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	<title>anna-ns-unverstandlichste-but-wertvollste-weisheiten &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
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	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "anna-ns-unverstandlichste-but-wertvollste-weisheiten"</description>
	<pubDate>Fri, 18 Jul 2008 23:08:14 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Ein Sommermärchen. Oder: Der Friseurbesuch]]></title>
<link>http://annanuehm.wordpress.com/?p=268</link>
<pubDate>Tue, 10 Jun 2008 22:01:10 +0000</pubDate>
<dc:creator>Anna Nuehm</dc:creator>
<guid>http://annanuehm.wordpress.com/?p=268</guid>
<description><![CDATA[Alle Jahre wieder geht Frau Nuehm zum Friseur. Frauenuntypischerweise mag Frau Nuehm weder Friseure ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Alle Jahre wieder geht Frau Nuehm zum Friseur. Frauenuntypischerweise mag Frau Nuehm weder Friseure noch Shoppen. Kann sein, dass das ein Genfehler ist. Aber das macht ja auch nichts, es gibt Schlimmeres.<br />
Stimmt, schlimmer als keine Friseurbesuche sind Friseurbesuche.</p>
<p>Heute also: Der grauenhafte Friseurbesuch. Oder: Wäre ich nur im Bett geblieben und hätte mir eine Perücke gekauft oder mir gleich alle Haare einzeln ausgerissen!</p>
<p>Frohen Mutes betrat Frau Nuehm, die aus selbsttherapeutischen Gründen in diesem Beitrag nur in der dritten Person über sich schreiben wird, um das Erlebte nicht noch einmal zu aufzuwühlen und das erlittene Trauma nicht weiter zu vertiefen, den schummerigen Friseursalon. Viele Monde waren seit dem Besuch eines solchen Etablissements vergangen, denn Frau Nuehm hatte beim letzten Mal - wie üblich - sehr schlechte Erfahrungen gemacht.<br />
Seitdem schrieb sie an einer hochwissenschaftlichen Studie über „Gesprochene Sprache in Friseursalons: Vom Sender zum Empfänger und wieder zurück: Wo bleibt das Gesagte, wohin verflüchtigt es sich? Wird es einfach mit den abgeschnittenen Haaren vom Boden aufgekehrt und weggeworfen? Und warum kommt exakt das genaue Gegenteil beim Hörer an? Warum? Warum nur?“, die aber nicht von Erfolg, sondern eher von quälenden Selbstzweifeln gekrönt war. Außerdem hatte sie seitdem sehr starken Spliss bekommen, wodurch ein Friseurbesuch nicht länger zu vermeiden war. Und so nahm das Schicksal seinen Lauf...</p>
<p>Stutzig wurde Frau Nuehm bereits beim Betrachten des eilig und freundlich auf sie zuströmenden Personals: Alle fünf Friseusen waren doch tatsächlich mit Unmengen an Piercings ausgestattet, trugen sehr enge Bekleidung, die einen großzügigen Blick auf mehrere Tattoos gestattete, zusätzlich aber auch über die Fastfood-Begeisterung der anwesenden Damenriege Auskunft gab. Hier und da lugten neckisch kleinere Speckröllchen hervor und blinzelten Frau Nuehm charmant an.<br />
„So weit, so gut.“, dachte Frau Nuehm und nahm zögerlich Platz.<br />
Die fünf <del datetime="00">Ritter der Kokosnuss</del> Grazien stellten sich tribunalartig hinter ihrem Stuhl auf und Nuehm legte los: „Also ich hätte daaaa gerne vier Zentimeter weg, an den Seiten fransig und…"<br />
Mrs. Nasenpiercing: „Boah, sind die Haare kaputt!“<br />
Mrs. Lippenpiercing: „Hmmm, hmmm, die sind Schrott. Aber total.“<br />
Mrs. Mundwinkelpiercing: „Also wenn die Haare ein Hund wären, würde man die einschläfern, aber sofort!“<br />
Mrs. Augenbrauenpiercing: „DAT sieht ja schlimm aus!“<br />
Mrs. Bauchnabel-Lippen-Nasen- und Augenbrauenpiercing: „Oh oh.“</p>
<p>Angesichts dieser erschütternden Aussagen, die einem mitleidlos ausgerufenen „Exitus!“ oder eher noch einem „Boah, die ist hin!“  in einer amerikanischen Krankenhausnotaufnahme gleichkamen, entschied sich Frau Nuehm für einen blitzschnellen und wie sie fand, genialen Taktikwechsel.<br />
Nicht irgendwelche ungenauen Maßangaben wie „schneiden Sie an dieser Stelle in einem Winkel von 45 ein siebtel Grad 2,9 Zentimeter ab, dann legen Sie mittels der Schere die Hypotenuse fest und entfernen Sie von deren zentralem Scheitelpunkt genau 3,8 Zentimeter…“ sollten sie an ihr Ziel führen, nein. Zu oft war Frau Nuehm mit dieser Methode schon gescheitert!<br />
Bilder. Bilder sollten sprechen! Keine schnöden Zahlen, sondern Bilder, Metaphern und romantische Vergleiche.<br />
Frau Nuehm hub also an: „Verwandeln Sie mich doch in diese hinreißende Blondine mit dem strahlenden Lächeln und der eigenen Fernsehsendung, dem Superstar aus Film und Fernsehen, der megaerfolgreichsten Frau und Topstylistin oder auch Umstylistin, die es überhaupt gibt. “<br />
Und es ist ja klar, wer damit gemeint war:</p>
<p><em>Hier war mal ein Foto von Heidi Klum, das aus juristischen Gründen entfernt worden ist, weil das ansonsten 7,8 Trilliarden Dollar gekostet hätte. Frau Klums üblichen Modelstundensatz.</em></p>
<p>Stunden später. Frau Nuehm war unter den erstaunlich zarten Händen der Piercing-Riege tief entschlafen und hörte ganz weit entfernt dezentes Gemurmel „Oh, nee, so ne tote Haare! Isch sachs dir..", dessen mantraartige Wiederholung sie sanft einlullte. Sie - vielmehr ihr Haar - fühlte sich angesichts dieser fachkundigen Beileidsäußerungen wie ein sehr seltenes, aber ziemlich lebloses Tier, das im Zoo von berühmten und professoralen Fachkapazitäten mitleidig betrachtet, manchmal auch probehalber betastet und dessen schlaff herunterhängende Pfote hier und da angehoben wurde, um zu testen, ob es noch lebte oder bereits sanft entschlafen war.<br />
Gerade, als sie überlegte, ob das ein gutes oder ein  schlechtes Zeichen wäre,<br />
jubelte der Damenchor ein triumphierendes „Wir sind fertig!“, und Frau Nuehm schaute freudig gespannt in den Spiegel.<br />
.....<br />
.....<br />
.....<br />
Was sie sah, war dermaßen unbeschreiblich, dass nicht einmal alle überhaupt existierenden Flüche in allen existierenden Sprachen aller vorhandenen Welten ausgereicht hätten, um dieser haargewordenen Ungeheuerlichkeit Tribut zu zollen, außerdem waren die anderen in der Überzahl.<br />
Auch an dieser Stelle sagt ein Bild mehr als tausend Worte:<br />
<a href="http://annanuehm.files.wordpress.com/2008/06/die-grausame-wahrheit.jpg"><img src="http://annanuehm.wordpress.com/files/2008/06/die-grausame-wahrheit.jpg?w=77" alt="" width="77" height="116" class="alignnone size-medium wp-image-273" /></a></p>
<p>Frau Nuehm, wie immer ein Ausbund an Contenance, Selbstbeherrschung und guter Erziehung rang sich atemberaubt ein kurzes, sehr vielsagendes, mit ziemlich kritischem Unterton versehenes „Wundervoll!“ ab, zahlte und schickte sich dann an den <del datetime="00">Schauplatz des Verbrechens </del>Laden zu verlassen.</p>
<p>Erst in sicherer Entfernung und in der geöffneten Tür stehend, schleuderte sie die eiserne Maske der erzwungenen Höflichkeit weg, so weit weg, wie sie nur eben konnte.<br />
„Ihr elenden Spießer!“, kreischte Frau Nuehm und lief schnell weg. </p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Sie haben schon seit Ewigkeiten keinen Sport mehr getrieben,…]]></title>
<link>http://annanuehm.wordpress.com/?p=247</link>
<pubDate>Tue, 03 Jun 2008 22:06:55 +0000</pubDate>
<dc:creator>Anna Nuehm</dc:creator>
<guid>http://annanuehm.wordpress.com/?p=247</guid>
<description><![CDATA[- wenn Sie sich partout nicht mehr erinnern können, was genau Ihre Lieblingssportarten so waren? Da]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>- wenn Sie sich partout nicht mehr erinnern können, was genau Ihre Lieblingssportarten so waren? Damals? Vor 10.000 Jahren? Mammutweitwurf? Steinkeilschleudern? Höhlenjumping?<br />
- wenn Ihre Lieblingslaufhose so durchsichtig ist wie eine schwedische Gardine, Sie dies aber leider erst feststellen, wenn andere Menschen Sie wohlwollend und hämisch applaudierend darauf hinweisen, diese Hyänen!<br />
- wenn Ihre heißgeliebten Laufschuhe nach vorsichtigem Anprobieren und kleineren, zaghaften Dehnübungen vor Ihren entsetzten Augen zu einer grauschimmeligen Staubwolke zerfallen, ähnlich einer seit Jahrtausenden begrabenen Mumie irgendeines Pharaos unter den Händen eines ebenso entsetzten Archäologen.<br />
- wenn Sie in einem Sportgeschäft 50 Paar Schuhe anprobieren müssen, weil Sie Ihre Schuhgröße vergessen haben.<br />
- wenn besagte, leicht durchsichtige Laufhose, die Sie sicherheitshalber als Muster mitgebracht haben, von einer unqualifizierten, unaufmerksamen und unintelligenten Bedienung mit den fröhlichen Worten “Was soll denn das darstellen? Ein Moskitonetz? So etwas führen wir nicht.“ entwertet, beschämt und diskriminiert wird.<br />
- wenn die leicht gigantische Summe Ihrer Neueinkäufe sportlicher Natur von Ihnen sofort in Eis, Kuchen und Schokolade umgerechnet wird, das Sie sich jetzt leider nicht mehr leisten können! Vielleicht sogar nie mehr!<br />
- wenn Sie sich von diesem Schock erst einmal fünf Tage erholen müssen.<br />
- wenn der Wald, in dem Sie immer fröhlich herumgerannt ist, plötzlich nicht mehr da ist und Sie sich total verdutzt auf der Überholspur der neu entstandenen Autobahn wiederfinden. Noch dazu als Geisterläufer.<br />
