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	<title>gedanken-gebete-betrachtungen &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://wordpress.com/tag/gedanken-gebete-betrachtungen/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "gedanken-gebete-betrachtungen"</description>
	<pubDate>Thu, 21 Aug 2008 16:12:26 +0000</pubDate>

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<item>
<title><![CDATA[Jesus, Petrus und die Liebe]]></title>
<link>http://jobo72.wordpress.com/?p=75</link>
<pubDate>Sun, 29 Jun 2008 10:05:06 +0000</pubDate>
<dc:creator>jobo72</dc:creator>
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<description><![CDATA[Bevor Joachim Löw seinen Kapitän für das heutige EM-Finale aufstellt, wird er ihm die für den Sp]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Bevor Joachim Löw seinen Kapitän für das heutige EM-Finale aufstellt, wird er ihm die für den Sportler alles entscheidende Frage stellen: „Bist du fit?“ Das kann nur jeder Sportler selbst wissen, trotz intensiver medizinischer Begutachtung. Er kann in sich hineinhorchen und spürt Blockaden und Bewegungseinschränkungen, die zur Hemmung auf dem Weg zum Erfolg werden. Wer spielen will, obwohl er sich nicht fit fühlt, tut sich und der Mannschaft keinen Gefallen.</p>
<p>Als Jesus den Petrus zu seinem Kapitän macht (Joh 21, 15-19), stellt er ihm eine andere Frage, eine Frage, die für den Menschen alles entscheidet: „Liebst du mich?“ Jesus stellt diese Frage dreimal. Er gibt Petrus Zeit, er gibt ihm Gelegenheit, die Antwort gut zu bedenken. Denn voreilige Lippenbekenntnisse zählen für den Auferstandenen nicht, davon hatte er zu Lebzeiten genug gehört. Auch von Petrus. Die neue Chance, die Jesus Petrus gibt, die er seiner Kirche gibt, soll eine echte sein.</p>
<p>Die Frage zielt direkt auf die Konsequenz der Liebe: Nachfolge – bis in den Tod. Die Liebe steht dabei immer über allem. Zu lieben ist Jesu Auftrag an die Kirche, die er mit der Berufung des Petrus zum Hirten gründet, zu lieben ist unmissverständliche Weisung an uns: „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“ (Joh 13, 34).</p>
<p>Gestern haben wir uns im Philosophischen Café der KSG Berlin dem Begriff der Liebe gewidmet. Den Einstiegsimpuls möchte ich hier noch einmal veröffentlichen.</p>
<p>***</p>
<p>Liebe. Versuch einer Begriffsbestimmung</p>
<p>I.<br />
Wir beschäftigen uns in diesem Semester noch mit „Liebe“ und „Glück“. Beides sind Begriffe, die nicht nur inhaltlich zusammengehören, sondern die auch die Gemeinsamkeit haben, nicht theoriefähig zu sein. Das bedeutet, wir können keine allgemeingültigen Aussagen über das Wesen von „Liebe“ und „Glück“ machen, die dann analytisch diskutiert werden könnten. Definitionsversuche, also Aussagen der Art „Liebe ist...“ oder „Glück bedeutet...“ sind so beliebig und so subjektiv, dass man hier nicht von Wahrheit und Falschheit sprechen kann, sondern allenfalls von gelungen oder unterhaltsam oder nachvollziehbar. Philosophen meiden deswegen diese Begriffe wie der Teufel das Weihwasser.</p>
<p>Dennoch beschäftigen wir uns mit diesen Begriffen, nicht nur wir hier, sondern wir Menschen überhaupt. Eigentümlicherweise lassen uns „Liebe“ und „Glück“ nicht los. Kein Wohlstand oder Überfluss, keine errungene Freiheit oder in Gesetze gegossene Gerechtigkeit kann uns von diesen Konzepten entfremden. Sie sind uns zueigen. Wir haben eine präreflexive Ahnung von ihnen, die uns aber nicht ausreicht. Wir möchten gerne unsere Vorstellungen mit anderen besprechen, um zumindest Facetten der Begriffe explizit zu machen.</p>
<p>II.<br />
