<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><!-- generator="wordpress.com" -->
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	>

<channel>
	<title>essstorungen &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://wordpress.com/tag/essstorungen/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "essstorungen"</description>
	<pubDate>Sat, 26 Jul 2008 17:35:38 +0000</pubDate>

	<generator>http://wordpress.com/tags/</generator>
	<language>en</language>

<item>
<title><![CDATA[Initiative "Leben hat Gewicht - gemeinsam gegen den Schlankheitswahn]]></title>
<link>http://pfad.wordpress.com/?p=125</link>
<pubDate>Thu, 26 Jun 2008 19:29:06 +0000</pubDate>
<dc:creator>pfadbv</dc:creator>
<guid>http://pfad.wordpress.com/?p=125</guid>
<description><![CDATA[Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA) bietet von Essstörungen Betroffenen, ihr]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal"><img class="alignleft" src="http://www.pfad-bayern.de/Dokumente/Logo.gif" alt="" /><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">Die <a href="http://www.bzga.de" target="_blank">Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung</a> (BzGA) bietet von Essstörungen Betroffenen, ihren Angehörigen und Freunden und auch Fachkräften wichtige Informationen und verschiedenste Hilfangebote.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;"><a href="http://www.bzga.de/?uid=f5bc0406291c7991b9c7d732c9a1e53a&#38;id=presse&#38;nummer=470" target="_blank">Statement der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vom 18.06.08</a></span></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Beginnt das richtige Leben erst dann, wenn die Figur passt?]]></title>
<link>http://bulimievorbei.wordpress.com/?p=52</link>
<pubDate>Mon, 09 Jun 2008 14:12:44 +0000</pubDate>
<dc:creator>cfandemils</dc:creator>
<guid>http://bulimievorbei.wordpress.com/?p=52</guid>
<description><![CDATA[Ist es noch nicht Sommer? Kann man noch den Winterspeck weg trainieren damit wir endlich die richtig]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Ist es noch nicht Sommer? Kann man noch den Winterspeck weg trainieren damit wir endlich die richtige Figur haben und zu leben beginnen können? Falls das zynisch klingt, dann liegen wir auf derselben Wellenlänge. Ich verschiebe gerne auf Morgen, was ich heute auch tun könnte. Viele Tage habe ich nicht bewusst erlebt, weil ich mich auf die Zukunft konzentrierte. Wenn ich heute nicht so viel zu tun hätte, würde es mich schon reizen, im Tagebuch nachzusehen wie oft ich schrieb: „In 3 Wochen, 2 Monaten,… was auch immer – ist [ein Ereignis], also bleibt mir so viel Zeit um abzunehmen, fit zu werden, usw.“ Komischerweise, glaube ich nicht, dass ich das Ziel je erreichte. Oder vielleicht doch, aber meine Gedächtnislücke ist ein guter Wichtigkeits-Indikator diesbezüglich. Oder wie oft nahm ich mir vor: „Ich muss nur soundso viele kg abnehmen und dann werde ich….“</p>
<p>Heute mache ich das nicht mit Gewicht oder Trainieren, aber ich neige dazu, meine Freizeit knapp zu halten, bis ich mit einem Projekt fertig bin. Das Problem dabei ist, ich habe einige Langzeit-Projekte, also handelt es sich um Monate und Jahre bis ich mich mit Freundinnen treffen dürfte! Diese Woche beschloss ich, ein paar Mal auszugehen. Es war sehr nett. Es tat mir gut, Pause zu machen, mich zu entspannen und mit anderen zu reden. Aber jetzt reicht es wieder für eine Weile – zurück an die Arbeit!</p>
<p>Das Leben findet jetzt statt. Das heißt, so wie ich jetzt drauf bin – auch körperlich – so bin ich eben. Jetzt in diesem Augenblick. Merkwürdigerweise begann mein Prozess der Veränderung (zum Guten, natürlich!) in dem Moment als ich mich akzeptieren konnte, so wie ich bin. Gerade jetzt bin ich in bester Form. Anstatt Dinge aufzuschieben bis ich „perfekt“ bin, lebe ich jetzt. Ich gebe mein Bestes und bin in Ordnung. Ich akzeptiere mich selbst.</p>
<p>Eine große Hilfe war die Erkenntnis, dass Veränderung ein Dauerprozess ist, genauso wie das richtige Essverhalten oder Fitness. Früher dachte ich, wenn ich fit bin und richtig essen kann, dann wird alles stimmen. Heute ist einfach mein Dauerziel, fit und gesund zu leben. (Aber ja nicht übertreiben!!!) Ich mache, was im Augenblick möglich ist. Manchmal trainiere ich zweimal die Woche, manchmal gar nicht. Manchmal plane ich ganz tolle Mahlzeiten, manchmal… </p>
<p>Samstag, zum Beispiel. Ich hatte am Abend zuvor eine Todesnachricht bekommen und war recht traurig. Am nächsten Tag war ich etwas abwesend. Ich hatte etwas Frühstück. Zum Mittag war meine Familie ausgeflogen, also musste ich nicht kochen und habe nicht ans Essen gedacht. Irgendeine Jause werde ich schon gegessen haben, und das Abendessen war auch nicht gerade aufregend. Mitten in der Nacht tat es mir leid, denn ich konnte nicht schlafen vor lauter Hunger. Ich stand auf, machte mir eine Tasse warmer Milch mit einem Schuss Amaretto und versprach, am nächsten Tag mehr zu essen. Das tat ich auch.</p>
<p>Meine Erfahrung zeigte mir, es geht nicht um das Brav- oder Schlimm-Sein, sondern um das, was funktioniert. Wenn etwas nicht funktioniert, dann suche ich nach einer Möglichkeit, es besser zu machen, um die Lebensqualität zu steigern. Nein, ich habe nicht alles genau ausgearbeitet, und auch nicht alle Lösungen. Bis heute sind meine Erwartungen an mich selbst recht hoch geblieben, und genau diese Erwartungen verursachen am meisten Ärger und Frust bei mir. Wenn ich es schaffe, mich zu entspannen und meine Grenzen zu akzeptieren, sind es gute Tage. Ist es nicht komisch, dass ich an solchen Tagen eigentlich die beste Leistung erbringe?</p>
<p>Wenn die Erwartungen und der Leistungsdruck hoch sind, weiß ich nicht, wo ich anfangen soll, fühle mich überfordert, und kann einen ganzen Tag mit Nichtstun totschlagen. Doch anstatt mich selbst zu rügen, akzeptiere ich solche Tage und gebe zu, dass ich vielleicht ab und zu einen freien, entspannten Tag einfach brauche. Im Leben geht es nicht ausschließlich um Leistung. Auch wenn du so bist wie ich, wenn du viel im Leben vermasselt hast und viel Zeit dadurch verloren ging, die du gerne wieder gutmachen willst, nimm es leicht. Eines nach dem anderen, Schritt für Schritt. Oft habe ich mehr Energie und bringe mehr vorwärts, nachdem ich mir eine ausreichende Pause gegönnt habe. Mehr als wenn ich durcharbeite.</p>
<p>Heute ist eindeutig ein langsamer Tag. Ich bin müde, habe in den letzten Tagen schlecht und wenig geschlafen. Auch wenn ich versuche, mich zu beruhigen und konzentrieren, schwirrt mir viel im Kopf herum. Heute ist ein guter Tag zum Wäsche waschen – da muss ich dabei nicht viel tun oder denken, und doch entsteht eine sichtbare Leistung. Es ist immer hilfreich, verschiedene Aktivitätsmöglichkeiten parat zu haben, um das momentane Energieniveau entsprechend zu nützen.</p>