- wenn Sie stundenlang überlegen müssen, was für ein Sportgerät Sie sich früher <em>in einem anderen </em><em>Leben</em> gekauft haben: „Ein Flexiband? Ein Springseil? Eine Hantel?“ und Sie unverhofft unter dem Riesenkleiderberg, der seit langer, langer Zeit eine Ecke Ihres Schlafzimmers dominiert, einen niegelnagelneuen Crosstrainer finden! Der zudem noch funktioniert!<br />
- wenn Sie sich nach mehreren Versuchen auf eine enorme Trainingszeit von zwei Minuten steigern können, Sie sich aber beim rasanten Absprung während der Fahrt dermaßen einen Muskel zerren, dass Sie schon wieder tagelang aussetzen müssen.<br />
- wenn Sie gefühltermaßen die Zugspitze  hochkraxeln, dann den Mont Ventoux und zum Schluss den Mount Everest besteigen und dieses dämliche Tachometer ganze drei Minuten Trainingszeit anzeigt und 0,3 verbrannte Kalorien!<br />
- wenn Sie nach erfolgreicher Trainingssteigerung auf ganze 12 Minuten weinend vor Angst und zitternd vor Panik nicht wissen, wie Sie den GANZEN Rückweg schaffen sollen und außerdem wird es schon langsam dunkel, bis Ihnen plötzlich einfällt, dass Sie ja ganz einfach anhalten können! Und absteigen!! Was für eine geniale Erfindung, dieser Crosstrainer! Könnte direkt von mir sein!<br />
- wenn Sie Ihre persönliche Bestleistung im Crosstraining nach Tagen der Entbehrung und Entsagungen auf 14 Minuten hochgeschraubt, gleichzeitig Ihre persönliche Bestleistung im realen Treppensteigen auf minus eine Stufe heruntergeschraubt haben, weil Sie vor Muskelkater leider nicht mehr gehen können!</p>
<p>Es besteht aber durchaus noch Hoffnung für Sie, wenn Sie angesichts all dieser Tatsachen nicht etwa wie ein kleiner Jammerlappen leise schluchzend über Ihrem verfluchten Crosstrainer hängen und aufgeben wollen, nein!<br />
Sondern über Doping nachdenken, im großen Stil.<br />
Aber im ganz großen Stil!</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Käpt'n Nuehm, die Titanic, Frankenstein und]]></title>
<link>http://annanuehm.wordpress.com/?p=185</link>
<pubDate>Thu, 22 May 2008 23:44:25 +0000</pubDate>
<dc:creator>Anna Nuehm</dc:creator>
<guid>http://annanuehm.wordpress.com/?p=185</guid>
<description><![CDATA[ein Eisberg

[Erstmals in der Geschichte dieses Blogs habe ich ein hochwissenschaftliches Dokumentar]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>ein Eisberg<br />
<a href="http://annanuehm.files.wordpress.com/2008/05/eis-klein.jpg"><img src="http://annanuehm.wordpress.com/files/2008/05/eis-klein.jpg?w=300" alt="" width="300" height="240" class="aligncenter size-medium wp-image-229" /></a></p>
<p>[Erstmals in der Geschichte dieses Blogs habe ich ein hochwissenschaftliches Dokumentarfoto eingestellt. Es zeigt den berühmten Eisberg "Emil", der einst ungewollt und unschuldig die "Titanic" zum Kentern brachte. Leider wurde der Eisberg durch diesen von der "Titanic" böswillig verursachten Aufprall ziemlich beschädigt. Wie Sie sehen, ist er in zwei Teile zerborsten und die <del datetime="00">Schokolade</del> Oberfläche aus jahrtausendealtem, versteinertem Granitbasalt-Urgestein-Eisenerz-Eis für immer in tausend Teile zersprungen. Diese mutwillige Zerstörung konnte ich nicht länger ertragen und habe darum den Eisberg nach Einstellen dieses Beitrags feierlich <del datetime="00">verspeist</del> eingeschläfert. Ruhe sanft!]</p>
<p>An manchen Tagen bin ich mir ziemlich sicher: Ich habe schon einmal gelebt.<br />
Und zwar war ich einmal Doktor Frankenstein aus der gleichnamigen Novelle. Nein, nicht deshalb, wie jetzt bestimmt viele denken, damit ich einem - aus in dunklen Nächten auf schaurigen Friedhöfen zusammengewurstelten (?) Leichenteilen - zusammengebasteltem Ungetüm eine große Zick-Zack-Narbe auf die Stirn tackern kann. Damit das dann Angst und Schrecken verbreitet, weil es riesengroß ist, noch dazu inkontinent und nie weiß, was gerade sein rechter Arm tut, während sein linker Arm jemanden ermordet, was dem rechten Bein dann wieder entsetzlich Leid tut, während das linke dann hämisch kichert. Nein, sondern weil dieser Seefahrer war.<br />
Nicht das Bein jetzt, der Doktor Frankenstein. War Seefahrer. So wie ich.<br />
Sehen Sie, haben Sie nicht gewusst, stimmt's?</p>
<p>Das arme Monster, denn schließlich ist es nie gefragt worden, ob es denn als wandelnder Hackbraten mordend und plündernd unterwegs sein will, flüchtet nach diversen blutigen Untaten - bei manchen ist ihm einfach so die Hand ausgerutscht, bei anderen ist sein cholerisches Genmaterial für alles verantwortlich - an den Nordpol, voller Reue, Selbsthass und vielleicht auch ein bisschen Langeweile, denn wenn man schon alle Tabus gebrochen hat, bleibt irgendwann nichts mehr übrig!<br />
So gesehen könnte man vom Monster als erstem literarisch erwähnten Burn out-Syndrom sprechen, aber das ist jetzt gerade nicht das Thema. </p>
<p><em>Zu guter Letzt</em>, wenn man das überhaupt so sagen kann, denn schließlich hat das liebevoll zusammengeklöppelte Patchwork-Ungetüm die ganze Familie vom Doc dahingerafft, und dann wäre das auch nicht so wirklich ein Happy End, trotzdem, so zum Schluss kapert der Doktor ein Schiff und fährt mit diesem ins ewige Eis. Dort soll das Monster dingfest gemacht werden und dann verrotten, damit es nicht weiterhin Unheil anrichten kann. Und als Gipfel der Selbstaufgabe will sich der Doc mitsamt dem multiplen Zappelmonster tiefgefrieren lassen, auch um seine Sünden mit abzubüßen. Denn schließlich hat er in einem Anfall von Hybris und Selbstüberschätzung - ich sag ja, Nuehm!- das Monster erschaffen, weil er Gott spielen wollte. Aber Gott war so insgesamt not very amused.</p>
<p>Und genau wie der Doc steuert Nuehm ihr Schiff. Schnurstracks nach Norden. Immer nach Norden, dorthin, wo die Kompassnadel hinzeigt. Stur den Kurs festgeschrieben und das Steuerrad festgebunden. Aber täglich diese Eisberge und nicht einmal ein Knut!<br />
Ja, ist das denn zu fassen? Kein Knut und nichts!<br />
Immer dieser eisige Wind und die Mannschaft meutert. Obst war mal und die ersten haben Skorbut. Aber Käpt'n Nuehm ist so stur wie die Eisschollen hart sind und steuert und fährt und steuert und fährt. Immer gen Norden, der Depp.<br />
"Nuehm, hast du schon mal was von der Karibik gehört? Schön warm dort!"</p>
<p>Um allen zu beweisen, wie falsch sie mit ihrer Prognose liegen „Nuehm, du wirst dir den Arsch abfrieren!“ oder wie es im Original heißt: „Doctor Nuehm, you will freeze your bloody arse off!“ nimmt sie täglich bei minus 30 Grad ein ausgedehntes Sonnenbad auf Deck 17, danach springt sie ins Wasser und taucht. Eistauchen. Ein sehr schöner Sport. Man muss nur höllisch aufpassen, dass man das Einstiegsloch nicht verpasst. Kann sonst übel ausgehen. Was es dann ja auch tut. </p>
<p>An anderen Tagen habe ich sehr intensive déja-vues aus meinem Leben als ein anderer Käpt'n, dem Kapitän der "Titanic".<br />
Szenario: Die "Titanic" sinkt. Alle kreischen hysterisch und laufen aufgelöst auf dem Schiff herum. Käpt'n Nuehm liegt derweil in der Hängematte und hält ein Schläfchen.<br />
Die ersten steigen in die Rettungsboote. Käpt'n Nuehm spielt ne Runde Poolbillard gegen sich selbst und gewinnt. Haushoch. Ist klar.<br />
Die Mannschaft geht von Bord und fleht Nuehm inständig an mitzukommen. Nuehm lacht, brät sich erstmal ein Spiegelei und schält Kartoffeln fürs Abendessen.<br />
Das Schiff beginnt zu sinken. Nuehm schaut aus dem Bullauge und sieht Handlungsbedarf. Eventuell. Außerdem ärgert sie sich, dass sie gestern noch alle <del datetime="00">Fenster</del> Bullaugen geputzt hat.<br />
Das Schiff zerbricht mit einem lauten KRICKSKRACKS in zwei Teile und sinkt. Nuehm sucht in ihrer Nachttischschublade nach Tesafilm. Keins da. Und der Sekundenkleber ist auch alle. Mist!<br />
"Organisation ist doch wichtig", denkt Nuehm und merkt sich das für ein späteres Leben. Vielleicht.<br />
Die "Titanic" liegt auf dem Grund. Käpt'n Nuehm, das kalte Eiswasser aus ihrem vorigen Leben als Doktor Frankenstein gewöhnt, schwimmt lässig nach oben.<br />
Die Freudentränen vergießende Mannschaft will sie ins Rettungsboot zerren. Aber Nuehm braucht so etwas nicht. Sie wartet einfach auf den Treibhauseffekt. Und kaum 100 Jahre später ist er auch schon da!<br />
Fröhlich vor sich hinplätschernd singt Nuehm, während sie wie ein junger Seehund im inzwischen karibikwarmen Badewasser daherpaddelt: <em>"Bacardi Feeling… lalalalalalala..."</em></p>
<p>Tja, und was ich mit diesem leicht mysteriösen Text sagen will:<br />
Wenn man lange genug wartet, werden Eisberge zu Palmen. Aber trotzdem sollte man nicht mit Tesafilm die "Titanic" kitten.<br />
Bringt nix.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Frohe Pfingsten und so]]></title>
<link>http://annanuehm.wordpress.com/?p=222</link>
<pubDate>Fri, 09 May 2008 13:23:54 +0000</pubDate>
<dc:creator>Anna Nuehm</dc:creator>
<guid>http://annanuehm.wordpress.com/?p=222</guid>
<description><![CDATA[Ich wünsche allen Lesern frohe Pfingstfeiertage!