Eine Klärung des Begriffs Liebe kann freilich in der Weise erfolgen, das man die klassische Unterscheidung von Eros und Agape vornimmt, wobei der Eros eher das sinnliche, begehrende Moment der Liebe und die Agape die geistige Hingabe, die schenkende Liebe meint, die dann zur tätigen Nächstenliebe, zur caritas wird. Die Frage ist: Sind das zwei dichotome Arten von Liebe, die nichts miteinander zu tun haben, sich ausschließen oder eher zwei Richtungen des einen Liebens? Papst Benedikt hat in seiner ersten Enzyklika Deus caritas est vom 25. Dezember 2005 (veröffentlicht am 25. Januar 2006) eher den Unterschied verdeutlicht, indem er unter Nummer 7 herausstellt, dass „die beiden Grundwörter Eros als Darstellung der ‚weltlichen‘ Liebe und Agape als Ausdruck für die im Glauben gründende und von ihm geformte Liebe“ dem Gegensatz von der Welt des alten Menschen und dem Reich Gottes des neuen Menschen entsprechen. Benedikt weiter: „Beide werden häufig auch als ‚aufsteigende’ und ‚absteigende’ Liebe einander entgegengestellt; verwandt damit sind andere Einteilungen wie etwa die Unterscheidung in begehrende und schenkende Liebe (amor concupiscentiae – amor benevolentiae)“. Also: eine deutliche Verschiedenheit.</p>
<p>Man könnte aber auch die These wagen, dass beides unbedingt zusammengehört, dass ich nicht begehren kann, ohne die Absicht zu haben, mich an das Begehrte zu verschenken, dass ich aber umgekehrt auch nicht tätig werden kann im Sinne karitativen Handelns, ohne eine sinnliche, erotische Beziehung zu dem Adressaten des Handelns aufzubauen. Das meint nicht einfach nur, dass ich bei der Krankenpflege Körperkontakt eingehe, das meint auch nicht, dass ich bei jeder Hilfeleistung Hintergedanken sexueller Natur hege oder nur noch Menschen mit Liebe begegne, in die ich „verliebt“ bin, in dem engen Sinne des Begehrens nach partnerschaftlicher Nähe, sondern dass ich ein Interesse entwickeln muss, das mich vom abstrakten Nächstenliebegebot ins konkrete Tun zu überführen in der Lage ist. Dieses Interesse liegt auch auf der Ebene des Eros, etwa im Erkennen des Schönen (am anderen Menschen, in der Natur usw.).</p>
<p>III.<br />
Das nur als Eingangsthese. Wir wollen heute Aphorismen lesen und gucken, ob wir durch sie auf Aspekte von Liebe stoßen, die ungewohnt oder uns vielleicht sogar ganz neu sind. Ob sich die höchst subjektiven Perspektiven auf die liebe zu einem Bild verdichten, dass mehr ist als ein Mosaik von Einzelmeinungen. Das wäre schon eine Menge. Wer bei „Wiki-Quote“ unter dem Stichwort „Liebe“ nach Zitaten sucht, findet 24 gedruckte Seiten mit höchst unterschiedlichen Aussprüchen mehr oder minder bekannter Persönlichkeiten. Ich habe mal eine Aussage von Augustinus ausgewählt, weil sie die Essenz christlichen Lebens andeutet: „Liebe und tu, was du willst.“</p>
<p>(Josef Bordat)</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Pfingsten]]></title>
<link>http://jobo72.wordpress.com/?p=69</link>
<pubDate>Mon, 12 May 2008 20:15:42 +0000</pubDate>
<dc:creator>jobo72</dc:creator>
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<description><![CDATA[Wie das so ist an Geburtstagen: Feiern, Rückschau und der Blick in die Zukunft. Das gilt auch für ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Wie das so ist an Geburtstagen: Feiern, Rückschau und der Blick in die Zukunft. Das gilt auch für Einrichtungen wie die Kirche. Pfingsten ist der Geburtstag der Kirche. Die pfingstliche Kirche ist der Gegenentwurf zu Babel. Hier die Verwirrung derer, die im gesteigerten Größenwahn immer waghalsigere Projekte in Angriff nahmen, die in einem Klima der Selbstvergötzung lebten, dort die Verständigung über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg. Der Geist Gottes, der ermöglicht, dass sich die junge Kirche Christi das Fremde zueigen macht, öffnet die Perspektive und wandelt die, die sich von ihm berühren lassen. Aus Angst wird Aktion. Aus der dichten Innerlichkeit des intensiven Gebets hinter verschlossenen Türen wird der Glaube in der Mission nach außen gestülpt. Er wird öffentlich und – allen Widerständen und Schwierigkeiten zum Trotz – global. Kirche ist von Beginn an darauf ausgelegt, Weltkirche zu sein.</p>