<p>Oh, jetzt kam gerade eine Wahnsinns-Einsicht! Da ich es schaffte, so viel in meinem Leben falsch zu machen und viel Zeit zu verschwenden, und trotzdem gesund wurde, erweiterte diese Erfahrung meinen Horizont unheimlich. Ich lernte die Vielfalt des Lebens kennen. Das Leben ist ein Abenteuer, eine ganz persönliche Entdeckungsreise. Tja, und da die Kinder bald nach Hause kommen und essen wollen, mache ich jetzt eine Reise in die Küche und sehe nach, ob ich etwas Brauchbares entdecken kann, das eine Mahlzeit hergibt! (Wenn diese Expedition leer ausgeht, kann ich noch schnell etwas einkaufen.)</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Angst vor dem Gesundwerden]]></title>
<link>http://bulimievorbei.wordpress.com/?p=51</link>
<pubDate>Sun, 08 Jun 2008 12:09:17 +0000</pubDate>
<dc:creator>cfandemils</dc:creator>
<guid>http://bulimievorbei.wordpress.com/?p=51</guid>
<description><![CDATA[Warum hatte ich so lange Angst davor bzw. war ich nicht bereit, gesund zu werden? Klar, die Magersü]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Warum hatte ich so lange Angst davor bzw. war ich nicht bereit, gesund zu werden? Klar, die Magersüchtige in mir wollte nicht dick werden. Die Bulimiekranke auch nicht. Aber um das ging es nicht wirklich. Sicher, es gab auch Ängste, dass meine Leute sich nicht mehr um mich kümmern würden, sobald ich stark und gesund bin. Doch waren das nicht die Faktoren, die meine Krankheit über so viele Jahre hinauszögerten.</p>
<p>Nein, das Hauptanliegen war die Angst davor, an mich und an das Leben zu glauben. Ich wollte nicht riskieren, dass ich schon wieder den Boden unter meinen Füßen verliere. Ich wollte nicht reingelegt oder verraten werden, wollte nicht über den Tisch gezogen werden – nur um danach darauf zu kommen, dass ich mich geirrt hatte.</p>
<p>Meine Hoffnung und das Versprechen des Lebens waren verblüht, sie wurden stets mit Ängsten statt Tränen berieselt, und diese hatten die Außenschichten meines Selbst weggetragen. Sie hatten schon das innerste Wesen in meinem Kern erreicht und hinterließen eine Spur der Verwüstung. Diese Verletzungen und Kränkungen waren so tief, dass sie bis heute noch immer auftauchen, eine nach der anderen, und nach Wiedergutmachung und Heilung verlangen.</p>
<p>Ich lasse bewusst Details aus, denn jede von uns hat ihren Kreuz zu tragen, ihre einzigartige Geschichte und die Faktoren, die sie bis hierher gebracht haben, samt all ihrer gegenwärtigen Herausforderungen und Problemen. Es erfordert Mut, sich diesen Schwierigkeiten zu stellen, sich auf diesen Wagnis der Gesundung einzulassen, samt der Verletzlichkeit, der wieder ans Tageslicht kommt. Es ist wahr, dass Genesung das Risiko mit sich trägt, dass wir wieder verletzt werden, aber sie birgt auch die Möglichkeit, unserem Schicksal zu erfüllen. Jede von uns hat ihre wohlverdiente Bestimmung, die ihr zusteht.</p>
<p>Im Gesundungsprozess müssen wir manchmal einfach ruhig sitzen, uns fest halten und warten, bis die verrückten Gefühle verebben. Manchmal müssen wir weinen um etwas los zu werden. Manchmal brauchen wir eine Hand, die unsere festhält, während die Stimme dazu uns sagt, wie ein Mantra: “Es wird alles gut. Du bist in Ordnung. Du wirst es schaffen.” Vielleicht ist eine Hand zu wenig, manchmal brauchen wir Umarmungen auch.</p>
<p>Für diejenigen im Prozess, verschicke ich unterstützende Umarmungen und wünsche euch die Bereitschaft, diese von den lieben Leuten in der Nähe anzunehmen. Viele Menschen wollen Mut machen und die Gesundung unterstützen, aber sie wissen nicht wie. Ihre wohlgemeinten Ratschläge fallen auf tauben Ohren bzw. wir finden zahlreiche Erklärungen, warum diese Empfehlungen nicht zu uns passen. Aber eine nonverbale Demonstration der Unterstützung und Zuneigung kann viel bewirken. Ich bete dafür, dass ihr euch erlaubt, diese grundlegenden Notwendigkeiten einzufordern. Es sind wichtige Bestandteile des Lebens, nur haben wir das irgendwann verlernt und sie als Luxushandlungen eingestuft.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Soviel man essen kann]]></title>
<link>http://bulimievorbei.wordpress.com/?p=42</link>
<pubDate>Thu, 29 May 2008 15:41:42 +0000</pubDate>
<dc:creator>cfandemils</dc:creator>
<guid>http://bulimievorbei.wordpress.com/?p=42</guid>
<description><![CDATA[Ich weiß nicht, ob es diese Einrichtung hierzulande auch schon gibt. In den USA gibt es Salat Büff]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Ich weiß nicht, ob es diese Einrichtung hierzulande auch schon gibt. In den USA gibt es Salat Büffets, und da kann man essen, so viel man will bzw. kann. Das kenne ich hier eher von den alles-inklusiven Hotelangeboten. Jetzt fällt es mir ein – das gibt es hier beim Brunch!</p>
<p>Vor ein paar Tagen las ich irgendwo „all you can eat“ und Erinnerungen kamen hoch. Als Kind bin ich ab und zu mit meiner Familie in einem Steakhouse (mit Salat-Büffet) essen gewesen. Um Geld zu sparen, haben wir uns am Salatbüffet satt gegessen, und nahmen das Fleisch mit nach Hause für das nächste Abendessen. Damit es sich lohnte, aßen wir oft mehr, als wir eigentlich brauchten.</p>
<p>Viele Jahre später, als junge Frau in New York City, ging ich mit meiner besten Freundin (ebenfalls eine Magersuchtsbulimiekranke) in Greenwich Village essen – in einem Restaurant mit Salat-Büffet. Das war eigentlich zur Beginn meiner Gesundung, denn mitten in der Krankheit wäre ich ganz sicher niemals absichtlich mit jemandem (fr)essen gegangen. Da hätte ich mich zu sehr geschämt, jemandem zu zeigen, was ich für Mengen imstande war zu verschlingen. Also war es für mich eben ein Fortschritt, nicht alleine zu essen. Wir saßen am Tisch, holten uns immer wieder Nachschub, lächelten, unterhielten uns, und gingen abwechselnd aufs Klo. Das Klo dort war ideal – nur für eine Person. Da konnte man zusperren und hatte keine Sorge, „entdeckt“ zu werden.</p>
<p>Tja, und jetzt bin ich gesund und esse so viel, das ich brauche. Daher ist ein „soviel man essen kann“ Angebot für mich nicht besonders interessant. (Doch finde ich es schon angenehm, stundenlang beim Brunch zu sitzen, sich gut zu unterhalten, und hier und da nach Lust und Laune eine Kleinigkeit zu essen holen.)</p>
<p>Aber das Phänomen an sich finde ich schon interessant. Ob es noch ein Überbleibsel aus der Jäger-und-Sammler-Zeit ist? Stellt euch vor, jemand hätte damals ein Salat-Büffet aufgestellt! Die hätten sicher geglaubt, sie sind im Himmel!</p>
<p>Ist es vielleicht ein Instinkt, dass wir mehr essen, wenn mehr vorhanden ist, weil wir einfach so programmiert sind? Es könnten Zeiten kommen, in denen es nichts gibt. Heutzutage ist die nächste Essensquelle (für uns privilegierten Menschen in der westlichen Welt) nicht weit und die Gefahr, dass wir auf dem Weg dorthin vor Hunger sterben, ist nahezu ausgeschlossen. Dennoch stopfen viele rein wenn viel vorhanden ist, als gäbe es Morgen nichts.</p>
<p>Das erinnert mich an noch etwas Instinktives. Mir wurde irgendwann klar, dass ich oft total übertrieben reagiere, wenn ich das Gefühl habe, jemand greift mich an (verbal, versteht sich!). Es konnte noch so subtil sein, da stieg in mir eine Aggression hoch und ich war bereit, mich (oder meine Kinder) bis zum Tode zu verteidigen. Da merkte ich, dass das vielleicht auch so ein altes Überbleibsel von früher ist. Seither bin ich bemüht, in der Situation zu bleiben und dementsprechend zu agieren. Da kommt viel weniger Ärger auf und die Interaktionen sind angenehmer bzw. zufriedenstellender geworden, weil ich lernte, mit den Menschen einfach zu reden.</p>