Möge Sie der Heilige Geist nach allen Regeln der ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wünsche allen Lesern frohe Pfingstfeiertage!<br />
Möge Sie der Heilige Geist nach allen Regeln der Kunst erleuchten, beleuchten, heimleuchten und erhellen.<br />
Hossa!</p>
<p>Ich selbst habe in den letzten Monaten dermaßen viele erhellende und Aha!-Effekt-Momente erlebt, dass ich das nicht mehr ganz so nötig habe und fahre darum weg.<br />
Ich weiß noch nicht wirklich wohin, und wann ich zurück bin, weiß ich auch nicht.<br />
Ungenaueres kann ich dazu leider nicht noch mehr sagen. Denn es ist schon alles diffus genug und man sollte es damit auch nicht übertreiben.</p>
<p>Möglicherweise schreibe ich ein Buch. Wobei das letzte, an dem ich jahrelang gearbeitet habe - voller Inbrunst und Tatendrang, manchmal bis morgens um fünf - jetzt leider doch auf Seite 2 gescheitert ist, und ich es unvollendet in die Ecke legen muss.<br />
Ich werde niemals erfahren, wie es ausgeht und das macht mir schwer zu schaffen!</p>
<p>Damit mir das nicht wieder passiert, werde ich mein nächstes Buch, eine Trilogie über mindestens 30.000 Seiten, auf der letzten Seite beginnen und mich dann langsam aber stetig, sozusagen lawinenartig, nach vorne schreiben.<br />
Ein richtiges Thema hab ich noch nicht so ganz. Ich dachte da an eine Mischung aus Sex-Lügen-Kartenspielen-Hunde-Nordic walking-das Ozonloch und Abnehmen. Vielleicht kommen auch ein paar Morde vor. Auf jeden Fall Backrezepte. Und Geheimdienste. Und das verlorene Mojo von Austin Powers. Zumindest aber vernichtende Verbalzerschmetterungen von Personen, die mir in meinem zarten Leben schon öfter einmal auf meinen ebensolchen Fuß getreten sind und so. Vielleicht aber auch nicht, wen interessiert's?<br />
Das Ganze natürlich so total verschlüsselt, dass niemand weiß, wer wie was und warum gemacht hat.<br />
Also, so wie immer im Leben.<br />
Am Ende stehen alle nur ratlos da und einer sagt: "Häh?"<br />
Mist, jetzt habe ich den Schluss schon verraten!<br />
Aber dafür wird der Anfang umso spannender.</p>
<p>So, mit diesen kryptischen Bemerkungen enteile ich ins Pfingstwochenende und hänge gleich 'ne kleine bis mittlere Pause dran.<br />
Schaun wir mal.<br />
Und damit die treuen Leser auch ein schönes, neues Foto anschauen können, habe ich passenderweise ein paar Blümchen fotografiert. Keine Ahnung, wie die heißen. Butterblumen oder so.<br />
<a href="http://annanuehm.files.wordpress.com/2008/05/herzblume-kleiner.jpg"><img src="http://annanuehm.wordpress.com/files/2008/05/herzblume-kleiner.jpg?w=150" alt="" width="150" height="120" class="aligncenter size-medium wp-image-223" /></a><br />
Auch hier gilt: Schauen Sie das Foto bitte nicht länger als 23 Stunden pro Tag an, weil es sonst zu Netzhautablösungen und Schwindelanfällen kommen kann.<br />
Ich finde es aber trotzdem sehr schön. Und wer mag, darf es sich gerne auf Visitenkarten, Bettwäsche oder Krawatten drucken lassen. Viel Spaß damit!</p>
<p>Frohe Pfingsten!<br />
Ihre Anna Nuehm</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Kuckuck...]]></title>
<link>http://annanuehm.wordpress.com/?p=188</link>
<pubDate>Tue, 01 Apr 2008 14:18:52 +0000</pubDate>
<dc:creator>Anna Nuehm</dc:creator>
<guid>http://annanuehm.wordpress.com/?p=188</guid>
<description><![CDATA[Ich bin wieder da, wenn auch nur so halb, vielmehr rein körperlich. Geistig nicht so ganz.
Nicht, d]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin wieder da, wenn auch nur so halb, vielmehr rein körperlich. Geistig nicht so ganz.<br />
Nicht, dass das so einen Riesenunterschied zu sonst machen würde, aber ich wollte es nur mal gesagt haben. Es könnte sein, dass ich auf dem Rückweg zu schnell gefahren bin und deshalb meine Seele noch an einem anderen Ort weilt und mein Geist aus Rücksichtnahme auf ihre enorme Sensibilität – ha, das hätten Sie jetzt nicht gedacht, was?! – bei ihr geblieben ist.<br />
Zu meinem Körper sagte er ganz schnöde: „Fahr du schon mal vor, wir kommen nach.“<br />
Körper so: „Typisch! Aber okay, dann eben nicht. TSCHÜSS.“<br />
Tja, und darum kann es noch ein bisschen dauern, bis ich wieder im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte sein könnte. Wenn überhaupt.<br />
Und wenn das überhaupt mal wieder was wird, mit mir und so!</p>
<p>Ich plane ja wahnsinnige Umstrukturierungen. Nein, ich rede jetzt nicht von einem neuen Paar Schuhen, was Frauen ja sehr oft im Kopf haben, wenn sie sagen „Du, ich muss mein Leben ändern!“ oder „So geht das jetzt aber nicht mehr, ich hab die Schnauze voll!!!!“ oder auch „Schatz, wir müssen reden..“<br />
Da muss Mann gar nicht erschreckt die Luft anhalten, das heißt übersetzt einfach nur: Einmal Schuhgeschäft und zurück.<br />
Aber das meine ich jetzt gar nicht.</p>
<p>Ich rede von wirklichen Umstrukturierungen. Nein, auch nicht, was Sie jetzt denken, ich habe jetzt keine Geschlechtsumwandlung ins Auge gefasst, das wäre mir doch ein bisschen zu extrem, und auch wenn man wie ich etwas zu Extremen neigt, sollte man sich selbst nie den Rückweg abschneiden. Ob man „abschneiden“ in dem Zusammenhang so schreiben darf, keine Ahnung? Ist ja nicht gerade taktvoll, aber egal...</p>
<p>Okay. Umstrukturierungen: Für kurze Zeit wollte ich mich selbst zur Adoption freigeben, aber nach einem schnellen Blick in meinen Personalausweis und dem Gedankenblitz „Nuehm, dafür biste jetzt wirklich zu alt, dich nimmt doch eh keiner und soviel Zeit haste auch nicht, dass du dein Leben jetzt noch in irgendwelchen Heimen verbringen solltest.“, kam ich dann doch von dieser Idee ab.<br />
Dann beschloss ich spontan mein Herz zu spenden und da ich ein bescheidener Mensch bin, wollte ich dies ganz <em>anonym</em> tun und es nachts klammheimlich in eine Babyklappe legen. Aber nach kurzer Rücksprache mit meinem Hausarzt hab ich auch diese Idee verworfen, wenn ich auch zugeben muss, dass sie mir nach wie vor ungemein gut gefällt.<br />
Mal sehen.<br />
Tja, und da man wie so oft Sklave seiner Umwelt ist, können meine Umstrukturierungen nicht ganz so rigoros ausfallen, wie ursprünglich gedacht. Aber zwischen Adoption und Nichtstun liegen ja Welten und jede Menge Möglichkeiten:<br />
Zum Beispiel in den Tibet auswandern. Oder ins Saarland. Oder nach Paraguay. Und dort Latin Lover werden – ein alter Kindheitstraum von mir. Oder auf eine einsame Insel auswandern und den Ersten, der mich dort besucht, nenne ich dann "Mittwoch" oder so.<br />
Vielleicht mach ich auch endlich mal etwas ganz Verwegenes, den Fahrradführerschein. Es ist mir ja bis heute unbegreiflich, wie Leute einfach so auf Fahrräder steigen und in der Gegend herumfahren. Also für mich wäre das nichts. Ich leide auf einem Fahrrad sofort unter Höhenangst und Schwindelanfällen.<br />
Oder ich mache mal was Vernünftiges. Spionageausbildung? Heiratsschwindlerausbildung? Schönheitsops? Meinen Müll trennen? Obwohl. Weiß nicht.<br />
Man muss sich ja auch nicht selbst das Leben zur Hölle machen, oder?</p>
<p>Kurz und gut, ich habe große Pläne, wenn ich auch nicht weiß, welche. Und es wird sich vieles ändern, wenn ich auch nicht weiß, was.<br />
Und so insgesamt: Alles wird anders.<br />
Aber: Ich denk noch nach!</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Verheerende Irrtümer der Menschheit: Autofahren]]></title>
<link>http://annanuehm.wordpress.com/?p=186</link>
<pubDate>Mon, 17 Mar 2008 23:18:16 +0000</pubDate>
<dc:creator>Anna Nuehm</dc:creator>
<guid>http://annanuehm.wordpress.com/?p=186</guid>
<description><![CDATA[Verehrte Leser, eine neue Reihe in Frau Nuehms Blog wird Sie nicht nur erfreuen, sondern Ihnen so ma]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Verehrte Leser, eine neue Reihe in Frau Nuehms Blog wird Sie nicht nur erfreuen, sondern Ihnen so manche heimtückische Denkfalle vor Augen führen, in die Sie vielleicht ohne meine Hilfe direkt hineingetappert wären.<br />
Deshalb, lesen Sie neu, hier und fast auch regelmäßig: "Verheerende Irrtümer der Menschheit."<br />
Untertitel: "Irrtümer wie Du und ich."<br />
Unteruntertitel: "Dinge, die Sie sowieso nie gedacht hätten, aber vielleicht wäre es von Vorteil sie zu wissen, falls mal einer fragt. Wenn nicht, ist auch gut."</p>