<p>Um auch in Zukunft Weltkirche sein zu können, muss die Kirche heute, neben der einen Stimme, mit der sie spricht, auch den richtigen Ton treffen, um einschließend und nicht ausgrenzend zu sein, um Menschen wirklich zu überzeugen. Dazu sollte Religiosität im Rahmen katholischer Kirchlichkeit nicht nur als esoterisch-mystisches Privatissimum verinnerlicht, sondern auch als exoterisch-symbolisches Politikum nach außen hin gelebt werden. Entscheidend für eine treffende Ansprache ist die Klarheit und Gewissheit der eigenen Position, die allein durch das Gebet erlangt werden kann.</p>
<p>Für Peter Wust, der den Menschen zwischen Ungewissheit und Wagnis gestellt sieht, ist das Gebet ein Weg zur Klärung und Vergewisserung, ein Wagnis, das sich einzugehen lohnt. In seinem Abschiedswort schreibt Wust1939 an seine Studentinnen und Studenten: „Und wenn Sie mich nun noch fragen sollten, bevor ich jetzt gehe und endgültig gehe, ob ich nicht einen Zauberschlüssel kenne, der einem das letzte Tor zur Weisheit des Lebens erschließen könne, dann würde ich Ihnen antworten: ,Jawohl’. – Und zwar ist dieser Zauberschlüssel nicht die Reflexion, wie Sie es von einem Philosophen vielleicht erwarten möchten, sondern das Gebet. Das Gebet, als letzte Hingabe gefaßt, macht still, macht kindlich, macht objektiv. Ein Mensch wächst für mich in dem Maße immer tiefer hinein in den Raum der Humanität – nicht des Humanismus –, wie er zu beten imstande ist, wofern nur das rechte Beten gemeint ist. Gebet kennzeichnet alle letzte ,Humilitas’ des Geistes. Die großen Dinge des Daseins werden nur den betenden Geistern geschenkt.“</p>
<p>Soweit sich Zeit findet, werde ich hier in den nächsten Monaten gelegentlich wieder auf das eigentliche Anliegen des Projekts zurückkommen, auf eben jenen Peter Wust. Ich möchte sein Werk „Die Auferstehung der Metaphysik“ (1920) behandeln, das mir von brennender Aktualität zu sein scheint.</p>
<p>(Josef Bordat)</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Vater unser]]></title>
<link>http://jobo72.wordpress.com/?p=64</link>
<pubDate>Mon, 07 Apr 2008 12:50:58 +0000</pubDate>
<dc:creator>jobo72</dc:creator>
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<description><![CDATA[Nach Karl Rahner (1904-1984)
Vater unser, der Du bist im Himmel meines Herzens,
wenn es auch eine H]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><em>Nach Karl Rahner (1904-1984)</em></p>
<p>Vater unser, der Du bist im Himmel meines Herzens,<br />
wenn es auch eine Hölle zu sein scheint;<br />
geheiligt werde Dein Name,<br />
er werde angerufen in der tödlichen Stille meines ratlosen Verstummens;<br />
zu uns komme Dein Reich, wenn alles uns verlässt;<br />
Dein Wille geschehe, auch wenn er uns tötet,<br />
weil er das Leben ist und was auf Erden wie ein Untergang aussieht<br />
im Himmel der Aufgang Deines Lebens ist;<br />
gib uns heute unser tägliches Brot,<br />
lass uns auch darum bitten, damit wir uns nie mit Dir verwechseln,<br />
selbst nicht in der Stunde, da Du uns nahe bist,<br />
sondern wenigstens an unserem Hunger merken,<br />
dass wir arme und unwichtige Geschöpfe sind;<br />
befreie uns von unserer Schuld und behüte uns in der Versuchung von der<br />
Schuld und Anfechtung, die eigentlich nur eine ist: nicht zu glauben an Dich<br />
und an die Unbegreiflichkeit Deiner Liebe;<br />
sondern erlöse uns - erlöse uns von uns selbst,<br />
erlöse uns in Dich hinein,<br />
erlöse uns in Deine Freiheit<br />