<p>Da fällt mir noch etwas ein! Viele von uns Ess-Gestörten erzählen, dass wir gelernt haben, in der jeweiligen Familien/Lebenssituation zu überleben. Wir sind SpezialistInnen, was Überleben betrifft. Für mich ist es eine Herausforderung, zu leben und das Leben zu genießen. Ich bin in der glücklichen Lage, dass diese Möglichkeit besteht -- von den Rahmenbedingungen her. Dennoch erfordert es ein Umdenken, wenn ich leben statt nur überleben will.</p>
<p>Ja, und ich denke so: Jeder hat viel aus der menschlichen Entwicklung mitgenommen und viel aus der familiären Entwicklung mitgenommen, und jetzt bin ich in der glücklichen (?) Lage, den ganzen Mist auszusortieren und das Richtige für mich zu finden. Das bedeutet (wie ein richtiger Mensch eben), reflektierter zu handeln. Wir haben riesige Fortschritte in der Technik gemacht, aber psychisch/emotional hapert es noch ein bisschen. Da gibt es noch viel zu tun. Gemeinsam werden wir das schon schaffen!</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Seminarbericht: Psychotherapie bei Adipositas]]></title>
<link>http://herminemandl.wordpress.com/?p=128</link>
<pubDate>Mon, 05 May 2008 15:45:07 +0000</pubDate>
<dc:creator>minam</dc:creator>
<guid>http://herminemandl.wordpress.com/?p=128</guid>
<description><![CDATA[Letzte Woche besuchte ich ein Seminar über Psychotherapie und Adipositas: Referent war der Arzt un]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Letzte Woche besuchte ich ein Seminar über <em>Psychotherapie und Adipositas</em>: Referent war der Arzt und Psychotherapeut Dr. Eberhard Wilke der <a title="Curtius Klinik" href="http://www.curtius-klinik.de/">Curtius Klinik für Psychosomatische Medizin </a>in Bad Malente-Gremsmühlen. </p>
<p><strong>Adipositastherapie - aber wie?</strong></p>
<p>Dr. Wilke erklärte, dass eine Gruppentherapie bei Adipositas mehr Erfolg verspricht als eine Einzeltherapie - auch reicht es nicht, das Problem von einer rein psychotherapeutischen Seite anzugehen - es braucht einen ganzheitlichen Therapieansatz, sprich Interventionen auf Ernährungs-, Bewegungs-, Wahrnehmungs- und psychodynamischer Ebene. Aus diesem Grund sind Kooperationen unerlässlich, damit es zu einem Erfolg kommen kann.</p>
<p>Das Ziel einer Adipositastherapie ist es, die Motivation zur Veränderung zu stärken. Das Gewicht kann dabei nur langsam und langfristig reduziert werden, weshalb eine begleitende Therapie sich optimalerweise über 2 Jahre erstreckt. Laut Wilke ist es notwendig, die Patient/innen sogar <em>davor zu schützen, zu viel abzunehmen</em>, da es sonst zu drastischen Rückfällen und zum bekannten Jojo-Effekt kommen kann. So empfiehlt er 0,5 kg/Woche und weist darauf hin, dass der Körper dazu tendiert, das Gewicht, das er einmal hat, nicht mehr hergeben zu wollen - es gibt demnach einen internen Setpoint, der gewichtsmäßig nach oben korrigiert wird.</p>
<p><strong>Übergewicht - der Ursprung</strong></p>
<p>Übergewicht kann viele Ursachen haben, wobei sich u.a. herausstellte, dass die Adipositasdynamik mit jener von Schmerzpatient/innen verglichen werden kann: Wenn die Erkrankung fortgeschritten ist, dann entsteht laut Wilke häufig eine "Eigendynamik". Die Dynamik erinnert jedoch auch an jene von Suchterkrankten: häufig werden äußere Faktoren für das Essverhalten und die Gewichtszunahme verantwortlich gemacht. Im Vergleich zu anderen Suchtpatient/innen haben Adipöse jedoch einen entscheidenden Nachteil: Sie müssen lernen, mit der Substanz zu leben, denn ohne Essen kein Leben. Ohne Alkohol, Tabletten, Internet, Sex.. kann man hingegen sehr wohl leben.</p>
<p><strong>Fressattacke: Wie die Dominosteine fallen...</strong></p>
<p>Es entsteht eine negative Kaskade, die durch einen Essanfall ausgelöst wird:<br />
Essanfall - Erleben eigener Insuffizienz - Depressive Stimmung - Resignation - Selbstaufgabe - Essanfall</p>
<p><strong>Häufige Psychodynamik: Scham, Verleugnung und Fehleinschätzung</strong></p>
<p>Nachvollziehbar scheint mir auch die starke Schambesetzung des Themas: Aufgrund der Kontrollverluste kommt es zu Schamaffekten, die wiederum in ein Verleugnungssystem münden. In letzteres steigt häufig das gesamte Umfeld ein - so auch die behandelnden Therapeut/innen. Auch sind Fehleinschätzungen des eigenen Gewichts typisch. Wilke zitierte eine deutsche Studie (Strauß 2002), derzufolge</p>
<ul>
<li>35 % der Schülerinnen (13 % der Schüler) im Alter zwischen 15 und 17 Jahren subklinische Essstörungen haben,</li>
<li>33 % sind untergewichtig, wobei sich nur 6 % so einschätzen;</li>
<li>42 % der 15- bis 17-jährigen Schüler/innen sich selbst als übergewichtig wahrnehmen (tatsächlich sind es 8 %) und</li>
<li>20 % aller 7-11-Jährigen bereits Diäterfahrungen haben.</li>
</ul>
<p>Psychodynamisch könnte man jedoch sagen, dass ein emotionaler Hunger mit Nahrung beantwortet wird und die Nahrungsaufnahme dafür verwendet wird, die Affekte zu regulieren. Dementsprechend sind auch Beziehungen überwiegend oral determiniert und Konflikte werden durch beständige Nahrungsaufnahme und Inaktivität gewissermaßen süchtig abgewehrt. Betroffene haben große Angst vor dem psychischen Verhungern.</p>
<p><strong>Psychische Befunde einer Adipositas:</strong></p>
<ul>
<li>Angst vor Enttäuschung und Zurückweisung</li>
<li>ausgeprägte Versorgungswünsche</li>
<li>Aggressionsgehemmtheit</li>
<li>Bereitschaft zur Anpassung und zur Zurückstellung der eigenen Bedürfnisse</li>
<li>anklammerndes oder kontaktvermeidendes Verhalten</li>
<li>Trennungsangst</li>
<li>Fortdauernde Sehnsucht nach einem versogenden mütterlichen Objekt (süchtige Beziehungsstruktur)</li>
<li>versiegende Sexualität</li>
<li>große Einsamkeit</li>
</ul>
<p><strong>Ziele eine Adipositastherapie:</strong></p>
<ul>
<li>Stärkung der Eigenverantwortung</li>
<li>Entwicklung eines positiven Selbstbildes</li>
<li>Verminderung von rigiden Kontrollen und Ersetzen durch flexible Kontrollen</li>
<li>Verbesserung der emotionalen Ausdrucksfähigkeit</li>
<li>Verbesserung körperlicher Ausdruchsfähigkeit (Gestik)</li>
<li>Verbesserung der sozialen Kompetenzen in Beruf, Familie und Partnerschaft</li>
</ul>
<p><strong>Der Weg hinaus...</strong></p>
<p>Dr. Wilke erzählte, dass Patient/innen immer wieder den Impuls verspüren, ihr Glück "vorne" zu suchen - "wenn sie abgenommen haben, können sie glücklich sein." Wilke erzählt, dass er seine Patient/innen dann immer korrigiert und meint: <em>"Das Glück liegt nicht vorne, es liegt ganz weit hinten:</em> <em>Eine Adipositastherapie ist vergleichbar wie rückwärts langsam aus der Einbahnstraße zu fahren."</em> </p>