<p>Teil I: Das Autofahren</p>
<p>- In den seltenen Fällen, dass man dem irgendwie auch immer so störenden Gegenverkehr zu nahe kommt, sei es durch fatale Überschätzung des eigenen fahrerischen Könnens, verbaute Straßen, die sich urplötzlich als zu schmal entpuppen oder auch selten dämliche Autofahrer, die die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlieren, weil sie zB. während der Fahrt spontan aussteigen, einer knackigen Blondine hinterher schauen oder einfach nur von der Monotonie des Autofahrens gelangweilt, ein kleines Nickerchen am Steuer einlegen, ist es von keinerlei Nutzen, den Blick nach streng rechts aus dem Fenster zu konzentrieren.<br />
Blicken allein genügt nicht! Augen zumachen auch nicht. Fürs Aussteigen ist es dann leider auch schon zu spät!<br />
- Das darauf folgende sehr hässliche Kratzgeräusch an Ihrem Kotflügel können Sie zwar auf den Moment mit einem Lauterstellen Ihrer Lieblings-Cd übertönen, vor tiefergehenden Karosserieschäden schützt diese Übersprungshandlung aber überraschenderweise nicht.<br />
- Es ist ein Trugschluss, dass das Gesetz der Serie „Ich lasse andere Autofahrer immer in den fließenden Verkehr einfädeln, dann müssen sie das auch mal für mich tun!“ irgendwann einmal reißt. Solche Serien bestehen oft lebenslang, sind aber auf andere Bereiche wie Lottospielen nicht übertragbar. Überhaupt nicht.<br />
- Dass Menschen ihre Autos in Parkhäusern immer, überall und auch sofort finden, ist ein bösartiges Gerücht, dass besonders Frauen in Verzweiflung, Selbstisolation und grundlegende Zweifel an ihrem phänomenalen X-Chromosomen-gebundenen Orientierungssinn stürzen soll. Was auch sehr oft gelingt.<br />
Diese infame Taktik, die zur Aushöhlung der allein den Frauen gebührenden Domäne „Genialität x Orientierungssinn = Frau hoch zwei“ dienen soll, entspringt diversen männerdominierten, sehr halbseidenen Geheimlogen und ist aufs Schärfste zu verurteilen. <del dateTime="00">Parkhäuser sind demzufolge reine Männererfindung. Was auch sonst.</del><br />
- Autos, die vier Meter lang sind, passen aus unerfindlichen, unerklärlichen und zudem auch völlig unlogischen Gründen nicht in Parklücken von drei Meter Länge. Wer auch immer sich das ausgedacht hat. <del dateTime="00">Na, überlegen Sie mal!</del><br />
- Rückwärts Einparken ist eine höchst diffizile Angelegenheit, die man am besten auf die frühen Morgenstunden oder in die tiefsten Nachtstunden verlegen sollte, wenn die Straßen so ausgestorben sind, wie das Gehirn von *setzen Sie hier den Namen einer von Ihnen besonders geschätzten Person ein.<br />
Natürlich nur, damit zufällig vorbeikommende Männer nicht noch weitere Schäden an Ihrem fahrtechnischen Selbstbewusstsein erleiden müssen, was sie durch die Erfindung von noch gemeineren Frauenfallen, wie zB. Parkhäusern mit winzigkleinen Parkplätzen oder Parkhäusern, in denen man nur links fahren darf, zu kompensieren gedenken würden.<br />
Das muss dann aber wirklich nicht sein!<br />
- Wenn diese komische kleine Benzinlampe seit Tagen leuchtet, heißt das nicht, dass Sie die Glühbirnen vorne da am Auto, die bestimmt nicht Glühbirnen heißen, aber egal, wechseln müssen. Sondern das Benzin. Falls noch welches da ist.<br />
- Winterreifen sind eine überflüssige Erfindung der Reifenindustrie, wie man besonders dieses Jahr mal wieder feststellen konnte und eine schändliche Verschleuderung von Ressourcen. Wie ich jedes Jahr, eingefroren und festgefahren in den Ardenner Schneegräben immer wieder <del dateTime="00">fluchen </del>betonen muss.<br />
- "Rechts vor links" ist zwar eine sehr schöne, mittlerweile aber als total altmodisch und überholt angesehene Konvention aus den 60er Jahren, an die sich gewitzte Autofahr-Insider schon lange nicht mehr halten. Es geht auch ohne! Sie ziehen ja auch nicht immer noch die Klamotten aus den 60ern an, oder?</p>
<p>Ich hoffe, ich konnte über einige schwerwiegende Irrtümer aufklären und Sie mit wertvollen Tipps und Hintergrundwissen, besonders auf technischem Gebiet - ich sage nur: Glühbirnen! - erfreuen.<br />
Ihre Anna Nuehm</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Gefährliche Extremsportarten: Mörderic Walking]]></title>
<link>http://annanuehm.wordpress.com/?p=184</link>
<pubDate>Tue, 11 Mar 2008 23:05:27 +0000</pubDate>
<dc:creator>Anna Nuehm</dc:creator>
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<description><![CDATA[Heute möchte ich meine treuen Leser vor einer besonders gefährlichen Extremsportart, dem &#8220;M]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Heute möchte ich meine treuen Leser vor einer besonders gefährlichen Extremsportart, dem "Mörderic Walking" warnen. Dies aus gegebenem Anlass, denn ich war seit langem mal wieder im Wald, begleitet von meinem Gefährten, Bloghund Mogli, seines Zeichens sehr aggressiver Jack Russel-Terrier, der in frühestem Welpenalter zu viele Jackie Chan-Filme gesehen hat und daraus eine leicht übersteigerte Beiß- und Kampffreude erworben hat. Aber das ist ein anderes Thema.</p>
<p>Ich selbst habe vor langer, langer Zeit mal selbst Mörderic Walking betrieben, aber das ist so lange her, das es in einem früheren Leben stattfand, damals, vor <del dateTime="2008-03-11T22:26:48+00:00">zwei Tagen </del>vielen Monden, als meine Urahnen noch mit Fellen im Wald lustwandelten.<br />
Ich, in einem Anfall von Unwissenheit, hatte mir zwei Stöcke gekauft, sie aber eher so tanzmariechenmäßig geschwungen und total lässig mit mir herum geführt. Also so richtig mörderic war das nicht, eher ganz im Gegenteil. Ich wusste ja nicht mal, wie man das genau macht und hatte irgendwann auch mal einen Stock verloren. Vielmehr fand ich nach weiteren Monaten einen Stock im Wald, der sah doch tatsächlich so aus wie meiner! Darum nahm ich ihn mit nach Hause.<br />
Als nützliches und ehrliches Mitglied der Gesellschaft rief ich aber sofort das Mörderic Stöck-Fundbüro an und sagte freudig: „Hallo, Nuehm hier. Stellen Sie sich vor, ich hab einen Stock gefunden, der sieht doch tatsächlich so aus wie meiner!“<br />
Die Dame des Mörderic-Stöck-Fundbüros: „Haha, guter Witz. Dann ist es bestimmt Ihrer. Wollen Sie mich hier veräppeln, oder was?“<br />
Ich: „Ausnahmsweise nicht.“<br />
Da legte sie auf.<br />
Okay. Ich hatte dann zwei Stöcke, aber was sollte ich damit?</p>
<p>Noch über diese Frage vor mich hingrübelnd, unternahm ich mit meinem treuen Hund einen ausschweifenden Spaziergang, bei dem ich auch wieder einmal Kastanien sammelte, denn man sollte für alle Fälle immer ein paar Kastanienmännchen in Reserve haben.</p>
<p>Da! Plötzlich! Getrampel wie von einer Bisonherde! Der Boden erzitterte! Die vom langen Winterschlaf geschwächten Vögel fielen massenweise von den Bäumen.<br />
Mogli und ich sprangen in den Wassergraben, da kam sie schon herangerollt, eine Horde wildgewordener Mörderic Stöckler. Ich zu Mogli: „Mach bloß keinen Scheiß jetzt, oder wir sind dran. Keinen Ton.“<br />
Die Stöcke blitzten brutal im Sonnenlicht, mit militärisch verkniffenem Stechschritt kamen sie daher, wie eine Todesschwadron. Die Stöckler. Zusammengekniffene Pobacken, die Polyesterfasern rieben mit einem zischenden „uitt uuitt uittu-uittuuitt“ aneinander, die Arme gegengleich mit den gefährlich blitzenden Stöcken, jeweils knapp am Vordermann. Vereinzelt floss Blut, aber kein Schmerzenslaut kam über die zusammengepressten Lippen. Die sind so tough, die merken das nicht mal!</p>
<p>Ja, man sieht denen auch an, dass sie in ihrer Freizeit so extraordinäre Hobbies wie „Stadt, Land, Fluss“ pflegen, manchmal, aber nur nach Sedierung durch einen grünen Tee mit zwei Stück biologisch abbaubarem Kandiszucker, solche Horrorsendungen wie „Mit der Maus!“ anschauen und oftmals - Gipfel der Verwegenheit - ohne Badebuxe in die Sauna gehen. Aber ganz ohne.<br />
Auch ohne die obligatorischen Adiletten, die man da immer anhaben muss, alleine schon damit sich genügend giftige Dämpfe entwickeln können, die jeder Mülldeponien in Südwestitalien Ehre machen würden. Sie kaufen ihre naturhanfenen, naturfarbenen und natur<del dateTime="2008-03-11T22:26:48+00:00">müffeligen</del>schönen Unterbuxen im Bioladen und ertragen das Gekratze ohne mit der Wimper zu zucken.<br />
