<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><!-- generator="wordpress.com" -->
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	>

<channel>
	<title>barry-barnes &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://wordpress.com/tag/barry-barnes/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "barry-barnes"</description>
	<pubDate>Sat, 06 Sep 2008 17:37:55 +0000</pubDate>

	<generator>http://wordpress.com/tags/</generator>
	<language>en</language>

<item>
<title><![CDATA[Was ist eigentlich Wissenssoziologie?]]></title>
<link>http://homosociologicus.wordpress.com/?p=96</link>
<pubDate>Wed, 30 Apr 2008 13:56:22 +0000</pubDate>
<dc:creator>martinbooker</dc:creator>
<guid>http://homosociologicus.wordpress.com/?p=96</guid>
<description><![CDATA[Posted by Martin Booker
Für die kommenden Wochen habe ich einige Beiträge zum Thema Wissenssoziolo]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><em>Posted by Martin Booker</em></p>
<p>Für die kommenden Wochen habe ich einige Beiträge zum Thema Wissenssoziologie geplant. Was jedoch steckt hinter dem hehren Namen? Welche Schlüsselkonzepte haben Wissenssoziologen in die Wissenschaft eingebracht? Und wer waren/sind überhaupt die Protagonisten dieser Theorie-Richtung?</p>
<p>Um diesen Artikel kurz und knackig zu halten, muss auf eine umfassende Darstellung des Themas verzichtet werden. Ich verweise hierfür auf einschlägige Lexika-Artikel und Einführungsbände zu dem Thema. Der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wissenssoziologie">Wikipedia-Artikel "Wissenssoziologie"</a> ist zwar interessant zu lesen, weist jedoch erhebliche Lücken auf. Insbesondere <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Sch%C3%BCtz">Alfred Schütz</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Kuhn">Thomas Kuhn</a> aus dem Artikel heraus zu lassen, offenbart klare Defizite (Stand 30.04.2008 - Ich hoffe, ich komme demnächst dazu, den Wikipedia-Artikel zu überarbeiten).</p>
<p>Im Kontext der geplanten Beiträge auf diesem Blog ist vor allem die sog. <em>Neuere Wissenssoziologie</em> um Alfred Schütz, Peter L. Berger und Thomas Luckmann interessant (für die "ältere" und den Vorläufern in der Philosophie verweise ich dann doch auf den Wikipedia-Artikel). Berger/Luckmann gaben 1966 ihr Hauptwerk "<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_gesellschaftliche_Konstruktion_der_Wirklichkeit">Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit</a>" heraus. Darin versuchten sie zu analysieren, wie die Wirklichkeit, in der wir leben, die wir für gewöhnlich als selbstverständlich ansehen, sozial vermittelt wird. <!--more--></p>
<p>Woher weiss ich, dass die Dinge so sind, wie sie nun einmal sind? Selbstverständlich ist mir klar, was ein Lehrer ist, ein Metzger oder ein Anwalt, wie ich mich ihm (oder ihr) gegenüber zu verhalten habe, was ich von ihm/ihr erwarten kann. Natürlich zahle ich mit Geld, was denn sonst? Respektpersonen behandle ich mit Respekt. Ich weiss auch, was Respekt ist, und wie ich ihn zum Ausdruck bringen muss. Wenn ich mit meinen Mitmenschen hier in Deutschland kommuniziere, spreche ich Deutsch und nicht Belgisch, Kanadisch oder Argentinisch. Dass es kein Belgisch, Kanadisch oder Argentinisch gibt, weiss ich ebenfalls selbstverständlich (obwohl hier die Meinungen auseinander gehen). Ich weiss, dass die Straße den Autos vorbehalten ist und ich dies beim Überqueren derselben beachten muss. Ich weiss, was ein Auto und was eine Straße ist.</p>
<p>Besonders interessant aus soziologischer Sicht ist vielleicht das Wissen um die jeweiligen sozialen Positionen der Mitmenschen und wie wir uns entsprechend zu verhalten haben. Angela Merkel ist Bundeskanzlerin und ihre Mitmenschen verhalten sich entsprechend: Sie gehorchen Befehlen, ihre Unterschrift gilt, ihr Wort in der goldenen Waagschale. Das gesamte gesellschaftliche System von sozialen Positionen, von Hierarchie, von Eingrenzungen und Ausgrenzungen, die Verteilung von Privilegien und Geld, von Macht und Einfluss basiert auf einem Geflecht, einer Matrix aus sozial vermitteltem Wissen. Es ist dies die soziale Konstruktion von Wirklichkeit.</p>
<p>Nun sind die Arbeiten von Schütz und seinen Schülern Berger/Luckmann natürlich wesentlich komplexer und raffinierter, als ich an dieser Stelle erörtern kann. Doch dies sind die Grundfragen, denen Wissenssoziologen nachgehen: Inwiefern ist die Wirklichkeit, in der wir leben, und das Wissen, auf dem diese Wirklichkeit gebaut ist, nicht einfach eine relativ willkürliche soziale Konstruktion, die auch völlig anders sein könnte?</p>
<p>Gerade im Kulturvergleich offenbart sich oft diese relative Willkürlichkeit. An dieser Stelle ist daher in den nächsten Tagen ein Bericht über den Stamm der Massai  und die Konfrontation dessen Wissenshorizontes mit dem des (eher westlich-modernistisch orientierten) Nationalstaates geplant. Mit welchen ganz realen Schwierigkeiten hat eine Minderheit zu kämpfen, wenn sie etwa das westliche Konzept "Landbesitz" nicht versteht?</p>
<p>"Besitz", ebenso wie etwa "Macht", "Ansehen" oder "Wert des Geldes" sind hochgradig sozial vermittelte Wissensinhalte, die ihre einzige Bezugsgröße in einem sozial vermittelten Konsens haben. Geld ist nur deshalb so viel Wert, wie es wert ist (bzw. überhaupt etwas wert), weil sich eine signifikante Mehrheit der Gesellschaft darauf geeinigt hat. Wie kann man dies aber von anderen Dingen abgrenzen, die zwar auch sozial gedeutet werden, aber tatsächlich existieren? Was passiert etwa mit einem "Gipfelstein", der ins Tal geworfen wird? Was unterscheidet den Gipfelstein von einem Stein am Wegesrand? Die Wirklichkeit, in der wir leben, ist in unterschiedlichem Maße von sozialer Konstruktion abhängig. "Macht" existiert ohne diese Deutungsprozesse nicht, die Natur aber sehr wohl (obwohl es auch hier unterschiedliche Auffassungen gibt).</p>
<p>Mit den verschiedenen Graden der sozialen Konstruktion hat sich etwa der englische Soziologe <a href="http://www.huss.ex.ac.uk/sociology/staff/barnes/index.php">Barry Barnes</a> auseinander gesetzt, den ich ebenfalls demnächst vorstellen will. Anders als im englischen Sprachbereich ist Barnes in Deutschland leider so gut wie unbekannt, nicht zuletzt deshalb soll er hier eine Würdigung erfahren.</p>
<p>Ideen mit wissenssoziologischem Bezug liegen ständig am Wegesrand. Daher bin ich mir sicher, dass unsere neue <a href="http://homosociologicus.wordpress.com/category/wissenssoziologie/">Kategorie "Wissenssoziologie"</a> schon bald mit regem Leben gefüllt werden wird.</p>
<p><em>Martin Booker © 2008</em></p>
]]></content:encoded>
</item>

</channel>
</rss>