<p>Ein erster wichtiger Schritt ist, ehrlich damit umzugehen, dass man von etwas abhängig ist - in diesem Fall vom Essen. Betroffene lernen in einer Therapie auch, mehrere Mahlzeiten täglich zu essen, damit kein Hungergefühl entstehen kann. Andere Methoden beinhalten die Analyse des eigenen Essverhaltens (wie schnell wird gegessen, wird erkannt, wann Hunger, wann Sättigung da ist?), das Führen eines Esstagebuchs, die Verwendung von kleinen Tellern, kleinen Bestecken etc. Auch die Einbindung der Familie ist ein wichtiger Faktor, der die Chance einer günstigen Prognose erhöht.</p>
<p><strong>Eine günstige Prognose</strong> <strong>für eine Adipositastherapie</strong> ergibt sich bei</p>
<ul>
<li>hohem Leidensdruck unter dem dysfunktionalen Essverhalten und dem Übergewicht</li>
<li>einem gravierenden Aktualkonflikt</li>
<li>intakter beruflicher und psychosozialer Einbindung</li>
<li>höherer intellektueller Begabung und Bildung</li>
<li>besserer sozialer Position </li>
<li>geringer psychischer und körperlicher Co-Morbidität</li>
<li>einem eingrenzbaren Beginn der Übergewicht-Entwicklung</li>
<li>einem prämorbid bestehendn Normalgewicht</li>
<li>klarer Veränderungsbereitschaft.</li>
</ul>
<p><strong>Fazit: Mühsam, aber wichtig</strong></p>
<p>Es ist ein langer Weg aus der Adipositas - wobei nicht nur die Betroffenen, sondern auch das gesamte Umfeld zwischendurch unter Gefühlen der Ohnmacht, Hoffnungslosigkeit und Perspektivlosigkeit leidet, welche sich mit Ungeduld, Ärgerlichkeit und Unzufriedenheit abwechseln. Dennoch zahlt es sich aus, das Gewicht zu stabilisieren (gilt bereits als Erfolg!) oder weiter Gewicht zu verlieren, denn mit jedem nicht zugenommenen oder verlorenen Kilo erhöht sich die Lebenserwartung der Betroffenen.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Längsschnittstudie über den Zusammenhang von Übergewicht und psychischen Erkrankungen]]></title>
<link>http://herminemandl.wordpress.com/?p=127</link>
<pubDate>Sat, 26 Apr 2008 14:32:24 +0000</pubDate>
<dc:creator>minam</dc:creator>
<guid>http://herminemandl.wordpress.com/?p=127</guid>
<description><![CDATA[Die Wissenschaftlerin Sarah Anderson von der Ohio State University führte gemeinsam mit ihren Kolle]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wissenschaftlerin Sarah Anderson von der Ohio State University führte gemeinsam mit ihren Kolleg/innen einen Längsschnittstudie zum Thema "Kindliche Adipositas und das Risiko, an einer Depression oder Angststörung zu erkranken" durch. Dafür wertete sie die Daten von 820 Personen aus dem US-Bundesstaat New York aus, die zwischen 1975 und 2003 insgesamt viermal kontaktiert worden waren, um Auskunft über ihr Körpergewicht, ihre Körpergröße sowie über ihre psychische Gesundheit zu geben. Für die Studie wurden zusätzlich sozioökonomische Daten, ethnische Herkunft und eventuelle psychische Erkrankungen der Eltern erhoben und für die statistische Analyse berücksichtigt, indem diese Aspekte als äußere Einflüsse herausgerechnet wurden.</p>
<p>Das Ergebnis: Frauen, die in ihrer Jugend einen höheren <a title="BMI-Rechner des Gesundheitsforum NÖ" href="http://www.gfnoe.at/content/tipps/details/tipp_1.php">Body-Mass-Index </a>(Körpergewicht im Verhältnis zu Körpergröße) als 95 Prozent der Bevölkerung hatten, entwickelten fast 4-mal häufiger als andere Teilnehmer/innen in späteren Lebensjahren eine Depression oder Angststörung. Ein derartiger Zusammenhang war bei Männern nicht erkennbar.</p>
<p>In ihrem Erklärungsmodell vermuten die Wissenschafter/innen, dass ein Grund dafür sein könnte, dass für Mädchen das eigene Aussehen wichtiger ist als für Jungen; auch das Hänseln, von dem übergewichtige Jugendliche verstärkt betroffen sind, könne die negative Selbstwahrnehmung und depressive Symptome fördern.</p>
<p><em>Studie:<br />
</em>Anderson, S.E. et al: <em>Adolescent obesity and risk for subsequent major depressive disorder and anxiety disorder: Prosepctive evidence.</em> Psychosomatic Medicine, 69, 2007, 740-747.</p>
<p><strong>Quelle:</strong><br />
Römer, Anke: <em>Erst schwer, dann schwermütig</em>. <a title="Psychologie heute" href="http://www.psychologieheute.de/" target="_self">Psychologie heute</a>, April 2008, S. 59.</p>
<p> </p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Anorexie in den späteren Jahren: Über den Druck, schön zu altern]]></title>
<link>http://herminemandl.wordpress.com/?p=117</link>
<pubDate>Thu, 28 Feb 2008 23:05:31 +0000</pubDate>
<dc:creator>minam</dc:creator>
<guid>http://herminemandl.wordpress.com/?p=117</guid>
<description><![CDATA[Lange Zeit galt die Magersucht als Krankheit, die fast ausschließlich mit jungen Mädchen in Verbin]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Lange Zeit galt die Magersucht als Krankheit, die fast ausschließlich mit jungen Mädchen in Verbindung gebracht wurde. Nun scheint sich dieses Bild dahingehend zu verändern, dass neben jungen Männern immer häufiger ältere Frauen unter den Patienten zu finden sind. ExpertInnen schätzen, dass der Anteil an älteren Anorektikerinnen inzwischen bei 10 Prozent liegt; dementsprechend gilt es in der Zwischenzeit als durchaus üblich, eine Essstörung auch im mittleren Alter zu entwickeln.</p>
<p>Letzteren Umstand wird unter anderem auf die Vorbildwirkung von Stars wie Madonna, Sharon Stone, Jane Fonda und deren Kolleginnen zurückgeführt. Durch die glamourösen Autritte der Celebrities, welche in ihren 40ern, 50ern und sogar 60ern noch gleich schlank sind, wie sie es in ihren 20ern waren - kombiniert mit einer zeitlos jugendlichen Ausstrahlung - führen dazu, dass Frauen eine unrealistische Vorstellungen davon entwickeln, wie sie in ihrer späteren Lebensphase auszusehen hätten. ExpertInnen sind sich einig: In der heutigen Zeit geht es nicht mehr darum, <em>würdevoll zu altern</em>, sondern ein Leben lang <em>jung</em> zu bleiben.</p>
<p><strong>Genauer nachzulesen bei:</strong></p>
<p>Sarah Cassidy: <a href="http://www.independent.co.uk:80/life-style/health-and-wellbeing/health-news/pressure-to-grow-old-beautifully-drives-over50s-to-anorexia-788563.html" title="S.Cassidy: Pressure to grow old beautifully drives over-50s to anorexia.">Pressure to grow old beautifully drives over-50s to anorexia</a>. <a href="http://www.independent.co.uk/life-style/health-and-wellbeing/" title="The Independant Health &#38; Wellbeing">The Independant Health &#38; Wellbeing</a>, 28.2.2008.</p>
<p><strong></strong></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Forschungsprojekt: Restaurant der Zukunft]]></title>
<link>http://herminemandl.wordpress.com/?p=107</link>
<pubDate>Thu, 14 Feb 2008 10:36:11 +0000</pubDate>
<dc:creator>minam</dc:creator>
<guid>http://herminemandl.wordpress.com/?p=107</guid>
<description><![CDATA[Heute gibts einen Exkurs, der nicht direkt mit Essstörungen zu tun hat, aber indirekt möglicherwei]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Heute gibts einen Exkurs, der nicht direkt mit Essstörungen zu tun hat, aber indirekt möglicherweise doch:</p>
<p><strong><em>"Ich weiß, was du mittags gegessen hast..."</em></strong> </p>