Sie mahlen die Körner für ihr Brot auch selbst, am liebsten jedes Korn einzeln und laufen dann mit diesem zum nächstbesten Bach und waschen es dann in Mutter Natur.<br />
In ihrer Freizeit sind sie politisch dermaßen korrekt, dass es schon wieder unkorrekt ist und wenn sie mal so richtig auf die Pauke hauen wollen, dann gehen sie samstags hin und kehren einfach nicht ihre Straße! Oder putzen nicht! Oder haben samstags nach der Bundesliga keinen Sex! Oder falls doch, dann lassen sie dabei einfach das Licht an, was ja echt ganz schön unerhört ist! Kurzum: Sie schrecken einfach vor nichts zurück, diese stöcklernden Outlaws!</p>
<p>Das ist auch kein Wunder, denn die Ursprünge des "Mörderic Stöck" liegen am Amazonas und wurden dort von besonders brutalen Indianerstämmen einfach so, Sonntag nachmittags nach dem Kaffee, zum Zeitvertreib oder aus purem Sadismus ausgeübt. Allerdings nahm man da als Untergrund nicht etwa den federnden Waldboden, sondern zufällig vorbeikommende Feinde. Dann pixelte man mit Stöcken aus Tropenholz, das muss man sich mal vorstellen, Tropenholz!, das sagt doch wohl schon alles, Tropenholz!, in stundenlanger Handarbeit schöne Muster und erbauliche Sprüche in den Feind ein, woraus sich später dann, unter Zuhilfenahme durch britische Missionare das Tattoo entwickelte und in die ganze Welt verbreitete.</p>
<p>Mannmann. Also wenn Reinhold Messner das mal früher gewusst hätte, dann hätte er sich das ganze Himalaya-Gekraxel sparen können. Mörderic Walking, das wärs gewesen. Aber leider gab es das zu seiner Zeit noch nicht und heute würden seine Nerven das nicht mehr aushalten, auf keinen Fall.<br />
Diese ganze Freeclimbing-Geschichte ist auch maßlos überschätzt. Ist ja wohl auch nur ein schlechter Witz, mit dem kleinen Finger an so einem lächerlichen Felsen hängen und unter einem geht’s 5000 Meter in die Tiefe. Zum Einschlafen. So etwas machen die Mörderic Stöckler mal ganz nebenbei in der Mittagspause.<br />
Oder Apnoe-Tauchen. Lachhaft. Das ist doch alles nur für solche armen Hascherl, die keinen Mumm haben, sich mit ein paar Stöcken die Muskeln aufzuschlitzen, bis die Knochen freundlich lächelnd hervorschauen.</p>
<p>Mörderic Walking, das ist es! Das bringt puren Nervenkitzel, Schmerzen ohne Ende und den Nimbus des wahren Helden, der das alles erträgt ohne mit der Wimper zu zucken.<br />
„Poah, was biste für eine Weichei, Nuehm“, sprach ich ernüchtert zu mir selbst und Mogli winselte bestätigend.<br />
Schon wenige Stunden später verließen wir im Schutze der Dunkelheit unseren gefährlichen Beobachtungsplatz. Meine Stöcke habe ich danach endgültig verschreddert. Was auch sonst.</p>
<p>Ich hab einfach nicht die Nerven für so ein mörderisches Hobby!</p>
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</item>
<item>
<title><![CDATA[Nützliche Erfindungen der Menschheit: Der Karneval (6)]]></title>
<link>http://annanuehm.wordpress.com/?p=171</link>
<pubDate>Mon, 04 Feb 2008 23:37:36 +0000</pubDate>
<dc:creator>Anna Nuehm</dc:creator>
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<description><![CDATA[Der Karneval wurde fatalerweise vor ca. 5000 Jahren erfunden und wie Sie jetzt wahrscheinlich pfeil]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Der Karneval wurde <strike>fatalerweise</strike> vor ca. 5000 Jahren erfunden und wie Sie jetzt wahrscheinlich pfeilschnell kombiniert haben, so waren es nicht die Neandertaler, die sich durch diese Erfindung <strike>bis auf die Knochen blamiert</strike> <strike>zum Gespött der Menschheit gemacht</strike> hervorgetan haben, denn die Neandertaler bilden so ziemlich die Krone der Schöpfung, gleich hinter den Saarländern. Also die Neandertaler fallen schon mal weg, und wenn Sie jetzt denken, dann können es nur die Saarländer gewesen sein, nein, die sind ausnahmsweise auch unschuldig, weil sie zu dieser Zeit mit der Spaltung des Bieratoms und der Entwicklung eines <del datetime="2008-02-05T15:38:23+00:00">50 </del> 500 Jahre haltbaren Lyoners vollauf beschäftigt waren. Wohingegen die Neandertaler sich lieber um tiefschürfende philosophische Erkenntnisse kümmerten, wie „Wenn man ein Mammut isst, kann man seiner Schwiegermutter dann dessen Seele ins Essen tun?“- „Nein, aber wenn man zwei Feinde verspeist, gehen deren Seelen in einen über und das ist so etwas Schlimmes wie Polygamie. Nur mit sich selbst.“</p>
<p>Wer war es aber dann?<br />
Da das Zeitalter des Kalten Krieges vorbei ist und somit die Russen, die Kubaner,<strike> die</strike> <strike>DDR,</strike> aber auch die Kommunisten an sich ausfallen, und zu dieser Zeit die Zündologen auch noch nicht zugange waren, so bleibt nur eine Randgruppe der Menschheit übrig: Die Außerirdischen.</p>
<p>Die Außerirdischen verfolgten mit diesem geschmacklosen Ansinnen das sehr unehrenhafte Ziel, die Menschheit zu <strike>verar</strike> unterjochen, leider oder Gottseidank, man weiß es nicht so genau, ging dieser Schuss aber nach hinten los, denn die Menschheit ist seit Erfindung des Karnevals bewiesenermaßen noch stresserprobter, alkoholresistenter und abgehärteter als irgendwie möglich oder vorstellbar. Also hat auf lange Sicht der Karneval die Menschheit vor dem Aussterben gerettet, wenn sie dafür auch einen sehr hohen Preis zahlen muss, den der tagelangen Verblödung und des sich selbst zum Affen Machens. Aber umsonst ist ja nix!</p>
<p>Und das kam so: Das hatten sich die Außerirdischen so nicht vorgestellt, als sie im Jahre 3000 vor Christus mit ihrem hölzernen Raumschiff angeflogen kamen, das bei der Landung leider in Flammen aufging, eine - weil es auf dem Planeten der Außerirdischen noch kein Feuer gab - leider weder erwartete, noch einkalkulierte, noch beherrschbare Nebenerscheinung, die die Außerirdischen dazu zwang auf der Erde zu bleiben, wo sie bis heute relativ unerkannt leben.<br />
Die Außerirdischen hatten folgenden Plan: Sie wollten die Menschheit in den Wahnsinn treiben, indem sie diese mit nervenzerrüttender "Musik" beschallten. Lieder wie „Tschingderassa Bumm, de Zoch kütt!“, „Tätääää tätäääää täääätäääääää“ sollten die Menschen mental, seelisch, körperlich und auch gehirntechnisch aushöhlen und zu gegenseitigen Massenschlägereien animieren, an deren Ende die komplette Selbstzerstörung der Menschen stehen sollte.<br />
Dies hatten die Außerirdischen bereits in verbotenen Experimenten an ihresgleichen erfolgreich ausprobiert, wobei es nach spätestens drei Minuten dieser Musikbeschallung zu einem sehr unappetitlichen <strike>Platzen</strike> Implodieren des bedauernswerten Außerirdischen gekommen war.</p>
<p>Außerdem wollten die Außerirdischen dies alles cool lächelnd anschauen, davon einen Film drehen und perfiderweise die Menschheit auch noch nach deren Auslöschung bei Youtube blamieren bis ans Ende ihrer Tage. Ein wahrhaft grausamer Plan!<br />
So weit, so gut. Leider hatten sie die Rechnung ohne den genetisch bedingten Chromosomenirrsinn so mancher Menschen gemacht, die durch diese Musik zur Höchstform aufliefen, vollends durchknallten und sich im Zuge dessen wie besessen vermehrten und das multiresistente, hypergefährliche und dominante Karnevalsgen weiterverbreiteten. Diese <strike>Irren </strike>armen Personen fügten noch das sinnlose Werfen von Konfetti, plus das Verkleiden mit lächerlichsten Kostümen hinzu, von denen Archäologen glauben, dass damit die Außerirdischen nachgeahmt werden sollten, zu Zwecken der Beschwichtigung oder Verbrüderung.<br />
Auch so bedenkliche Rituale wie das Abtrennen des Schlipses – dies soll wohl eine symbolhafte Kastration der Außerirdischen darstellen, wurden flugs in das Repertoire aufgenommen. Gefördert wurde diese Massenhysterie noch durch ekstatische Gesänge und seltsame Balzrituale, wie dem Werfen von Kamellen, nach Ansicht der Sozioarchäologen eine symbolhafte Nachahmung des Implodierens des ersten Außerirdischen, namens Waldi Kahn, der von allen Karnevalisten bis heute wie eine Gottheit verehrt wird.</p>
