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	<title>anna-ignatius &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
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	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "anna-ignatius"</description>
	<pubDate>Fri, 18 Jul 2008 23:04:30 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Arbeit am selben Projekt]]></title>
<link>http://naturalismuskritik.wordpress.com/?p=58</link>
<pubDate>Mon, 05 May 2008 07:01:29 +0000</pubDate>
<dc:creator>BK</dc:creator>
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<description><![CDATA[Es musste ja früher oder später einmal so weit kommen: Zwar ist schon seit geraumer Zeit immer wie]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Es musste ja früher oder später einmal so weit kommen: Zwar ist schon seit geraumer Zeit immer wieder vom „neuen Atheismus“ die Rede, aber was das überhaupt ist und wie sich der „neue“ vom „alten“ unterscheidet, blieb stets unklar. Um Licht in dieses Dunkel zu bringen, fand unlängst eine Tagung „’Neuer Atheismus’ und moderner Humanismus“ statt, zu der die Humanistische Akademie Berlin in Zusammenarbeit mit der Giordano-Bruno-Stiftung geladen hatte.</p>
<ul>
<li>Vergangenheit und Zukunft des Atheismus</li>
</ul>
<p>In seinem Eröffnungsreferat klärte Frieder Wolf (Berlin) über den alten Atheismus auf, der keinesfalls die Frage nach Gott gestellt habe. Seine historische Spezifik verortete Wolf im Ancien Regime, also dem vorrevolutionären Frankreich, in dem die Priester eine von mehreren Säulen gewesen seien, auf die sich der König gestützt habe. Die Aufklärung habe sich deshalb gegen die weltliche und die geistliche Herrschaft zugleich gewendet, weil beide miteinander verschränkt gewesen seien. Freiheit, habe ein Zeitgenosse gesagt, sei erst dann erreicht, wenn der letzte Priester am Darm des letzten Adligen aufgehängt sei.</p>
<p>Die Aufgabe von heute sei es nun, den alten Atheismus in eine vollkommen veränderte gesellschaftliche Situation zu übersetzen. Die Priester hätten ihre Herrschaftsfunktion verloren, der Papst sei nicht mehr das ideologische Zentrum. Zwar lasse sich nicht leugnen, dass christliche Denkweisen noch vorhanden sind, allerdings sei es weitgehend marginalisiert. Kirchenkritik wie zu Zeiten der Aufklärung könne deshalb nicht mehr im Zentrum des Atheismus stehen, sondern der Bezugsrahmen müsse die kapitalistische Produktionsweise sein. Aber auch die habe sich gewandelt, seitdem Marx sein <a href="http://www.dober.de/religionskritik/marx1.html">berühmtes Diktum von der Religion als „Opium <em>des</em> Volkes“</a> ausgesprochen habe, schließlich laute die soziale Frage dieser Tage ganz anders.</p>
<ul>
<li>Glauben - unverstanden und verhasst</li>
</ul>
<p>Dass heute auch reflektierte, gebildete Menschen religiös sein können, war der Ausgangspunkt für die Überlegungen von Anna Ignatius (Freiburg). Sie vermutete, dass ihnen der Glauben Trost biete im Angesicht einer als grausam und teilnahmslos empfundenen Natur. Gläubige hätten Angst vor einem unberechenbaren und willkürlichen Gott, weshalb sie beteten und hofften, dass er ihnen nicht schade. Dieser als Deformation interpretierten Einstellung setzte Ignatius die - wie sie meinte - befreienden Erkenntnisse der Wissenschaft gegenüber. Die Naturgesetze seien schließlich berechenbar und könnten deshalb einen Orientierungsrahmen für das menschliche Handeln geben. Aufgabe der humanistischen Philosophie sei es, den Menschen als Teil der Natur begreiflich zu machen und zu zeigen, dass die Erkenntnisse über die Natur den Weg zu einem glücklichen und erfüllten Leben wiesen.</p>