<p>In den Niederlanden erforscht der Ernährungswissenschaftler René Koster seit Jänner dieses Jahres mit zwei Dutzend weiteren KollegInnen und Catering-MitarbeiterInnen, wie sich die Umgebung auf das Essverhalten auswirkt. Dafür wurde die Kantine der niederländischen Universität Wageningen zum "<a href="http://www.restaurantvandetoekomst.wur.nl/UK/" title="Restaurant der Zukunft"><font color="#990000">Restaurant der Zukunft</font></a>" umgestaltet: 250 Universitätsangestellte lassen sie sich nun freiwillig beim Mittagessen filmen. Die Projektdauer ist für 10 Jahre anberaumt.</p>
<p><em><strong>"Bald weiß ich mehr darüber, wieso du es gegessen hast..."</strong></em> </p>
<p>Derzeit wissen die Forscher noch wenig über die Rolle, welche die Umgebung und das Ambiente bei der Auswahl und dem Verzehr des Essens spielen. Aber erste Erkenntnisse gibt es schon:</p>
<ul>
<li>
<div>Ohne Gesellschaft essen wir weniger, da wir uns mehr aufs Essen konzentrieren.</div>
</li>
<li>
<div>Blaues Licht macht Appetit auf Fisch.</div>
</li>
<li>
<div>Süßer Duft in der Luft verleitet zum Dessert.</div>
</li>
<li>
<div>Blumen, bequeme Stühle und Musik steigern die Verweildauer. Dann nehmen Kunden eher noch einen Kaffee zum Abschluss. </div>
</li>
</ul>
<p><strong><em>"Bald wirst du essen, was und wieviel ich will..."</em></strong></p>
<p>Aber nicht nur die Probanden, Wissenschaftler und internationalen Kollegen warten schon gespannt auf die Ergebnisse, auch die Industrie freut sich schon. Gründe dafür gibt es genug:</p>
<ul>
<li>
<div>Laut Statistischem Bundesamt geben die Deutschen ein Drittel ihres Lebensmittelbudgets in der Gastronomie aus - Tendenz steigend.</div>
</li>
<li>
<div>Eine bessere Produktpräsentation soll Geld sparen helfen - indem Restaurants, Kantinen und Supermärke nicht mehr so viel entsorgen müssen. Derzeit landen nach Angaben des Bundesverbands der Entsorgungswirtschaft jedes Jahr rund 1,8 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle aus Küchen, Mensen, Restaurants und Hotels in der Tonne.</div>
</li>
<li>
<div>Laut Koster könnten die Erkenntnisse dieses Projekts auch bei der Einführung neuer Produkte Kosten sparen helfen, denn derzeit überlebt lediglich ein Viertel aller Lebensmittelprodukte die ersten sechs Monate im Handel. </div>
</li>
</ul>
<p>Das Wegbewegen von einer "Wegschmeiß-Gesellschaft" ist sicherlich ein guter Gedanke; bleibt nur zu hoffen, dass wir dafür nicht zu einer reinen "Wegess-Gesellschaft" werden, in der die Menschen "noch mehr" essen, denn bereits jetzt sind Übergewicht und Adipositas für einen großen Teil der Bevölkerung ein Problem. Die Chancen für letzteres Szenario stehen jedoch gut, denn nach Adam Riese funktionieren sowohl Lebensmittelindustrie als auch Gastronomie nach den Gesetzen der kapitalistischen Marktwirtschaft: Jeder will - <em>mehr</em> - verkaufen. Nebeneffekt: Mehr Arbeit für die Gesundheitsindustrie...</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Jörg Oberwittler: "<a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,534091,00.html" title="Big Brother in der Kantine">Big Brother in der Kantine</a>", <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/" title="Spiegel Online Wissenschaft">Spiegel Online Wissenschaft</a>, 12.2.2008.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Zahlen zu Essstörungen]]></title>
<link>http://ksknet.wordpress.com/?p=20</link>
<pubDate>Sat, 26 Jan 2008 19:23:03 +0000</pubDate>
<dc:creator>mezzo4orte</dc:creator>
<guid>http://ksknet.wordpress.com/?p=20</guid>
<description><![CDATA[


Häufigkeit und Verbreitung
Knapp zwei Drittel aller weiblichen Jugendlichen bis zum             ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<table align="left" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0">
<tbody></tbody>
</table>
<h2><u>Häufigkeit und Verbreitung</u></h2>
<p><!-- #BeginEditable "Seiteninhalt" -->Knapp zwei Drittel aller weiblichen Jugendlichen bis zum                      18. Lebensjahr haben nach Angaben der Ärztekammer Niedersachsen                      mindestens einmal eine Diät zur Gewichtsreduzierung gemacht.                      Nach diesen Angaben leiden allein in Deutschland mindestens                      220.000 Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren an Magersucht                      (Anorexie) oder Ess-Brechsucht (Bulimie). Das Deutsche Institut                      für Ernährungsmedizin und Diätetik (DIET) in Aachen gibt an,                      dass in Deutschland etwa 3,7 Millionen Menschen unter                      gefährlichem Untergewicht leiden. Von Untergewicht seien                      in Deutschland vor allem Senioren, Krebs-, Dialyse- und HIV-/Aids-Patienten                      sowie Magersüchtige betroffen, teilt das Institut mit. In                      Deutschland leiden nach Angaben des Instituts über 100.000                      Menschen, insbesondere Frauen zwischen 15 und 35 Jahren, an                      Magersucht, 600.000 Frauen und Männer an der Fress-Brech-Sucht                      (Bulimia nervosa). Die Zahl der magersüchtigen Männer liege                      bei fünf bis zehn Prozent - mit steigender Tendenz. Die Universität                      Ulm beziffert die die Häufigkeit in der weiblichen Bevölkerung                      zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr für Anorexie mit                      0,5-1%, für Bulimie mit 3-4% und für Esssucht                      mit 6 % und verzeichnet einen zunehmenden Anteil männlicher                      Betroffener.</p>
<h3>Heilungschancen und Prognosen</h3>
<p>Eine Studie der Universität Heidelberg hat ergeben,                      dass nur die Hälfte der an Magersucht erkrankten                      Personen vollständig geheilt werden. Nach einem Bericht                      der oberösterreichischen Nachrichten können rund                      50 Prozent der an Bulimie erkrankten Frauen geheilt werden.                      Bei 20 Prozent chronifiziert sich das Leiden und 30 Prozent                      entwickeln andere Symptome wie etwa<br />
Depressionen. Ulmer Forschern ermittelten aktuelle Heilungsquoten                      (definiert als weitgehende Symptomfreiheit) von 12% aus Sicht                      der Therapeuten bzw. 11% aus Sicht der Patientinnen, die bei                      der Folgeuntersuchung der betreffenden Patienten nach zweieinhalb                      Jahren auf 36% bzw. 33% anstieg. Wesentlich bessere initiale                      Erfolgsaussichten verzeichnet der Ulmer Studie zufolge die                      Therapie der Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa): von den                      Bulimikerinnen waren zu Therapieende 45% bzw. 31% als weitgehend                      symptomfrei eingeschätzt worden. Allerdings sackte bis                      zur 2,5-Jahres-Untersuchung die Heilungsquote auf 36% bzw.                      22% ab. Das bedeutet, dass nach diesen Zahlen zwei Drittel                      der Erkrankten nicht geheilt werden können. Allerdings                      verspricht eine möglichst frühzeitige Behandung                      die größten Heilungschancen.</p>