und in Dein Leben.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Auferstehung]]></title>
<link>http://jobo72.wordpress.com/2008/03/22/auferstehung/</link>
<pubDate>Sat, 22 Mar 2008 13:06:13 +0000</pubDate>
<dc:creator>jobo72</dc:creator>
<guid>http://jobo72.wordpress.com/2008/03/22/auferstehung/</guid>
<description><![CDATA[Die Auferstehung ist unglaublich. Aber wahr. Dies gilt es zu bezeugen, nicht zu beweisen. Wer die Au]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Die Auferstehung ist unglaublich. Aber wahr. Dies gilt es zu bezeugen, nicht zu beweisen. Wer die Auferstehung bloß als historisches Faktum begreift und als solches zu rekonstruieren versucht, verfehlt die Dimension des unendlichen Heils im Ewigen Leben, die Christi Auferstehung unserer Existenz verleiht und nimmt dem Glauben zudem sein tiefstes Geheimnis. Denn der christliche Glaube erschöpft sich nicht im bloßen Nachvollzug von Fakten, sondern besteht gerade in der Einlassung auf das, was sich unserer unmittelbaren Anschauung nicht zuvörderst aufdrängt, um das anzusprechen, was es braucht, um reinen Herzens den lebendigen Gott zu bekennen: Vertrauen.</p>
<p>Die Geschichte der Beziehung Gottes zum Menschen ist in erster Linie eine Geschichte gegenseitigen Vertrauens. Dass Gott uns – trotz allem – Vertrauen schenkt, zeigt sich vor allem in seiner Menschwerdung, in der er sich ganz entäußert und wird wie wir, um zu erleben, wie es ist, ein Mensch zu sein. Dass wir ihm nicht vertrauten, nicht zutrauten, dass er es ernst meint mit uns, zeigt sich in der Kreuzigung. Mit der Auferstehung erneuert Gott sein Vertrauensangebot und wir haben eine ganz neue Chance, zurück in dieses Vertrauen und damit in die Geborgenheit Gottes zu kommen. Einige wenige Menschen, die dem menschgewordenen Gott vertrauten, machten den Anfang, indem sie die Auferstehung, so unglaubwürdig sie sich anhören musste, unaufhörlich bezeugten. Viele bezahlten dieses Zeugnis mit ihrem Leben – ganz im Vertrauen darauf, dass der Tod nicht das Ende ist.<br />
Sie lösten damit eine Welle der Begeisterung aus, die auch heute noch viele Menschen mitreißt.</p>
<p>Wären sie so ein Risiko eingegangen, wenn sie nicht überzeugt gewesen wären? Diese Frage berührt wieder den historischen Zusammenhang. Sie ist berechtigt, aber nicht zentral. So faszinierend auch ein Indizienbeweis für die Glaubwürdigkeit der Auferstehung sein mag, wie er als Ergebnis einer juristischen Auseinandersetzung in dem jüngst in deutscher Sprache erschienen Buch „Die Akte Jesus“ von Charles Foster vorgetragen wird, es kann nicht allein darum gehen, wie das singuläre Ereignis der Auferstehung Christi erklärbar und warum die Erklärung plausibel ist, sondern welche Bedeutung die Auferstehung Christi für unser Leben hat.</p>
<p>Auferstehung heißt Erlösung, Errettung und Leben in Fülle. Es befähigt zu einem Leben, das von unbedingter Liebe getragen wird, die uns ohne einen Gott, der lebt und sein „Ja“ zu uns spricht, gar nicht möglich wäre. Wenn Menschen so unendlich lieben können, dass sie immer wieder bereit sind, sich selbst ganz zu lassen, um dem Auferstandenen nachzufolgen, dann geschieht dies nicht aus eigener Kraft, sondern aus der Gnade Gottes, die den Menschen verwandelt. So wie die Auferstehung. Auch sie wandelt Leid in Heil und Tod in Leben – jetzt und in Ewigkeit. Darin liegt ihr tieferer Sinn.</p>
<p>(Josef Bordat)</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Das Geheimnis der Auferstehung]]></title>
<link>http://jobo72.wordpress.com/?p=52</link>
<pubDate>Thu, 20 Mar 2008 15:32:46 +0000</pubDate>
<dc:creator>jobo72</dc:creator>
<guid>http://jobo72.wordpress.com/?p=52</guid>
<description><![CDATA[Österliches Selbstgespräch zwischen Ungewissheit und Wagnis

Was gibt’s Neues?
