaßen gerade in den Konventionsmustern des Psychothrillers – wenn auch ausschließlich, um selbige dann nach allen Regeln der Kunst hintergehen zu können. Nichts anderes also bietet auch die zugehörige Kampagne. Dass dieser Schuss allerdings merklich nach hinten losgeht, daran lässt das Multiplex-Publikum keinen Zweifel, wenn nach der ersten, quälend langen Viertelstunde erst vermehrt die Handydisplays leuchten, dann der Geräuschpegel anzieht und schließlich laute Unmutsbekundungen um sich greifen. Das bleibt so, bis endlich der erste Gewaltakt Besserung verspricht, hält aber nicht lange vor. Für einen Großteil scheint der Film endgültig erledigt, als Paul zum ersten Mal das Publikum direkt anspricht. Das ist zuviel des Guten. Von hier an funktioniert der Film offensichtlich vor allem als Komödie, und speziell die Dialoge verursachen ausgelassene Heiterkeit - bis die Langeweile wieder Überhand nimmt. Die längste Einzelsequenz ohne Schnitt, eigentlich die gnadenlosesten, schockierendsten und schmerzhaftesten Minuten des ganzen Films, ziehen in erster Linie erhebliche Ungeduld und lautstarken Spott über die Charaktere nach sich. Erst als sich die Gewalt kurzfristig gegen die Peiniger wendet, ist das Publikum auf der Seite der Opfer, johlt und klatscht Beifall, jedoch nur um im Anschluss umso verärgerter zu reagieren, als sich das Blatt durch den berüchtigten Rewind-Trick erneut dreht. Danach ist zum Glück bald Schluss, und die Meute verlässt kopfschüttelnd und genervt angesichts verschwendeter Zeit und Euros den Saal. Verdenken kann ihr das niemand.</p>
<p>Die Schuld liegt jedoch nicht wirklich beim Film selber – sie liegt aber viel weniger noch beim Publikum. Die Krux ist die irrige Herangehensweise, zwei Systeme aufeinander zu hetzten, die einfach nicht miteinander können. Sie unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zusammenzuführen, macht die Lage nur noch fataler und wiederholt im Fall von „Funny Games“ einen zentralen Fehler des Originals: die Unterschätzung von Sprachbarrieren. Derjenige Zuschauertypus, den Haneke im Kopf hat, wäre vielleicht mit anderen Mitteln aufs Glatteis zu führen, so allerdings kaum. Vermutlich ist der Verdacht nicht ganz unberechtigt, dass der Filmemacher bestenfalls eine (imaginierte) Vorstellung, jedoch keine fundierte Kenntnis von seinem Zielpublikum hat. Vor allem am fehlenden Entgegenkommen scheitert das ganze Unterfangen erheblich. Dabei geht es jedoch weniger darum, den Sehgewohnheiten von „Hostel 2“ und anderem Material aus dem Kategoriensumpf des Torture Porn oder von Schlitzernonsens wie „Prom Night“ nachzueifern (bezeichnenderweise einer der Filme des thriller- und horrorlastigen Trailer-Paketes), als vielmehr den Akzeptanzrahmen nicht über Gebühr auszureizen. Das große Problem ist hier vor allem das fehlende Tempo und ein schier endloses, vermeintlich ereignisloses Warten, mit dem die herbeigelockten Zuschauer nicht klarkommen. Die Konzentrationsschwelle des Multiplex-Publikums erweist sich dabei schon per se als ausgesprochen gering, doch wenn man ihm vorab dann auch noch gänzlich Irreführendes vorgaukelt, erübrigt sich seine Bereitschaft zur Geduld gänzlich. Dies zu ignorieren, muss zwangsläufig alle guten Absichten zugrunde richten.</p>
<p>Ein Jahr nach dem Original übrigens drehte der bis heute völlig unbekannte und auf Video-Premieren festgelegte Brian Katkin mit „If I die before I wake“ (in Deutschland bekannt unter dem Titel „Panic House“) eine durchweg bemerkenswerte Variante des Sujets, die beweist, dass sich selbst im eingeschränkten Rahmen eine beklemmende Leidensgeschichte aus Sicht der Opfer erzählen lässt, die ganz ohne comichafte Gewalt funktioniert, jegliche Komplizenschaft zwischen Täter und Zuschauer ausschließt und trotzdem in der Lage ist, ein breites Publikum gnadenlos spannend zu unterhalten.</p>
<p><img src="http://www.alienus.de/screenwrite/Plakat_Funny-Games.jpg" border="1" alt="" width="450" height="637" align="absBottom" /></p>
<p>Artikel © 2008 Thomas Lenz. Alle Rechte vorbehalten.<br />
Filmplakat: <a href="http://www.x-verleih.de/" target="_blank">X Verleih AG</a></p>
