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	<title>alltagsbeobachtungen &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
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	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "alltagsbeobachtungen"</description>
	<pubDate>Tue, 07 Oct 2008 10:30:00 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Immer im Herbst]]></title>
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<pubDate>Thu, 22 Nov 2007 16:23:09 +0000</pubDate>
<dc:creator>Luc</dc:creator>
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<description><![CDATA[Heute erreichten mich zwei Postkarten aus Italien. »Erinnerst du dich an Canale di Tenno?« stand d]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Heute erreichten mich zwei Postkarten aus Italien. »Erinnerst du dich an Canale di Tenno?« stand darauf. Rückblickend verwundert es mich, dass ich gut 10 Sekunden brauchte um mir den mittelalterlichen Ort ins Gedächtnis zu rufen. Mein Besuch dort war auf den Tag genau, erst eine Woche her. Erschreckend. Noch vor einer Woche konnte ich im ärmellosen T-Shirt in der Sonne vor mich hinträumen. Und noch erschreckender: Innerhalb von nur einer Woche hatte ich das alles wieder vergessen. Der ganze schöne Zauber meiner »Woche auf Überstunden«, war bereits nach den ersten 2 Stunden Rückfahrt im Zug, langsam verblichen. Schnee in den Alpen. Und mein Berlin, wirkte vernebelt. Gestern erreichte die Tiefstimmung ihren Höhepunkt. Ich ging morgens recht motiviert zur Arbeit, doch mit der Zeit, verlor ich an Lust. Ich fuhr nach Hause, auf meinem neuen alten Drahtesel, und kochte mir etwas. Auch das ließ mich ohne Begeisterung. Es deprimiert mich nicht, die Blätter von den Bäumen fallen zu sehen. Auch kann ich nicht klar sagen, ob es die Tatsache ist, das ich seit Tagen keinen Blick mehr auf die Sonne werfen konnte. Es ist Herbst. Die Tage werden kürzer, kälter und irgendwie auch leerer. Man macht nicht mehr so viel, weil man keine Lust hat. Und keine Lust hat man, weil Herbst ist, was wiederum heißt – Der Winter kommt.</p>
<p>Meine Wohnung ist kalt. Aber wir haben beschlossen, dass wir nicht Heizen bevor es unter 0°C kommt. Das kann noch dauern, denn trotz gefühlten -40°C herrschen immer noch 7°C (Ich messe in Celcius/ for foreign readers: I am not messing in Fahrenheit). Irgendwie, gab es gestern keinen Weg heraus aus dieser Depression. Kitty kam nach Hause, und auch sie hatte sich qualvoll durch den Tag geschleppt. Für gewöhnlich schwelge ich an so grauen Tagen gerne in Erinnerungen an bessere Zeiten, aber selbst darauf hatte ich keine Lust. Kennt ihr dieses Gefühl enormer Leere, das permanent auf die Seele drückt? Keine Lust auf Gar nichts! Der Tag ging weiter, Kitty brauchte eine Lampe (sucht hier keine Metapher) und schließlich fanden wir zumindest eine Glühbirne. Auf dem Rückweg schnitt uns das »Café Resonanz« die Strecke. Natürlich tranken wir ein Bier. Das wirkte aufbauend. Aber ich glaube, ich hätte auch ein Wasser trinken können. Was man braucht um sich aufzubauen ist nämlich der Genuss von etwas besonderem, von dem man weiß, dass man es nicht immer haben kann. Und damit meine ich nicht das Wasser, und auch nicht das Bier. Tapetenwechsel. Das »Resonanz« an jedem Tag kann ich mir nicht leisten. Aber durch meine, naja, Freundschaft zu dieser Kneipe, freue ich mich jedes mal wenn ich dort war und wenn ich dort bin und wenn ich weiß, dass ich da hingehen werde. Was, denke ich, einen Depritag begründet, ist, dass man irgendwo in seinem Kopf begreift, für die nächsten Monate ist das mein Alltag. Ohne Abwechslung, ohne Hoffnung auf Abwechslung. Sitzen. Auf Arbeit oder in der Wohnung. Beides scheiße. Sommer du fehlst mir! –<br />
Realisieren ist gut. Aber es kann auch ganz schön mies sein, wenn man weiß, man kann nix ändern. Und das ist was ich hier in den Gesichtern sehe. Es wird wieder Kalt, es wird wieder leer, es wird wieder unfreundlich. Irgendwie trifft es jeden. Man möchte meinen, es täte gut, in jedem übellaunig dreinschauenden Gesicht einen Leidensgenossen zu sehen. Und wahrscheinlich ist diese Denkweise auch der einzige Grund, warum Berlin im Winter nicht zum grausigen Schauplatz von Massenselbstmorden wird.<br />
Jetzt sitze ich wieder mal hier an meinen Küchentisch und schreibe. Kitty ist noch nicht zu Hause. Mein erstes Bier ist offen. Die erste Zigarette schon lange abgebrannt.</p>
<p>Ich glaube, nachher werde ich ins »Resonanz« gehen.</p>
<p>An einen schlechten Tag, erinnere ich mich manchmal lieber als an fünf schöne. Die fünf schönen, wirken wie künstlich in mein Leben gepresst. Der triste graue Regenlose Donnerstag aber, behält in meinem Kopf seine ganz eigene Romantik. Genau wie Berlin.</p>
<p><em>Hinweis:</em><br />
Café Resonanz &#124; S-Bahnhof Schöneberg &#124; Ebersstr. 66 &#124; 10827 Berlin</p>
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