Der Herr ist aufe]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><i>Österliches Selbstgespräch zwischen Ungewissheit und Wagnis</i><br />
<i></i></p>
<p><i>Was gibt’s Neues?</i></p>
<p>Der Herr ist auferstanden!</p>
<p><i>Das ist Dein Wunschdenken!</i></p>
<p>Ja, ist es. Aber sagt es etwas über die Wahrheit aus? Sinkt oder steigt die Wahrscheinlichkeit für Regenwetter, abhängig davon, ob ich mir Regenwetter wünsche oder nicht? Und: Warum sollte die Auferstehung als Nicht-Ereignis kein Wunschdenken sein? Es könnte doch auch etwas sehr beruhigendes haben, dass mit dem Tod alles aus ist und wir uns nicht vor Gott rechtfertigen müssen.</p>
<p><i>Das ist ein Mythos, den wir heute nicht mehr glauben können!</i></p>
<p>Viele Menschen konnten die Geschichte damals auch nicht glauben. Sie waren genauso kritisch wie die Menschen heute. Als Paulus im aufgeklärten Athen von der Auferstehung erzählt, bilden sich drei Gruppen: die Spötter, die Indifferenten, die Gläubigen (Apg 17, 32-34). Kommen einem bekannt vor, diese drei Reaktionen. Nicht von der Predigt auf der Agora, sondern von Diskussionen im Forum. Die Menschen damals unterschieden scharf nach Ereignissen, die durch vielfache Zeugenaussagen glaubwürdig belegt sind und solchen Ereignissen, die nur durch einzelne Zeugen bestätigt sind. So unmodern der Gedanke der Auferstehung sein mag, so aktuell und drängend ist er. Eine Positionierung ist unumgänglich. Zeugnisse gibt es: Dort, wo Leben ist. Dort, wo Liebe ist. Dort, wo Menschen wider alle Hoffnung die Kraft haben zu hoffen.</p>
<p><i>Liebe und Hoffnung! Und wo sind die Beweise?</i></p>
<p>Auch diese uns heute bestimmende technische Vernunft, nach der wahr nur das sein kann, was wahrnehmbar und sinnvoll nur, was sinnlich erfahrbar ist, auch diese aufgeklärte – vielleicht auch ein wenig abgeklärte – Haltung erscheint unmittelbar nach der Auferstehung, in der Person des so genannten „ungläubigen Thomas“. Er will nicht leichtgläubig sein, sich nichts vormachen lassen. Das macht ihn sympathisch. Solange dieser Gott nicht handfester und leibhaftiger erfahrbar ist, glaube ich erst mal nicht, was ihr mir da erzählt! Dann offenbart sich der verklärte Jesus und Thomas bekennt: „Mein Herr und mein Gott!“. Auch wir haben die Chance auf Offenbarungserlebnisse wie dieses. Im Gebet, in der Gemeinschaft mit Menschen, im Alltag.</p>
<p><i>Damit macht man sich doch lächerlich!</i></p>
<p>Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Wenn wir aufmerksam sind für die Zeichen Gottes in unserem Leben, werden wir dieses Bekenntnis vielleicht auch einmal sprechen. Laut, vor der Gemeinde, oder ganz leise im stillen Kämmerlein, da wo es erst mal niemand hört, wo es nicht so „peinlich“ ist. Dazu gehört freilich, den Stolz der absoluten Selbstbestimmung zu überwinden und Gott die Leitung des Lebens anzuvertrauen.</p>
<p><i>Und dann? Was habe ich davon?</i></p>