<p>Nach der Ärztekammer Niedersachsen verläuft eine                      Essstörung bei rund 16,8 Prozent der Betroffenen tödlich.                      Das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (DIET)                      gibt an, dass bis zu 15 Prozent der Magersüchtigen an                      den Folgen der Erkrankung sterben. Laut der Studie der Universität                      Heidelberg stirbt jede sechste schwer erkrankte Magersüchtige                      an den Folgen der Krankheit. Als häufigste Todesursachen erwiesen                      sich Infektionen, Unterernährung, Wasser- und Elektrolytverlust                      sowie Selbstmord. Die Universität Ulm berichtet, dass                      mit einer Sterblichkeitsrate von 15 bis 20 Prozent die Anorexie                      mehr Opfer als jede andere psychiatrische oder psychosomatische                      Störung fordert.</p>
<h3><u>Kosten</u></h3>
<p>Die jährlichen Gesamtkosten für Anorexie und Bulimie                      in Deutschland werden auf bis zu 553 Millionen Mark beziffert.</p>
<pre><font color="#993300"><i>Quelle:</i></font><b></b> <font color="#993300"><b>Hungrig-Online e.V.</b></font> <a href="mailto:info@hungrig-online.de">info@hungrig-online.de</a><font color="#993300"><i> </i></font> <font color="#993300"><i>Information und Kommunikation bei Essstörungen. </i></font></pre>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Weltweite Charta für Essstörungen, Online-Unterstützung]]></title>
<link>http://ksknet.wordpress.com/?p=16</link>
<pubDate>Sat, 26 Jan 2008 19:04:56 +0000</pubDate>
<dc:creator>mezzo4orte</dc:creator>
<guid>http://ksknet.wordpress.com/?p=16</guid>
<description><![CDATA[Die Weltweite Charta für Essstörungen wurde im Juni 2006 auf dem Weltkongress der Academy for Eati]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Die Weltweite Charta für Essstörungen wurde im Juni 2006 auf dem Weltkongress der Academy for Eating Disorders (AED) in Barcelona verabschiedet und von der Österreichischen Gesellschaft für Essstörungen (ÖGES) und dem Netzwerk Essstörungen (Innsbruck) mitunterzeichnet.Diese Charta beinhaltet die Rechte und berechtigten Erwartungen von Menschen mit Essstörungen und zeigt, dass es auf der ganzen Welt gemeinsame Prinzipien gibt, die Essgestörte, ihre Angehörigen und ihre Behandler verbinden.</p>
<p>Die Österreichische Gesellschaft für Essstörungen (ÖGES) und das Netzwerk Essstörungen sind die nationalen Kontaktstellen der Charta für Österreich; sie haben auch die Möglichkeit der Online-Unterstützung für den deutschsprachigen Raum eingerichtet. Die Charta ist der Beginn einer konzertierten Aktion, die die Regierungen, die öffentliche Gesundheitsversorgung und alle jene, die sich für Essgestörte und ihre Angehörigen einsetzen und sie unterstützen, dazu aufruft, die angegebenen Standards der Behandlungsqualität, der Aufklärung und Prävention umzusetzen.</p>
<p><a href="http://ksknet.wordpress.com/2008/01/26/weltweite-charta-fur-essstorungen-online-unterstutzung/charta-zum-download/" rel="attachment wp-att-18" title="Charta zum download">Charta zum download</a></p>
<p>Dipl.-Psych. Andreas SchnebelVorsitzender des BFE</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Psychotherapie als Teil der Behandlung von Essstörungen ]]></title>
<link>http://herminemandl.wordpress.com/2008/01/06/psychotherapie-als-teil-der-behandlung-von-essstorungen/</link>
<pubDate>Sun, 06 Jan 2008 12:25:42 +0000</pubDate>
<dc:creator>minam</dc:creator>
<guid>http://herminemandl.wordpress.com/2008/01/06/psychotherapie-als-teil-der-behandlung-von-essstorungen/</guid>
<description><![CDATA[Wer seine Essstörung – sei es Magersucht, Bulimie oder Adipositas – ernsthaft in den Griff beko]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Wer seine Essstörung – sei es Magersucht, Bulimie oder Adipositas – ernsthaft in den Griff bekommen will, wird wohl auf mehreren Ebenen gleichzeitig ansetzen müssen. Der erste Schritt einer erfolgreichen Behandlung ist der Besuch bei einem Arzt, der abklärt, ob eine Essstörung eventuell einen organischen Ursprung haben könnte.</p>
<p>Ausgehend von den medizinischen Ergebnissen sollte die Unterstützung von Experten aus den Bereichen Ernährung, Bewegung und Psychotherapie gesucht werden, denn die erfolgreiche Behandlung einer Essstörung mündet im Idealfall in einer gesunden Lebensweise, welche eben diese Bereiche betrifft: Der Betroffene lernt, sich sowohl gesund zu ernähren und als auch zu bewegen, aber auch, sich mit sich und seinem Umfeld wohl zu fühlen. Zu Letzterem gehört auch, sich selbst mit den seinen Wünschen und Ängsten zu kennen sowie sich mit seinen Stärken und Schwächen zu akzeptieren.</p>
<p>Der Teil des Wohlbefindens und der Selbstakzeptanz kann mit Hilfe einer Psychotherapie bearbeitet werden, wobei es - auch wenn der Anlass für die Therapie eine Essstörung ist - meist sinnvoll ist, die psychische Gesundheit des Patienten im Allgemeinen zu fokussieren und nicht in erster Linie das Gewicht. Es gilt jene Konflikte aufzuspüren, die einer Essstörung zugrunde liegen könnten; häufig spielen dabei die persönlichen Beziehungen eines Patienten eine wichtige Rolle. Das Ziel ist es, eine Situation oder einen Moment zu verstehen, der ein (Mit-)Auslöser für eine Essstörung gewesen sein könnte. Dafür kann sowohl ein Einzel- als auch ein Gruppensetting geeignet sein.</p>
<p>Mehr dazu auch in <a href="http://www.tacoma.washington.edu/student_affairs/counseling/documents/eating.pdf" title="Eating Disorders">Eating Disorders: Psychotherapy's Role in Effective Treatment</a>.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Faktor „Familie“ bei der Entstehung von kindlichem Adipositas]]></title>
<link>http://herminemandl.wordpress.com/2007/11/28/faktor-%e2%80%9efamilie%e2%80%9c-bei-der-entstehung-von-kindlichem-adipositas/</link>
<pubDate>Wed, 28 Nov 2007 09:43:03 +0000</pubDate>
<dc:creator>minam</dc:creator>
<guid>http://herminemandl.wordpress.com/2007/11/28/faktor-%e2%80%9efamilie%e2%80%9c-bei-der-entstehung-von-kindlichem-adipositas/</guid>
<description><![CDATA[Für die Ausbildung von Übergewicht oder Adipositas sind verhaltensbezogene und kognitive Faktoren ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Für die Ausbildung von Übergewicht oder Adipositas sind verhaltensbezogene und kognitive Faktoren (Selbstkontrolle, Selbstmanagement) mit verantwortlich, wobei die Verhaltensfaktoren sich auf Charakteristika des Ess- und Bewegungsverhaltens beziehen. Für die Entwicklung des Selbstmanagements spielen vor allem psychosoziale Einflüsse eine erhebliche Rolle, wobei Petermann und Häring (2003:263ff) hier vor allem auf die familiären Einflüsse als Hauptgründe verweisen. In der Familie werden Kindern Vorbilder, Regeln und Muster für angemessenes und unangemessenes Essverhalten vermittelt. Dabei wird ein unangemessenes Essverhalten durch eine gestörte Hunger- und Sättigungsregulation übergewichtiger Kinder und Jugendlicher grundlegend begünstigt. Durch diese Störung kommt es häufig zu Nahrungszufuhr über die Sättigungsgrenze hinaus, was in weiterer Folge zu einer dauerhaft erhöhten Energiebilanz und damit zu Übergewicht bzw. Adipositas beiträgt.</p>