<p>Der Karneval spaltete von Beginn an die Menschheit in zwei Klassen, Karnevalsliebhaber und Karnevalsflüchtlinge. Der bekannteste und erste Flüchtling war Noah, der mit seiner Arche und vielen Gattungen der schönsten Tiere vor diesem Irrsinn weglaufen wollte, aber wohin flüchtet man, wenn die ganze Menschheit karnevalsmäßig verseucht ist? Dass diese Flucht sinnlos war, und niemand eine Insel ist, musste Noah schmerzlich erkennen, als eines Tages ein totes Pferd an der Arche vorbeischwamm und es unter den Tieren zu vereinzelten, aber lautstarken Gesängen kam wie „Alaaf, de Prinz kütt!“, „Es schwimmt ein Pferd aufm Flur..“ und last but not least „Wollen mer den reinlassen?“. Entsetzt und schaudernd wandte sich Noah ab und sprang über Bord, wurde aber nach wenigen Jahren eingeholt und zur Strafe tagelang mit Konfetti beworfen. Dann setzte man ihm eine rote Nase auf und er musste dreimal „Ruckizucki“ singen, eine wahrhaft unmenschliche, grausame und barbarische Strafe, vor der sich auch die abgebrühtesten Archäologen bis heute noch gruseln. Und ich auch.</p>
<p>Religionsforscher sind mittlerweile sicher, dass selbst Adam und Eva wegen des 358. Abspielens von „Humba humba humba tätäräää“ aus dem Paradies flogen und nicht wegen eines lächerlichen Apfels. Der tödlich endende Streit von Kain und Abel und die Frage, ob es dabei um eine simple Luftschlange ging, die jeder zuerst werfen wollte, oder ob Abel verbotenerweise die ganze Marmelade aus dem Karnevalsberliner von Kain stahl, da er mutwillig an genau der Stelle abbiss, wo sich diese befand, ist bis heute nicht ganz geklärt. Er zeigt uns aber: Karneval ist nicht ganz ungefährlich.</p>
<p>Die zehn Gebote, die Moses auf dem Berge Sinai empfing, waren nach neuesten Forschungen ursprünglich 18, und Moses soll doch wirklich „Kamelle!“ gerufen haben, als Gott die Tafeln herunterwarf. Vor Schreck schleuderte Gott die dritte Tafel etwas unkontrolliert und diese zerschellte, zersprang in tausend Scherben und zerfiel sofort zu Staub. Und mit ihr leider auch die Weisheiten wie:</p>
<p>„Du sollst nicht essen deines Nächsten Kamelle.“<br />
„Du sollst nicht begehren deines Nächsten Bützchen, du Butz.“<br />
„Du sollst kein falsches Zeugnis über deinen Humor abgeben, denn die Humorlosen werden nicht lustiger, auch wenn sie sich ein Herzchen ins Gesicht malen, einen Schnurrbart ankleben oder sich nackt ausziehen!“<br />
„Du sollst nicht saufen wie die heilige Kuh in den hängenden Gärten des König Salomon.“<br />
"Und wenn doch, dann sollst du nicht mutwillig brechen in das Taxi oder auf die Sitze des Autos des dich Nachhausefahrenden."<br />
„Du sollst nicht so bescheuerte Lieder über Sultane, Pferde, Arme zum Himmel, Finger <strike>im Po</strike> und so singen, denn dafür hab ich mir bei der Erschaffung der Menschen nicht so viel Mühe gemacht, dann hätte ich euch gleich als Pantoffeltierchen lassen können, Mann!“<br />
„Du sollst den Karneval überhaupt nicht feiern, du Depp!“<br />
„Und wer hat dir gesagt, du sollst dich wie verkleiden wie deines Nächsten Weib? Also ich nicht! Schöne Grüße, Gott.“<br />
Ja, das alles war also futsch und somit nahm das Verhängnis seinen Lauf...</p>
<p>Im Zuge der wie ein Lauffeuer um sich greifenden Karnevalstraditionen fand auch die erste indogermanische und sämtliche folgenden Völkerwanderungen statt: Es wanderten die Karnevalsbegeisterten in die Hochburgen und die Karnevalsfeinde in die nördlich gelegenen Städte, wie Hamburg oder Bremen, weil man dort ziemlich sicher vor dem um sich greifenden Karnevalsvirus war. Auch die Kriege von 1618-1648 oder der Hundertjährige Krieg von 1337-1453 - sind das wirklich 100 Jahre, na, ich kann mich ja auch täuschen!? - sind nach modernen Forschungen nicht etwa Religionskriege, denn solche Kleinigkeiten wie Religionen hätte man auch durch Gruppendiskussionen oder Würfelspiele klären können, nicht aber die Frage:<br />
Karneval - schön bescheuert oder schön <strike>doof</strike>? Daran scheiden sich bis heute die Geister und so recht kann das niemand beantworten.</p>
<p>Im Laufe der Jahrhunderte bildeten sich weitere sehr beliebte Rituale aus, wie zum Beispiel das sehr verbreitete Komasaufen, das Nonstopp-Fremdgehen, plus das im Suff die Wohnung Zertrümmern, auch alkoholisiertes Autofahren steht bis heute sehr hoch im Kurs und wird nur durch das sich vor aller Welt Blamieren, noch dazu in einem bescheuerten Kostüm aus Polyesterfasern übertroffen.<br />
Somit freuen sich besonders Scheidungsanwälte, deren Berufsgruppe zeitgleich mit der zunehmenden Popularität des Karnevals entstand und Goldschmiede über die Verbreitung des Karnevals, denn letztere müssen nach Karneval massenweise weggeworfene Eheringe praktisch über Nacht ersetzen, und auch die Möbelhäuser verdienen sich dumm und dämlich. Zusätzlich dient der Karneval der Ankurbelung der Weltkonjunktur und der Hebung des Goldpreises, was eine allgemeine volkswirtschaftliche Hausse zu Folge hat und langfristig auch den Weltfrieden sichert.</p>
<p>Im Allgemeinen wird der Karneval mit dem Internet gleichgesetzt, nur ohne das Komasaufen, bzw. schon inklusive, aber man sieht es halt nicht. Man ahnt es nur manchmal. Das Internet ist insgesamt aber viel gefährlicher als der Karneval, da im Internet nicht gilt: Am Aschermittwoch ist alles vorbei, denn im Internet ist immer Karneval, was für Karnevalsliebaber eine sehr begrüßenswerte Tatsache ist.<br />
In diesem Sinne: Helau! Und: Da simmer dabei!</p>
<p>Der Karneval ist aber leider, leider bald wieder zu Ende, was eine sehr schmerzliche Erfahrung ist, die das Leben <del dateTime="2008-02-04T23:28:48+00:00">immer wieder verschönert und lebenswert macht </del>aber so mit sich bringt. Und da muss man durch.<br />
Sie auch. Aber Sie schaffen das schon!<br />
Ihre Anna Nuehm</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Das Tattoo (2): Geheime Tattoo-Geheimnisse]]></title>
<link>http://annanuehm.wordpress.com/2007/10/22/das-tattoo-2-geheime-tattoo-geheimnisse/</link>
<pubDate>Mon, 22 Oct 2007 20:46:12 +0000</pubDate>
<dc:creator>Anna Nuehm</dc:creator>
<guid>http://annanuehm.wordpress.com/2007/10/22/das-tattoo-2-geheime-tattoo-geheimnisse/</guid>
<description><![CDATA[Angeregt durch den letzten Beitrag werden gewiss Heerscharen von Lesern die Tattoo-Studios weltweit ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Angeregt <a href="http://annanuehm.wordpress.com/2007/10/18/nutzliche-erfindungen-der-menschheit-3-das-tattoo-1/">durch den letzten Beitrag</a> werden gewiss Heerscharen von Lesern die Tattoo-Studios weltweit stürmen und nein, ich bekomme kein Geld dafür, dass ich noch zehnmal „Tattoo-Studio“ schreibe. Lediglich einen Firmenwagen und auch nur so einen lumpigen Porsche 911.<br />
Da ich ja schon einen Ferrari besitze, ist das natürlich kein wirklicher Anreiz. Einziger und alleiniger Grund für die häufige Erwähnung des Wortes "Tattoo-Studio" ist meine eindringliche, inständige und flehentliche Warnung an Sie, verehrte Leser vor dem Besuch eines Tattoo-Studios! <strike>So, jetzt aber her mit dem Scheck.</strike><br />
180% aller Menschen wissen folgende, grauenerregende und haarsträubende Tatsache nicht, und das nicht mal im Ansatz, nicht mal als Hauch und schon gar nicht mit Sicherheit:<br />
Jedes Tattoo hat einen Haken.<br />
Nein, nicht wie Sie jetzt denken, wir reden ja nicht vom Angeln.<br />
Also anders ausgedrückt: Ein Tattoo ist ein Buch mit sieben Siegeln. Nein, ich meine jetzt nicht damit, dass die wenigsten Menschen, die sich ein fremdsprachiges Tattoo aussuchen, dessen wahre und oft niederschmetternde Bedeutung kennen, und dass diese sehr oft in scharfem Gegensatz zu den vollmundigen Versprechungen steht, die mit der Anfertigung des Tattoos einhergehen: „Äy, isch mach dir eine Tattoo, da wo du langes Leben und reich bist und schlau, so wie ich, aber ohne Ende. Oh-ne En-de, Alder! Isch schwör, au!“ In Wahrheit steht dann auf Ihrem Oberarm nicht etwa „Kraft, Schlauheit, langes Leben“ sondern „1x Schweinefleisch süßsauer für Tisch 14“. Und da haben Sie noch Glück gehabt! Es gibt auch Menschen, die haben „1x Hund, aber schön durch“ da stehen.<br />
Oder solche, die zum Islam konvertiert sind und dies vor ihrer Reise nach Mekka in einem schönen Tattoo festhalten wollen: „Allah, du bist groß!“ und stattdessen macht sich der Tätowierer einen Spaß und schreibt hin: „Mohammed ist die kleine Schwester von George Bush“. Und was denken Sie, was dann erst los ist??</p>