<p>Nachfolge ist nie besonders originell, Autonomie und Freiheit sehen anders aus als die Kirche dies mit ihrer rigorosen Morallehre anzubieten hat, sie zeigen sich in Individualität und Unabhängigkeit. Soweit ein gängiges Vorurteil gegen Kirche im besonderen und Christentum im allgemeinen. Dass letztlich nur das Evangelium mit seiner Botschaft der Liebe, der Vergebung und der Wandlung von Leid in Heil den Menschen frei macht von Angst und die Tür öffnet zur unendlichen Geborgenheit bei Gott, das ist eine Wahrheit, die man nur erahnen kann, wenn man sich auf das „Wagnis der Weisheit“ einlässt. In der selbstgewählten Bindung an den Auferstandenen liegt die eigentliche Befreiung – dieses scheinbare Paradoxon erschließt sich nur im Glauben an die Kraft der Liebe. Es ist wie in der Ehe, wo die Bindung Beginn einer neuen Form freier Lebensgestaltung ist. So ist Christus der Bräutigam, die Kirche die Braut, die nicht „weiß“ trägt, sondern „bunt“.</p>
<p><i>Das ist töricht!</i></p>
<p>Mag sein. Ich persönlich tausche jedoch gern meine Eitelkeit und meinen guten Ruf bei den Menschen gegen die Hoffnung ein, die Gott mir in Christus schenkt.</p>
<p><i>Du bist verrückt!</i></p>
<p>Ja, genau: Ver-rückt. Nicht mehr an der gleichen Stelle. Durch die Auferstehung emporgehoben, weg von meinen Sorgen und Nöten, weil ich weiß, dass alles, was mir an Leid widerfährt, bereits im Kreuzestod Christi enthalten ist, der Bedingung war für die Auferstehung, notwendig zur Erlösung der Welt. Das gibt mir ein Gefühl der Geborgenheit bei Gott – ein wahrhaft göttliches Gefühl!</p>
<p>(Josef Bordat)<br />
<span style="font-size:12pt;font-family:'Times New Roman';"></span></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ostern 1988]]></title>
<link>http://jobo72.wordpress.com/2008/03/18/ostern-1988/</link>
<pubDate>Tue, 18 Mar 2008 07:50:05 +0000</pubDate>
<dc:creator>jobo72</dc:creator>
<guid>http://jobo72.wordpress.com/2008/03/18/ostern-1988/</guid>
<description><![CDATA[frei ist der Mensch,
der den Tod hinter sich
und das Leben vor sich hat,
der nicht zu vergessen brau]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>frei ist der Mensch,<br />
der den Tod hinter sich<br />
und das Leben vor sich hat,</p>
<p>der nicht zu vergessen braucht,<br />
weil ihm vergeben ist<br />
und er vergeben hat,</p>
<p>der vor nichts zu fliehen braucht,<br />
weil er durch verschlossene Türen kommen<br />
und über Abgründe gehen kann,<br />
der sich nicht zu ängstigen braucht,<br />
weil er immer unterwegs ist<br />
zu einem und mit einem,<br />
der ihn grenzenlos liebt.</p>
<p>frei ist der Mensch, der zu allen offen ist,<br />
weil er alle<br />
in sein Herz geschlossen hat.</p>
<p>frei ist der Mensch,<br />
der jenseits der Wunde lebt:<br />
der österliche Mensch.</p>
<p><i>Klaus Hemmerle</i>, Bischof von Aachen (1929-1994), aus: „Auf Wiedersehen bei Ihm!“ Unterwaltersdorf 2004, S. 19 – auch im Gedenken an Chiara Lubich, Gründerin der Fokolarbewegung, die am 14. März 2008 im Alter von 88 Jahren verstorben ist und heute in Rom beigesetzt wird.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Credo]]></title>
<link>http://jobo72.wordpress.com/2008/03/12/credo/</link>
<pubDate>Wed, 12 Mar 2008 16:40:36 +0000</pubDate>
<dc:creator>jobo72</dc:creator>
<guid>http://jobo72.wordpress.com/2008/03/12/credo/</guid>
<description><![CDATA[Ich glaube an Gott
und ich glaube, dass Er einzig ist.