<p>Eine an der Penn State University durchgeführt Studie untersucht die Essgewohnheiten zweier Gruppen von Kindern – einer Gruppe Dreijähriger und einer Gruppe Fünfjähriger: "<em>Both groups reported equal levels of energy expenditure and hunger. The children were then presented with series of plates of macaroni and cheese. The first plate was a normal serving built around age-appropriate baseline nutritional needs; the second plate was slightly larger; the third was what we might now call “supersized”... The younger children consistently ate the same baseline amount, leaving more and more food on the plate as the servings grew in size. The five-year-olds acted as if they were from another planet, devouring whatever was put on their plates."</em> (Critser, 2003:38)</p>
<p>Dieser Versuch legt den Schluss nahe, dass Kinder hinsichtlich „angemessener Portionsgrößen“ klarer Informationen bedürfen – eine Aufgabe, die es von Seiten der Eltern bereits von klein auf wahrzunehmen gilt. Dass dies in unserer Zeit nicht so einfach ist und generell eine Tendenz zum „Supersizing“ besteht, zeigt sich an veränderten Portionsgrößen, die uns angeboten werden. In folgenden Zahlen sei anhand einer Portion Pommes Frites kurz dargestellt, wie sehr sich die Portionsgrößen in den letzen 40 Jahren verändert haben. 1960 entsprach eine Portion Pommes Frites bei McDonald’s 200 kcal, 320 kcal Ende der 70er, 450 kcal Mitte der 90er, 540 kcal in den späten 90ern, bis hin zu derzeit 610 kcal. Das gleiche gilt für das McDonald’s Menü, welches von 590 kcal auf derzeit 1550 kcal hochschnellte (ebd, 28).</p>
<p>Beobachtet wurde im Zusammenhang mit Essverhalten auch, dass Eltern übergewichtiger oder adipöser Kinder Nahrung häufig als Belohnung oder Bestrafung eingesetzt haben. In diesem Fall kann Essen auch stellvertretend als Ersatz für emotionale Zuwendung benutzt werden.</p>
<p>Hinsichtlich des Bewegungsverhaltens kann festgestellt werden, dass die Kinder durch Modelllernen das von anderen Familienmitgliedern vorgelebte Bewegungs­verhalten übernehmen und oft ein inaktiver Lebensstil einem aktiven vorgezogen wird. So werden ruhige, sitzende Tätigkeiten bevorzugt. Fernsehen als Freizeit­aktivität, auch kurze Wege mit dem Auto zurücklegen, Aufzüge und Roll­treppen verwenden, sind in derartigen Familien häufiger zu finden als eine Sportart als Hobby zu haben, kurze Wege mit dem Fahrrad zu fahren oder zu Fuß zurückzulegen. Durch Bewegungsarmut wird die Adipositas aufrechterhalten. Auch gilt das gemeinsame Fernsehen beispielsweise als sozialer Verstärker, und Zeiten, die für sportliche Aktivitäten abgezweigt werden, fallen in diesem Kontext als Zeiten für soziale Verstärkung weg (Petermann/Häring, 2003:263ff).</p>
<p>Petermann und Häring (2003:263ff) stellen weiters fest, dass die Interaktionen in Familien mit adipösen Kindern häufig dysfunktionale Kommunikations- und Konfliktbewältigungs­muster aufweisen. Wie sehr familiäre Strukturen die Entwicklung von Adipositas im Kindesalter beeinflussen können, wird in zahlreichen Studien belegt:</p>
<ul>
<li>Es liegt ein neunfach erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Adipositas im Kindesalter vor, wenn Kinder sozial und/oder emotional vernachlässigt werden. Vernachlässigung stellt einen unkontrollierbaren aversiven Reiz dar. Unabhängig davon, wie stark sich das Kind um Zuwendung bemüht, werden seine Eltern nicht mehr Zeit für es aufwenden.</li>
<li>Das Risiko erhöht sich auf ein siebenfaches für Kinder, die nicht in intakten Familienverhältnissen aufwachsen.</li>
<li>Es liegt ein viereinhalbfach erhöhtes Risiko bei Kindern vor, deren Eltern keine Kenntnis über den kindlichen Süßigkeitskonsum haben.</li>
<li>Wenn die genetische Prädisposition vorliegt, nehmen Kinder, die unter psychosozialen Problemen leiden, häufig rapide an Gewicht zu.</li>
</ul>
<p><strong>Literatur:</strong></p>
<ul>
<li>Critser, Greg: <em><a href="http://www.amazon.de/Americans-Became-Fattest-People-World/dp/0141015403/ref=sr_1_1?ie=UTF8&#38;s=books&#38;qid=1196242840&#38;sr=1-1" title="Fatland">Fat Land: How Americans Became the Fattest People in the World</a></em>, Houghton Mifflin 2003.</li>
<li>Petermann, F., Häring, J.: <em>Elternschulung bei adipösen Kindern und Jugendlichen</em> in: <a href="http://www.amazon.de/%C3%9Cbergewicht-Adipositas-Franz-Petermann/dp/3801716872/ref=sr_1_1?ie=UTF8&#38;s=books&#38;qid=1196242923&#38;sr=1-1" title="Petermann/Pudel: Übergewicht und Adipositas">Petermann, F.; Pudel, V.: <em>Übergewicht und Adipositas</em></a>, Hogrefe Verlag, Göttingen 2003</li>
</ul>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Vorteile vom Dicksein: Warum essen Übergewichtige überhaupt zu viel?]]></title>
<link>http://herminemandl.wordpress.com/2007/10/05/vorteile-vom-dicksein-warum-essen-ubergewichtige-uberhaupt-zu-viel/</link>
<pubDate>Fri, 05 Oct 2007 14:22:50 +0000</pubDate>
<dc:creator>minam</dc:creator>
<guid>http://herminemandl.wordpress.com/2007/10/05/vorteile-vom-dicksein-warum-essen-ubergewichtige-uberhaupt-zu-viel/</guid>
<description><![CDATA[Gute Gründe fürs Zuviel
Übergewicht entsteht, weil Menschen zu viel essen; sie nehmen täglich me]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Gute Gründe fürs Zuviel</strong></p>
<p>Übergewicht entsteht, weil Menschen zu viel essen; sie nehmen täglich mehr Energie zu sich als sie tatsächlich verbrauchen. No-na...</p>
<p>Aber die interessante Frage ist doch: Warum essen sie überhaupt zu viel? Dahinter steckt oft ein "guter Grund" - gewissermaßen ein Vorteil, der durch das Dicksein bzw. durch den Vorgang des Essens erlangt wird. Hinter dem Dicksein können viele - meist unbewusste - Gründe stehen: z.B.</p>
<li>Übergewicht als Ausdruck der Verbundenheit mit wichtigen - ebenfalls übergewichtigen - Personen, z.B. den Eltern.</li>
<li>Übergewicht als Schutz - z.B. für Frauen vor Männern.</li>
<li>Essen als Selbstbehauptung, d.h. an sich gestellten Erwartungen nicht entsprechen zu wollen.</li>
<li>Essen als Ausdruck von Freiheit: Essen als Freiraum, der nicht gänzlich kontrolliert werden muss.</li>
<li>Essen aus Langeweile.</li>
<li>Essen als oraler Genuss.</li>
<li>Essen als Trost.</li>
<li>...</li>
<p><strong>Ein Erfahrungsbericht: Den inneren Widerstand gegen das Thema "Vorteile des Dickseins" austricksen.</strong></p>
<p>Wenn ein Thema nicht bewusstseinsfähig ist, gibt es dafür meist einen guten Grund: Wir schützen uns. Oft steht dahinter ein Konflikt, den wir versuchen zu vermeiden, indem wir ihn verdrängen. Auf der einen Seite ist das eine gesunde Reaktion, denn dadurch können wir mit dem Thema leben, auf der anderen Seite entstehen jedoch - wie bei Medikamenten - Nebenwirkungen. Wenn diese Nebenwirkungen (z.B. Übergewicht) so groß werden, dass sie selbst zum Problem werden, ist es notwendig, sich die verdrängte Dynamik bewusst zu machen und sich genauer mit dem ursprünglichen Thema auseinanderzusetzen.  </p>