<p>Ganz zu schweigen von Rechtschreibfehlern in Tattoos, die anstelle von „Hillary, du bist ein Ass im Office und gerätst nie ins Schwitzen, dein dich verehrender Bill.“ zu „Monica, du kleines Luder, ab ins Oral Office, dein schwitzender Bill!“ führten.<br />
Auch mangelnde Philosophiekenntnisse der Tätowierer verwandeln Ihr gewünschtes und vor humanistischer Selbstgenügsamkeit nur so strotzendes „Ich weiß, dass ich <em>nichts </em>weiß.“ in ein vielleicht doch zu bescheidenes „Ich weiß <em>eh</em> nix. Und auch das nicht mal.“</p>
<p>Aber das nur am Rande, wirklich schlimm sind andere Dinge. Ich rede von folgender geheimer, aber nun nicht mehr länger geheimen Tatsache, die alle Tätowierer kichernd und hämisch unter dem Ladentisch an ihre ahnungslosen Kunden weiterreichen: Mit dem Erhalt eines Tattoos haben Sie unwissentlich einen Vertrag unterschrieben! Und wie alle Verträge der Welt ist auch dieser hinterlistig, gemein und betrügerisch ohne Ende.<br />
So, jetzt aber, die nackte Wahrheit: Mit dem Einstickern eines Tattoos verpflichten Sie sich, dieses IMMER, jederzeit, sommer, winters, karnevals, weihnachtens, osterns, etc zu zeigen! Dies ist die gleichsam grausame wie auch unbekannte Tattoo-Vorzeige-Pflicht-Klausel, die bei minus 40 Grad umso schärfer ins Kraft tritt, als bei plus 40 Grad. Und in Fachkreisen nur kurz genannt wird: Je kälter es draußen, desto zeiger dein Tattoo.<br />
Ja, es ist wahr! Ja, ich habe mir schon gedacht, dass Sie das nicht wissen, woher auch?<br />
Aber überlegen Sie mal, denken Sie etwa, die armen Schweine, die im Winter mit einem winzigen Achselshirt herumlaufen, einen schielenden Adler auf dem Oberarm, die würden das FREIWILLIG machen? Oder die Hausfrau, die bei minus 20 Grad draußen, bibbernd bei Aldi an der Kasse steht und den kleinen Teufel/Schmetterling/Delfin auf ihrer Schulter im Spaghetti-Top präsentiert, die würde das gut finden??? Mit ihren blaugefrorenen Armen?<br />
Nein, die sind per Klausel dazu gezwungen!! Ja, das ist menschenverachtend, das ist schäbig, das ist brutal, aber das ist die Wahrheit. Kein Mensch weiß das.<br />
Es gehört zu den letzten sieben Rätseln der Menschheit und die anderen sechs kenne nicht mal ich! Und das will schon was heißen.<br />
Also hüten Sie sich vor leichtsinnigen Tattoos und wenn Sie es gar nicht lassen können, denken Sie an die Vorzeigepflicht und kalkulieren Sie die mit ein, wenn Sie die Stelle auswählen, auf die Sie irgendeinen Unsinn schreiben lassen. Die Stelle! Denken Sie dran. Die Stelle!</p>
<p>Der Vollständigkeit halber sollte man noch erwähnen, dass Tattoos wandern. Die bleiben ja nicht da, wo sie hingehören. Die anwesenden Damen unter den Lesern müssen sich irgendwann mal fragen lassen: „Oma, wat haste denn da für 'ne komische Krampfader am Bein?“- „Kind, dat is doch mein Arschgeweih 2002 und da hat sich ein bisschen verzogen, aber erkennen kann man dat doch trotzdem noch, oder?!“<br />
Und für die Herren gilt „Opa, dein Zeh ist so schwarz, ist der schon tot?“ - „Nee, mein Kind, dat sind meine chinesischen Schriftzeichen für „Kraft, Schlauheit, langes Leben!“<br />
Aber es gibt Schlimmeres, es gibt viel Schlimmeres.<br />
Wissen Sie es noch? Genau, „1x Hund, aber schön durch!“</p>
<p>Ihre Anna Nuehm</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Nützliche Erfindungen der Menschheit (3): Das Tattoo (1)]]></title>
<link>http://annanuehm.wordpress.com/2007/10/18/nutzliche-erfindungen-der-menschheit-3-das-tattoo-1/</link>
<pubDate>Thu, 18 Oct 2007 21:58:48 +0000</pubDate>
<dc:creator>Anna Nuehm</dc:creator>
<guid>http://annanuehm.wordpress.com/2007/10/18/nutzliche-erfindungen-der-menschheit-3-das-tattoo-1/</guid>
<description><![CDATA[Das Tattoo wurde im Jahre 1782 vom englischen Seemann Ted Ed At-Too - kurz Ted@2 genannt - erfunden,]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Das Tattoo wurde im Jahre 1782 vom englischen Seemann Ted Ed At-Too - kurz Ted@2 genannt - erfunden, der in höchst betrunkenem, weil Fünfpromillezustand seine Hose reparieren wollte. Er benutzte dafür eine neuartige Singer-Elektronähmaschine und schlief ein, während der Motor noch lustig weiter ratterte.<br />
Am darauf folgenden Morgen war die Hose fast unauflösbar mit seinem Körper verbunden, und nach jahrelangen Versuchen, diese millimeterweise abzufrickeln, nannte er das verbleibende Ergebnis, auch um vor seiner gestrengen Ehefrau den Zustand seiner Volltrunkenheit zu verschleiern, der Einfachheit halber: Tattoo.<br />
Seine Frau war zwar über die ungewöhnliche Form des Tattoos, eine Hose, etwas verwundert, insgesamt aber entzückt. Vor allem, weil er ihr weismachen konnte, dass es ihre Initialen wären, die er sich da eingestickert hatte. Deshalb setzte sich diese neue Form des Körperschmucks sehr schnell nicht nur durch, sondern auch einen allgemein bewunderten, neuen Trend.<br />
Durch Mund zu Mundpropaganda im Freundinnenkreis der Seemannsfrau, ein damals genauso üblicher Beruf wie heute Zahnarztfrau oder Chefarztassistentenfastverlobte, verbreitete sich diese neue Form der Körperverschönerung blitzschnell und überall.<br />
Schon bald eröffnete besagter Seemann eine nagelneues (!) Tattoo-Studio und musste weitere Nähmaschinen anschaffen, um den immer stärker werdenden Kundenstrom zu bewältigen.<br />
Weitere Probleme waren aber auch die ebenfalls nie versiegenden Blutströme und die Reinigung der Nähmaschinen, derer recht sorgloser Gebrauch schon im Jahre 1787 den ersten weltweiten Gammelfleischskandal auslöste. Als Nebenprodukt entstanden Botulismus, Pest, Cholera und das englische Gericht „Schnitzelgeschnetzeltes“, dessen genauere Zubereitung mit Rücksicht auf die empfindlichen Mägen der Leser hier nicht weiter erörtert wird.<br />
Als dann das englische Gesundheitsamt einschritt und das Tattoo-Studio kurzfristig schließen ließ, reagierte sich der erboste Seemann kurzfristig unter dem Pseudonym Jack the Ripper ab. In diesem Metier konnte er auch in ungewohnter Lässigkeit neue Muster ausprobieren und seiner Kreativität freien Lauf lassen, nach allen Richtungen, die es gab.<br />
Es entstand das sogenannte „Free Style-Tattooing“, was heute nur noch von wenigen Experten beherrscht wird und auch von diesen nur rudimentär, mangels freiwilliger Testpersonen. Nach wenigen Versuchen schon gelangweilt und auch durch die an seinen Fersen haftende Polizei entnervt, kehrte Herr At-Too aber bald wieder an seinen Stammplatz hinter den Nähtresen zurück, diesmal bewaffnet mit nur einer Nadel, auch um seine DNA-Spuren aus den Ripper-Fällen besser verschleiern zu können.<br />
So wie es heute auch noch üblich ist.<br />
Die Inspiration für seine bevorzugten Motive holte sich der findige Seemann in den neuesten Splattervideos, die er schwungvoll unter dem Ladentisch hervorzog, manchmal aber auch in den ausliegenden Heftchen von „Bäckerblume international“, oder „Käseheft der Fleischerinnung Inc.“.<br />
Viele Motive entstammen auch der Malerei. Beispielsweise war der Favorit der Londoner High Society 1889 ursprünglich eine - später als schnödes Strichmännchen verunglimpfte - nonkubistische Kleinfigur, die erstmals in der klassischen Antike erwähnt wurde, später als "Nofretete" auftauchte und schließlich als „Mona Lisa“ ihren Durchbruch feierte. Und so aussieht: :-)<br />
Tragischerweise kam Herr At-Too bei einem Selbstversuch ums Leben: Er probierte eine neue 70 cm dicke Supernadel aus, weil er den falschen Schluss zog, man könnte mit dieser Nadel schneller und effektiver tätowieren. Dem war aber nicht so.<br />
Herr At-Too wurde somit Opfer seiner ungeheuren Profitgier und das erste Opfer des damals noch weitgehend unbekannten, unbescholtenen und unscheinbaren Kapitalismus, der noch in den Kinderschuhen steckte, Herrn At-Too aber mit voller Wucht traf.<br />
So kann's gehen!</p>
<p>Lesen Sie dazu auch in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten oder Jahren die exorbitante Fortsetzung: Das Tattoo. Genaueres dazu.<br />
Untertitel: Tattoo- du, warum?<br />
Unteruntertitel: Tattoo- immerzu.<br />
Und: Rechtschreibreform. Ihre Auswirkungen auf die Tattoo-Kultur weltweit.</p>
<p>Bilden Sie sich auch weiter und stöbern Sie in den Beiträgen:<br />