Ich glaube,
dass Er den Menschen erschaffen h]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Ich glaube an Gott<br />
und ich glaube, dass Er einzig ist.</p>
<p>Ich glaube,<br />
dass Er den Menschen erschaffen hat<br />
nach seinem Bild.</p>
<p>Ich glaube,<br />
dass dieser einzige Gott<br />
von uns Menschen<br />
geliebt werden will.</p>
<p>Um mit uns zu sein,<br />
um in uns zu sein,<br />
um durch uns<br />
in die Welt zu wirken.</p>
<p>Ich glaube,<br />
dass dieser einzige Gott<br />
nicht möchte,<br />
dass wir uns streiten.<br />
Unseretwegen.<br />
Seinetwegen<br />
Weil uns Macht wichtiger ist als Liebe,<br />
Stolz leichter fällt als Demut.<br />
Weil uns Anerkennung,<br />
die wir von anderen Menschen erfahren,<br />
für uns mehr zählt<br />
als die Geborgenheit bei Gott.<br />
Weil wir zu schwach sind, um zu erkennen,<br />
dass Er uns stark genug gemacht hat, um zu erahnen,<br />
dass Er einzig ist für alle,<br />
dass Er uns alle<br />
zu Werkzeugen Seines Friedens machen möchte.</p>
<p>Ich glaube,<br />
dass Gott das Gute will<br />
und uns Menschen<br />
jeden Tag aufs Neue<br />
Auftrag und Vollmacht zum Guten erteilt.</p>
<p>Ich glaube,<br />
dass Gott allmächtig und allgütig ist,<br />
dass Seine Größe unsere Vorstellungskraft sprengt,<br />
dass es darum schwer fällt,<br />
Ihn und Seine Welt zu verstehen.</p>
<p>Ich glaube,<br />
dass es etwas gibt, das größer ist als des Menschen Verstand:<br />
Gottes Verstand.</p>
<p>Ich glaube,<br />
dass es etwas gibt, das größer ist als Gottes Verstand:<br />
Gottes Liebe.</p>
<p>Ich glaube,<br />
dass sich dieser mächtige und große Gott<br />
in Jesus Christus, seinem Sohn,<br />
gerade den Ohnmächtigen und Kleinen zuwendet,<br />
als ein Zeichen dieser Liebe.</p>
<p>Ich glaube,<br />
dass Gott uns durch Jesus<br />
zur Gerechtigkeit nötigt,<br />
zur Barmherzigkeit auffordert,<br />
zur Freiheit führt,<br />
zur Liebe befähigt.<br />
Und uns damit das Leben in Fülle ermöglicht.</p>
<p>Ich glaube,<br />
dass Gott etwas vorhat<br />
mit der Welt<br />
und dem Menschen.</p>
<p>Ich glaube,<br />
dass wir nie ganz erfassen können,<br />
was.</p>
<p>Bis wir im Moment der Vollendung<br />
Seiner Vernunft und<br />
Seiner Pläne<br />
teilhaft werden.</p>
<p>Ich hoffe,<br />
einst diese Vollendung<br />
im Ewigen Leben<br />
zu erlangen.</p>
<p>(Josef Bordat)</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Mein Kreuz, Dein Kreuz, Unser Kreuz]]></title>
<link>http://jobo72.wordpress.com/?p=41</link>
<pubDate>Wed, 05 Mar 2008 23:58:29 +0000</pubDate>
<dc:creator>jobo72</dc:creator>
<guid>http://jobo72.wordpress.com/?p=41</guid>
<description><![CDATA[Betrachtung zum Bußgang der Berliner Katholiken am 1. März 2008 in Kreuzberg
Das Kreuz tragen,