<p>Auch Michael Schmidt-Salomon (Trier) hielt den Gottesgedanken für abwegig, gar für ein Wahngebilde. Den Unterschied zwischen den alten und neuen Atheisten verortete er in der Konsequenz der Analyse und des Vorgehens bezüglich ihres Objekts der Kritik. Während der alte Atheismus defensiv sei und taktierend, greife der neue an, spreche Klartext. Er sei „kompromisslos aufklärerisch“ und verletze deshalb natürlicherweise auch die Gefühle der Gläubigen. Zurecht, wie er meinte, denn nicht jede Position verdiene auch Respekt. So lehne er nicht nur den Gottesglauben ab, sondern auch den Respekt vor dem Gottesglauben. Wenn die neuen Atheisten Anstoß erregten, dann allerdings vor allem deshalb, weil sie den Kern der Religionen benennten, den die meisten Gläubigen gar nicht mehr kennten. Als Beispiel nannte er <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Transsubstantiation">die Bedeutung der Wandlung</a> bei den Katholiken. Seine These lautete: „Die alten Atheisten sind nicht toleranter, nur ein wenig ignoranter als die neuen.“</p>
<p>Schmidt-Salomon wandte sich nicht jede Religion, sondern nur gegen solche, die einen personalen Gott kennen. Das sei eine größenwahnsinnige Vorstellung, denn eigentlich sei der Mensch bloß eine Trockennasenaffenart, die es eher zufällig an den Rand des Universums verschlagen habe. Die Auffassung, dass dem Menschen keine Sonderstellung zukomme, habe weiter reichende Konsequenzen für eine „Ethik für nackte Affen“, die er aus Zeitgründen aber nicht vorstellen wollte. In jedem Fall ruhe unter der Oberfläche des obsoleten Etiketts „Neuer Atheismus“ die Weltanschauung des „naturalistischen Humanismus“, dem die Vorstellung vom naturalistisch entzauberten Menschen zugrunde liege. Entscheidend sei, dass man endlich akzeptiere, dass die „Erkenntnisse der Wissenschaft“ die naturalistische Weltanschauung – wie er sagte – „erzwingen“.</p>
<ul>
<li>Trotz Differenzen: Der Kampf geht weiter</li>
</ul>
<p>Kontrovers wurde über die letzte Publikation des Rüpels Schmidt-Salomons diskutiert, das „Ferkel-Buch“. Diese Form der Auseinandersetzung mit Religion sei nicht produktiv und für Kinder nicht geeignet, wurde bemängelt. Im Lebenskunde-Unterricht in Berlin könne man es nicht einsetzen, meinte ein Teilnehmer. Durch die selektive Darstellung einzelner alttestamentarischer Geschichten werde vor allem die jüdische Religion diffamiert. Der Autor verteidigte sich: Er habe nur Originalzitate verwendet und nicht einmal die anstößigsten. „Das ist es, was die Religionen ausmachen“, rief er. Eine Teilnehmerin sprang dem Autor bei: In der religiös geprägten kleinstädtischen Umgebung, aus der sie stamme, sei das Buch gut angekommen.</p>
<p>Zum Ende der Tagung warfen Horst Groschopp (Berlin) und Wolf noch zwei Fragen auf, bei denen für sie Diskussionsbedarf angezeigt schien. Zum einen die nach der Grenze zwischen Religionskritik und Religionsfeindschaft, die insbesondere im Umgang mit dem Islam schärfer zu ziehen sei. Die notwendige Kritik am Islam dürfe nicht zu Islamophobie und zur Feindbildproduktion führen, vielmehr müsse man hier – wie bei allen Religionen – differenzieren und Bündnispartner suchen. Zum zweiten müsse der Naturalismusbegriff noch geschärft werden und der Unterschied zwischen theoretischen und weltanschaulichen Fragen beachtet werden. Wenn jemand die Kulturgeschichte des Menschen mit anderen als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Physikalismus">physikalistischen Methoden</a> erforsche, sei dieser noch lange kein Relativist.</p>
<p>Die Atheisten, Humanisten und Freidenker präsentierten sich auf ihrer Tagung als disziplinierte, relativ homogene Gruppe, die sich in der Welt zurecht finden will, ohne auf Gott Bezug zu nehmen. Gleichwohl ließen sich zwei unterschiedliche Strömungen identifizieren: Die eine wird vom Eiferer Schmidt-Salomon repräsentiert, der sein Weltbild um die, wie er annimmt, „Erkenntnisse der Wissenschaft“ aufbaut, unter die er alles weitere unterordnet. Sie ist die breitenwirksamere. Die andere verzichtet auf Diffamierungen der Religion, stellt fest, dass die Wirklichkeit doch recht komplex ist und weiß um die Gefahr, einem Wissenschaftsglauben zu verfallen. Sie ist die akademische Variante. Beide arbeiten am selben Projekt.</p>
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