<a href="http://annanuehm.wordpress.com/2007/09/23/nutzliche-erfindungen-der-menschheit-die-luge/">Nützliche Erfindungen der Menschheit: Die Lüge.</a><br />
<a href="http://annanuehm.wordpress.com/2007/09/16/nutzliche-erfindungen-der-menschheit-das-solarium/">Nützliche Erfindungen der Menschheit: Das Solarium.</a><br />
<a href="http://annanuehm.wordpress.com/2007/09/10/geballte-internetweisheiten-oder-was-sie-schon-immer-uber-das-internet-wissen-wollten-und-sich-nie-zu-fragen-trauten/">Nützlich und auch erfunden: Das Internet.</a></p>
<p>Unwissenheit ist keine Schande, überhaupt nicht, aber lesen müssen Sie schon selber, denn hier liegt alles vor Ihren Augen bzw Füßen! Ergreifen Sie die einmalige Gelegenheit und sparen Sie sich jahrelange und überflüssige Studien, es reicht, dass ich die hinter mir habe! Wissenschaftlich fundierter kann selbst Google nicht sein!</p>
<p>In aller Bescheidenheit,<br />
Ihre Anna Nuehm</p>
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<title><![CDATA["Wenn dein Pferd tot ist, dann steig ab."]]></title>
<link>http://annanuehm.wordpress.com/2007/09/11/wenn-dein-pferd-tot-ist-dann-steig-ab/</link>
<pubDate>Mon, 10 Sep 2007 22:17:01 +0000</pubDate>
<dc:creator>Anna Nuehm</dc:creator>
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<description><![CDATA[Dies ist eine sehr alte und berühmte Indianerweisheit. Und wenn die Indianer auch sehr viele schlau]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Dies ist eine sehr alte und berühmte Indianerweisheit. Und wenn die Indianer auch sehr viele schlaue Sätze gesagt haben, bei diesem haben sie definitiv Unrecht.</p>
<p>Warum sollte man das tun? Absteigen, wenn das Pferd tot ist? Wozu? Ist das nicht eine ungeheure Verschwendung von Ressourcen, wenn man sein totes Pferd so einfach entsorgt? Oder gar wegwirft?<br />
Das muss doch nicht sein!</p>
<p>Ich hatte einmal ein Pferd, es war schon sehr alt und etwas gebrechlich, aber immer noch sehr schön anzuschauen. Ein sehr schönes Tier. Und die paar Flicken haben auch gar nicht weiter gestört.<br />
Also mich jetzt nicht. Aber ich werfe auch nicht sofort etwas weg, sondern repariere das dann und benutze es weiter. Ich bin so eine Art Heimwerker. Ich hatte mir irgendwann einmal eine Spezialnähmaschine gekauft und das Pferd hier und da ausgebessert. Was ihm auch sehr gut stand.</p>
<p>Ich hatte sehr viel Freude mit meinem Pferd. Es war immer gut gelaunt, abends haben wir zusammen Fernsehen geschaut und Chips geknabbert, vor allem ich, das Pferd mochte Chips nicht so sehr, aber es schnüffelte ab und zu an einer Möhre.</p>
<p>Okay, mit dem Ausreiten war das nicht mehr so toll, aber da blieb das Pferd eben zu Hause und ich ging spazieren. Manchmal lief ich auch mit wehenden Haaren übers Feld und das war mit ein klein wenig Fantasie genauso schön wie das Galoppieren mit einem Pferd. Ich fühlte mich dann wie „Wind in seinem Haar“ aus dem berühmten Film mit diesem Kevin Costner.<br />
Man muss sich selbst auch ein wenig Mühe geben. Von alleine kommt nix!<br />
Und ich schwöre, wenn ich mir zwei Scheiben Wurst an die Schuhe gebunden hätte, wäre das EXAKT so gewesen wie bei „Der mit dem Wolf tanzt“ und mein Hund hätte genauso wie der Wolf nach meinen Schuhen geschnappt! So einfach ist das.<br />
Jeder kann Hollywood sein. Auch Sie!</p>
<p>Okay. Als ich dann wieder nach Hause kam, freute sich das Pferd immer mächtig, es wackelte mit seinen Ohren oder zumindest sah es so aus.<br />
Der Hund winselte manchmal und zerrte an dem Pferd herum, wahrscheinlich vor lauter Eifersucht. Dem habe ich dann gesagt, er soll das lassen. Hat er dann auch gemacht.<br />
Bis auf ein Mal, als ich vom Einkaufen nach Hause kam und dann… Es war eine sehr unschöne Szene und ich weiß jetzt nicht, ob alle schon gefrühstückt haben. Auf jeden Fall habe ich mir danach die Nähmaschine gekauft und den Schaden wieder ausgebessert.<br />
Das Pferd war so unglaublich gutmütig, es hat dem Hund das kein bisschen übelgenommen, also nachtragend war es überhaupt nicht. Es hatte einen richtig tollen Charakter, da könnten sich manche Menschen ein Beispiel dran nehmen! Aber echt.</p>
<p>Im Sommer war es mit dem Pferd dann ein bisschen schwierig. Also ins Schwimmbad mitnehmen wäre auf keinen Fall gegangen. Es blieb dann zu Hause im Schatten, manchmal lag es auch auf dem Liegestuhl, natürlich nur mit Sonnenschutz.<br />
Ich hab dann eine karierte Wolldecke über es gelegt, damit die Nachbarn es nicht so anstarren und blöde Fragen stellen. Die kennen da ja nix, rufen dauernd über den Zaun und fragen, wie es einem geht. Ich hab dann einfach erzählt, dass es meine Oma wäre, sie wäre zu Besuch und sehr krank und bräuchte viel Ruhe.<br />
Das war natürlich eiskalt gelogen, denn das Pferd war topfit. Aber belästigen lassen wollte es sich auch nicht, was sehr verständlich ist.<br />
<a href="http://annanuehm.wordpress.com/files/2007/09/fjurieh-unter-seiner-lieblingsdecke-auf-dem-liegestuhl-im-garten.jpg" title="fjurieh-unter-seiner-lieblingsdecke-auf-dem-liegestuhl-im-garten.jpg"><img src="http://annanuehm.wordpress.com/files/2007/09/fjurieh-unter-seiner-lieblingsdecke-auf-dem-liegestuhl-im-garten.thumbnail.jpg" alt="fjurieh-unter-seiner-lieblingsdecke-auf-dem-liegestuhl-im-garten.jpg" /></a><br />
(Foto: Fjurieh hat so richtig Spaß im Garten)</p>
<p>Das Geruchsproblem haben wir dann mit Fébreze gelöst. Manchmal auch Brise Landhaus, das mochte das Pferd aber nicht so, es hat dann immer seine Nase gerümpft. Lavendel, igitt.</p>
<p>Weihnachten war auch sehr schön. Ich habe dem Pferd meistens eine neue Decke geschenkt oder Pferdepralinen. Die hat es sehr gemocht. Dennoch war es sehr sparsam damit und es hat an Ostern immer noch welche gehabt.<br />
Zu meinem Hund habe ich dann immer gesagt: Siehst du, nimm dir mal ein Beispiel an Fjurieh, der ist sparsam, nicht so verfressen wie du. Dann wurde er wieder eifersüchtig und knurrte und zerrte an Fjurieh herum. Dann ging es immer rund.<br />
<a href="http://annanuehm.wordpress.com/files/2007/09/fjurieh-unterm-weihnachtsbaum.jpg" title="fjurieh-unterm-weihnachtsbaum.jpg"><img src="http://annanuehm.wordpress.com/files/2007/09/fjurieh-unterm-weihnachtsbaum.thumbnail.jpg" alt="fjurieh-unterm-weihnachtsbaum.jpg" /></a><br />
(Foto: Fjurieh an Weihnachten, mit glänzenden Augen. Ist er nicht süß? Im Hintergrund der eifersüchtige Hund.)</p>
<p>Gewaschen habe ich das Pferd immer in einer Spezialpferdewaschmaschine, so eine, wie sie <a href="http://erdgeschossrechts.myblog.de/">der verehrte Herr Schoss besitzt, seines Zeichens nicht nur Pferdeexperte, sondern auch Pferdeflüsterer.</a> Er hatte sie mir mit folgenden Worten empfohlen: "Frau Nuehm, Ihr Pferd schwitzt schneller. Deshalb muss es auch jeden Samstagabend in die Pferdewaschmaschine. Keine Sorge: nur bei 30 Grad. Alles andere wäre Tierquälerei. Und habe ich die Waschmaschine nicht zur Hand, hänge ich es eben raus zum Lüften. Dann riecht es am nächsten Morgen schön frisch und ist auch gut gelaunt." (Zitat Ende)<br />
Und das Pferd freute sich auch die ganze Woche auf seinen Badetag. Ich auch, weil ich dann nicht so viel Fébreze einkaufen musste. Die bei Schlecker haben sich immer schon sehr gewundert.<br />
Das hätte noch ewig so weitergehen können, wir waren ein perfekt eingespieltes Team, das Pferd, der Hund und ich. Und es hat auch keiner seine Socken herumliegen lassen oder die Zahnpasta nicht wieder zugedreht. Alles sehr harmonisch.</p>
<p>Aber, wie das Schicksal so spielt, eines Tages, es stand eine große Rundumreparatur an, ich will das Pferd aus der Waschmaschine ziehen, da war es plötzlich nicht mehr da!!!<br />
Einfach verschwunden!<br />
Ich weiß bis heute nicht, wohin!<br />
Ich hab dann noch überall gesucht, aber es war weg.</p>
<p>Ich war da ziemlich entsetzt, der Hund nicht so, aber das kam vermutlich von seiner übersteigerten Eifersucht. Trotzdem, es war eine wunderbare Zeit, die möchte ich echt nicht missen und wirklich schade, dass sie so abrupt zu Ende ging.</p>
<p>Also wenn Ihnen mal jemand erzählt: „Wenn dein Pferd tot ist, dann steig ab“, dann wissen Sie: Derjenige hat Null Ahnung.<br />
Sie sehen es ja, auch mit einem toten Pferd kann man noch jede Menge Spaß haben!</p>
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