dur]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><i>Betrachtung zum Bußgang der Berliner Katholiken am 1. März 2008 in Kreuzberg</i></p>
<p>Das Kreuz tragen,<br />
durch Kreuzberg,<br />
hier und jetzt.</p>
<p>Das Kreuz,<br />
es bleibt fest im Sturm der Zeit.<br />
Der Wind der Welt weht uns entgegen:<br />
Kopfschütteln, Spott, „Emma“.<br />
Der Weg ist lang und steinig.</p>
<p>Als Akt der Buße, nicht als Strafe.<br />
Als Akt der Demut, nicht als Demütigung.<br />
Am Ende des Weges:<br />
Erbauung im Wort,<br />
Feiern in Gemeinschaft.<br />
Freude in und durch die Eucharistie.</p>
<p>Das Kreuz tragen,<br />
in der Nachfolge dessen,<br />
der sein Kreuz trug,<br />
hin zu seinem Ende,<br />
in dem zugleich unser Anfang liegt.</p>
<p>Sein Kreuz,<br />
an dem sich Ende und Anfang berühren,<br />
war eine schwere Last.<br />
Mein Kreuz ist eine schwere Last.<br />
Dein Kreuz ist eine schwere Last.<br />
Mein Kreuz, Dein Kreuz ist zu schwer,<br />
um es auf die leichte Schulter zu nehmen.<br />
Ein jeder trage des anderen Last.</p>
<p>Das Kreuz tragen,<br />
gemeinsam, als die eine Kirche,<br />
in der Welt, aber nicht von der Welt,<br />
gemeinsam, als eine Gemeinde,<br />
Weltkirche auf engstem Raum.<br />
In Kreuzberg.</p>
<p>Das Kreuz,<br />
mein Kreuz, dein Kreuz,<br />
ist zu unserem Kreuz geworden,<br />
weil viele Hände tragen helfen.</p>
<p>Das Kreuz tragen,<br />
macht das Leben nicht immer leicht, aber leichter,<br />
macht in Nöten nicht alles gut, aber besser,<br />
nimmt von der Freude nichts weg, sondern macht sie tiefer.</p>
<p>Das Kreuz tragen,<br />
im Alltagsleben,<br />
im Glaubensleben,<br />
in der Gemeinschaft.</p>
<p>Wer das Kreuz trug,<br />
wird sich des Kreuzwegs Jesu bewusst.<br />
Und wer sich des Kreuzwegs bewusst wird,<br />
kann sein eigenes Kreuz getrost auf sich nehmen.<br />
Immer neu,<br />
immer wieder,<br />
immer wieder neu.</p>
<p>Für den erfüllt sich schon jetzt die Verheißung:<br />
Durch das Kreuz zum Leben,<br />
berührt und verwandelt.</p>
<p>In Kreuzberg.<br />
Überall.</p>
<p>(Josef Bordat)</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Tägliches Morgengebet]]></title>
<link>http://jobo72.wordpress.com/?p=35</link>
<pubDate>Tue, 19 Feb 2008 09:23:55 +0000</pubDate>
<dc:creator>jobo72</dc:creator>
<guid>http://jobo72.wordpress.com/?p=35</guid>
<description><![CDATA[HERR,
gewähre mir
die Gnade,
das Richtige zu denken,
den Mut,
zu sagen, was ich denke,
und die Kraf]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>HERR,<br />
gewähre mir</p>
<p>die <i>Gnade</i>,<br />
das Richtige zu denken,</p>
<p>den <i>Mut</i>,<br />
zu sagen, was ich denke,</p>
<p>und die <i>Kraft</i>,<br />
zu tun, was ich sage.</p>
<p>(Josef Bordat)</p>
]]></content:encoded>
</item>

</channel>
</rss>