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<p><a href="http://www.wikio.de/vote?url=http://screenwrite.wordpress.com/2008/06/03/funny-games-us_filmkritik/" target="_tab"><img src="http://www.wikio.de/shared/img/vote/wikio5.gif"></a></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Happy Slapping: eine neue Form der Gewaltdarstellung]]></title>
<link>http://franziskamoser.wordpress.com/?p=13</link>
<pubDate>Mon, 21 Apr 2008 10:47:37 +0000</pubDate>
<dc:creator>eleanor500</dc:creator>
<guid>http://franziskamoser.wordpress.com/?p=13</guid>
<description><![CDATA[Das Mobiltelefon dient ganz unterschiedlichen Zwecken. Mehrfach erwähnt wurde die Möglichkeit der ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Das Mobiltelefon dient ganz unterschiedlichen Zwecken. Mehrfach erwähnt wurde die Möglichkeit der Selbstdarstellung, die verschiedenen Möglichkeiten der Kommunikation, Mobilität und Flexibilität. Leider wird das Gerät auch ganz gezielt dazu genutzt, Gewalt in neuen Formen darzustellen.</p>
<p>Gemeint ist hier das Phänomen "<a title="Happy Slapping" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Happy_Slapping" target="_blank">Happy Slapping</a>", auf Deutsch soviel wie "Fröhliches Schlagen", wobei das "Happy" den Gemütszustand des Täters (von Täterinnen ist bislang kaum die Rede) bezeichnet. Es ist eine neue Form der Gewalt (-darstellung), die direkt mit dem Handy verbunden ist. Es bezeichnet den Vorgang, bei dem jemand zusammengeschlagen wird, das Ganze wird von den Tätern mit einem Video-Handy aufgezeichnet und über Handy oder Internet weiterverbreitet (<a title="Happy Slapping" href="http://www.citeulike.org/group/4337/article/2695613" target="_blank">Durrer, 2006</a>).</p>
<p>Die Gewalt an sich ist nicht neu, die neuen technischen Möglichkeiten verursachen nicht unbedingt ein neues Verhalten (<a title="Die Mobile Welt" href="http://www.citeulike.org/group/4337/article/2694604" target="_blank">Sterzik, 2006</a>), aber die Gewalt wird auf eine neue Art sichtbar gemacht: sie filmen, wie sie sich prügeln und sie prügeln sich, um es zu filmen. Mobiltelefone sind heute ein integraler Bestandteil der Lebenswelt von Jugendlichen. Dadurch eröffnet sich ein immenser Distributionskanal für solche Handy-Filme. Der Gebrauch des Mobiltelefons in diesem Zusammenhang beginnt aber schon viel eher, nämlich schon damit, dass man sich über das Mobiltelefon zu Schlägereien verabredet.</p>
<p>Die gesamte Thematik ist vorallem unter Jugendlichen aktuell und vorallem an <a href="http://www.focus.de/wissen/bildung/experten-interview_aid_106325.html" target="_blank">Schulen </a>ein Problem. Durch das Phänomen "Happy Slapping" erhält die Gewalt eine neue Dimension, Hemmschwellen sinken, das Aggressionspotenzial vieler Schüler steigt. Das Problem wird aber immer mehr publik gemacht (Beispiel <a title="Kanton Aargau" href="http://www.ag.ch/gewaltpraevention/de/pub/orientierungshilfen/internet_handy.php" target="_blank">Kanton Aargau</a>, eine <a title="Schule in Deutschland" href="http://www.alfred-teves-schule.de/ats2005/unterrichtspraxis/gewaltpraevention/index.php" target="_blank">Schule in Deutschland</a>, Organisationen wie <a title="Crimestoppers International" href="http://www.c-s-i.org/" target="_blank">Crimestoppers</a>), um vorallem Eltern und Lehrpersonen darauf aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren. Auch Handyverbote an Schulen sind ein - wenn auch (wegen mangelnder Kontrolle) nicht sehr erfolgreicher - Versuch, der Verbreitung und Popularität der Gewaltvideos Einhalt zu gebieten.</p>
<p> <span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/mdHONPPdPls'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/mdHONPPdPls&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
<p>Und schlussendlich ist auch zu beachten, dass solche Verfilmungen erst dadurch an Popularität gewinnen, wenn sie angeschaut werden. Es gibt jene, die ganz bewusst "echte", "pure" Gewalt sehen wollen, die sich am Leiden anderer erfreuen, Prügeleien auf dem Schulhof gelten als Machtdarstellung. Der grosse Teil der Zuschauer sind sich der wirklichen Brutalität gar nicht bewusst, man schaut sich die Filme an, weil es alle so machen, "es ist doch nur Spass"...</p>
<p> </p>
<p> </p>
]]></content:encoded>
</item>

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