<p>In meiner langjährigen Arbeit mit Gruppen von Übergewichtigen stoße ich beim Thema "Vorteile des Dickseins" regelmäßig auf Widerstand - sowohl bei den Eltern, als auch bei den Kindern. Die erste Reaktion ist meist "Es gibt keinen Vorteil!", gefolgt von einem ungläubigen "Was soll es denn da schon für einen Vorteil geben?!" Lasse ich sie weiter suchen, kommen Sager wie "Fett schwimmt oben", "Dicke sind gemütlicher", "Dicke haut nichts so schnell um", "Dicke müssen beim Sport nicht überall mitmachen", "Dicke erkennen eher, wer ihre wahren Freunde sind"... Das Bewusstmachen der unbewussten Dynamik, die hinter dem Dicksein steht, gestaltet sich häufig als ein hartes Stück Arbeit. Aber es ist die Mühe wert!</p>
<p><strong>Die Geschichte vom dicken Kaninchen</strong> </p>
<p>Die Autorin Alexa Mohl verpackt in ihrer Metapher <em>"Das dicke Kaninchen"</em> unterschiedliche Motive für Übergewicht - und zwar in das Gespräch zwischen einem dicken Kaninchen un einer weisen Eule: </p>
<p>Die Geschwister des dicken Kaninchens und dessen Eltern tollen auf der Wiese herum, sie schlagen Haken, spielen miteinander etc. Sie können schneller laufen als das dicke Kaninchen und dürfen sich daher auch weiter weg vom Familienbau bewegen. Sie könnten sich nämlich vor Jagdhünden, Füchsen, Adlern rechtzeitig in Sicherheit bringen und das könnte das dicke Kaninchen nicht. Deshalb muss es sich ständig in der Nähe des Baus aufhalten. Aber das macht das Kaninchen traurig. Es will auch dünn sein, damit es mit den anderen herumrennen kann! Aus diesem Grund hat es schon einige Diäten gemacht. Erfolglos. Als eine weise Eule das Kaninchen vor seinem Bau bemerkt, fragt es dieses: "Warum bist du traurig?" Erst will das Kaninchen die Eule abwimmeln, aber dann gewinnt die Eule doch noch die Aufmerksamkeit des Kaninchens - als die Eule ihm davon erzählt, dass es ja nicht wisse, wie es bei Kaninchen so laufe, aber es habe schon einige Menschen beobachtet...</p>
<p>Diese Geschichte ist ein gutes Werkzeug, sich dem Thema mit einem gewissen Sicherheitsabstand anzunähern: Immerhin geht es um "die Anderen" bzw. um ein "dickes Kaninchen"! Mit Hilfe einer Metapher kann man den inneren Widerstand bis zu einem gewissen Grad austricksen und unbewusste Motive eher ins Bewusstsein locken...</p>
<p><strong>Literatur:</strong></p>
<p>Die Geschichte vom dicken Kaninchen - und andere Metaphern zu verschiedenen Themen - sind in folgendem Buch zu finden:</p>
<p>Alexa Mohl (1998): <em>Metaphern-Lernbuch. Geschichten und Anleitungen aus der Zauberwerkstatt.</em> Paderborn: Junfermann, 1998</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Das Scarlet O'Hara Syndrom: Vorbote einer Essstörung?]]></title>
<link>http://herminemandl.wordpress.com/2007/10/03/das-scarlet-ohara-syndrom-vorbote-einer-essstorung/</link>
<pubDate>Wed, 03 Oct 2007 13:13:27 +0000</pubDate>
<dc:creator>minam</dc:creator>
<guid>http://herminemandl.wordpress.com/2007/10/03/das-scarlet-ohara-syndrom-vorbote-einer-essstorung/</guid>
<description><![CDATA[Unter &#8220;Scarlet O&#8217;Hara Syndrom&#8221; versteht man essenvermeidendes Verhalten in der Öf]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Unter "Scarlet O'Hara Syndrom" versteht man essenvermeidendes Verhalten in der Öffentlichkeit; wie bei der Magersucht sind davon hauptsächlich junge Mädchen betroffen.</p>
<p>Bernardo Carducci, Direktor des Indiana University Shyness Research Insitute, griff diesen Begriff in Anlehnung an eine Szene des Filmes "Vom Winde verweht" auf, in der einige Stereotypen über erwartetes Aussehen und soziales Verhalten von jungen Frauen auf den Punkt gebracht werden: Scarlet O'Haras Zofe erklärt derselben, dass sie - so sie ihren Ruf nicht ruinieren wolle - auf der baldigen Party kein Barbecue essen solle. Während die junge Scarlet in ihrem Korsett verschnürt wird, heißt es: "Wir wollen, dass Sie jetzt ein wenig essen, damit Sie auf der Party nichts essen müssen."</p>
<p>Ein derart kontrolliertes Essverhalten stellt für manche Mädchen lediglich eine Phase auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden dar, für andere ist es eine Gratwanderung zur Essstörung. Die Kontrolle des Essverhaltens übernimmt dabei verschiedene Funktionen: Zum einem steht der Versuch dahinter, die zahlreichen Veränderungen der Pubertät und Adoleszenz im Griff haben zu wollen, zum anderen wird versucht zu beeinflussen, was das Gegenüber denken könnte.</p>
<p>Ständig das Gewicht vor Augen, wird Essen nicht mehr als gemeinsame Zeit des sozialen Austausches mit Familie oder FreundInnen gesehen, sondern Nahrungsaufnahme wird als eine Art Test verstanden bzw. als Aussage über sich selbst. Leider ist das Problembewusstsein in diesem Zusammenhang bei den Betroffenen häufig gering und kaum jemand würde sich als essgestört bzw. als gefährdet betrachten, in eine Essstörung zu kippen. Nichtsdestotrotz sind sich ExpertInnen einig, dass ein derartig kontrolliertes Essverhalten für viele Mädchen eine Gratwanderung zur Essstörung wird. Aus diesem Grund wird empfohlen, möglichst früh aktiv zu werden und sich Informationen und Unterstützung zu holen:</p>
<ul>
<li>Information über Essstörungen gibt es in Österreich unter andem bei: <br />
<a href="http://www.intakt.at/" title="Intakt - Therapiezentrum für Menschen mit Essstörungen">Intakt - Therapiezentrum für Menschen mit Essstörungen,</a><br />
<a href="http://www.sowhat.at/" title="SoWhat">SoWhat</a>,<br />
<a href="http://www.ess-stoerungen.at/" title="Essstoerungen.at">Essstoerungen.at</a>,<br />
<a href="http://www.netzwerk-essstoerungen.at/" title="Netzwerk Essstörungen">Netzwerk Essstörungen</a>,<br />
<a href="http://www.oeges.or.at/" title="ÖGES">Österreichische Gesellschaft für Essstörungen</a>,<br />
<a href="http://www.ess-stoerung.eu/" title="Ess-Stoerungen.eu">Europäisches Forschungsprojekt Essstörungen</a>.</li>
<li>Unterstützung kann man sich auf verschiedene Art und Weise holen: <br />
Freundschaften mit jungen Frauen, die ein gesundes Essverhalten haben und sich wohl fühlen, in der Öffentlichkeit zu essen.<br />
Sich einem Erwachsenen anvertrauen oder Unterstützung in einer Beratungsstelle suchen, denn durch Bewusstmachen kann die negative Denkspirale oft unterbrochen werden. Hilfe bieten wiederum Beratungsstellen wie <a href="http://www.intakt.at/" title="Intakt - Therapiezentrum für Menschen mit Essstörungen">Intakt - Therapiezentrum für Menschen mit Essstörungen,</a> <a href="http://www.sowhat.at/" title="SoWhat">SoWhat</a>,  <a href="http://www.fem.at/" title="FEM - Frauen, Eltern, Mädchen">FEM</a>.</li>
</ul>
<p>Mehr über das Scarlet O'Hara Syndrom lesen Sie im Artikel <a href="http://www.psycport.com/showArticle.cfm?xmlFile=usatoday%5F2007%5F09%5F19%5Feng%2Dusatoday%5Flife%5Feng%2Dusatoday%5Flife%5F023021%5F735834695474469125%2Eew%2Exml&#38;provider=USA%20TODAY" title="Shy about eating in public">"Shy about eating in public: A precursor to anorexia?"</a> der Seite <a href="http://www.psychport.com/">www.psychport.com</a>.</p>
]]></content:encoded>
</item>

</channel>
</rss>
